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Die Varianten der Schallplatten am Durchmesser festgemacht

Einer unserer Ständer mit uralten 78er Schellackplatten
und ein ganzes Regal voller 30cm Vinyl Langspielplatten

Die ersten käuflichen Schallplatten waren unseres Wissens nach 30cm Platten auf Schellack Basis mit der bekannten 78er Geschwindigkeit. Später kamen dann auch noch weitere Größen hinzu.

Darum hier eine kleine Aufstellung, welche verschiedenen Muster und Größen bei uns inzwischen verfügbar sind. Es sind bei weitem nicht alle, wir können nicht Alles und Jedes umfassend beschaffen und vollständig hier bei uns bevorraten. Das würde den Rahmen sprengen.

In den alten Rundfunkarchiven standen früher nämlich hunderte von Metern mit bis zu 4m hohen Plattenregalen. So viel Platz haben wir schon lange nicht mehr.

Und denken Sie mal an des Gewicht, das waren Tonnen von Platten. Die wenigen Schellack-Platten oben in dem Plattenständer im Bild wiegen deutlich über 25 Kilo. Das Regal unten drunter enthält mehrere 100 Kilo Platten.

Die 30er (30cm) Schellackplatte lebte bis etwa 1959

Diese Platte war der nahezu ausschließliche Tonträger vor 1945. Bandgeräte oder andere Technologien gab es entweder noch nicht, oder schon gar nicht zu erschwinglichen Preisen. Selbst das Stahlband spielt nur eine untergeordnete Rolle. Es war meist in den Büros als "modernes" komfortables Diktiergerät zu finden.

Die Schellackplatte wurde ab etwa 1952 von der deutlich langsamer drehenden Vinylplatte erfolgreich verdrängt bzw. abgelöst.

Die 30er (30cm) Flexplatte lebte bis etwa 1938

Es gab 1933 bereits Versuche in Deutschland mit flexiblem Material, also nicht Schellack. Doch es musste ein spezieller deutlich leichterer Abtaster benutzt werden, sonst war die Rille nach 3 bis 6 mal Abspielen einfach leer gekratzt.

Wir haben einen fonoforum Artikel aus 1961 über die Phonycord-Platten von den Eisner-Werken hier und wir haben ein paar solcher Muster im Archiv.

Die 25er (25cm) Schellackplatte lebte bis etwa 1954

Wer mit etwas kürzerer Laufzeit als 4 1/2 Minuten (vor 1950 - später mit der Füllschrift Technik waren es 7- bis 9min) auskam, weil das Stück kürzer als 3 min 15sec war (später ca. 5min), der preßte eine 25er Platte.

Wichtig dabei war, es wurde eine Menge Schellack Material gespart und das war im und nach dem Krieg sehr kostbar. Wir haben im Laufe der Zeit eine Menge Schellackplatten überlassen bekommen.

Die 30cm Vinyl Langspielplatte mit 33 U/min ab etwa 1951

Eine 30er und eine 25er Platte

Es war eine (aufgefrischte) Sensation im April 1948, als von der Firma Columbia in den USA die (seit längerem bekannte) 30cm Platte (12") erneut auf den Markt begracht wurde und mit mit 33 1/3 U/min ca. 15 Minuten speichern konnte.

Mit dem deutschen Füllschrift Patent spielte diese Platte sogar 18 bis 22 Minuten. Es war sensationell. Auch die Qualität wurde erheblich verbessert. Diese Platte sollte 40 Hz bis 15 Kilohertz wiedergeben können.

Heute wissen wir, es stimmte, die damals neue Hifi-Qualität übertraf alles bislang Dagewesene. Doch je weiter man zum inneren Kern der Platte kam, desto kürzer wurde ja die Länge der Rille je Umdrehung. Und damit nahm die Qualität dort wieder deutlich ab und es fing meist an zu verzerren.
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Die etwas kleinere 25cm Vinyl Langspielplatte mit 33 U/min

Jeder Hersteller versuchte, in diesem neuen Markt seine Claims abzustecken und brachte eine andere Variante der 33er Langspielplatte auf den Markt. Diese 25cm LP hatte auch nur ein kurzes Leben. Operetten und seichte Musik waren dort zu finden. Die Qualität entsprach meist der 30cm LP. Irgendwann um 1965 oder sogar früher waren sie (die 25cm und 18cm LPs) alle verschwunden.

