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Der BOSE 1800, ein völlig neues schwarzes Ungetüm . . .

Als um 1974 der riesige BOSE 1800 Endverstärker auf den Markt kam, staunten selbst wir Profis richtig große Bauklötzer. Eigentlich gab es doch schon genug an dicken Endstufen (dachten wir), warum denn nun noch eine.

Doch der BOSE 1800 hatte es in sich. Er hatte zwei senk- rechte Leuchtdioden- Zeilen auf der Front und 2 Regler, den Netz-Schalter und 2 Griffe und sonst nichts. Und er kostete richtig viel Geld und man bekam auch richtig viel Gewicht dafür.

Auch gab es einen voll professionellen sehr stabilen und gut tragbaren Transportkoffer für diesen Verstärker und der war super. Und es gab auch einen professionellen Service in Bad Homburg. Der Serviceleiter war damals unser Heinz Schmitt, der überall im Profibereich bekannte BOSE Schmitt, den ich nie vergessen werde. Er hatte die Ruhe weg und er konnte alles !! reparieren.

Der Nachteil des dicken 18 Kilo Trafos war, er schmiss fast überall die normalen 16A Haushaltssicherungen (Automaten) raus, auch die besonders trägen. Er lieferte nicht nur Leistung, er brauchte auch Leistung. Das mit dem hohen Einschaltstrom wurde später (kostenlos) mit einem speziellen dicken Verzögerungsrelais behoben.

Die 2 x 400 Watt an nur 2 Boxen.....

Also mit diesem Verstärker ging es fürchterlich ab, mit 2 - oder noch besser mit 4 - Boxen vom Typ 802 konnte man ganz schönen Krach machen, natürlich auch Musik. Bis auf Streicher kam alles super rüber, die Saxophone, die Trompeten, die Schlagzeuge aller Art und natürlich auch der gezupfte Kontrabass. Aber vor allem menschliche Stimmen jeglicher Coleur waren absolut sauber und autentisch und gut laut. Das konnten die JBL oder Altec oder Cerwin Vega Hörner nicht, die zerrten bzw. krächsten immer.

Man konnte den 1800 frei aufstellen
, in Diskos zum Beispiel, das sah sehr imposant aus, auf der Bühne oder fast immer dahinter mußte er gestapelt werden und dann waren die beiden Lüfter im Koffer wichtig.
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Die Legende mit dem "unkaputtbar" stimmte nur bedingt

Auch ein BOSE 1800 konnte man klein bekommen. Mir war zwar nie klar, wie "sie" das geschafft hatten, doch bei Heinz Schmitt in der BOSE eigenen Werkstatt gab es jede Menge Austausch- Module zu sehen. Man konnte die ganze Elektronik einer Endstufenseite mit 8 (?) Schrauben von dem Riesenkühlkörper trennen und ein neues Modul einsetzen. Davon konnten sich viele viele Hersteller, auch die angeblich renomierten und (bei uns) besonders teuren wie SAE, Marantz und Phase Linear usw. eine ganz dicke Scheibe abschneiden.
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Ohne Transportgehäuse war er "diebstahlsicher"

Und das war ein echtes Phänomen. Die Kühlkörper waren regelrecht bösartig scharfkantig (siehe Bild rechts). Den BOSE 1800 konnte man daher nicht mal eben einfach so wegtragen. Das tat gehörig weh. Ich hatte mir damals aus zwei alten dicken Tragegurten (einer Möbelspedition) eine spezielle Doppelschlaufe gemacht und kannte mich damit aus. In meiner damaligen Disko-Zeit ist mir aber kein einziger gestohlener BOSE 1800 ins Blickfeld bzw. unter die Augen gekommen.
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Die BOSE Spezifikationen aus dem Service Manual

SPECIFICATIONS (aus einem Manual PN 192527 - gedruckt in 06/1997)

Mechanical Dimensions:
1801 7 3/16" H x 18" Wx 18 1/2" D (Including Knobs)
1800 81/4"Hx19"Wx 15"D (not including handles)
Weight:
1801 82 lbs 95 lbs (shipping)
1800 80 lbs 91 lbs (shipping)
Power Requirements
Voltage: 105-125 AC USA, 210-250 AC EUR / Frequency: 50-60 Hz
Power Consumption:
Minimum 60 watts / Normal 1000 watts / Maximum 1960 watts

Integral Design™ Amplifier
Output:  (both channels operating )
250/250 watts @ 8 ohms / 400/400 watts @ 4 ohms

  • (Das waren die vom Hersteller BOSE garantierten Leistungen unter jeglichen auch noch so schwierigen Bedingungen wie zum Beispiel Diesel-Stromerzeugern bei Open Air Konzerten usw.)


Harmonic Distortion: (THD) @ 250 watts
Less Than 0.15%  (20Hz-5kHz)
Less Than 0.5% (5kHz-10kHz)

IM Distortion: (4:1 60-7kHz) 150 watts
Less Than 0.15%

Frequency Response:
20Hz-10kHz ±0.25dB
10kHz-15kHz ±0.7dB
15kHz-20kHz ±1dB

Signal to Noise Ratio:  (unweighted)
-100dB < .5mV across 8 Ohm at zero volume
Load Impedance: 4 ohms or higher
Input Sensitivity: 1.5 Vrms for 250 watts output into 8 Ohm
Input Impedance: 50,000 ohms or higher
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