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Der Sony CDP-557-ESD CD Spieler aus 1988/89

Beide zu schwer zum Putzen
nicht nur theoretisch perfekt

April 2011 - Der SONY CDP-557ESD war einer der ältesten Spitzenklasse CD-Einzel-Spieler (zu seiner Zeit), der natürlich bei mir verblieben ist. Die gewichtigen 18 Kilo sollten damals etwa 3500.- D-Mark kosten, der Straßenpreis pendelte sich bei 2900.- DM ein. Auch das war schon ein ganz schön dicker Brocken.

Doch nach einigen früheren Versuchen aus 1983/84 mit diversen CD Spielern von Sharp, JVC über Philips und Grundig bis hin zu Yamaha produzierte der Sony um 1988/89 damals die mit Abstand beste "Klangwiedergabe", was immer das heute in 2015 bedeutet.

Anmerkung : Eine euphorische Berichterstattung in Form eines Tests vom März 1988 in der stereoplay 1988 lesen Sie hier. Jedoch nicht vergessen, die Beurteilung hatte immer eine recht kurze "Halbwertzeit".

Und natürlich war der CDP-557-ES (zu seiner Zeit) auch überall absoluter Testsieger oder absolute Spitzenklasse 1 oder III oder hatte 35 Ohren bekommen und Lob (oder Schleim) dazu - gleich kiloweise oder in 10 Liter Eimern. SONY konnnte sich gar nicht retten vor Lobhudelei - jedenfalls genau so lange, wie das jeweilige Magazin aktuell war - also genau einen Monat lang. Dann kam nämlich der nächste absolute Testsieger (vom Wettbewerb) in der absoluten Spitzenklasse 2 oder IV mit nunmehr 37 oder gar 39 Ohren. - So war das damals und so ist es heute noch.

Mein CDP 557 ESD geht in 2011 noch und spielt nach wie vor hervoragend. Alleine das Netzteil scheint gelitten zu haben. Man merkt das beim erstmaligen Einschalten mit einem richtigen kurzen Zischgeräusch. (Der Kontakt im Schalter scheint verbrotzelt zu sein.) Ein Einschaltstrom begrenzende NTC Widerstand an der Netzsicherung würde vielleicht Wunder wirken.

Alles an diesem Gerät war überdimensional "edel".

Die Laufwerksschublade mit Schub- stange und den beiden Trafos
Das Druckgusschassis mit dem Linearmotor
Das Gehäusechassis verkupfert und 1mm stark

Dieser CD-Spieler setzte damals schon Maßstäbe. Das schwere Gerät hat mit den Holzseitenteilen ein Gesamtgewicht von 18 Kilo. Der Alu-Deckel ist regelrecht massiv. Soetwas findet man in dieser Preislage heutzutage nirgendwo mehr.

(Nachtrag : Das hat sich ab 2010 wieder mal geändert. Inzwischen werden - zwar in homöopatischen Dosen - wieder 30 Kilo CD-Spieler angeboten.)

Die beiden einzelnen voll geschirmten und vergossenen Netztrafos für den analogen Teil und den digitalen Teil, das war schon etwas Besonderes.

Die Kondensatorenbatterien innen drinnen hätten mancher 2x25 Watt Endstufe zur Ehre gereicht. Und Relais hat das Teil auch ganz viele. Selbst auf der Platine mit dem eigenen Kopfhörerverstärker ist ein Relais zur Stummschaltung drauf. Der gekapselte motorische Lautstärkeregler für den Kopfhörer (und auch für den variablen Ausgang) ist wertiger als manch einer in einem der (damaligen) 2.000.- Marks Receiver.

Die Bodenplatte ist ebenso wie das ganze Chassis aus etwa 1mm Stahlblech mit einer Kupferbeschichtung. Die inneren Seitenteile links und rechts sind auch aus 1mm Stahlblecht und auch der Alu-Deckel ist richtig massiv. Die 18 Kilo haben schon einen Ursprung. Dieses Gerät zittert nicht, selbst bei einem Erdbeben (vermutlich - wir hatten noch keines).
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Diese SONY Qualität war damals über alle Zweifel erhaben.

Ein Frequenzbereich von 2 bis 20.000Hz mit einer Abweichung von ±0,5dB war angegeben. Der Signal-Rauschabstand betrage 115dB, etwa gleichermassen die Kanaltrennung mit 110dB. Der Dynamikumfang betrage mehr as 100dB. Damit ist der Player um zig dB besser aus die theoretische Spezifikation unserer CDs.
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Eigentlich hat er zwei einzelne verkupferte Chassis.

links die Trafos mit dem Laufwerk
vorne Aanlog- und Digitalteil

Der Aufwand an Trennung von Digital- und Analog Teil war schon gewaltig. Zwei voll gekapselte Netztrafos und 2 völllig getrennte Baugruppen mit jeweils eigenen einzelnen Netzteilen sprechen Bände.
Die beiden Trennwände in der Mitte des Gerätes haben nur wenige Löcher. Das gesamte CD Laufwerk mit den Trafos ist von der Elektronik auf der rechten Seite absolut getrennt. Die für einen CD-Spieler recht großen Trafos sind beide mit eigenen Metallkappen versehen und können so keinen Brumm in den Audiobereich einstreuen. Von der Seite aus sieht man die beiden "Kammern" und den hinteren Trafo für den digitalen Teil des Gerätes.

Für die Ewigkeit gebaut

Das CD Laufwerk hat mindestens 3 Motoren. Einer davon ist ein sogenannter Linearmotor, der den Laser unter der CD hin und her schiebt (macht man heute auch nicht mehr). Die Schubalde für die CD fährt, so richtig Eindruck schindend, ganz leise und dazu richtig seriös langsam rein und raus.

