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Der Grundig XV5000 Vorverstärker und auch der SXV6000

Die beiden XV (volle 100mm und SXV = Slimline) Vorverstärker waren vielleicht die Glanzleistung der Grundig Ingenieure. Die kratzten schon am oberen Hifi-Himmel und hatten sogar Cinch und DIN Buchsen, also ein Anfang von universell. Ebenso gab es einen MM- und MC- Vorverstärker vom Feinsten.

Im Unterschied zum V5000 kann das (vierfach) Klangregelnetzwerk überbrückt werden, sonst scheinen die Vorverstärkerteile des XV5000 und des V5000 identisch zu sein.

Der Grundig XV5000 ist das "Frontend" vom V5000

Voverstärker mit Tapedeck
innen ist er fast leer
ungeschirmte Audio Verbindungen
DIN Ausgänge und
DIN und Cinch Eingänge

1981 - aktive Lautsprecher "schienen" in zu sein. Nachdem die Entwickler bei Grundig ebenfalls (wie bei Braun die LV720, bei Heco die P7302 SLV und Canton die Ergo Aktiv) erkannt hatten, daß aktive Lautsprecher und bei Grundig die XSM 3000 sogar mit 4 (vier) Endstufen erheblich mehr Hifi-Qualität bringen als passive Boxen, brauchten sie natürlich einen sehr guten Vorverstärker.

Das war dann der XV5000
in der Größe der V5000 und A5000 Geräte - sowie der entsprechenden Tuner und der Kassettengeräte. Wir haben im Mai 2011 einen solchen XV-5000 bekommen.

Im XV5000 fällt besonders auf, daß sehr widersprüchliche Konzepte und Gedanken in die Konstruktion eingflossen sind. Mehr darüber auf einer separaten Seite.

Auf jeden Fall konnte man den gesamten Vor-Vor-Verstärkerteil aus dem V5000 übernehmen, etwas ergänzen und so eine Menge Entwicklungsarbeit sparen.

Nachteil ist, die Trimmregler und Umschalter des Moving Coil Bereiches
sind (nur) von unten zu bedienen. Doch das macht auch der Hifi-Freak nur einmal. Zumindest war es ein Tribut an die Entwicklung einer HighEnd Technik, die Grundig bislang nicht angeboten hatte und die auch nicht von Grundig kam. Früher hatte Grundig die Anderen mit immer neuen Entwicklungen vor sich her getrieben (oft sogar virtuell "geprügelt"). So langsam kehrte sich das um.

Was man aber nicht auf Anhieb sehen kann, da gibt es doch eine kleine "Endstufe" auf der Platine in der Mitte auf bzw. neben dem vermeintlichen Netzteil. Der XV5000 liefert eine enorme unverzerrte NF Ausgangspannung bis zu 15 Volt an 600 Ohm Last. Das ist absolut bemerkenswert, denn damit lassen sich auch lange NF-Zuleitungen zu entfernten (aktiven) Lautsprechern realisieren. So etwas hatte weder der Braun Tuner-Vorverstärker CES 1020 noch der Braun (nur) Vorverstärker zu bieten.

Der Linear-Schalter schaltet nicht auf Linear

Das hat mich etwas erstaunt: Der Schalter für "Linear" überbrückt nur die "Loudness Korrektur" der Lautstärkeregelung. Die 4 "Klangregler" sind weiterhin aktiv. Und ohne präzise (Stereo-) Potis mit einer gerasteten Mittenstellung ist die Einstellung ziemlich willkürlich. Soetwas hat natürlich in einem Gerät der Spitzenklasse nichts zu suchen und wertet manche gute Eigenschaft wieder ab - schade.

Zumindest hier hat "Keiner" mit Kontaktspray "rumgemacht".

Der Vorverstärker hat vermutlich bereits vor längerer Zeit komplett den Geist aufgegeben, weil ein oder mehrere Tantals gestorben sind. Und Niemand kam (zum Glück) auf die Idee, da mit irgendwelchen ätzenden Sprays nachzuhelfen.

Spannungsregelung und Ausgangsverstärker

Der Ausgangsverstärker des XV 5000

Bei diesem Vorverstärker wurden leider auch einige Kompromisse eingegangen. Die gesamte Vorstufe wird mit stabilisierten 57 Volt gespeist. Es wäre bereits 1980 ein müdes Lächeln gewesen, hier mit zwei Spannungen, also mit +24V und -24V symmetrisch zu arbeiten und damit wären alle Koppelkondensatoren in den Audiowegen obsolet gewesen.

So kämpfen alle heutigen Reparateure mit dem Austausch von Unmengen von inzwischen gealterten Koppelkondensatoren. Aber bereits damals, als die Geräte neu waren, waren diese Kondensatoren eine arge Bremse auf dem Weg zum High-End nach ganz oben.
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Ich hatte auf der Seite von dem damals so hochgelobten Grundig MXV 100 geschrieben, daß dieser (kleine) Vorverstärker (bereits damals, als er neu war,) einfach nicht geklungen hatte und der (zufälige) Austausch gegen einen Accuphase Vorverstärker völlig neue Dimensionen an Musik hervorgebracht hatte. Und das geschah an den gleichen XSM300 Grundig (Aktiv-) Lautsprechern.

Der Ausgangsverstärker des XV5000 ist da viel aufwendiger konzipiert und hat in den "Endstufen
" ein Pärchen BD137/BD138, die durchaus einem guten 8 Watt Verstärker alle Ehre machen würden. Zur DIN-Ausgangs-Buchse hingegen liegen ein 10 Ohm Widerstand und ein 470uF Kondensator. Die Last ist laut Datenblatt auf 600 Ohm festgelegt.

Der Soundtest wird zeigen, ob er nach dem Austausch dieser Schwachstellen einem mittelmäßigen Accuphase das Wasser reichen kann, also ob die "nachträglichen" Vorschusslorbeeren gerechtfertigt würden.
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