Die Langspielplatten mit 16 2/3 U/min

Mann nannte die 30cm, 25cm und 15cm Platten auch Sprechplatten, weil überwiegend Hörspiele oder Lesungen drauf waren, vor allem Bibellesungen in den USA. Auch Sprachschulen nutzten diese Geschwindigkeit. Es gab aber auch einige Musikschallplatten mit sagenhaften 100 Minuten Musik in Stereo. Über die Qualität dieser amerikanischen Kreationen gibt es leider keine Aussagen.
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Die 18cm Vinyl Single(platte) mit 45 U/min ab etwa 1951

Diese 45er Platte wurde von RCA 1949 in den USA als quasi Trotzkonkurrenz zur ebenfalls neuen 33er LP von Columbia auf den Markt gebracht und jede Variante sollte oder wollte die andere vom Markt verdrängen. Es ist eines der ganz wenigen Beispiele, daß beide Systeme im Wettbewerb überlebt hatten.
Bei manchen Anbietern wurde diese Scheibe auch als die sogenannte "Kleine Langspielplatte" beworben, was natürlich Unsinn war. Schon von früh an wurde jede Art von "Langspielplatte" mit 33 1/3 U/min assoziiert. Die 45er RCA Platte hatte ein riesiges Mittelloch exclusiv für die RCA Plattenspieler.

Die 18cm Vinyl Langspielplatte mit 33 U/min

Ähnlich wie bei den 25cm Schellack Platten gab es anfänglich auch 33er LP Platten in der 18cm Größe der 45er Singles. Dort gab es meist Klassik Stücke in verkürzter Form zum Sonderpreis. Diese 18cm LPs konnten sich nicht lange halten, weil auch die kommenden Automatikspieler diese Plattengröße automatisch mit 45 U/min ablaufen lassen wollten.
Unsere Beispielplatten kommen von der "Musical Masterpiece Society" aus Frankreich. Es sind Aufnahmen aus Italien.

Die 30cm Vinyl Maxi-Single mit 45 U/min

Diese Scheibe war ein Sonderling für Diskotheken und vielleicht den Rundfunk. Die Qualität war aufgrund der höheren Geschwindigkeit um Einiges besser als bei der 33er Langspielplatte, bei der es zum Ende "akustisch" immer "dünner" wurde.

Ein besonderes Merkmal, die DJs konnten jetzt so richtig powern. Klirrte und schepperte die Disko Anlage bei Vollaus- steuerung bereits, jetzt kam der ausgeleierte Abtastdiamant mit einer deutlich höheren Pegelaussteuerung dazu. Endlich krachte und wummerte es so richtig, daß die Fetzen flogen. Und das machte die 200 oder 800 Tanzenden dann so richtig an, damals jedenfalls, als man von irreversiblen Gehörschäden nur so etwas ahnte.

Die einseitige quadratische 45er Papp-Plastik Single

Viele Firmen hatten nur eine Werbbotschaft oder ein einziges Stück zu verschenken oder kostenfrei als Werbegabe. Dann wurde eine runde Pappscheibe einseitig mit einer geprägten Schall-Folie verklebt und diese Folie war durchsichtig und das Gesicht der Botschaft oder des Interpreten schaute hervor.
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Die einseitige rechteckige 45er Postkarten Papp-Plastik Single

Urlaubsgrüße auf Italien im Format 21cm x 15cm, das war damals super, dazu eine dieser "Sonne - Sand und Strand" Schnulzen, als Rudi Schuricke seine "Wenn auf Capri die Sonne ... " fettriefend dahin trällerte, in Kurzform. Und entweder war das eigene Foto für teures Geld (damals in DM) oder eines der vorgefertigten Fotos mit prallbusigen oft barbusigen Italienerinnen drauf, sodaß selbst der Postbote rot wurde, als er beim Einwerfen einen letzten Blick drauf werfen durfte.