Die Gleitstange des Schlittens würde manchem heutigen Flachbettscanner zur Ehre gereichen. Der jeweilige Endanschlag wird mit einem satten "Blub" erreicht, fast wie die Tür eines Mercedes 500. Innen drinnen drückt ein motorisch gesteuerter Arm die CD auf ihren Drehteller. Ohne CD wird mit diesem Arm die Linse des Lasers abgedeckt, sodaß dort nahezu kein Staub einlanden kann.

Von oben kann man es fast nicht sehen, das Alu-Gußchassis des Laufwerkes. Es ist, von unten gesehen, ein gewaltiges Teil, wie der gesamte Spieler sowieso.
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Die Analogplatine (rechts) und die Digitalplatine (Links)
der symmetrische Aufbau des Audio-Teils

Aus einer Zeit, in der sich Sony noch richtig Mühe gegeben hatte . . .

Links sehen Sie den digitalen Steuerungsteil des Laufwerkes auf einer eigenen Platine mit einem eigenen Netzteil ganz links vorne mit den großen grünen Kondensatoren.

Rechts auf der zweiten Platine sind der digitale und analoge Audioteil untergebracht.

Der Aufbau des digitalen und des analogen Audioteiles ist optisch streng symmetrisch, nicht nur elektrisch symmentrisch. In der Mitte der Platine sind die kanaltrennden Masse-Schienen zu sehen, links an den violetten Kondensatoren beginnend.

Der digitale Audioteil links mit den 4 großen Chips hat ebenfalls sein eigenens Netzteil, dann rechts der analoge Audioteil auch wiederum mit einem eigenen symmetrischen Netzteil.

Selbst der motorische Lautstärkeregler des Kopfhörerausganges würde manchem Vollverstärker zur Ehre gereichen, wenn er ihn denn hätte. Das rings herum verkupferte Stahlblech-Chassis mit der 5mm Alu-Frontplatte macht einen sehr sehr soliden Eindruck.

Auch die Ausgänge sind für jeden Zweck optimal, analog fest und analog variable, Digital über Cinch oder über Glasfaser out, es ist an alles gedacht.

Der ganz hinten links bei den Trafos sitzende Netzschalter wird über eine lange Schubstange gesteuert. Soetwas ist aufwendig, aber wirksam und soetwas hatten meines Wissens nach erstmalig 20 Jahre vorher - 1968 - die beiden Grundig Spitzengeräte - der Tuner RT100 und der Vollverstärker SV140.

Aber auch dieses Gerät kommt in die Jahre.

Es fiel mir schon seit ein paar Jahren auf, der Netzschalter zischt beim erstmaligen Einschalten nach längerer Pause. Da sollte mal nachgesehen werden, woran das liegen könnte. Vermutet hatte ich einen Fehler in einem der Netzteikondensatoren, der für einen übergroßen Einschaltstrom stehen könnte. Doch die sind bislang noch ok. Man sollte dort aber immer zuerst nachschaun bzw. die Kapazitäten nachmessen.

Doch es war der oder die zu schwache(n) Kontaktköpf(e) innerhalb des Netzschalters. Beide Kontakt-Kuppen sind korrodiert und/oder abgebrannt und darum spratzelt es beim Einschalten, bis es irgendwann gar nicht mehr geht. Also mal sehen, in welchen Geräten diese Schalter samt Schubstange noch verbaut sind. Eventuell hilft ein ganz neuer Knitter-Micro-Schalter auf der Rückseite bzw. der Rückwand
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Träumer und Idealisten in ebay "heben" mit ihren Preisen regelrecht "ab".

Im Herbst / Winter 2012 werden in ebay absolut irrealistische Beträge geboten. Die Käufer bzw. Bieter scheinen absolut beratungsresistent zu agieren. In vielen Foren ließt man doch, daß es für den zentralen Kern dieses CD Players keine Abtast-Laser mehr gibt und der Laser ist nun mal der Knackpunkt. Ist er hin, werfen Sie dies Teil gerade mal weg. In diesen Geräten war die Technik des Lasers untrennbar mit der Steuerelektronik verbunden und da kann man nichts tricksen.

Seit 2011 - Daß natürlich SONY als Weltmarke seine Image-Produkte bei den treuen Kunden dermaßen schleifen läßt, ist eine andere Geschichte und das ist besonders schade. Denn SONY geht es seit ein paar Jahren (etwa seit 2005) finanziell sehr schlecht. Und jetzt wird gespart, wo es nur geht.

Grundig und andere europäische Hersteller haben solche Eigentore plaktiv vorgmacht und lassen (aus dem Jenseits) grüßen, die gibt es nämlich nicht mehr. (Das mit den Ersatzteilen war aber nicht der Hauptgrund des Scheiterns.) Selbst Philips hat irgendwann um 2014 herum die gesamte defizitäre Audio-Division verhökert.
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Und somit ist ein Auktionspreis - wo auch immer - von über hundert Euro - absolut dämlich.

Selbst wenn Sie gar keine Musik hören wollen und ihn nur anschaun wollen, zeigt das Display dann nichts mehr an. Das schönste Gehäuse mit den tollsten Displays nutzt nichts, wenn kein Ton mehr raus kommt.

Und übrigens - der Sony XA-50-ES klingt (aber nur mit wenigen ausgesuchten CDs) hörbar besser als der 10 Jahre ältere CDP 557 ES. Hier im Studio stehen Sie beide.
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