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Dies ist der Teil 2 (3) eines Artikels über Lautsprecher Wissen von Cabasse aus Frankreich

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Die Cabasse Lösung - eigene Kalotten-Hochtöner

CABASSE seinerseits hat die Kalotten-Hochtöner DOM2, DOM3 und DOM4 entwickelt, und dafür viele Jahre der Forschung benötigt.

Es war in der Tat notwendig, bei gleichzeitiger Nutzung der Kalotten-Vorteile einen Wirkungsgrad zu erreichen, wie er bei herkömmlichen Konuslautsprechern für Bässe und Mittellagen gegeben ist. Bei der Entwicklung wurden die verschiedensten Probleme gleichzeitig berücksichtigt. Untersuchungsreihen befaßten sich mit der Form, den Abmessungen und den Werkstoffen sowie mit der Anpassung an die Luft.

Eine ganz besondere Untersuchung wurde dabei dem Antriebselement zuteil. Dadurch wurde es möglich, die außergewöhnlichen Kalotten-Hochtöner DOM2, DOM3 und DOM4 zu entwickeln. Von den Kalotten-Hochtönern DOM2, DOM3 und DOM4 wurden die Kalotten-Mitteltöner DOM 12 und DOM 13 abgeleitet.

Die Wabenhohlkammer-Kalotte

Die neuentwickelte Cabasse-Wabenhohlkammer-Kalotte im Schnitt. Lupenaufnahme, 7,5-fach vergrößert. Deutlich erkennbar ist die Sandwich-Bauweise und die Bienenwaben-Struktur mit den Hohlkammern. Als Material wurde u.a. die weltraumerprobte Synthetikfaser Kevlar verwendet, die fünfmal fester als Stahl, aber nur halb so schwer wie Nylon ist. Bei der 17cm Kalotte beträgt die Membrandicke 3,07mm, sie hat 1360 luftgefüllte Hohlkammern bei einem Eigengewicht von nur 5,45g !

Tiefton- und Tief -/Mitteltonlautsprecher mit Wabenhohlkammer-Kalotte

Bei der Entwicklung dieser Kalotten ließ man sich von den Anforderungen leiten, die an eine Membran als eines der wichtigsten Elemente eines Lautsprechers gestellt werden müssen:
- Leichtigkeit für einen guten Wirkungsgrad,
- Starrheit und Festigkeit, damit die Membran wie ein Kolben arbeitet, d.h. ohne sich zu verformen in einer Richtung schwingt.
- Resonanzfrequenz außerhalb des Nutzbereiches.

Es ist für jeden verständlich, daß eine Membran, die nicht ausreichend starr ist, sich verformen kann und damit starke Verzerrungen erzeugt. Die von Cabasse gewählte Kalottenform muß sogenannten Flachmembranen vorgezogen werden, da mechanisch bzw. statisch gesehen ein Kugelabschnitt (fast eine Halbkugel) eine weitaus höhere Festigkeit aufweist.

1984 - Rückblick auf Cabasse Untersuchungen

In den Cabasse-Laboratorien untersucht man bereits seit über 30 Jahren die Probleme von Lautsprechermembranen.

Der Einsatz der modernen Computertechnik brachte u.a. die folgenden bedeutenden Forschritte:

  • 1974, die ersten starren Kalotten-Membranen für Hoch- und Mitteltöner.
  • 1978, die ersten Lautsprecher für die Großraumbeschallung mit einem enorm hohen Wirkungsgrad.
  • 1983, 17cm und 21cm Systeme für den Tiefton- und Mitteh/Tieftonbereich mit absolut starren Wabenhohlkammer-Kalotten.


Die beiden letzten Membranen sind in Sandwich-Technik aufgebaut. D.h., zwei Glasfaser-Kunststoffschichten sind durch eine Wabenkonstruktion miteinander verbunden. Diese Verbindung ist besonders fest, da in immer gleichem Abstand eine fast unendliche Zahl an Verbindungspunkten besteht. Dadurch ergibt sich die enorme Starrheit und Festigkeit.

Die Leichtigkeit der Cabasse Kalotte

Die Leichtigkeit der Kalotte ist das Resultat der in den Waben eingeschlossenen Luft. Die Herstellung dieser Kalotten ist nur über computergesteuerte Produktionsanlagen möglich, da es hier auf höchste Präzision ankommt.

