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Die Firma Blaupunkt sah sich 1965 genötigt, zu "Stereo" folgendes Schreiben zu veröffentlichen :

Praktische Hinweise für den Empfang von Stereosendungen

Stereodarbietungen zeichnen sich durch besondere Klarheit und Unmittelbarkeit aus. Es wird der Eindruck erweckt, als befinde sich der Zuhörer direkt im akustischen Geschehen.

Um voll in den Genuß der Stereodarbietungen zu gelangen, müssen einige technische Voraussetzungen in höherem Maße erfüllt sein, als es für den Betrieb eines herkömmlichen Rundfunkgerätes notwendig ist.

Stereoempfänger brauchen eine Antennenenergie, die etwa um den Faktor 10(20 dB) höher liegen soll, als bei normalem Rundfunk empfang. Deshalb muß gewährleistet sein, daß der UKW-Sender, der empfangen werden soll, mit ausreichender Energie ankommt. Es sollen mindestens 100 Mikrovolt, möglichst aber 500 Mikrovolt Antennenspannung zur Verfügung stehen. Eine zu geringe Antennenspannung macht sich durch ein mehr oder weniger starkes Rauschen bemerkbar. Wenn die eingebaute Antenne für einen einwandfreien Stereoempfang nicht ausreicht, ist eine Außenantenne erforderlich.

Die Empfangsverhältnisse an einem Ort können, wie vom Fernsehempfang her bekannt, sehr unterschiedlich sein. Deshalb sollte man sich von einem Fachmann beraten lassen, der die örtlichen Empfangsmöglichkeiten kennt.

Noch nicht alle Sender strahlen Stereodarbietungen aus, und die Sendezeiten sind bei den einzelnen Sendern verschieden. Hierfür bringen die Programmzeitschriften unter der Überschrift nStereon-Sendung nähere Einzelheiten.

Die meisten Stereo-Empfangsgeräte besitzen eine Signaleinrichtung, die beim Einstellen eines Senders automatisch anzeigt, wenn dieser eine Stereosendung ausstrahlt.

Das Aufstellen eines Stereo-Empfangsgerätes sollte mit einiger Sorgfalt geschehen, um die beste Stereowirkung zu erreichen, ganz gleich, ob Stereosendungen, Stereo-Schallplatten oder Tonbandaufnahmen wiedergegeben werden sollen. Das gilt besonders für die Lautsprechergruppen. Sie sollen den Schall direkt und ungehindert auf die Zuhörer abstrahlen können und sollen nicht von Gardinen, Wandbehängen oder Möbeln verdeckt sein.

In der Praxis hat sich gezeigt, daß die Stereowirkung dann am ausgeprägtesten ist, wenn der Raum, wie in der Abbildung gezeigt, eine rechteckige Ausdehnung hat, und die Lautsprecher an der schmalen Seite angebracht sind. Ferner sollen die Lautsprecher mit der Zuhörergruppe ein etwa symmetrisches Dreieck bilden. Die besten Plätze liegen da, wo man beide Lautsprecher etwa gleich laut hören kann, also nahe der Mittellinie vor den beiden Lautsprechern, nicht zu nahe und nicht zu weit von den Lautsprechern entfernt. Als Richtlinie kann gelten, daß Stereosendungen aus dem gleichen oder einem etwa um das 1, 5fache größeren Abstand gehört werden sollen, den die Lautsprecher voneinander haben.

Seitliche Abweichungen von der Mittellinie lassen sich teilweise durch den Balanceregler ausgleichen. Auch akustische Unsymmetrien, die beispielsweise dadurch entstehen können, daß eine Seitenwand des Raumes verhältnismäßig leer, die andere dagegen durch Gardinen, Wandbehänge usw. bedämpft ist, lassen sich durch die Einstellregler am Gerät in gewissen Grenzen kompensieren. Offene Fenster und Türen, Teppiche, Polstermöbelgruppen und dergleichen wirken ebenfalls schallschluckend und sollten bei der Aufstellung eines Stereogerätes berücksichtigt" werden.

In größeren Wohnräumen kann es möglich sein, daß die Basis der in eine Truhe eingebauten Lautsprecher nicht ausreicht. Durch Anschließen einer Lautsprecherbox läßt sich die Basis nach Wunsch verbreitern. Nicht alle Wohnräume werden die beschriebenen idealen akustischen Eigenschaften aufweisen. Es wird aber in jedem Fall durch Ausprobieren an Hand dieser Richtlinien möglich sein, ein Maximum an Stereowirkung zu erreichen.

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