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Ein Blick zurück in die Anfänge der echten Highfidelity

Der SV140 - deutsches Spitzengerät
mein 2ter STR 6120 aus 2008
ein Promotion-Foto aus 1969

Was gab es 1970 an deutschen Receivern oder Verstärkern über 2 x 25 Watt Sinus an 4 Ohm zu kaufen ? Das waren die großen Grundigs SV80 und SV140 und noch ein paar wenige edle und ganz besonders teure Modelle.

Doch alle deutschen Geräte lagen entweder im DIN 45500 Bereich, also die berühmten (voll ausreichenden) 2 x 15 Watt Sinus an 4 Ohm. Oder sie waren deutlich über der 1000.- DM Schallgrenze. Da die Revox A77 Einsteck-Endstufen aber breits 2 x 10 Watt an 8 Ohm leisteten, waren das alles keine Alternativen "für Aufsteiger". Dazu gab es noch eine paar neue leistungsfähigere "Japaner" von Pioneer, Kenwood und Sansui.

Denoch stach der SONY STR-6210 ganz deutlich aus der Masse der Hifi Geräte heraus, auch beim Preis. Aber mit guten "Kontakten" bekam man das "irgendwie" schon hin.


Als der SONY-Karton dann eines Abends einlandete, erstaunte erst mal das Gewicht. Das Ding war ja richtg schwer.

Und dann durfte ich einschalten, der 6120 war bereits auf deutsche 220 Volt eingestellt. Es war toll, ein "Aufsteiger-" Erlebnis ungeahnten Ausmaßes. Die UKW Qualität mit meinem Koss Pro4A Kopfhörern übertraf alles, das ich bis dahin gehört hatte, selbst den Scott 312D, der ja bislang so toll gewesen war.

Natürlich hatte ich ein paar Tage später schon mal einen Blick rein geworfen. Er gehörte ja jetzt mir !!

Der STR 6120 von oben
alles sauber modularisiert
der 240Watt Netztrafo
Einblick von unten

Das Innenleben war für meinen Wissenstand 1970/71 absolut beeindruckend. Soetwas hatte ich bis dato noch nie gesehen. Das war alles solide und robust und "unendlich" massiv und es war richtig "deutsch" und ordentlich und sauber und aufgeräumt.

Dagegen war der Scott 312D Tuner ein typisch ameri- kanisches Bastelgerät. Dieses (negative) Aha-Erlebnis wiederholte sich später beim Öffnen des Crown IC150 Vorverstärkers und des Phase Linear Vorverstärkers. Auch die super teuren SAE Geräte enttäuschten. Da war jeweils "nichts" drinnen.

Der Sony STR 6120 war sauber aufgebaut und hatte einen riesigen Trafo. In meinem Gerät damals war es - glaube ich - aber noch kein Schnittbandkern Trafo, (soweit ich mich erinnere) es war ein normaler M-Kern Trafo. Vermutlich gab es mehrere Ausführungen von diesem STR-6120.

Und mein damaliger STR 6120 Receiver hatte bereits 3 AUX Eingänge
, der jetzige (aus Amerika herüber geholte) hat noch den ursprünglichen Tape-Head Eingang anstelle des AUX 3. Es ist vermutlich aus der allerersten Serie, also ein sehr altes Gerät aus 1969/70.

Und die meisten Geräte hatten diesen dicken satten 240 Watt Schnittbandkerntrafo. Die SONY Ingenieure haben es sogar geschafft, auf dem Trafo an jeder Klemme (= Anzapfung der Wicklung) die jeweilige Spannung von 100 und 120 Volt sowie sogar die Sekundärspannungen aufzudrucken. Dazu ist dieser sowieso schon streuarme Trafo nochmals mit einer Haube aus Stahlblech gekapselt (ist auf diesem Foto entfernt).

Auch der Einblick von unten auf die vielen Drehschalter war damals wie heute beeindruckend. Das war alles grundsolide, es war eben das Spitzengerät von Sony. In dem STR 6120 gibt es nur ein einziges Vierfach Potentiometer (das später mal krächzen könnte), das kombinierte doppelte Lautstärkepoti mit dem doppelte Balancepoti vorne oben links. Alles andere sind Drehschalter, Stufenschalter oder Kippschalter.
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Doch schaun wir erst mal hinten drauf

Die Rückseite hinten links
Die Rückseite hinten rechts
Ein Teil der Netzteilkondensatoren
Der Spannungswähler bis 240V

Die SONY Geräte waren bereits vor 1965 für den Weltmarkt entwickelt und hatten von Anfang an Cinch und DIN Buchsen parallel und sogar mit Vorwiderständen, sodaß die deutschen niederpeglichen Bandgeräte an der DIN Buchse nicht übersteuert wurden.

Auch gab es bei den Japanern Eingänge satt. Zusätzlich hatte der SONY einen kleinen Bass-Boost, mit dem der Endverstärker für kleinere Regalboxen etwas getuned bzw. aufgehübscht wurde.

Die SONYs hatten allermeist auch einen "Ground" Anschluß
, um die Geräte untereinander zu "erden". Meine SONY Anlage hatte nie gebrummt wie so viele andere Anlagen.

Auf der rechten Seite sehen Sie die 8 Lautsprecher- klemmen, und das zu einer Zeit, als die "Weisheit der dickeren 2,5 qmm Lautsprecher-Kabel" erst so ganz langsam "dämmerte".

