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Das RIM-Stereo-Watt-Meter 3000 ist angekommen

Juni 2019 - Dieses Stereo-"Meßinstrument" - wir solllten es besser als Hochlast-Widerstand bezeichnen, ist ur-ur alt. Es stammt aus der aufgelösten Werkstatt bzw. dem Labor der Studio- Firma Klein + Hummel in Kemnat.

Damals waren der 2x120 Watt Sinus Studio-Verstärker das tollste und "dickste" Teil in der K+H Produktpalette - er wurde als A120 oder SV240 benannt. Und angeblich wären (waren) ja 120 Watt Sinus an 4 Ohm (pro Kanal) für alle nur erdenklichen Anforderungen (im Studio) ausreichend.
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Dem war aber nicht mehr lange so. Die Amerikaner mischten mit 2 x 200 Watt Sinus an 8 Ohm den ganzen Hifi- und ELA- (das sind Elektro- Akustik- Beschallungen) und auch den Studio-Markt auf.

Damit war diese "ohmsche" Last mit maximal 2x150 Watt für maximal 10 Minuten überfordert bzw. am Ende.

Laut Hifi-Stereophonie lieferten die 200 Watt Marantz Stereo-Endstufen sogar 2 x 250 Watt Sinus an 8 Ohm.
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Das Gehäuse ist oben komplett "zu" (das war leider mein Unsinn, es ist nicht zu)

Wir hatten Mitte der 1970er Jahre bereits die beiden DALE Hochlastwiderstände mit 8 Ohm und 1% Toleranz und bis zu 250 Watt Dauer-Last gekauft und verwendet. Aber selbst das war mit dem BOSE 1800 Kraftverstärker nicht mehr ausreichend..Der BOSE 1800 machte bereits 2 x 400 echte Watt an 8 Ohm und über 800 Watt Sinus an 4 Ohm - und das stundenlang.

Die Radio-RIM Gehäuse sowohl der Netzteile wie auch des Leistungsmessers haben oben und seitlich und auch unten recht große Lüftungsschlitze. Das war eine Verwechselung meinerseits - das falsche Gerät bewundert.
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Dieses RIM Stereo Watt Meter konnte man als Bausatz kaufen

Und jeder einigermaßen begabte Bastler hatte das in wenigen Stunden zusammengebaut und ein erstaunlich vernünftiges Meßgerät erhalten. Daß man von der Genauigkeit her keine echten Labor-Werte erwarten darf, ist sicher klar, wenn man die Lastwiderstände sieht.

Es sind gewickelte Drahtwiderstände ohne besondere Kühleigenschaften und damit ändert sich der ohmsche Widerstand mit zunehmender Erwärmung - er wird größer und deshalb fließt weniger Strom.

Doch für eine schnelle rudimentäre Prüfung einer mittleren Endstufe reicht das allemale aus. Vor allem, wenn man mal die Gleichlaufeigenschaften der Lautstärke und Balance Potis ausprobieren will.
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Es gibt in den Radio RIM Katalogen die Beschreibung und auch den Schaltplan.

Ein RIM Fan hatte diese beiden Seiten sogar eingescannt und public gestellt. Im Katalog sind sie natürlichauch noch mal. Aus dem Schaltplan kann man die Technik der Leistungsmessung entnehmen.

Die Verbindungsleitungen von den Bananenbuchsen zu den Lastwiderständen "scheinen" recht schwach dimensioniert zu sein, doch das täuscht. Auf der BOSE 901/IV Einblicke-1 Seite hatte ich mal den Innenwiderstand der gesamten (vermeintlich schmalbrüstigen) 901 Boxen- Innenverkabelung nachgerechnet und kam - konträr zu meinem Gefühl - auf ganz erstaunliche Ergebnisse.

In der SWM 3000 Beschreibung steht auch, daß die beiden Kontroll-Lautsprecher nur mit 1 Watt belastar sind. Das reicht aber völlig aus, um das zum Vorhören angelieferte etwas leiser zurückgenommene Prüf-Signal zumindest mal kurz zu hören.
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Beim Messen muß man - nach wie vor - aufpassen . . . .

Heutzutage sollte an den beiden Verstärker-Ausgängen / Anschlüssen immer gleichzeitig ein 2-Kanal Oszilloskop angeschlossen sein, damit man sieht, was dort angeliefert wird.

Zwei Pegelmeßgeräte - zum Beispiel das UPM 550 - sind auch nicht schlecht und wegen der großen analogen Zeigerinstrumente deutlich übersichtlicher, weil man eventuelles Hochfrequenz- Schwingen durch Ausblenden des eigentlichen Testsignales sehen kann. Die Funktion ist der eines Klirrfaktormessgerätes sehr ähnlich.

Und auch auf die Frequenz des Testsignals muß man achten. Bei Lautsprechern sprechen wir von der elektrischen Impedanz, also dem Scheinwiderstand je nach Frequenz.

