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Audio-Aufnahmen in Surround

Dieser Aufsatz wurde bisher nur in Englisch veröffentlicht. In ihm spiegelt sich die Sorge, dass Surround für reine Audioproduktionen erfolglos bleiben könnte.

Vorwort

Die Realisierung von Surround-Aufnahmen erfolgt je nach Zielsetzung mit sehr unterschiedlichen Methoden. Wenn die natürlichen Verhältnisse eines Schallfelds wiedergegeben werden sollen, stellt die aufwändige Wellenfeldsynthese das Optimum dar. Mit ihr soll im Wiedergaberaum genau das Schallfeld rekonstruiert werden, das im Original vorlag /1/. Im Gegensatz zu früheren, sehr viel bescheideneren Versuchen mit ähnlichem Ziel, wie insbesondere dem Soundfield-Prinzip (Ambisonics) /2/,/3/, ermöglicht die Wellenfeldsynthese eine gute Rekonstruktion, die sich praktisch über den ganzen Raum ausdehnt. Damit wird das Hörerlebnis unabhängig vom Hörort, es gibt kein „Sweet Spot-Problem“.

Dieser Aufsatz beschäftigt sich hingegen mit der derzeit zumindest im Video-Bereich erfolgreichen 5.1-Technik. Damit sie auch für reine Audioanwendungen interessant wird, gibt es noch einiges zu tun. Darum geht es im Folgenden, ohne den ".1“-Kanal (Tiefton-Effekt-Kanal, =LFE) zu betrachten.

Genau genommen ist "Surround" eine verbesserte Form von Stereo . Wegen der einfacheren Wortwahl folgt dieser Aufsatz aber auch dem allgemeinen Sprachgebrauch und bezeichnet Zweikanal-Stereo einfach als "Stereo" und 5.1- bzw. Mehrkanaltechniken als "Surround".

Unterschiede zwischen Tonproduktionen für Video und Audio

Bei Filmproduktionen erlebt man oft, dass Surround eine Kombination von Mono-Sprachsignalen in der Mitte mit Zweikanal-Stereofonie für die Musik und einigen Effekten in den Surround-Lautsprechern bedeutet. Für reine Audioproduktionen ist dies nur in Ausnahmefällen interessant. Allerdings sollte der Centerkanal auch bei Audio eine so wichtige Rolle spielen, dass er unentbehrlich ist. Wenn man ihn auch weglassen kann, ist es nicht überraschend, wenn die Surround-Wiedergabe keinen nennenswerten Vorteil gegenüber Stereo zeigt. Die analoge Quadrofonie von 1970/72 wurde auch kein Erfolg und dies nicht nur, weil die damaligen Übertragungsverfahren Mängel hatten.
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Theorie und Praxis

Aus der Sicht des Endverbrauchers erscheint die Surround-Technik oft sehr anders als dies auf den Kongressen der Profis aussieht /4/. Allen Tonmeistern muss daher empfohlen werden, nicht nur die eigenen Produktionen im Regieraum zu hören, sondern auch das Angebot des Marktes im eigenen Heim zu analysieren. Man lernt dabei sehr viel und wird sich klar, wie groß auch der Einfluss der Wiedergabebedingungen beim Verbraucher ist. Dies gilt es zu berücksichtigen.

Die Heimwiedergabe

Die Hersteller der Geräte für Surround-Wiedergabe haben eine große Mitverantwortung für den Erfolg von Audio-Surround. Langfristig wird die Entwicklung dieser neuen Technik durch falsche Informationen und falsche Beratung gefährdet.

Zur richtigen Beratung gehört, dem Endverbraucher klar zu machen, dass er wenigstens vorne drei gleichwertige (besser: gleiche) gute Lautsprecher benutzt, und dass die Ausgaben dementsprechend höher sein müssen. Die bekannten Surround-Anlagen zum „Schnäppchenpreis“ beeindrucken gelegentlich im Zusammenhang mit Video, aber langfristig führen sie zur Abwertung von Mehrkanalanlagen im Vergleich zu den traditionellen Stereoanlagen. Ebenso ist es irreführend und schädlich, wenn neue Systeme, die mit zwei oder auch nur einem Lautsprecher auskommen wollen, mit 5.1 gleichgesetzt werden. Der Ruf von „Surround“ wird dadurch beschädigt. Selbst wenn es andere, ernst zu nehmende Techniken für „Raumklang“ gäbe, wäre das kein Grund Lügen in die Welt zu setzen, die beim unwissenden Endverbraucher zu Enttäuschungen führen.

Zu den Geräten sollen hier auch noch zwei Anmerkungen für die Hersteller gemacht werden, die sicher jeder Anwender bestätigen kann. Erstens ist es bei reinem Audiobetrieb keine Freude den Fernseher für "On Screen Display" einschalten zu müssen, und zweitens fehlt fast immer ein Balanceregler für vorne/hinten. Theoretisch ist er überflüssig und bedeutet sogar die Gefahr einer falschen Einstellung (für die kalibrierten Pegel ist eine Raststellung ratsam). In der Praxis erkennt man aber schnell, dass sich bedauerlich viele DVD-Hersteller nicht ihrer Verantwortung bewusst sind, die hinteren Signale richtig einzupegeln. Mal hört man hinten fast nichts und bei der nächsten Gelegenheit viel zu viel.
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  • Anmerkung : Hier irrt der Verfasser Jörg Wuttke ein wenig, denn die Hardware-Hersteller sind nur ihrem eigenen Profit oder Ertrag oder Verkaufserfolg verpflichtet und lassen sich da allermeist von niemandem rein reden. Marketing Menschen haben nur die Aufgabe, sich mit den Produkten ihres jeweiligen Hauses irgendwie gegenüber dem Wettbewerb hervorzutun, ohne Rücksicht auf globale Verluste, siehe der QUADRO Krieg 1970 bis 1976.
  • Aus meiner Sicht ist es zu allererst die Aufgabe der Programm-Macher, der Hersteller der Medien, also der Studios und der Musik-Industrie, wirklich edle und vor allem ausgegorende Vorfürplatten oder Scheiben oder Tracks zu erstellen. So lange, wie jeder Hersteller seine eigenen efekthascherischern Medien mit liefert, wird  das nie etwas werden.

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