Auch gab es mehrere geschaltete
und ungeschaltete Netzbuchsen, hier aber immer die amerikanischen Buchsen.

SONY schaffte es damals schon
, weltweit benutzbare zukunftssichere Geräte mit 4 wählbaren Spannungen zu entwickeln und zu produzieren. Die Engländer hatten schon lange vor unseren 230 Volt die 240 Volt Netzspannung.

Unsere deutsche DIN Hifi-Geräte mußten
daher in teuren Spezialversionen auf diese ausländischen Märkte "getragen" werden, und das war natürlich völliger viel zu teurer Unsinn. Merkwürdigerweise konnten wir in Deutschland auch um 1980 soetwas immer noch nicht von den pfiffigen Japanern lernen.
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Auch das hatten die SONY Mannen super im Griff - den "Touch"

Das UKW Frontend mit dem Seilzug zum Drehkondensator und der großen Schwungmasse.
Die soliden Schalter und Drehschalter von unten gesehen

Unter dem "Touch and Feel" versteht man das Anfass- gefühl des Bedieners, und damit meist auch des Eigentümers. Das bedeutet, die Schalter sollen bzw. müssen richtig satt klicken und sauber einrasten. So wie bei Mercedes die Ingenieure damals tagelang die Auto-Türen mit sattem "Wumm" zuwarfen, (heute macht das ein Roboter) fühlen sich die Schalter an diesem STR 6120 an.

Gegen die primitiven deutschen Preh-Drucktasten an den frühen Grundigs und Telefunkens war das eine "Erleuchtung". Natürlich hatte das mit dem eigentlichen Hören erst mal gar nichts zu tun, doch wer als stolzer Besitzer dieses Luxus-Flagschiffs die UKW Sendeskala mit etwas Schwung von einer Seite auf die andere Seite "walzen" oder rollen ließ, der war richtig glücklich und spielte stundenlang "UKW Sender einstellen". Der große ALU-Knopf lud auch geradezu dazu ein, mit ihm zu spielen. Und die große schwere Schwungmasse sowie deren metallne leichtgängige Achslagerung waren perfekt ausgelegt.
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Die Augen "hörten" immer mit.

Hier konnte man schon recht früh erleben (wie viel viel später bei den Vinylplatten- Liebhabern), Augen, Ohren und Gefühl "sahen", fühlten und die Augen "hörten" immer mit.
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Sauberes Platinendesign streng symmetrisch aufgebaut

Der STR-6120 glänzt(e) mit hervorragenden technischen Daten. Das mußte ja von irgendwoher kommen. Die japanischen Ingenieure hatten sich wirklich weit aus dem Fenster gelehnt und ein zwar einseitiges, aber dafür sauberes Platinen-Design abgeliefert.

Die SONY Platinen machen allesamt einen sehr guten Eindruck. Auch ist das ganze Gerät für damalige Zeiten recht aufgeräumt im Vergleich zu den Drahtverhauen mancher Pioneer, Kenwood, AKAI oder JVC Geräte jener Zeit, die uns unter die Finger geraten waren.

Auch die eingesetzten bzw. "verbauten" Komponenten waren von sehr guter Qualität.
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Für 1970 war das eine edle Endstufe

satt dimensionierte Treiberstufen
Die Leistungstransistoren für 2x 60 Watt Sinus an 8Ohm

Mit seinen Endstufen glänzte SONY über Jahre. Sicher, die war nicht Diskotheken geprüft. Doch dafür war sie auch nie ausgelegt. Die Treiberplatine jedenfalls suchte ihresgleichen.

Daß ein stundenlanger 2 x 60 Watt Betrieb die relativ kleinen Kühlbleche nicht erfreuen würden, ist klar. Die werden dann ganz schön heiß. Dafür hätten sie frei auf der Rückwand angebracht sein müssen wie bei den späteren STR Receivern.

Doch die 2 x 60 Watt an 8 Ohm (und das von 20 bis 20.000 Hz) waren für 1970 exzellent und wurden bis dato nur von wenigen Geräten übertroffen. Jedenfalls konnte man damit so richtig gute und laute Wohnzimmer-Musik machen.
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Bei allem Lob, es gab auch Schattenseiten

Scheinbar war es damals noch allgemein üblich, einer optimalen besonders niederohmigen Verbindung zu den Lautsprechern keine so große Aufmerksamkeit zu schenken. Die deutschen Geräte mit ihren schwachbrüstigen DIN Steckern waren ja sowieso mit Abstand schwächer.

Die Lautsprecherleitungen des STR 6120 wurden von den Endstufentransistoren mit relativ dünnen Drähten bis ganz nach links vorne an den Drehschalter geführt und dann auch noch mit den Kopfhörerbuchsen über weitere Kontakte durch Einstecken abgeschaltet.

Und dann mußten die Leitungen ja wieder bis ganz nach hinten an die Klemmen. Daß der Verstärker dennoch so gut klingt, ist schon erstaunlich. Wie toll würde der erst klingen, wenn die Verkabelung ohne Umwege von den Endstufen zu den LS-Klemmen verlegt würde ? Na ja, mal sehen - da haben wir noch die Hochstromklemmen, die auch der B251 von Revox bekommen hatte.

Das Netzkabel wird auch direkt neben den Lautsprecherleitungen bis nach vorne zum Netzschalter hinter der Frontplatte geführt, ist aber zum Glück komplett abgeschirmt und dazu geerdet.
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Es geht weiter, da kommt noch etwas.

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