Die bestechenden Eigenschaften der Wabenhohlkammer-Kalotte:
- sehr geringe harmonische Verzerrung und Intermodulation,
- enorm hoher Wirkungsgrad,
- sehr präzise Wiedergabe durch Fortfall der störenden Membranresonanz bei gleichzeitig sehr gutem Einschwingverhalten des Lautsprechersystems
- Spitzenbelastbarkeit maximal 920 Watt.

Diese Eigenschaften sind besonders bei der perfekten Wiedergabe von digitalen Programmquellen von ausschlaggebender Bedeutung.

Der Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad einer Lautsprecherbox gibt an, welche Lautstärke bei einer bestimmten elektrischen Eingangsleistung wiedergegeben werden kann. Bei gleicher elektrischer Leistungsaufnahme ist der erzielte Schalldruck um so größer, je größer der Wirkungsgrad ist.

Der Wirkungsgrad wird in dB gemessen. Ein an ein Meßgerät angeschlossenes Mikrofon wird in einer gewissen Entfernung in der 0°-Achse vor dem Lautsprecher aufgestellt (im allgemeinen 1 Meter).

Die Messungen bei unsererm Musikbeispiel (unserer Sonate) hatten nachstehende Zahlen erbracht: ppp: 60 dB - Durchschnittliche Lautstärke: 75dB -ff: 103 dB Spitze: 115 dB

Unsere HiFi-Anlage wird also das Klavier nur dann naturgetreu wiedergeben können, wenn sie einen Schalldruck von 103dB im Durchschnitt und 115dB als Spitze erzeugen kann.

Wie läßt sich das praktisch ermitteln?

Der Wirkungsgrad einer Lautsprecherbox ist in ihren technischen Daten z.B. wie folgt angegeben: Schalldruckpegel: 95dB für 1 Watt in 1 Meter Abstand. Gibt der Verstärker eine Leistung von 1 Watt ab, wird der Schalldruck in 1 Meter Entfernung von der Lautsprecherbox 95 Dezibel betragen. Die nachstehende Meßskala macht das deutlich: Jedem Wert in dB ist ein Leistungsverhältnis zugeordnet und umgekehrt.

Beispiel 1 :

Bestimmung der notwendigen Verstärkerleistung.

a. Für eine Lautstärke von 103dB Verstärkerleistung 1 Watt für 95dB in 1 Meter.
103 - 95 = 8dB.
8dB -> 6,31 (Leistungsverhältnis).
Notwendige Leistung: 6,31 Watt für 103dB in 1 m.

b. Für eine Spitzenlautstärke von 115 dB
Verstärkerleistung: 1 Watt für 95dB
115 - 95 = 20dB
20dB -> 100 (Leistungsverhältnis)
Notwendige Spitzenleistung: 100 Watt für 115dB in 1 Meter.
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Die Erläuterung dazu :

Wir wollen hier gleich auf den grundlegenden Unterschied zwischen Spitzenleistung und Dauerleistung hinweisen. Ein guter Verstärker kann als Spitzenleistung (kurzzeitige Impulse) etwa das Dreifache seiner Nennleistung abgeben (es gibt viele Verstärker, die nur ihre doppelte Nennleistung abgeben, wie es andere gibt, die es bis auf die vierfache bringen). Diese Leistung ist kurz und wird nur benötigt bei den Anschlägen der Hämmer auf fortissimo.

Bei unserer Lautsprecherbox mit dem hohen Wirkungsgrad (1 Watt für 95dB) wird ein Verstärker mit einer Nennleistung von ca. 35 Watt ausreichen, um die 103dB der ff und 115dB der Spitzen abgeben zu können. Natürlich muß er diese Leistungen auch ohne Verzerrung liefern können. Darauf kommen wir jedoch im nächsten Kapitel zurück.

