Wie gut sind Wave und MP3 Dateien ?
Die Menge der Ahnungslosen steigt täglich - und es gibt mit immer mehr Möglichkeiten, selbst Hand anzulegen.
Grundsätzlich gilt noch immer:
Besser als die Aufnahme auf dem Masterband oder auf der Master-Maschine oder dem Master-recorder (ob digital oder analog) kann eine Kopie nie werden, auch nicht eine elektronische Kopie.
Und es werden immer wieder Legenden, Mythen, Glorien und Storys wirklich immer wieder weiter erzählt und mit geprotzter vermeintlicher Kompetenz als wahr verkauft.
Da habe jemand seine ganze LP Sammlung mühselig und zeitaufwendig digitalisiert und die würde jetzt erst richtg super klingen. Das ist natürlich völliger Unsinn, es kann nie besser werden. Gleiches gilt auch für die alten Bandaufnahmen vom UKW Radio der 80er Jahre oder vom Grundig TK14 oder einem halbwegs modernen Kassettenrecorder.
Von "wo" wandle ich "wohin" ?
Die meisten Musikliebhaber wollen ihre analogen Erinnerungen (ich sage bewußt nicht "Schätze") bewahren. Dabei lesen sie in der Bildzeitung oder im Spiegel oder in der FAZ die tollen Geschichten vom modernen Digitalisieren mit dem Notebook und "Das mache ich auch." ist das Ergebnis.
Die wenigsten Musikliebhaber machen sich wirklich kundig, "was" (von den Formaten) "wie" (physikalisch) funktioniert und wie denn die Randbedingungen aussehen.
Wie "gut" ist die Musik auf dem Magnetband, der Kassette oder auf der Platte? Was ist "wave" und was ist "mp3" ?
-
Was ist "wave" und was ist "mp3" ?
Das digitale "wave" Audio-Format wurde vor vielen Jahren von Microsoft spezifiziert und publiziert und wurde mangels ernsthafter Konkurrenz zum defacto Standard für die Musik-CD. In den Jahren nach 1983, als die CD das Licht der Welt erblickte, war es die "Ultima Ratio" an (bezahlbarer) digitaler Qualität. Das Format ist überall gegenwärtig und man spricht von "unkomprimiert" oder "lossless" = verlustlos.
Doch das stimmt nur teilweise. Beim Digitalisieren (umwandeln) in das WAVE Format gehen schon Informationen verloren, die auf einem guten analogen 38cm/s Masterband (zum Beispiel einem original 24 Spur Band) noch drauf waren. Alle Spielereien mit den supertollen technischen Daten verschleiern, daß Feinheiten bei der Auflösung von Stereosignalen oder komplexen Orchesterwerken einfach nicht mehr da sind. Die Frage ist nur, wieviel geht verloren.
Daß der "Normalo" das Alles gar nicht mehr hört oder sowieso noch nie gehört hatte, ist unter Fachleuten bekannt. Das Ohr ist ist mit dem Gesamteindruck beschäftigt und erst nach dem dritten oder vierten Male (also immer das gleiche Stück) konzentriert (erinnert) sich das Gehirn auf feine Spezialitäten. Die gigantisch erfolgreichen Bose 901 Boxen von 1973 lassen grüßen. Der Bose Stereo-Sound war damals absolut beeindruckend. Heute ist man einen Schritt weiter.
MP3 ist eine "verlusbehaftete" Kompression, immer.
Die Forschung der Frauenhofer Audio Spezialisten hatte ergeben, daß man das Ohr ganz sicher "betrügen" oder "täuschen" kann. Denn das Ohr hört anders - anders als das Oszilloskop die Töne anzeigt. Das Ohr hört sogenannte Hüllkurven.
Die Frage ist nur, wie gut löse ich diese Hüllkurven auf bzw. wie geschickt lösche ich die sowieso nicht hörbaren Teile der Musik da raus (um Platz zu sparen).
Die Methoden sind unterschiedlich, das bedeutet, es gibt viele Wege, eine MP3 kompatible Datei zu erzeugen. Die drei Entwickler haben deshalb die Rahmenbedingungen für die MP3 Wiedergabe spezifiziert und in ihrem Patent relativ genau beschrieben.
Steigt man jetzt in die MP3 Technik ein, stolpert man sogleich über mehrere Coder und ist sicherlich verwirrt. Wenige nur machen sich die Mühe, die Coder zu vergleichen. Es scheitert bereits an der notwendigen Musik-Quelle und an den notwendigen besonders edlen geräten zum Bewerten dieser Msuik-Quelle.
Sie brauchen nämlich gar nicht erst anzufangen, eine CD (auch eine gute CD) in verschiedenste MP3 Formate zu wandeln, da wird Ihnen ab 128 kbps fast kein Unterscheid mehr auffallen. Auch das Austauschen der Coder wird ab 128 kbps fast keinen nennenswerten Unterschied mehr zeigen.
Wenn Sie dann auch noch anfangen, Ihre alten Vinylplatten mit üppigstem Equipment zu wandeln und höchste Datenraten einstellen, sind sie weit über das Ziel hinausgeschossen. Das ist auf den analogen Platten schon lange nicht mehr drauf. Mehr über die machbare Vinylqualität steht hier.
Nehmen wir zum Beispiel den Audiograbber 1.83
Beim (kostenfreien) Audiograpper gibt es eine sehr schön gemachte MP3 Konfigurations-Seite, die ganz anschaulich zeigt, wie weit die Variationsmöglichkeiten bei der Wandlung in das MP3-Format gehen. Es sind an die 100 Kombinationen von Qualitäten, die Sie einstellen können (könnten) und Sie müssten ein ganzes Buch lesen, um sich für eine spezielle Einstellung zu entscheiden. Und so bleiben über 99% bei dem voreingestellten Standard und sind zufrieden.
Besser wird es immer gehen, wenn Sie die Quellen haben.
Seit 1990 wurde intensiv geforscht, wie man denn eine "nahzu" verlustlose Kompression mathematisch definieren und physikalisch abbilden könne. Da gibt es schon einiges an neuen Techniken. Für fast alle moderenen "Player", also die Abspielprogramme, gibt es sogenante Decoder, die Sie in Ihr Porgramm integrieren können, um auch diese manches Mal seltenen (Super-) Formate abzuspielen.
Und schon sind wir wieder im Bereich der Religionen und der Sekten, die nur ihr Format als das alleine seligmachende propagieren.
Unser Tip: Eignen Sie sich das miniale Grundwissen an und entscheiden Sie selbst, wo Sie wieviel Zeit verbraten oder verplempern. Wenn Sie dann auch zu der Erkenntnis gelangen, daß das Aufsteigen in diese höchsten Sphären Kosten in griechischen Dimensionen verlangt, ist Nachdenken angesagt.
Die Firma Linn aus Schottland (unter anderen) prodzuziert deshalb eigene Aufnahmen, um (nebenbei ?) zu demonstrieren, wie gut die eigenen Hifi-Produkte wirklich sind. Wenn Ihnen diese Musikrichtig gefällt, dann haben Sie die ultimativen Quellen, mit denen Sie Kompressionsverluste selbst herausfinden können.
-

