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Die Firma Braun ebnete früh den Weg zum Hifi Verständnis.

Grundig 3D Klang 3055 - Das Topmodell für die "unteren" 10.000

Es ist heute schwer vorstellbar, ich als Autor vieler dieser Seiten war 1964 gerade mal 15 Jahre alt und damals 3 Jahre zuvor aus einem einsamen Wiesbadener Vorort mitten in die Innenstadt gezogen (worden). Ich kannte nur den Grundig 3055 meiner Eltern mit dem tollen 3D Klang. 1964 wußten die meisten Deutschen (oder Menschen aller Nationen) immer noch nicht, was der Unterscheid zwischen Stereo und Hifi war.
Sie packten das alles in den Topf für "Die Oberen 10.000".
So war der Weg zum Kunden mühsam. Braun adressierte von Anfang an die sogenannten "Besserverdienenden", die, die sich diese Qualitität von Hifi überhaupt leisten konnten. Auch das musste den Händlern erst mal klar gemacht werden, daß sie mit Braun Erzeugnissen nicht die Masse der Kunden bedienen würden, sondern einen kleinen elitären Kreis der Oberschicht.

Absender: Braun AG 6 Frankfurt (Main) 6 Postfach 6165
An unsere Geschäftspartner im Facheinzelhandel
Datum: 28. Oktober 1964

Braun HiFi-Werbeaktion Saison 1964

Sehr geehrte Herren,

seit dem 10. Oktober erscheinen in den überregionalen Tages- und Wochenzeitungen laufend unsere Anzeigen über Braun HiFi-Geräte und Musikanlagen. Diese Anzeigen stecken voller Informationen. Sie werden sie in den Zeitungen gesehen haben. Wenn nicht, werden Ihnen die Anzeigen u. a. in den Zeitungen begegnen, die wir unten aufgeführt haben. Über weitere Einschalttermine unterrichten Sie gern unsere Verkaufsbüros und Generalvertretungen.

Anzeigen müssen gerade bei HiFi-Geräten informativ sein. Ihre Kunden sind interessiert. Sie wollen von ihrem Fachhändler und von uns als Hersteller über die Güte der HiFi-Technik sachlich beraten werden. Das bestätigen die vielen Verbraucherbriefe, die wir täglich erhalten. Immer wieder wird um Informationen und um Adressen von Händlern gebeten.

Die Anschriften dieser Interessenten geben wir an Facheinzelhändler weiter, von denen wir wissen, daß sie Braun HiFi-Geräte führen. Aus den Interessenten sollen zufriedene Kunden unserer Fachhandelspartner werden. Diesen Zweck erfüllt unsere groß angelegte Werbeaktion aber nur dort, wo Facheinzelhändler über unsere HiFi-Geräte verfügen, sie also vorführen und anbieten können.

Jetzt werden Braun HiFi-Geräte zum interessanten Geschäft. Der Wunsch der Verbraucher nach höherer technischer Qualität, Weihnachten als Geschenktermin vor der Tür, unsere umfangreiche Werbeaktion, Preis- und Vertriebsschutz bei Braun HiFi-Geräten - all dies spricht für verstärkte Verkaufsbemühungen. Es lohnt sich nun für den Fachhandel.

Bitte geben Sie uns auf der beiliegenden Antwortkarte an, mit welchen Braun Geräten wir Ihr HiFi-Sortiment vervollständigen sollen. Sie wissen es noch besser als wir: Ihr Kunde wünscht Auswahl. Dazu gehören außerdem fachkundige Beratung. Fachhändler, die sich einmal gründlich mit unseren HiFi-Geräten befaßt haben, werden für die Beratung ohne Schwierigkeiten die nötigen Argumente finden. Außerdem stehen Ihnen die HiFi-Spezialisten in den Braun Verkaufsbüros und Generalvertretungen zur Verfügung.

Stellen Sie sich rechtzeitig auf die wachsende Nachfrage ein. Braun HiFi-Geräte können mit Hilfe des Fachhandels zu einem interessanten Weihnachtsgeschäft werden.
Mit freundlichen Grüßen
Braun Aktiengesellschaft

Ausgewählte Einschalttermine:
Oktober November

Die Welt am 31. 10. und 7. u. 21.11.
Süddeutsche Zeitung am 24. 10. und 14.11.
Christ und Welt am 23. 10. und 20. 11.
Rheinischer Merkur am 23. 10. und 13.11.
Die Zeit am 23. 10. und 13.11.
P.S. Anzeigen-Andrucke fügen wir bei. Bitte hängen Sie diese in Ihr Schaufenster.

Musik, wie diese Anlage sie wiedergibt, haben Sie aus normalen Radiogeräten noch nie gehört. Musiker urteilen:
So vollkommen hört man selbst im Konzertsaal nur selten.

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Dietrich Fischer-Dieskau spielt seine Schallplatten auf einer Braun Anlage.