Beispiel 2 :

Ein Schalldruck von 80dB bezogen auf 1 Watt Eingangsleistung ist nicht selten. Berechnen wir die notwendige Verstärkerleistung:

a. Durchschnittsleistung 103dB
Verstärkerleistung: 1 Watt für 80dB
103 - 80 = 23dB
23dB -> 200 (Leistungsverhältnis)
Notwendige Leistung: 200 Watt für 103dB in 1 Meter.

b. Spitzenleistung 115dB
Verstärkerleistung: 1 Watt für 80dB
115 - 80 = 35 dB
35 dB -> 162,3 (Leistungsverhältnis).
Notwendige Spitzenleistung: 3162 Watt für 115dB in 1 Meter.
Wir brauchen also einen Verstärker von 3.162 Watt, also im günstigsten Fall: 3.162 : 4 = 800 Watt Nennleistung.

Ganz zu schweigen von unserer Lautsprecherbox, deren Lautsprecher-Systeme Gefahr laufen, schon bei der ersten Impulsspitze durchzubrennen.

Die Erläuterung dazu :

Ein Nennschalldruckpegel (bezogen auf 1 Watt Eingangsleistung und 1 Meter Abhörentfernung) in der Größenordnung von 92 bis 96 dB ist also notwendigem eine Aufzeichnung mit starker Dynamik (klassische Musik) problemlos anzuhören.
Wenn Sie bereits einen Verstärker mit einer bestimmten Leistung besitzen, können Sie den Nennschalldruckpegel bestimmen, den die zur Wahl stehenden Lautsprecherboxen mindestens haben müssen.

Beispiel 3 :

Sie besitzen einen Verstärker mit 20 Nennleistung und 60 Watt Spitzenleistung. Aus unserer Skala können Sie direkt den Leistungsgewinn des Verstärkers finden, und zwar:
20 Watt = 13dB
60 Watt = 18dB

Wir wünschen 103 und 115 dB
103 - 13 = 90 dB
115 - 18 = 97 dB
Natürlich ist die größere Messung zu wählen. Unsere Lautsprecherbox muß für 1 Watt in 1 Meter Abstand einen Nennschalldruckpegel von 97 dB aufweisen.
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Die Erläuterung dazu :

So können Sie sehr einfach und schnell den Schalldruck einer Verstärker / Lautsprecherkombination berechnen.

Beispiel 4 :

Ein Verstärker mit 80 Watt Spitzenleistung und eine Lautsprecherbox mit einem Nennschalldruckpegel von 92dB werden uns folgende Spitzenpegel geben:
80 Watt entsprechen 19dB auf der Skala.
92 + 19 = 111 dB
Dies ist die maximal erreichbare Lautstärke.

Die zulässige Belastbarkeit

Die zulässige Belastbarkeit einer Lautsprecherbox ist die Leistung in Watt, die unter noch festzulegenden Meßbedingungen ohne Gefahr für die Lautsprecher ihrem Eingang zugeführt werden kann.

Zu oft wird Belastbarkeit und Lautstärke miteinander verwechselt. Wir haben eben gesehen, daß die Lautstärke nur von der angelegten Leistung und dem Nennschalldruckpegel abhängt. Es bleibt noch zu erläutern, welcher Wert nicht überschritten werden darf, um den Qualitäten der Lautsprecher Rechnung zu tragen.

Lautsprechersysteme haben bewegliche Membranen. Ihre Bewegung wird durch eine Spule erzeugt, durch welche ein Strom fließt, und zwar nicht immer mit gleicher Stärke, sondern in Abhängigkeit von der Frequenz und der Leistung mehr oder weniger groß.

Über die Schwingspulen

Die sogenannte Schwingspule der Tiefton-Lautsprecher ist größer als die für die Hochtöner. Die für die große Spule zulässige Strommenge ist also höher. Es handelt sich dabei einfach um ein thermisches Problem. In unserer Analyse der Appassionata haben wir festgestellt, daß das allgemeine Klangvolumen je nach Höhen und Tiefen sehr unterschiedlich sein kann. Das Verhältnis kann von 1 bis 1.000 gehen. Diese Tatsachen wurden bei der Erstellung der Norm DIN 45 573 berücksichtigt.

Die Kurve stellt das Frequenzspektrum dar, das man einer Lautsprecherbox 3 Stunden lang ohne Beschädigung zuführen können muß. Die Modulation wird dem Test eine Minute lang angelegt und dann zwei Minuten lang unterbrochen.

