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Was sind Voodoo Komponenten oder Plazebos ?

7 x 1000 Watt Sinus an einer Steckdose - Man kann es wirklich übertreiben

Seit Mitte der 1970er Jahre werden auf dem Hifi- und Audio- Markt immer mehr Spezial-Teile zur Verbesserung der Super- Super Hifi-Qualität aller nur möglichen Stereoanlagen ageboten.

Das geht von sehr teuren speziellen Lautsprecherkabeln über noch teuere Steckdosenleisten und Trenntrafos bis hin zu allen möglichen Dämpfungselementen für Plattenspieler, CD-Spieler und für jede Größe von Lautsprechern bis zu ganzen Edel- Regalen oder "Racks" für die Super-Hifi-Anlage.
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Die Frage :
Was davon ist physikalisch vertretbar und was ist Voodoo ?

Fangen wir mit den Lautsprecherkabeln aller Art an, sowohl von der Endstufe zur Box als auch innerhalb einer Box.

Völlig richtig ist, daß der Gleichstrom-Widerstand wie auch die Impedanz eines solchen Kabels möglichst niedrig sein muß - im Verhältnis zu dem angeschlossenen Verbraucher.

Doch da muß man richtig rechnen und nicht einer Ideologie nachlaufen oder sogar eine Ideologie verbreiten. Der Gleichstrom-Widerstand wird maßgeblich durch den Querschnitt, die Länge und die Überganswiderstände der Anschlüsse und Kontakte errechnet.

Weiterhin ist es physikalisch bedingt : der Strom in einer Metallader fließt in dem Außenmantel der Oberfäche. Also je mehr Manteloberfläche ein Stromleiter hat, ob Silber, Stahl, Kupfer oder Aluminium, desto geringer ist sein Gleichstrom- Widerstand. Und deshalb sind sogenannte hochflexible Litzen mit einer erheblich größeren Vielzahl von Einzeladern deutlich im Vorteil. Der sogenannte spezifische Widerstand pro laufendem Meter ist bei gleichem Querschnitt erheblich geringer.

Der Wechselstromwiderstand, also die Impedanz, ist maßgeblich von der Frequenz bestimmt und ist bis zu 50.000 Hz ganz normal meßbar. Höhere Frequenzen haben wir im Audiobereich hinter der Endstufe nicht mehr, weil dann viele Verstärker ein gefährliches Eigenleben führen würden. Man erkennt das sofort in so gut wie allen Schaltplänen, wenn am Ausgang der meißten Verstärker eine kleine oder größere Drossel (-spule) eingebaut ist, die diese hohen Frequenzen sperren soll.

Es ist also sehr zweifelhaft, wenn Tuning-Gurus auf einmal der Lautsprecherleitung geniale klangfördernde HF-Eigenschaften (HF = Hochfrequenz) andichten, die bei uns seltendst vorkommen dürften. Unser SONY Kraftpakt hat solch einen Fehler, die eine Endstufe schwingt mit über 100 KiloHertz, wenn dort ein Lautsprecher angeschlossen ist.
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Richtig ist auf jeden Fall .......

..... die Leitungen vom Verstärker zu den Boxen so kurz wie nur möglich zu halten und möglichst mit gleicher Länge zu verbindten. Der Querschnitt der flexiblen Litze sollte 2,5qmm oder mehr betragen, dann ist man auf der sicheren Seite. Dennoch sollte man beachten, es gibt auch sogenannte "hochflexible" teure Kabel (BRAUN L710 und L810) mit nur 0,75qmm, die der normalen 1,5qmm Litze durchaus ebenbürtig sind. Also 2,5qmm ist gut, 4qmm ist besser. Für ganz extreme Edel-Anlagen ist 6qmm und 10qmm ein Augenschmaus, weiter nichts.

Weiterhin sollte ein zuviel an Länge nicht als Ring in irgend einer Ecke zusammegerollt werden. Das "könnte" Störungen - allermeist von Außen - verursachen.
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Ist das Innenleben einer Box zu verbessern ?

Bei den allermeisten fertigen Boxen hat der Hersteller dem angepeilten Qualitätsniveau entsprechend eine Verdrahtung installiert, die kaum oder selten verbesserungswürdig ist. Mehr lesen Sie auf der Seite der BOSE 901 Serie IV, bei der ich das alles mal genau nachgerechnet habe.
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Vibrationen bekämpfen - ein tolles Geschäft

Ich wiederhole mich - wir bewegen uns im Edel-Hifi- Bereich, nicht im Consumer-Bereich. Und bei uns sind sowohl Vorverstärker als auch Endstufen immer etwas schwerer als normal. Der Accuphase, DENON oder Burmester oder gar der McIntosh -Vorverstärker ist nicht unter 10 Kilo zu haben. Selbst die LINN Vorstufen haben oder hatten ein massives Stahlblechgehäuse und schwingen oder vibrieren nicht. Es gibt natürlich noch viele weitere Beispiele, bei denen man keinerlei Dämpfungelemente unten drunter legen muß, um eine fiktive Klangverbesserung irgend einer Art zu ereichen.