Er findet die Wiedergabe „ohne Einschränkung naturgetreu":
„Die Musikwiedergabe der Braun Anlage macht mir große Freude. Ich finde sie ohne Einschränkung naturgetreu. Als Sänger registriert man wohl jede Abweichung vom Originalklang besonders empfindlich. Man will es ganz genauso hören wie bei der Aufnahme.

Besonders bemerkenswert ist, daß die Wiedergabe trotz ihres Obertonreichtums niemals scharf wird. Normalerweise führt ausgedehnte Höhenwiedergabe dazu, daß die Stimme zischend klingt (so als sei Luftdurchgang da) und daß Klirrverzerrungen hörbar werden. Hier ist nichts davon der Fall. Die Konsonantendeutlichkeit ist aber eher gesteigert, man hört genauer, als es normalerweise im Konzertsaal möglich ist. In der Baßregion ist nichts überbetont. Man kann die Bässe voll wiedergeben, ohne daß sie vorherrschend werden.

Für sehr wesentlich halte ich, daß man die Lautstärke nicht voll aufzudrehen braucht, daß man auch bei mittlerer Lautstärke schon plastisch und natürlich hört, daß der Klang sozu-sagen vor den Lautsprechern steht.

Die Stereowiedergabe ist in ihrer Raumwirkung sehr natürlich, nicht übertrieben. In der Qualität entspricht sie dem Besten, was ich in Studios vom Tonband höre.
Besonders erstaunlich finde ich aber auch den Gewinn an Klangqualität und die Ausbreitung der Mittelstimmen bei älteren Monoaufnahmen. Ja, sogar technisch minderwertige Aufnahmen lassen sich durch die Regelmöglichkeiten, die der Verstärker bietet, befriedigend abspielen.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sich die Wiedergabe über das hier Erreichte noch weiter verbessern lassen soll. Ich meine, daß hier die Identität mit dem Original vollkommen erreicht ist." (Dietrich Fischer-Dieskau)

„Nie zuvor hatte ich so uneingeschränkte Freude an meinen Schallplatten", sagt Professor Walcha.

„Seit ich meine Orgelplatten über die Braun Musikanlage höre, weiß ich, daß ich sie vorher gar nicht wirklich gekannt habe . . . Orgelmusik stellt die allerhöchsten Anforderungen an die Wiedergabe. Weil der Orgelton statisch ist, ist er außerordentlich empfindlich gegen allergeringste Schwankungen im Laufwerk des Plattenspielers. Sodann reicht er mit ausgedehnten Obertonpyramiden bis in die höchsten Frequenzen. Wenn sie beschnitten werden, dunkelt die Klangfarbe ab.

Bei der Wiedergabe über die Braun Anlage ist uneingeschränkt alles da. Die Klangfarbe ist völlig unverändert. Im Laufwerk herrscht absolute Ruhe. Ich habe wirklich das Gefühl, in der Kirche von Alkmaar an der Orgel zu sitzen. Freunde, die sich hier Platten von mir anhörten, sagen sogar, sie hätten mich original noch nie so gut hören können. Nun: Da die Wiedergabe so ohne Abstrich originaltreu, durchsichtig und plastisch ist, läßt sich das auch durchaus verstehen. Die Mikrofone sind ja im allgemeinen viel günstiger placiert als der Zuhörer im Kirchenraum . . .

Sehr glücklich bin ich darüber, wie hervorragend sich die Lautsprecher in den (kleinen) Raum fügen. Der Klang ist voll und ganz vorhanden, er ist „da", ohne doch über den Raum sozusagen hinauszuspielen, ohne aber auch irgendwie „zurückgenommen" zu wirken. Erstaunlich ist auch die Wiedergabe von Mono-Schallplatten. Sie gewinnen auf der Anlage in einer Weise, daß sie nicht wiederzuerkennen sind ...

Ich bin keineswegs der Meinung, daß für Musikgenießen und Musikverstehen die Klangqualität der Wiedergabe von zweitrangiger Bedeutung ist. Ich halte die akustisch vollkommene Entfaltung des Musizierten auch künstlerisch für einen absoluten Wert... Besonders bei polyphoner Musik ist es ein unendlicher Gewinn, derart genau in hochdifferenzierte Klanggebilde hineinhören ... zu können." (Professor Helmut Walcha)

Wie entsteht naturgetreue Wiedergabe?

Kann man sie nachträglich in die Geräte «einbauen»? Nein. Die erstaunliche Klangqualität unserer Anlagen ist nicht irgendeinem einzelnen erfinderischen Trick zu danken. Sie wurde als Frucht geduldiger Forschungs- und Entwicklungsarbeit an allen Details der Wiedergabe gewonnen. So ist auch die Stereophonie nur eines von den Mitteln, mit denen wir vollkommene Natürlichkeit der Klangbildung, absolute Identität von Original und Wiedergabe anstreben.

Wiedergabe-Technik ist dann perfekt, wenn sie nicht mehr wahrgenommen wird, wenn allein die Musik zu hören ist: so ungetrübt, als stünde überhaupt kein Apparat zwischen ihr und dem Hörer. Musiker von Rang bestätigen, daß wir unser Ziel erreicht haben.