Instrumentalmusik

Die Kurve entspricht dem Spektrum der Instumentalmusik. Eine derartige Modulation kann also ohne Unterbrechung an ihre Lautsprecherbox gelegt werden, je nach dem Wert der zulässigen Dauerbelastbarkeit, die in den technischen Daten angegeben ist. Für die Spitze kann dieser Wert bei guten Geräten mit 3 multipliziert werden.

Elektronische Musik

Nehmen wir an, daß bei der Pop-Musik sich Tiefen und Höhen innerhalb eines Lautstärke-Verhältnisses von 1 zu 2 bewegen. Wenn Sie an ihre Lautsprecherbox die vorgesehene Leistung legen, wird ihrem Hochtöner die 100- bis 500fache elektrische Leistung zugeführt. Die Schwingspule wird sich stark überhitzen. Der Lautsprecher wird innerhalb weniger Minuten durchbrennen. Wenn Sie derartige Musikaufnahmen hören wollen, muß die Belastbarkeit Ihrer Lautsprecherboxen über der Nennleistung des Verstärkers liegen, es sei denn, Sie stellen Ihren Verstarker nicht auf volle Lautstärke ein.

Um auf unsere Sonate zurückzukommen, so haben wir im vorangehenden Kapitel in den Beispielen einige Werte für Leistungen und Lautstärken ermittelt.

Die Lautstärke bei Stereo-Wiedergabe

Nun kommen wir auf die erzielte Lautstärke bei Stereo-Wiedergabe zu sprechen. In diesem Fall haben wir zwei Verstärker und zwei Lautsprecherboxen. Die Lautstärke ist also doppelt so groß. Einem Leistungsvergleich von 2 entspricht ein Wert von 3dB.

Beispiel 6 :

Nehmen wir an, daß die drei folgenden Fälle vorliegen:

  • a. Wir besitzen einen Verstärker und möchten dazu eine Lautsprecherbox kaufen (Daten des Verstärkers: Nennleistung 35 Watt, 90 Watt Spitzenleistung).
  • b. Wir haben uns für eine Lautsprecherbox (1) entschieden (Dauerbelastbarkeit 100 Watt, 250 Watt Spitzenbelastbarkeit, Nennschalldruckpegel 83dB für 1 Watt in 1 Meter Abstand).
  • c. Die gleiche Lage für eine andere Lautsprecherbox (2) mit 30 Watt Dauerbelastbarkeit, 90 Watt Spitzenbelastbarkeit und 96 dB Nennschalldruckpegel.

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Kommen wir auf unsere Skala Leistungsverhältnis und dB zurück.
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a. Verstärker :

35 Watt Nennleistung und 90 Watt Spitzenleistung. Wir suchen nun die bei einem Watt Leistung erreichte Lautstärke: Dem Verhältnis 90 entspricht 19,5dB.
115 - 19,5 = 95,5 Watt für 1 Watt Also in Stereo:
95,5 - 3 = 92,5dB. Wir brauchen eine Lautsprecherbox mit 92,5 dB Nennschalldruckpegel und 90 Watt Spitzenbelastbarkeit, also ca. 30 Watt zulässige Dauerbelastbarkeit.

Diese 30 Watt ergeben bei 92,5dB Nennschalldruckpegel
1 Watt für 92,5 dB
30 -> 15 dB
92,5 + 15 + 3 (Stereo) = 110,5dB.

Wir erreichen eine Lautstärke von 110,5 dB. Dies liegt weit über der vom Klavier geforderten Lautstärke. In dynamischer Hinsicht ergeben sich also keinerlei Probleme. Die anderen Daten bleiben noch nachzuprüfen.

b. Lautsprecherbox (1) :

Nennschalldruckpegel 83 dB, Dauerbelastbarkeit 100 Watt, Spitzenbelastbarkeit 250 Watt.
Welcher Verstärker wird benötigt?
1 Watt für 83dB + 3 = 86dB.
115 - 86 = 29dB (um die Spitze der Fortissime reproduzieren zu können).
29dB -> 794 als Leistungsverhältnis.

