Ein neuer Markt tat sich auf - "Mini"-Anlagen wurden "in".
April 2011 - Hier etwas über den Grundig MXV 100 :
Was heute in 2010 als "cool" oder "voll krass" bezeichnet wird, war damals einfach nur "in". Und "in" waren die kleinen japanischen Mini-Anlagen. Das war zwar alles die untere Kategorie, doch hier war eine Lücke. Und Grundig wollte oder mußte etwas anbieten. Außerdem war der inzwischen alt geworden Max auf der Suche nach neuen noch nicht abgedeckten Bereichen, da das mit den Farbfernsehern so langsam abflaute bzw. zum Problemfall wurde.
Dann kam ein bombastischer Test des kleinen MXV100 Vorverstärkers in einer unserer "Glaubenszeitschriften". Und um das auszuprobieren mußte erst mal solch ein Teil her. Damals 1981 kaufte ich auch gleich zwei, dazu eine ganze Anlage für meine Eltern, die es auch nicht mehr so groß haben wollten.
Es ist schade, denn er klingt nicht.
Dann kam das große Erwachen. Dieser MXV100 war technisch sicher überhaupt nicht schlecht, innen drinnen wirklich mustergültig aufgebaut, super tolle gemessene technische Daten und mit seiner wirklich einfachen Bedienung konnte er richtig gefallen. Doch klingen wollte er nicht, trotz Loudness (Grundig nannte es Kontur) und Klangreglern.
Ich probierte diverse Endstufen aus und diverse Lautsprecher, es half nichts. Dann erstand ich im Sonderangebot 2 große 4-Kanal Grundig XSM 300 Aktivboxen vom Feinsten. Auch damit klang es (nur) mittelmäßig. Das "Warum" hatte ich nicht weiter untersucht. Meine Eltern waren zufrieden.
Ich legte meinen MXV 100 dann (dann für 2 Jahrzehnte) auf die Seite und schloß damals fast zufällig einen Accuphase Vorverstärker an die aktiven XSM 3000 Boxen an und Potz Blitz, es taten sich Welten von unglaublicher Dynamik und von riesigen Stereo-Erlebnissen auf. Also an den Grundig-Boxen hatte es nicht gelegen. Die sahen halt braun und stoffbespannt nur urkomisch altbacken aus, und das damals schon.
Modifikation für 230 Volt - die Kühlung.
Ob es wirklich notwendig war, wird sich noch zeigen. Jedenfalls war das kleine Stück Blech der DIN- Buchsenabschirmung, das auch als Kühlblech mit benutzt wurde, deutlich braun angelaufen und demnach für die inzwischen 230 Volt Netzspannung nicht mehr geeignet bzw. überfordert.
Mit einem Stück 5mm Alumaterial wird jetzt das hintere Gehäuseteil als Kühlkörper mit benutzt und das (ehemals) kleine Kühlblech wird fast nicht mehr warm. Die 3mm Schraube geht durch beide Bleche durch und diese Schichtung hat überall genügend Wärmeleitpaste.
Der Test, wie er wirklich klingt (im Vergleich), der kommt in Kürze.
Dazu werden neue "DIN auf Cinch" Adapter gelötet, denn die alten sind alle ziemlich korrodiert.
Ein MT100 Tuner ist auch vorhanden und wird in Kürze zerlegt.
Der Tuner (also der Nachfolger von dem Tuner im Bild rechts) war mit seiner digitalen Frequenzanzeige damals das nahezu modernste Teil auf dem Markt, das für Normalos überhaupt erschwinglich war.
Die Empfangsqualität war damals wirklich gut, auch in Ballungsgebieten wie Rhein Main.









