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Eine Auflistung der problematischen Rohstoffe im Dez. 2019

In einem Artikel über die Öko-Smartphones werden in einem ct Artikel sechs problematische Rohstoffe aufgelistet und beschrieben. Die begleitenden Texte sind aber - aus meiner Sicht - viel zu wohlwollend ausgeführt und erkennen den Ernst der Lage nur teilweise. Der Energieaufwand zur Herstellung von zum Beispiel Eisen- und Alu-Blechen wird nicht erwähnt.

Es sind zwar die fast wichtigsten Rohstoffe für Handys und Smartphones dabei, doch diese Aufstellung bietet ein trügerisches Bild.
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Hier die 6 Rohstoffe - wichtig für Handys - Zitate aus dem ct Artikel


Gold


Wofür benötigt: Gold ist sehr gut zu verarbeiten, leitet hervorragend, ist korrosionsbeständig und leicht lötbar - deshalb wird es an Kontaktstellen auf Leiterplatten und Verbindungsdrähtchen zwischen Chips und Anschlüssen („Bonddrähte") verwendet.
Warum problematisch: Auch außerhalb von Konfliktzonen kommt es bei der Goldgewinnung oft zu unsicheren Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit. Zertifiziertes Fairtrade-Gold wird bislang nur von Fairphone eingesetzt.

Kobalt

Wofür benötigt: Kobaltoxid weist eine besonders hohe Energiedichte auf und wird deshalb in Lithium-Ionen-Akkus eingesetzt. Die Industrie versucht zwar, den Kobaltanteil in Akkus zu reduzieren, kommt aber bislang nicht komplett ohne aus.
Warum problematisch: Kobalt ist nicht offiziell als Konfliktrohstoff klassifiziert, beim Abbau kommt es aber immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen. Mehr als die Hälfte des weltweit abgebauten Kobalts kommt aus dem Kongo.

Kupfer

Wofür benötigt: Nach Silber besitzt Kupfer die zweithöchste Leitfähigkeit aller Stoffe (noch vor Gold) und ist deshalb in der Elektronik allgegenwärtig.
Warum problematisch: Bei der Kupfergewinnung in Minen sind - in manchen Weltregionen - die Arbeiter großen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Hinzu kommt die Umweltbelastung. Kupfer ist allerdings sehr gut recycelbar, sodass Hersteller relativ unproblematisch auf Kupfer aus Minen verzichten könnten.

Tantal (Coltan)

Wofür benötigt: Tantal-Elektrolytkondensatoren, die in vielen elektronischen Geräten stecken, erreichen deutlich höhere Kapazitäten als Folienkondensatoren aus Keramik oder Kunststoff.
Warum problematisch: Einige Tantalerze wie die Columbit-Tantalit- Mischkristall-reihe sind von der US-Börsenaufsicht SEC als Konfliktmineral eingestuft, dessen Verwendung für Unternehmen berichtspflichtig ist. Viele Tantal-Minen stehen im Verdacht, bewaffnete Konflikte zum Beispiel im Kongo mitzufinanzieren.

Wolfram

Wofür benötigt: Wolfram hat bei geringer Masse ein recht hohes Gewicht und eignet sich gut dafür, mit wenig Materialeinsatz eine ungleiche Massenverteilung zu erreichen. Deshalb steckt das Schwermetall in Smartphone-Vibrationsmotoren.
Warum problematisch: Wolfram ist ein Konfliktrohstoff. Vor allem in kongolesischen Minen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen. Wolfram lässt sich relativ gut recyceln.

Zinn

Wofür benötigt: Aufgrund seines niedrigen Schmelzpunkts ist Zinn in der Elektronik unersetzlich. Der Jahresweltver-brauch liegt bei rund 300.000 Tonnen, davon wird über ein Drittel für Lötmittel verwendet.
Warum problematisch: Kassiterit, das Mineral, aus dem Zinn gewonnen wird, wird von der US-Börsenaufsicht SEC als Konfliktrohstoff eingestuft. Im Fokus stehen vor allem Minen im Kongo, aber auch in anderen Ländern kommt es zu Menschenrechts- und Umweltverbrechen.