Unser Verstärker muß also 794 Watt Spitzenleistung aufbringen. Die Lautsprecherbox ist mit 250 Watt belastbar. Das ist also keine Lösung. Sie sehen hier, daß eine Lautsprecherbox, die von vielen als gut betrachtet wird, da sie eine "sehr starke Leistung besitzt", in Wirklichkeit für eine echte HiFi-Wiedergabe nicht geeignet ist.

c. Lautsprecherbox (2) :

Nennschalldruckpegel 95 dB, 30 Watt Dauerbelastbarkeit und 90 Watt Spitzenleistung. 1 Watt für 95dB + 3 (Stereo) = 98dB.
115 - 98 = 17dB.
17 dB -> 50 als Leistungsverhältnis.

Es werden also 50 Watt Spitzenleistung benötigt. Unsere Lautsprecherbox (2) ist bis zu 90 Watt in der Spitze belastbar, bietet also sogar noch eine Reserve.
1 Watt für 95dB + 3 = 98dB
103 -98 = 5dB
5dB -> 3,16 als Leistungsverhältnis.
Es werden 3,16 Watt Nennleistung für die ff benötigt.

Ein guter Verstärker mit 80 Watt Spitzenleistung und 30 Watt Nennleistung würde hier also vollkommen ausreichen.
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Zusammenfassung der Beispiele :

Die notwendige Spitzenbelastbarkeit der Lautsprecherbox ist nach der Verstärkerleistung zu bestimmen. Vor allem muß der Nennschalldruckpegel der Lautsprecherbox bekannt sein, und nach ihr ist festzustellen, ob die Kombination Verstärker/Lautsprecherboxen die für Spitzen-und Dauerbelastbarkeit gewünschte Lautstärke erzeugen kann.

Eine Lautsprecherbox von "200 Watt" ist nicht unbedingt leistungsfähiger als eine andere von 20 Watt. Nur die Kombination Verstärker-Lautsprechrerbox, deren Nennschalldruckpegel bekannt ist, zählt. Für die Pop-Musik müssen wesentlich höhere Dauerbelastbarkeiten gewählt werden, wenn vermieden werden soll, daß die Hoch- und Mitteltöner beschädigt bzw. zerstört werden.

Wahl der Verstärkerleistung

Wir werden hier nur von der Wahl der Verstärkerleistung sprechen. In Wirklichkeit gibt es nur gute oder schlechte Verstärker, ganz gleich, wieviel sie kosten. Die wesentlichsten Preisunterschiede liegen in der Höhe der Ausgangsleistung und einem gewissen, oft überflüssigen Bedienungskomfort.

Es verdient festgehalten zu werden:

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  • 1. Was die Leistung einer HiFi-Anlage kennzeichnet, ist deren akustische Leistung.
  • 2. Die Leistung der Anlage kann nicht nur an der Leistung des Verstärkers gemessen werden. Erst in Verbindung mit dem Wirkungsgrad ist eine Aussage möglich.
  • 3. Die Dauerbelastbarkeit einer Lautsprecherbox ist nicht mit der akustischen Leistung zu verwechseln, die sie erzeugen kann.

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Nehmen wir an, daß ein Verstärker folgende Kenndaten besitzt:
Nennleistung 50 Watt, Spitzenleistung 150 Watt, Sättigungsleistung 140 Watt.
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Die Sättigungsleistung

Wir finden hier einen neuen Begriff: die Sättigungsleistung, die anders als die Spitzenleistung eine Dauerleistung darstellt. Dies ist die Leistung, ab welcher sich der Verstärker sättigt, d.h. begrenzt. Das Gleichgewicht des Originalspektrums in seinen verschiedenen Frequenzbereichen ist nicht mehr gewahrt. Das Originalverhältnis Tiefen zu Höhen besteht nicht mehr, die Lautsprecher für die Mittellagen und Höhen erhalten eine viel zu hohe Leistung, sie können beschädigt werden. Aus der Problemstellung ergibt sich also eine Wahl. Und auch hier müssen Sie die Gesamtheit der technischen Daten berücksichtigen.

