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eingfach und funktionell
XLR rein und Klemme raus

Wir haben sie geschenkt bekommen, sie sei defekt, die Askom SA 1000 Endstufe

Frühjahr 2012 - Wir haben einen Kraft-Verstärker (eine sogenannte PA-Endstufe) geschenkt bekommen, der äußerlich eine tollen Eindruck machte und den es zu reparieren lohnen könnte.

Ein zwar simples doch schwarzes 19" Gehäuse mit Griffen, zwei Zeigerinstrunmenten, aktuelle XLR-Cannon Profi-Eingangs- buchsen und ordentliche Ausgangsklemmen waren zu sehen. Das suggerierte symmetrische brummfreie Eingänge. Dazu hat er zwei ganz ordentliche aber scharfkantige Kühlkörper links und rechts und ein Leichtgewicht war er auch nicht.

Eine Endstufenseite abgeschraubt
Die Anschßplatine für das IC
Netzteil, Gleichrichter und Relais

Doch der erste Schein trog - billigstes Innenleben - gute Verkleidung

Nach dem Öffnen und der Inbetriebnahme am Regeltrenntrafo mit Volt-Meter und Ampere-Meter ließ sich auf jedem Kanal ein Signal - später auch ein Ton - entlocken. Die beiden XLR Buchsen sind natürlich unsymmetrisch beschaltet, nix Studionorm oder so.

Da an den Ausgangsklemmen keine Gleichspannung gemessen wurde, wurden die beiden japanischen Hybridbausteine (Sanken SI-1360H) erst mal als ok erachtet. So kam sogar mittellaute Musik aus den beiden Braun L710. Berauschend war das nicht, aber erstmal ging es.

Merkwürdig war aber, daß die beiden linken Kondensatoren des linken Netzteils relativ schnell glühend heiß wurden. Rechts die beiden Elkos blieben kühl.

Hinter diesen beiden Elkos befindet sich ganz dicht dran ein dicker Hochlastwiderstand, der vermutlich das Relais mit Selbsthaltespannung versorgt.

Das war die Initialzündung, das Innenleben mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
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dünnste Drähtchen
Sicherung in Reihe
primitive Schalter

So baut man keine Kraftverstärker.

Die Spannung wird für beide Kanäle getrennt von zwei Trafos erzeugt. Das ist sehr gut. Man kann nämlich kleinere preiswertere Trafos einbauen und dabei die Bauhöhe niedrig halten.

Doch die Ausgangsspannungen der beiden symmetrischen Netzteile werden über dünnste Drähtchen und zwei kleine schwache Steckverbinder zur jeweiligen Endstufe geführt und über die gleichen dünnen Drähtchen wieder zurück geleitet zur Netzteilplatine mit dem Relais drauf.

Auf jeder Endstufenplatine ist dazu noch eine 2A Sicherung in Reihe geschaltet.

Von der Netz/Relaisplatine werden die Ausgangsleitungen dann zu zwei ebenso schmalbrüstigen Drucktastenschaltern (Schadow) zurück an die Frontplatte geführt.

Diese Schalter werden bei den meisten Audio-Geräten zur Umschaltung von niederpegligen 1V Eingangssignalen verwendet. Von dort geht es dann weiter mit etwas dickeren Drähten zu den Bananenbuchsen auf der Rückseite des Gehäuses.
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Facit - es ist wirklich billigste Japanware

Auf den diversen hin und her Verbindungen sowie den Steckern und Schaltern wird ein kumulierter Übergangswiderstand erzeugt, der mit den eigentlich stabilen Buchsen am Ausgang nicht wett gemacht werden kann. Da kommen leicht 0,5 Ohm zusammen.

Von einem vernünftigen niedrigen Innenwiderstand des Verstärkers - von manchen Fachleuten als Dämpfungsfaktor bezeichnet - bleibt nicht mehr viel übrig.

Da kann der Eingangspegelsteller sowie die beiden Zeigerinstrumente nicht darüber hinweg täuschen, für den Profieinsatz ist er nicht geeignet.

Alle inneren Verbindungen sind wild zusammengehustet, wie man es nur von ganz billigen Angeboten der große Elektronik- Versandhäuser kennt. Der Standard-Spruch heißt bei uns dann:

Außen UI und innen Pfui.

Wo das Teil jetzt wirklich her kam bzw. wer der Hersteller war und wann es auf den Markt kam, stand nirgends drauf oder drinnen.

Im Internet finden Sie diese Type auch nicht oder nur schwer.

Das wars dann, ab ins ebay oder zum Verschenken.
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