Die einseitige runde 45er Papp-Plastik Single

So langsam trudeln auch noch andere, eigentlich gewöhnliche Pappschallplatten bei uns ein.

Die einseitige 33er Postkarten Papp-Plastik Single

Davon haben wir eine ganze Reihe mit 33 U/mmin geerbt, die die Folie auf quadratischen bedruckten Pappen aufgebracht haben. Es gibt da verschiedene Formate von 16 x 16cm bis 19,5 x 19,5cm und größer.

Corry Brokken singt für BP

Die 16cm und 15cm Vinyl Langspiel (-folien) mit 33 U/min

Schallfolien mit 33er Geschwindigkeit enthielten meist Sprachaufnahmen oder Vorlesungen von privaten Sprachschulen oder privaten Instituten.

Wir haben eine ganze Sammlung dieser Werbetonträger geerbt und hier auf dieser Seite vorerst geparkt.
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Die 12cm Vinyl (Sprech-) Platten mit handgedrehten U/min

Es klingt nicht nur komisch, sie sehen auch noch urkomisch aus, doch das gab es wirklich und wir haben zwei hier. Die BDTV von 1976 und Didacta 75 Schallplatten mit 12cm Durchmesser mit der historischen "Kratze-Nadel" im Papp-Cover zum Selbstdrehen mit dem Finger und der eingepressten Drehmulde. Eine tolle Konstruktion, vor allem stromsparend.

Die 40cm (Vinyl ?) Langspielplatte mit 33 U/min ab etwa 1949

eine ganz seltene 40cm Platte
EMT 927 Plattenspieler mit 40cm Platte

Beim AFN "Frankfort", dem amerikanische Militärradio in Frankfurt am Main (American Forces Network) standen in riesigen Regalen zigtausende von 40cm Mono Platten mit 33 1/3 U/min, die eigentlich für Vinyl zu schwer waren, aber flexibler als Schellack. Also nicht alle waren aus Schellack, dazu sind sie zu flexibel.

Auch waren viele dieser Platten beim AFN selbst aufgenommen, als es beim amerikanischen Militär noch keine Bandgeräte gab. Über "verschlungenste Pfade" sind sie nicht alle in die Tonne getreten worden.

Auf den legendären EMT Laufwerken und natürlich auf den beim AFN benutzen amerikanischen Laufwerken konnten (und können) diese 40cm Mono Platten in fast noch "AFN-Studioqualität" abgespielt werden. Diese amerikanische "Studioqualität" hat aber nichts mehr gemein mit der bundesdeutschen fast perfekten Studioqualität der großen Bandmaschinen von Telefunken nach 1950. Das sind Welten an Unterschieden.
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Die 40cm Schallackplatte mit 78 U/min bis etwa 1952

Der "Sound-Schreiber"
1935er Schneidemaschine

Diese Platten konnte man vor dem Krieg selbst schneiden, jedenfalls wer das nötige Kleingeld und den Strom dazu hatte. Bei den deutschen Rundfankanstalten bzw. bei den internationalen Radiostationen war diese Technik die einzige Möglichkeit, Töne aller Art festzuhalten.

Es war umständlich und fehleranfällig und so entschied die RRG (Reichs Rundfunk Gesellschaft) etwa 1941, komplett auf das revolutionäre AEG Magnetophon (Type K4) umzustellen. Bei allen anderen Sendern wurde noch bis Ende 1948 eine Hörer-Sendung oder eine Musikdarbietung auf Platte mitgeschnitten.

Rechts eine deutsche SAJA Schneidmaschine etwa aus 1935 mit 30cm Matrizen, es gab sie auch in 40cm.

Wenn uns weitere Muster über den Weg laufen

kommen die hier hinten dran.
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