Beispiele für mögliche Kombinationen

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  • Beispiel a.
    Verwendung des Verstärkers ohne Vorsichtsmaßnahme. Sie laufen Gefahr, Ihren Verstärker zu sättigen, Sie möchten problemlos die Lautstärke einstellen, die Sie interessiert, ohne Gefahr für Ihre Lautsprecher. Die Beziehung zwischen der Nennleistung des Verstärkers und der zulässigen Belastbarkeit der Lautsprecherboxen muß 3 betragen. D.h., daß Sie für einen 20 Watt-Verstärker Lautsprecherboxen von 60 Watt benötigen.
  • Beispiel b.
    Sie möchten klassische Musik hören und wissen, daß Sie Ihren Verstärker nicht sättigen werden. In diesem Fall ist es durchaus möglich, einen Verstärker und Lautsprecherboxen mit der gleichen Leistung bzw. Belastbarkeit zu verwenden.
  • Beispiel c.
    Sie möchten die Dynamik voll ausspielen. Jeder Paukenschlag, jedes Fortissimo muß für Sie ohne jegliche Finbuße eingehalten werden, wollen Sie eine Reproduktion naturgetreu erleben. Sie können einen leistungstärkeren Verstärker wählen als Ihre Lautsprecherboxen. Jede Spitze wird problemlos verarbeitet. Aber hüten Sie sich vor Demonstrationen von Pop-Musik (oder vor allen Aufzeichnungen, die von Tonmischeinrichtungen oder rein elektronisch hergestellt wurden). Wenn die Höhen auf dem gleichen Pegel liegen wie die Tiefen, und wenn sie an der Grenze der zulässigen Belastbarkeit angelangt sind, dann besteht große Gefahr, daß der Hoch-töner der Beanspruchung nicht standhält.

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Dennoch : Immer die Zusammenhänge beachten

In diesem Stadium der Untersuchung der technischen Daten möchten wir an unser Vorwort erinnern: alle Kennkurven hängen miteinander zusammen. Eine Lautsprecherbox muß eine gute Schalldruckkurve besitzen, um die Gesamtheit des Tonspektrums reproduzieren zu können (Tonleiter und Obertöne), eine möglichst geringe Richtwirkung, damit man die Wiedergabe an mehreren Stellen des Raumes anhören kann, eine ausreichende Belastbarkeit, einen entsprechenden Wirkungsgrad (Nennschalldruckpegel), um je nach Verstärkertyp den Schalldruck wiederzugeben, der den aufgezeichneten Instrumenten und vor allem ihrer Dynamik entspricht. Sie stellen damit sofort fest, daß Lautsprecherboxen mit mindestens 90dB Nennschalldruckpegel eine zwingende Notwendigkeit sind.

Hier eine Tabelle :

Berechnung der erforderlichen Verstärkerleistung in Stereo, um einen normalen Schalldruck von 103dB und 115dB Schalldruck für die Spitzenleistung zu erreichen.

Die Tabelle kommt noch

Die Impedanz

Die Impedanz in einem Wechselstromkreis entspricht dem Widerstand in einem Gleichstromkreis. Hier haben wir es mit einem Wechselstrom veränderlicher Frequenz zu tun. Die Impedanz ändert sich mit der Frequenz.

Die Nennimpedanz einer Lautsprecherbox ist ihre Mindestimpedanz. Es seien hier zwei wichtige Punkte vermerkt:

  • 1. Die Lastimpedanz des Verstärkers muß ebenso groß oder kleiner als die der Lautsprecherboxen sein.
  • 2. Es dürfen nie mehrere Lautsprecher nacheinander geschaltet werden. Der innere Widerstand des Verstärkers ist normalerweise gering, um den Lautsprecher zu dämpfen (dämpfen: Eigenschwingungen der Membran verhindern). Wenn Sie zwei Lautsprecherboxen hintereinander schalten, erhöhen Sie den Widerstand. Die Eigenschwingungen werden ebenfalls vermehrt. Das gleiche Problem tritt auf, wenn die Anschlußkabel zu lang oder zu dünn sind. Ihr Widerstand ist groß.


Wenn Sie Lautsprecherboxen parallel schalten wollen, ist ebenfalls Vorsicht angesagt.
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Impulsverarbeitung

Die Impulsverarbeitung ist die Fähigkeit einer Lautsprecherbox, ein plötzlich auftretendes kurzes Signal - ohne es zu verformen und ohne ein Ausschwinggeräusch zu erzeugen - wiederzugeben. In unserem Beispiel ist das der Augenblick des Aufschlagens der Hämmer auf die Saiten.