Es gab aber auch Vorverstärker in riesen großen goldenen Alu-Kästen, die wogen gerade mal 1 Kilo, sahen aber extrem imposant aus. Ich denke da an CROWN oder Integral-Systems oder Phaselinear und sogar BOSE, teilweise sogar SAE.

Gleiches gilt für die analogen Endstufen. Edel-Endstufen haben ihr Gewicht, alleine durch den Trafo und das notwendige stabile Gehäuse. Die Endstufen der oben genannten Hersteller waren teilweise sogar diebstahlsicher - bei bis zu 45 Kilo.
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Der Vinyl-Plattenspieler, ein sensibler Geselle

Bei den alten oder neuen analogen Plattenspielern, aber nicht bei denen aus dem Blödmarkt für 65.- Euro inclusive USB Buchse, da kann es schon sinnvoll sein, bei der Dämpfung nachzuhelfen.

Doch hier muß man das Modell genau betrachten und einen Fachmann wie Rainer Pohl aus Mainz zum Beispiel zu Rate ziehen. Ein Thorens TD 125 zum Beispiel kann man nicht verbessern, weil hier Profis am Werk waren und die das 3 Kilo Chassis so weich schwingend aufgehangen haben, daß von außen fast kein Trittschall an die Nadel gelangt.

Bei den vielen DUAL Modellen ist es zunehmend schlechter geworden. Vor allem die jüngeren - auch die großen - Modelle ab 1977 haben keine gescheite Aufhängung des Chassis mehr. Da müsste nachgeholfen werden. Aber auch hier ist erst mal Gewicht bzw. Masse gefragt. Eine Stein- oder eine Marmorplatte von 5 Kilo unten drunter wirkt Wunder, auch wenn sie von einem abgebauten Grab vom Friedhof kommt.
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Die Stromkabel und Verteiler - ach Du meine Güte

Auf den High-End Messen der letzen Jahre wurde in diesem Bereich so viel Unsinn angeboten, daß sich einem die Fußnägel rollen. Die Argumente, warum dieses oder jenes Teil oder Gerät den Klang "signifikant" verbessert, sind grenzenlos und strotzen nur so vor Dummheit und Unwissen und bewußt verdrehten Argumenten.

Wie weiter oben gesagt, wir bewegen uns im Edel-Hifi-Bereich und darum sind die 230 Volt Hausverkabelungen von Sozialbauten und großen Wohnblocks erst mal außen vor.

Betrachten wir deshalb mal ein normales "Eigenheim". Die Stadwerke liefern "den Strom" in der Regel mit 3 x 16qmm bis zur ersten dicken plombierten Haussicherung auf dem Dachboden oder im Keller, bei uns sogar 3 x 63 Ampere NH-Panzersicherungen.

Dann geht es weitere 10m bis zu der großen Hausverteilung im 1.OG. Dort werden weitere plombierte Sicherungen direkt vor dem Zähler gesichtet, bei uns sind das 3 mal Neozed 35 Ampere. Von hier geht eine 5 x 10qmm Leitung etwa 17 Meter durch unser Gebäude zum Wohungssicherungskasten (dazwischen ist noch ein vorgeschriebener "FI"-Fehlstrom-Schutzschalter) mit über 12 Stück 16A (träge) Sicherungsautomaten und dann weitere 8m mit 3 x 1,5qmm bis zur soliden Merten-Dreifachsteckdose.

An dieser Haus-Verkabelung kann ich überhaupt nichts verändern bzw. vergolden. Somit beschränkt sich das 300.- Euro teure Verstärker Netzkabel oder die 800.- Euro Steckdosenleiste auf die letzten 1,2m bis zum Endverstärker.

Was glauben Sie, was das wirklich für eine physikalisch meßbare Wirkung entfalten kann, wenn alle Kontakte dieses Kabels vergoldet sind.
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Die analogen Verstärker arbeiten mit Gleichspannungen .........

..... die hinter dem Netz-Transformator im Netzteil erzeugt werden. Diese Spannungen werden je nach der Last in verschiedenen Qualitäten erzeugt. Die miserabelste Qualität bekommt die Endstufe, also der Kraftverstärker, nämlich einen Gleichrichter und 2 oder mehr großzügig dimensionierte Elkos.

Bessere Versorgungsspannungen bekommen die Vorstufen aller Art, meißtens sind das analoge (integrierte) Spannungeregler mit deutlicher (hoher) Regel-Reserve sowie ebenfalls großzügig dimensionierten Puffer-Kondensatoren und sogenannten HF-Filterkondensatoren. Damit sind nach diesen Reglern absolut keine Netzstörungen mehr in der Versorgungsspannung.

Der 7 x 800 Watt Surround-Receiver für 550.- Euro hat diese Regler und Filter oft nicht, das ist für den Preis nicht drin. Nur, ob sich da der Aufwand einer 800 Euro Steckdosenleiste lohnt ?????
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