Von allem Anfang an haben wir das Ganze
der Wiedergabe im Auge gehabt und uns nicht nur auf Einzelnes spezialisiert. Braun Anlagen sind „aus einem Guß". Vom Plattenspieler bis zum Lautsprecher wurde alles im gleichen Haus entwickelt, konstruiert, gefertigt. Darum stimmt eines zum anderen — in der Technik und in der Form.

In passende Bausteine aufgeteilt, können Braun Musikanlagen frei gestellt oder eingebaut werden. Die vollständige Transistorisierung bei Geräten wie audio oder TS 45 führt zu kleinen Bauformen und neuartigen Möglichkeiten der Aufstellung. Zum Beispiel kann TS 45 flach wie ein Bild an die Wand gehängt werden.

Unser Lautsprecherprogramm enthält kleine und große Einheiten, Boxen mit eigenen Fußgestellen, Flachlautsprecher zum Hängen, Regallautsprecher für Bücherborde und Regale.

Wie bei allen Braun Geräten ist auch bei unseren Musikanlagen die Form sinnfälliger Ausdruck der Funktion. Jedes Bedienungselement ist zweckmäßig ausgeführt, jeder Regler sitzt an der richtigen Stelle, jeder Schalter ist klar bezeichnet.

Um sie optimal auf die Zuhörer ausrichten zu können, läßt sich unsere größte Lautsprechereinheit (L80) schwenkbar in einem Fußgestell lagern. Die L80 gibt das ganze hörbare Tonspektrum bis zu den tiefsten Orgelbässen wieder. Sie ist dem gewaltigsten Orchesterfortissimo gewachsen, aber sie artikuliert klar und deutlich auch einen hauchzarten Geigenbogenstrich.

Die Tonarme unserer Plattenspieler sind Präzisionswerkzeuge. Genau errechnete Krümmungen, fein justierbare Gegengewichte, Federn und Seilzüge stellen ein kompliziertes Gleichgewicht her, bei dem die Nadel fast kräftefrei durch die Schallrillen geführt wird. Edelsteinauflagen und Präzisionskugellager gewährleisten reibungsfreie Bewegung.

Die Verstärker (z. B. CSV 10, CSV 13, CSV 60 im Braun-Programm) sind die Steuerzentralen der Wiedergabeanlage. Mit dem Betriebsartenschalter wird die gewünschte Programmart wie Radio, Schallplatte oder Tonband gewählt. Mit Höhen-, Tiefen- und Balancereglern, mit einschaltbaren Rausch- und Rumpelfiltern kann man das Klangbild an die Eigenarten des Hörraums und die Besonderheiten der Schallquelle anpassen.

Das Braun HiFi Programm enthält passende Anlagen für jeden Wohnraum.

Konzertgetreue Stereo-Wiedergabe ist in einem kleinen Zimmer ebensogut möglich wie in großen Räumen. Die Geräte müssen nur richtig gewählt werden. Wir haben ein reiches und sorgfältig abgestimmtes Instrumentarium von Abspielgeräten, Steuerverstärkern und Lautsprechern entwickelt.

Einige empfehlenswerte Kombinationen sind hier aufgezeichnet. Sie reichen von einfachsten Zusammenstellungen, die das Prädikat High Fidelity schon zu Recht führen dürfen, bis zu den kostspieligen Anlagen, die ein Maximum dessen verwirklichen, was die Wiedergabetechnik heute überhaupt - inner- oder außerhalb professioneller Studios - leisten kann.

Musikanlagen von Braun passen in jeden Wohnraum - akustisch ebenso wie formal. Der weltbekannte und international ausgezeichnete Braun-„Stil" fügt sich in jedes Milieu, weil er selbst ohne eigenen Anspruch auftritt. Braun Geräte ordnen sich ebenso zurückhaltend in eine Ausstattung von Stilmöbeln wie in eine Umgebung moderner Möbel ein.

Naturgetreue Wiedergabe ist unbeschreiblich - man muß sie hören.

Wir sagen mit Bedacht „unbeschreiblich". Denn vieltausendfache Erfahrung hat uns gelehrt, daß auch die farbigste Schilderung den Hörer nicht annähernd auf das Erlebnis dieser Wiedergabe vorbereiten kann. Man muß sie hören. Darum schaffen wir ständig neue Vorführmöglichkeiten, veranstalten Schallplattenkonzerte, laden wir immer wieder zu Demonstrationen ein.

Konzerte finden in Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Köln, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart, Vorführungen in vielen weiteren Braun-Büros und bei Fachhändlern statt.



Bitte bedienen Sie sich dieses Abschnitts, um - unverbindlich und kostenlos — Informationen bzw. Nachweise anzufordern.


Machen Sie es bitte nicht, das mit dem Ankreuzen und Wegschicken. Da kommt nichts mehr zurück.

 

 

 

 

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