Leider gibt es zur Zeit keine Normen, welche diese Fähigkeit und das Ausschwingverhalten zahlenmäßig bewerten. Außerdem stellte sich heraus, daß Messungen mit dem Oszilloskop nicht empfindlich genug sind, um diese Qualitäten zu bestimmen. Das Ohr erwies sich gegenüber den meisten Meßinstrumenten als wesentlich empfindlicher für diese feinen Nuancen.


Anmerkung : Die Amerikaner haben wissenschaftlich festgestellt, daß die Sprungantwort sehr wohl eine ganz wichtige Größe bei der Beurteilung von Lautsprecherchassis ist.

Anordnung der Lautsprecherboxen

Die Anordnung der Lautsprecherboxen ist ganz besonders wichtig. Von ihr hängt Ihr Hörerlebnis und die Gesamt-Wiedergabequalität ab. Es nützt nichts, Lautsprecherboxen ausgezeichneter Qualität zu besitzen, wenn die Qualität durch Fehler beeinträchtigt wird, die leicht zu vermeiden sind.

Der Stereoeffekt

Er wird durch Wiedergabe von zwei Modulationen erzielt, die über zwei (oder mehr) Mikrofone aufgenommen werden. Diese beiden Mikrofone trennen das Klanggeschehen in zwei unterschiedliche Signale auf, die so exakt wie möglich über zwei getrennte Kanäle wiederzugeben sind.

Die Stereophonie entspricht für das Gehör der Stereoskopie für das Auge. Wenn man zwei Bilder durch ein Stereoskop betrachtet, wird das Bild plastisch. Das gleiche gilt für die Stereophonie. Die Töne werden von links und rechts aber auch in Tiefen wiedergegeben. Und das ist wesentlich. Ihrem linken Kanal entspricht das linke Mikrofon, und umgekehrt. (Es sei hier vermerkt, daß mit links die Lautsprecherbox gemeint ist, die sich auf Ihrer linken Seite befindet, wenn Sie sie ansehen).

Wie es nicht gemacht werden sollte :

Im allgemeinen ist zu vermeiden, die Lautsprecherboxen wie folgt aufzustellen:
- direkt in den Ecken des Raumes, da ein Ansteigen der tiefen Frequenzen die Folge sein kann.
- in gleicher Ausrichtung; sie sollten auf den Hörpunkt zu ausgerichtet sein,
- an der Wand. Die ideale Position setzt mindestens einen Meter Abstand von sämtlichen Wanden voraus.

Eine Ausnahme bildet die DOM-Serie (Lautsprecher-Boxen komplett mit Kalotte bestückt), bei denen aufgrund der besonderen Eigenschaften der Wabenhohlkammerkalotte eine wandbezogene Aufstellung bewußt in die Konzeption einbezogen wurde.
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Und so sollte es sein:

Außerdem ist darauf zu achten, daß sich der Hörer in einer Entfernung befindet, die etwa eineinhalbmal so groß ist wie der Abstand zwischen den beiden Lautsprecherboxen.

In diesem Fall finden Sie den genauen Platz eines jeden Instrumentes des Orchesters wieder, sowohl in der Richtung rechts-links, als auch in der Tiefe, was das Gefühl einerganz außergewöhnlichen Unmittelbarkeit vermittelt.

  • - daß die Lautsprecherboxen so aufgestellt werden, daß die Töne im Raum in Längsrichtung ausgestrahlt werden,
  • - daß die Lautsprecherboxen in einer Höhe von ca. 40 bis 50cm über dem Boden placiert werden, damit der Schall so direkt wie möglich an Ihr Ohr gelangt. Diese Anordnung mildert auch bestimmte Raumresonanzen, die durch Bodenreflexionen hervorgerufen werden können,
  • - daß nicht nur architektonisch ästhetische Kriterien berücksichtigt werden, sondern die ideale Position durch mehrere Versuche ermittelt wird,
  • - Ihr Plattenspieler nicht in gleicher Flucht mit Ihren Lautsprecherboxen aufgestellt ist. Der dabei entstehende Larsen-Effekt wirkt sich auf die Hörqualität aus. Außerdem sollte der Standort eine sehr stabile, horizontale Ebene sein.


In allen Fällen sollten Sie sich darüber im klaren sein, daß Ihr Raum die Lautsprecherbox beeinflußt. Sie sollten deshalb all diese kleinen Hinweise beachten.
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