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Einer der UR-Steckverbinder ist der allbekannte runde 4mm "Bananenstecker".

verschiedene alte 4mm Rundstecker im Vergleich
dazu die verschiedenen Buchsen

Bei den ersten Laborentwicklungen der Fernsprecher oder der Leuchtmittel wurden die Verbindungs-Drähte unter Schrauben oder Muttern geklemmt und verschraubt. Das war - zumindest im Labor - auf längere Sicht zu mühselig und man brauchte einfache leichte steckbare Verbindungen.

Irgendwann um 1926 (Eigenaussage des Herstellers) entwickelte die Firma Hirschmann den runden 4mm Stecker samt einer Buchse dafür. Er hatte eine vorge- bogene Metallfeder, die (zusammen mit dem 4mm Stift) wie eine Banane aussah und den Mindestkontaktdruck gewährleisten sollte.
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Der Bananenstecker

Der inzwischen gebräuchliche Begriff des Bananen- steckers war geboren. Und für die damals in Frage kommenden Spannungen und Ströme war er erstmal auseichend. Die "dicken" Ströme wurden nach wie vor an den Anschlüssen fest verschraubt.
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Wenn höhere Ströme gebraucht werden ....

Beispiel einer (unfreiwilligen) Überhitzung
3 Steckervarianten (4mm)

.... dann reicht der Kontaktdruck nicht mehr aus und an den Übergangwiderständen (der wenigen Kontaktflächen) wird die Verlustleistung in Wärme umgewandelt. Der (gesamte) Stecker fängt an, warm oder gar heiß zu werden, manchmal auch fast schon zu glühen.

Aber auch dafür hatten die Entwickler eine oder mehrere Ideen, zum Beispiel den Büschelstecker (im Bild die beiden linken), der aus einem Büschel von vorgebogenen und vorgespannten Kontaktfedern besteht. Damit vervielfacht sich die Anzahl der Kontaktflächen auch bei verschmutzten Buchsen und meist haben sämtliche einzelnen Federn immer noch einen guten Kontakt.

Eine andere Möglichkeit war, den 4mm Stift kreuz und quer zu teilen (aufzusägen), sodaß die 4 Teile einen besseren Kontakt ermöglichten (im Bild der 2. von rechts). Auch wurden sehr preiswerte asiatische Billigstecker bei uns hier angeboten, meist an billigen Messgeräteschnüren dran, die mit 4 Kontaktfedern bei niedrigen Strömen einen recht guten Kontakt herstellten (im Bild ganz rechts).
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Unsere "Elektronische Last" kann 50 Ampere

Dafür sind dann auch diese beiden Büschelstecker nicht mehr geeignet, auch nicht in einer Laborumgebung. Auf der Frontplatte erkennt man, daß dort 2 Lastbuchsen und zwei Messbuchsen vorhanden sind. Die Regelelektronik soll ja eine konstante Stromstärke ausregeln, egal, wie hoch die Übergangswiderstände der Kabel und der Steckverbinder sind.

Mit diesem Gerät simulieren wir, ob "die Kraft" eines Hochleistungs-Endverstärkers auch an den Boxen ankommen würde (aber nur bei einer festen Frequenz und einem festen Dauerpegel).

Übrigens haben wir einen Accuphase P800 Verstärker, der bei 2 Ohm Last etwa 1000 Watt Sinus leisten würde. Das sind dann schon solche Ströme, bei denen sich die Übergangswiderstände addieren und erheblich auswirken würden.
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Wenn Sie es übertreiben mit den "Strömen" oder etwa nicht bemerken ....

... daß da etwas sehr warm wird, damals dann sieht es so ... aus (die Bilder rechts) - und das war ein richtiger Totalschaden der unteren und der Erdgeschoß-Etage eines bekannten Optik- und Vakuumtechnik- Labors.

Der Übergangswiderstand eines 2200 Watt Trockenofens hatte in der Steckdosenleiste einen Schmorbrand ausgelöst, der im letzten Stadium kurz vor dem Abbrennen so viel Ruß ausgestoßen hatte, daß der gesamte Lager- und Laborkeller komplett verrußt war und alles war hin, unwiderbringlich.

Am Ende war es ein richtig deftiger Millionenschaden, bei dem der Spaß abrupt aufgehört hatte. Dieser ätzende Ruß geht in die allerkleinsten Ritzen, sogar bis in die Optiken der vielen Mikroskope.

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