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In 1975 wurde es deutlich, irgendetwas stimmte nicht mehr.

Mai 2012 - von Gert Redlich - Bei der langen Sichtung der Mengen an Braun Unterlagen aus 3 Jahrzehnten Hifi- Geschichte kommen alte Erinnerungen wieder hoch. Ja, da war etwas Mitte der Siebziger, das mir aufgefallen war. Damals yeeperte "Alles" nach leistungsstarken japanischen Produkten. Deutsches Hifi war out, warum auch immer. Es schienen hausgemachte Probleme gewesen zu sein. Schaun Sie sich die Verstärker von Dual an, die mit dem Dual 1229 wirklich Spitzenplattenspieler bauten. Selbst Grundig gab sich (vom Markt gezwungen) nochmal einen Ruck und brachte (aber erst) 1980 neue wirklich tolle und konkurrenzfähige Hifi Produkte auf den Markt - als der Zug aber schon abgefahren zu sein schien.

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Ein Tütchen mit den Braun Produkten von 1975

Der Text steht links vonden Bildern
Der PS 450 - gerade mal Mittelklasse
Der PS 500 - ein Erfolgsmodell
Das TGC450 - ein Flopmodell
Der TG 1000 - ein Erfolgsmodell
Das regie 450 - in die Jahre gekommen
Das regie 520 - zu leistungsschwach
L320 - eine wirklich billige Boxenserie
fast keine Verbesserungen seit Jahren
Das audio 308 - auch nur Mittelklasse
Das audio 400 - auch keine Spitzenklasse

Wir sprechen hier natürlich fast nur von den Audio Produkten. Die Braun Rasierer lassen wir gänzlich draußen vor. Auch die anderen Braun Haushaltsprodukte sind für unsere Betrachtung der Hifi-Geräte nicht hilfreich.

Hier der Text von 1975:

Braun ist in Deutschland Pionier der High Fidelity Entwicklung gewesen. Seit nahezu zwei Jahrzehnten baut Braun Geräte mit dem Ziel, die Klangbilder der Musik so naturgetreu wie möglich wiederzugeben. Uneingeschränkt im Tonumfang in voller Dynamik. Ohne Verzerrungen oder auch nur leiseste Verfärbungen. Frei von Störgeräuschen. Mit aller Räumlichkeit und Transparenz des Originals.

Um das zu leisten - weiß man bei Braun -, dürfen HiFi Geräte nicht nur spektakuläre Einzelwerte aufweisen, sondern müssen eine abgestimmte und ausgewogene Gesamtleistung erbringen. Es ist verhältnismäßig einfach, bestimmte Eigenschaften hochzuzüchten. Die Ausgangsleistung etwa. Oder den Frequenzbereich oder die Eingangsempfindlichkeit.

Aber wenn dies isoliert oder gar, wie sehr oft, zu Lasten anderer Qualitäten geschieht, verbessert es nicht das Gesamt-Hörergebnis, sondern verschlechtert es unter Umständen sogar.

Entsprechendes gilt für das Zusammenspiel der einzelnen Geräte in einer kompletten Anlage. Auch hier kommt es in erster Linie auf optimales Zusammenwirken statt auf -einsame- Spitzenleistungen an.

Was ein süperber Plattenspieler aus den Schallrillen liest, wird verzerrt oder verrauscht klingen, wenn der Verstärker nicht vernünftig angepaßt ist. Von den Klangfeinheiten eines Spitzenreceivers wird dem Hörer wenig zu Ohren kommen, wenn minderwertige Lautsprecher sie übermitteln sollen.

Braun hat darum seit jeher das Ganze der HiFi Technik, niemals bloß Einzelgebiete davon entwickelt. Seit den 50er Jahren baut Braun komplette Musikanlagen, vom Plattenspieler bis zum Lautsprecher. Als "studio"-, "audio"- und "regie"- Anlagen haben (Anmerkung: "hatten") sie sich Spitzenstellungen im internationalen Angebot und Bestnoten in neutralen Fachtests erworben.

Braun Musikanlagen:
Das ist HiFi mit System, das ist HiFi nach Maß. Aus einem Programm sorgfältig aufeinander abgestimmter HiFi Bausteine lassen sich passende Anlagen für spezifische Raumverhältnisse und Einrichtungsarten, für verschiedene Ansprüche an die Programmarten, für unterschiedliche Forderungen an den Bedienungskomfort, für differenzierte Bedürfnisse nach klanglicher Finesse zusammenstellen.

Sicher ist:
Kombinationen aus dem Braun Programm, die den Empfehlungen entsprechen, bieten ein Bestmaß an Leistung, Klangschönheit und Betriebssicherheit. Und eine einzigartige Einheit von Form und Funktion.

So weit der Text von der Rückseite des Tütchens von 1975.

Anmerkung zum Layout dieser Kärtchen

Schaun Sie sich ganz oben das allererste Bild mit dem Couvert an, das Braun Logo ist ganz klein unten drauf.

Wofür sind diese Karten gedacht ? Für das Schaufenster bestimmt nicht, dazu ist die Schrift viel zu klein. Für den Kunden ? Wo ist  die Braun eigene Corporate Identity geblieben und warum so bunt ? Wieso solch ein Leporello Format ? Das passt jetzt gar nicht mehr zu Braun, wie es die treuen (und portenten) Kunden kannten.

Anmerkungen zu diesen aktuellen 1975er Braun Produkten

Bereits 1975 haben mehrere seriöse Studien herausgefunden, daß bei gut aufgenommenen Langspielplatten mit einem guten Tonabnehmer durchaus recht hohe Impulspitzen zum Kraftverstärker geschickt werden. In diesen Studien wurden Messungen bei Zimmerlautstärke durchgeführt, die die Grenzen von 30 Watt Verstärkern ganz drastisch aufgezeigt haben.

Diesen Markt haben die deutschen Hersteller viel zu lange den Japanern und Amerikanern überlassen. Die Leistungstechnik der dicken Endstufen war zu der Zeit um 1975 wirklich kein Geheimnis mehr. Auch am Preis dürfte es nicht gelegenhaben, schaun Sie mal in eine superteure SAE oder Phaselinear Endstufe und suchen Sie den Inhalt.

Viel schlimmer war das unsägliche und viel zu lange Festhalten an den deutschen DIN Lautsprecher-Steckern

Insbesondere die schwachbrüstigen deutschen DIN Lautsprecherstecker wurden weltweit nie akzeptiert und unterminierten den Export  deutscher Hifi-Technik auf breiter Flur.
Damit war im Ausland kein Land zu gewinnen. Die Wettbewerber im Ausland haben das auch dann genüsslich breitgetreten.
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