Das waren die Original-Zitate aus dem ct Artikel.

Zum Gold ist unbedingt hinzuzufügen, es geht um sehr sehr viel Geld, das dort nahezu kostenfrei aus den Bergen geholt wird, sehr ähnlich zum Rohöl in den arabischen Staaten, bei dem sich auch eine ganz kleine Oberschicht unermeßlich bereichert.

Vor allem, Gold wird überwiegend in Südafrika von mafiaähnlichen Konsortien abgebaut und es wird von überwiegend männlichen Arbeitern, die dort "freiwillig" unter stalinistischen Gulag Bedingungen - auch als verschärfte Kerkerhaft zu bezeichnen - aus den Minen geholt wird. Und immer, wenn es um viel Geld geht, ist der Korruption samt Mord und Totschlag Tor und Tür geöffnet. Die dort lebende Bevölkerung erntet von den Bodenschätzen - immer noch - fast nichts, trotz des Endes der Arpartheit. Es hat sich bislang fast nichts geändert

Silber

Bei der Silbergewinnung geht es auch noch um viel Geld, nicht ganz so viel wie bei Gold, doch auch hier gibt es undurchsichtige weltweite Konsortien, die dem Bergarbeiter fast nichts übrig lassen.
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Es fehlen daher ein paar Informationen bezogen auf unsere Geräte hier:

In unseren Hifi- und Fernsehgeräten sind natürlich noch viel mehr Rohstoffe enthalten und die sind fast genauso problematisch wie die 6 Materialien oben drüber:

Eisen/Stahl

Eisen wird unter gigantischem Energieverbrauch geschmolzen und verarbeitet. Der Stromverbrauch einer einzigen Eisengeißerei oder eines einzigen Stahl-Walzwerkes mit zum Beispiel einer Thomasbirne oder dem Martinofen entspricht mit bis zu 4,5 Megawatt dem einer kleinen Stadt - bei bis zu 14 Stunden Vorheizzeit bei nur 1 Megawatt.

Aluminium

Auch bei der Aluminiumherstellung wird eine gigantische Energie benötigt, um aus dem Bauxit das begehrte Leicht-Metall zu erzeugen. Darum bekommen diese Werke beim Strom den für uns Verbraucher völlig unverständlichen Maximal-Rabatt.

Seltene Erden / Neodym zum Beispiel

Das wird für alle modernen Magnete in inzwischen größeren Mengen benötigt und ebenfalls unter nahezu menschenverachtenden Bedingungen aus den (chinesischen) Bergen geholt. Die dort in den Minen vorhandene radioaktive Strahlung reduziert das Lebensalter der spärlich bezahlten Bergarbeiter drastisch, also wesentlich mehr als das der hochbezahlten und ärztlich gut versorgten Fugkapitäne und des Bordpersonals.

Glas

Auch Glas wird unter enormem Energieaufwand geschmolzen, teilweise bis zu 1200 Grad, und dann gleich wieder abgekühlt.

Es gibt natürlich noch weitere weniger bekannte Metalle und Rohstoffe, die unsere Umwelt erheblich belasten wie zum Beispiel

Blei

Blei ist extrem toxisch (tödlich) und schwer abbaubar. Also sämtlich Auto- und Notsrom- Batterien mit Blei-Anoden und Kathoden sind die schlimmste Umweltverschmutzung, die wir bei uns in den europäischen Autonationen haben und diese Blei-Akus müssen unbedingt fachgerecht recykelt werden.

Cadmium

Das ist sehr oft in den kleinen Langzeitbatterien (es sind Akkus) auf unseren Verstärkerplatinen (und bei Computern) drauf, um Einstellungen zu speichern und diese werden viel zu oft mit den Hifi-Geräten auf den Metall-Haufen geworfen. Auch die NI-CD Akkus sind extrem umweltschädlich, weil das Material Nickel und Cadmium beim Recycling schlecht getrennt werden kann. Daher gibt es sein Jahren die NI-MH Akkus, die "ein klein wenig" weniger umweltschädlich sind.
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Es ist also wirklich sinnvoll, der ganzen Verschwendung Einhalt zu gebieten.

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