Inzwischen wissen wir, daß das Ausmessen der Verstärkerleistung mit dem realen Betrieb zum Beispiel von Dreiwege-Lautsprechern, und das sind induktive Lasten, nur wenig gemeinsam hat. Selbst das Ausmessen mit der 1 kHz Nennfrequenz an diesen Dahtwiderständen ist nur vergleichsweise korrekt.
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Die originale Beschreibung im RIM Katalog 1983 samt Preisen

Passives "Stereowattmeter" mit integrierten Belastungswiderständen und Kontroll-Lautsprechern :
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  • Anmerkung : Eine Besonderheit ist merkwürdig. Das SWM 3000 ist im 1973er Radio RIM- Katalog enthalten auf Seite 177, dann war es eine Zeit lang "verschwunden" und tauchte erst 1983 auf Seite 332 wieder auf.

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SWM 3000 - Allgemeines

Zur einfachen Reparatur von Leistungsverstärkern, Stereoverstärkern, Rundfunkgeräten usw. lassen sich besonders vorteilhaft ein einfaches Wattmeter mit integrierten Lastwiderständen verwenden. Die Leistungs- messung an externen Lastwiderständen von 4, 8 und 16 Ohm ist mit dem SWM 3000 ebenfalls durchführbar.

Die Leistung ist direkt am Instrument ablesbar. Zwei kleine abschaltbare Lautsprecher zur elektroakustischen Kontrolle sind ebenfalls im Stereowattmeter integriert. Das Gerät arbeitet ohne externe Stromzuführung, noch benötigt es eine Batterie.

Technische Daten SWM 3000 :

Die Schaltug ist so einfach, daß sie jedermann versteht.

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  • Meßbereiche: 0-5 Watt, 0-50 Watt, 0-150 Watt (120-150 Watt max. 10 Min.)
  • Frequenzbereich: 5 Hz - 70 kHz ±1dB
  • Belastungswiderstände: 4 Ohm, 8 Ohm, 16 Ohm integriert
  • Messung an externen definierten Lastwiderständen: möglich (4 Ohm, 8 Ohm, 16 Ohm)
  • Anzeige: Drehspulmeßwerke - Skalenausschnitt 110 x 55 mm - versenkter Einbau- Leistungsanzeige direkt, ohne Umrechnung ablesbar - zusätzliche drei Dezibel-Skalen
  • Kontroll-Lautsprecher: 2 Stück, je 1 Watt, seitlich abstrahlend, abschaltbar
  • Eingänge: zwei völlig getrennte, erdfreie Kreise
  • Massebuchse: vorhanden
  • Ausführung: robustes Flachgehäuse in Einschubtechnik, moderne, kratzfeste Frontplatten Maße: 305 x 130 x 225 mm - Gewicht: 6,5 kg

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Und hier noch die alten Preise SWM 3000 (1983) in DM:

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  • Kompletter Bausatz SWM 3000 Bestell-Nr. 01-31-410 Preis DM 399.-
  • Baumappe Bestell-Nr. 05-31-410 Preis DM 7.-
  • Gerät betriebsfertig Bestell-Nr. 02-31-410 Preis DM 499.-

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Einfach und simpel und dennoch handlich

In dem SWM 3000 sind je Kanal (rechts und links) zwei 8 Ohm (150 Watt) Drahtwiderstände vorhanden, die parallel geschaltet 4 Ohm Nennwiderstand ergeben, oder einzeln dann 8 Ohm und in Reihe geschaltet dann 16 Ohm. Bei 4 Ohm müssten demnach sogar 300 Watt Dauerleistung kurzzeitig möglich sein. Da aber nur eine marginale Belüftung vorhanden ist, wäre eine Wärme- entwicklung von 600 Watt in diesem kleinen Gehäuse ohne einen kräftigen Lüfter schon eine gefährlich grenzwertige Belastung. Das Gehäuse - das ganze Gerät - würde extrem heiß.
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Reiner Messbetrieb wäre mit dem SWM 3000 auch möglich

Neben den 4, 8 und 16 Ohm Messungen (Schalterstellungen 1-3) mit den internen Last-Widerständen können auch externe Last-Widerstände am Verstärker angeschlossen werden und die beiden Instrumente parallel dazu mit den Schalterstellungen 4 bis 6 zum "nur Anzeigen" der Leistung benutzt werden.

Der Spannungsteiler für die drei Messbereihe 4Ω, 8Ω und 16Ω ist mit 1% Widerständen bestückt. Dazu lassen sich die 3 Messbereiche pro Kanal mit Trimmpotis nochmals genauer abgleichen.
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Zum Vergleich haben wir unsere elektronische Last, die aber nur mit Gleichspannung arbeitet und mit einer Nachkommastelle genau anzeigt, welche Leistung dort ankommt bzw. abgenommen wird. Ob das nach 40 Jahren immer noch so perfekt funktioniert, müssen wir noch testen.

Weiterhin haben wir noch unsere dicken 8Ω / 1% / 250 Watt Meßwiderstände, die als Vergleich sicher recht genaue Werte ermöglichen.
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Das Alter und die Drehschalter

Im niedrigen Lastbereich bis 200 Watt sind Kontakte und Schalter eigentlich unkritisch. Doch wir wollen nicht "Betreiben" sondern "Messen" und da gelten andere Voraussetzungen.

Messungen müssen (jedenfalls bei uns) immer nachvollziehbar sein. Aus diesem Grund sind die Übergangswiderstände an Buchsen und Schaltern und Klemmen und Steckverbindern schon ein Problem, wenn Korrosion und Sulphatierung und gelockerte Schrauben fortgeschritten sind.

Und dann noch die Beschränkung auf reine Sinus-Wellen - das muß man wissen.
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