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Angeblich war der Ton beim Fernsehen ein Stiefkind .....

von Gert Redlich im Juni 2018 - Ja, es stimmt, am Anfang des schwarz-weißen Fernsehens war das so. Das Bild war anfänglich so unvollkommen, daß die Technik sch darauf konzentrierte, das zuerst zu verbessern. Der Ton kam immer hinten dran. Das änderte sich, als beim Fernsehen die Farbe Einzug hielt und auch die Aufzeichnung auf das Magnetband perfektioniert wurde.

Die ersten Farbfernseher hatten auf einmal "richtige" Lautsprecher und einen 10 Watt Verstärker, der schon ganz gut geklungen hatte, wenn das Programm stimmte. Noch später bekamen wir das Stereo-Fernsehen und damit 2 x 10 Watt Verstärker. Und es wurden immer mehr Unterhaltungssendungen mit mittleren und großen Orchestern - zum Beispiel dem damals populären James Last Orchester - gesendet, oft natürlich live.

Im Studio war das mit den Mikrofonen kein Problem, doch bei großen Außenübertragungen war der Aufwand erheblich. Und deshalb wurde in den späteren großen Fernseh-Studiokameras ein "Tonanschluß" vorgesehen, in Stereo natürlich und natürlich auch qualitativ vom Feinsten.
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Mehr über diese Mikrofon-Technik lesen Sie in den Sennheiser Prospekten und auf Jörg Wuttkes Mikrofonseiten.
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Die großen Fernsehkameras fielen immer auf, die einzelnen Mikrofone kaum.

Beim Betrachten der Fotos der alten großen Studiokameras der Darmstädter Fernseh GmbH aus der Nähe fallen den Technik Interessierten Betrachtern am unteren Teil des Kamerakopfes 2 große XLR Buchsen ins Auge. Was suchen denn diese XLR Buchsen an einer Kamera im Fernseh-Studio, da es dort doch genügend abgehängte Deckenmikrofone gibt ?
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Beim noch genauerem Hinsehen ... das ist ja richtig edel ...

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12 Volt Tonaderspeisung und 48 Volt Phantomspeisung

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Rundherum um diese Buchsen gibt es Drehschalter, die dem erfahrenen "Ton-Mann" von der Beschriftung her schon aussagen, daß die Konstrukteure genau wußten, was sie da machen.

Neben den dynamischen Mikros werden Kondensatormikrofone sowohl mit 12 Volt Tonaderspeisung (altes System Sennheiser) und 48 Volt Phantomspeisung (aktuelles Speise-System) unterstützt. Und es gibt pro Eingang einen Vorpegel-Abschwächer, der schon an dieser Stelle Übersteuerungen vermeiden hilft. Das ist qualitativ ganz oben im audiotechnischen Studiobereich angesiedelt.
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Ein Blick in das Innenleben zeigt die edle Technik

Zwei gekapselte Haufe Übertrager / Impedanzwandler direkt an den Eingangsbuchsen stechen sofort ins Auge, die nachfolgenden runden Operationsverstärker waren das damals Feinste (rauschärmste) das es gab.
Es verblüfft auch die Menge der ICs und Chips, die dort verbaut sind. Die ganze Baugruppe (es ist ein Einschub) ist in einem versilberten "Mumetall" Abschirmgehäuse störstrahlungsdicht umgeben und an vielen Stellen zusätzlich verlötet.
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Das hier ist die "Wanne" unter dem Kamerakopf der KCM 125


Das erste Bild zeigt denKamerakopf (beige) mit der Wanne (schwarz) unten drunter.



Rechts im Bild der leere Teil in dem schwarzen "Kasten" ist Einschub-Platz für den obigen Mikrofon- Vorverstärker- Einschub. Nicht jede dieser Kameras ist damit ausgerüstet.




Man erkennt die beiden vergoldeten Audio-Steckverbinder und die Spannungsversorgung in der Mitte.




Hier ein Detailfoto der Anschlüsse  .........





und hier die Rückseite des voll gekapselten Einschubs.
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An jeder KCM 125 Farb-Kamera gibt es an der CCU ein XLR-Stereo-Paar

Ist das Mikrofon-Signal erstmal auf den üblichen Studio Norm- pegel hochverstärkt, kann es über hunderte von Metern nahezu verlustfrei in höchster Qualität bis zur CCU (der Kamera Kontrollleinheit) und damit bis in die Tonregie oder den Ü-Wagen übertragen werden.

Und da sind sie wieder, die beiden XLR Buchsen, deren Signal jetzt direkt zum Mischpult geleitet wird.
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Dennoch, seit über 20 Jahren alles Schnee von gestern

Die heutigen Mikrofone im Studio als auch am Set (z.B. beim Filmdreh) haben kleine hochwertige Funksender, die beim "Ton-Mann" an seiner Technik ankommen.
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