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Aus der Funkschau 1978 Heft Nr. 25 kommt hier
"100 Jahre Ton- und Bildspeicherung"
Artikel Nr. 28

von Prof. Dr. hc. Walter Bruch in 1977

Bild 154. Pathe's Grammophon
Bild 155. Ein Radiolautsprecher mit Papierkonus (Crosley, 1925)

Der Rice-Kellogg-Lautsprecher

Das trichterlose Grammophon von Pathe mit seinem Papierkonus (Bild 154) und ein Papierkonus- Lautsprecher aus dem Jahre 1926 (Bild 155) verlocken zu einem Vergleich, zu einer Erklärung dessen, was 1927 dem Normalverbraucher Neues gebracht wurde.
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  • Bild 154: Pathes Grammophon mit Papierkonus- "Sprecher". Für den Übergang zur Elektronik war das mechanische Hebelsystem zwischen Nadel und Konus durch den mechanisch-elektrischen Wandler, den Verstärker und das elektromagnetische Antriebssystem für den Konus als Lautsprecher zu ersetzen.



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  • Bild 155. Ein Radiolautsprecher mit Papierkonus (Crosley, 1925)

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Trieb beim Pathe-Spieler die Nadel über ein Hebelwerk den Konus in fester Kopplung direkt an, so war nun das winzige Hebelwerk durch die mechanisch-elektrische Wandlung (Tonabnehmer, Pick-Up), einen regelbaren Verstärker und ein elektrisch-mechanisches Antriebssystem für den Konus zu ersetzen.


Eine solche Anlage aus dem Jahre 1930 mit einem Lautsprecher mit Faltmembran sowie als sogenannte Kraftverstärkeranlage mit zwei Rice-Kellogg-Lautsprechern zeigt Bild 156.
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Bild 156. Das Tischgrammophon ist mit einem Tonabnehmer versehen, dessen (separater) Verstärkungsregler statt der Abstimmspule in den Audionempfänger (mit einem Faltmembran-Lautsprecher) gesteckt ist (Heimspielanlage). Ergänzt mit „Kraftverstärkern" und dynamischen „Kraftlautsprechern", wurde daraus eine Saalanlage (Telefunken, um 1930)

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Bild 157. Die möglichen Wandler- Systeme laut Kellogg
Bild 158. Das Grundprinzip des magnetischen Wandlers

Neu - die elektromagnetische Wandlung

Nachdem sein Kollege Rice wenig erfolgreich mit der piezoelektrischen Wandlung experimentiert hatte, entschied sich Kellogg für die elektromagnetische Wandlung.

In einem Bild (unser Bild 157) stellte er die ihm als realisierbar vorschwebenden Systemmöglichkeiten für einen solchen Tonabnehmer dar.

  • Bild 157. In der Erstveröffentlichung über elektromagnetische Tonabnehmer [80] stellte Kellogg die möglichen Systeme zusammen. Heute, 50 Jahre nach dieser Veröffentlichung, wäre nur noch dasjenige System hinzuzufügen, bei dem von der Nadel ein winziges Magnetchen in einer Spule bewegt wird, so daß das äußere Magnetfeld entfallen kann.

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  • Bild 158. Links: Das Grundprinzip des Wandlers mit gesteuertem magnetischen Fluß, Mitte und rechts: die von Kellogg gewählte Vierpolausführung und ihre Funktion


Er entschied sich für ein System, bei dem ein Weicheisenanker den magnetischen Fluß in einer Spule verändert und dadurch eine Spannung dort induziert (Bild 158).
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Bild 159a Das deutsche AEG-Patent [82]
Bild 159b

Für die endgültige Ausführung wurde das Vierpolsystem gewählt, wobei die Gummidämpfung und die Rückstellkraft in das als Vierkant ausgeführte Lager verlegt wurden.
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Wie die GE-Patente über die AEG zu Telefunken kamen . . .

Die engen Beziehungen der deutschen AEG zur amerikanischen General Electric (Anmerkung: GE war Aktionär der AEG) und damit der AEG- und Siemens-Tochter Telefunken zur General Electric bewirkten, daß die GE-Patente über die AEG zu Telefunken kamen und dort die Weiterentwicklung durchgeführt wurde.

Die AEG-Patentschrift von 1926 [82] enthält eine detaillierte Zeichnung dieses ersten serienmäßig gefertigten Tonabnehmers (Bild 159).

(Fortsetzung folgt)

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Das Literaturverzeichnis (die Quellen) zu den Artikeln 1 bis 39

finden Sie am Ende dieser ersten Artikelserie auf einer eigenen Literatur-Seite. Die dann folgenden nächsten 32 Artikel über die Magnetband/Tonbandaufzeichnung finden Sie hier in unserem Magentbandmuseum.

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