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Ein Grundig V5000 ist eingelandet - ein großer Vollverstärker.

das silberne Gesicht
die Frontplatte
das Innenleben
der Volumenregler
der Balanceregler
ein Klangregler
der Netztrafo
die Elko-"Batterie"
der Eingangsumschalter

März 2011 - Der Grundig V 5000 (Vollverstärker) war (wie auch der A5000 als "nur" Endverstärker) das Spitzengerät bei den Verstärkern dieser Generation und auch das dickste Leistungspaket, daß jemals (also bis dahin) bei Grundig entwickelt und (in Portugal als "Made by Grundig") hergestellt wurde. Damit wollte Max Grundig nocheinmal an die Weltspitze aufschließen.

Wir haben einen V 5000 Type 55032 mit Seriennummer 17820 hier stehen. Doch das Grundig Image war (von den reparaturintensiven Fernsehern und Bandgeräten her) bereits dahin und keiner traute den Grundig Geräten mehr so recht über den Weg. Der Spruch: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert" hatte bei Grundig ab Ende der 70er Jahre überhaupt nicht gegolten, eher im Gegenteil. Man traute diesen hervorragenden Geräten einfach nichts mehr zu.

Außerdem war der Hifi Markt gerade europaweit am Kippen. Und als endlich die ersten Tests herauskamen, die den Geräten dieser Serie durchweg hervorragende Technik bescheinigten, nahm Max Grundig diese Teile schon wieder aus dem Programm und ersetzte sie mit Plastik-"Gurken".

Alles in Allem war das eine völlig hektische, übereilte und fatale Produktpolitik. Dennoch sind einige zigtausend von diesen durchweg gelungenen Geräten gebaut worden und auch verkauft worden.

Überlegte und durchdachte Konzeptionen

Das schwerste Teil ist der edle dicke vergossene 450 Watt Schnittbandkern-Trafo, der insgesamt 5 Sekundärwicklungen hat. Jede der beiden Endstufen wird mit eigenen aus den eigenen Wicklungen 2 x 30 Volt AC gespeist, hat dann jeweils 4 getrennte Hochleistungsdioden als Gleichrichter (das sind dann +-40 Volt DC) und je Kanal dann auch noch 2 x 10.000uF (insgesamt 4 Stück) Netzteilkondensatoren. Das ist elektrischer "Saft" pur, das haben nicht mal die großen Edelgeräte der Japaner.

Dazu hat die Endstufe einen diesmal gut dimensionierten Rippen-Kühlkörper, auf dem die Leistungstransitoren wie auch die Vorstufentransitoren montiert sind, mit zwei Übertemperaturschaltern. Die Ab-/Umluft kann thermisch zirkulieren. Das elektrische Ergebnis (die Musik) wird über zwei große Relais an die Lautsprecher angeschaltet. Von den DIN Lautsprecher-Buchsen wollten oder durften sie aber nicht abgehen. Zumal Grundig im gleichen Programm auch zwei Vorverstärker hatte und damit die eigenen aktiven 3-Wege- Lautsprecher ansteuern konnte. Es war also richtig viel Spitzenklassen-Potential da.

Es gibt da den Spruch: Leider zur falschen Zeit an der falschen Stelle. Das ist teiweise richtig. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Japaner den Massen-Markt nahezu voll abgegrast und der verbleibende Highend Markt war sich von Grundig selbst verbaut worden.

Die Optik ist heute noch ansprechend

Ein großer linearer Pegelsteller für das Lautstärkeniveau in Verbindung mit einem großen Volumenregler liegt gut in der Hand, die 4 Stereo-Klangregler sollte man eigentlich gar nicht brauchen und alle anderen Bedienlemente sind sehr angenehm übersichtlich und funktionell angeordnet. Das Äußere sieht heute noch edel aus.

Lange bemängelt wurden deutsche Kopfhörerbuchsen wie bei Uher und anderen. Grundig hatte recht schnell auf die große Klinke umgeschwenkt. Die Tape2 Buchse kam den deutschen Kunden noch einigermaßen entgegen. Doch zusätzliche Cinch Buchsen auf der Rückseite hätten diesem Gerät sicher gut getan.

Finger weg von Kontakt-Spray jeglicher Art

An dem Bild mit dem Klangregler sehen Sie, wie sich Kontaktspray verhält. Der Regler kratzt dann zwar eine paar Wochen ganz bestimmt nicht mehr, doch dann irgendwann geht er überhaupt nicht mehr.
Also das dicke Ende kommt immer mit Verzögerung. Und dann kommt irgendwann der Grünspan an allen umgebenen Teilen direkt neben dran und auch viel weiter weg und die unumkehrbare Korrosion beginnt..

Der Grundig Vollverstärker V5000 und die Endstufe A5000

Nach den jetzigen Unterlagen sind diese beiden Verstärker leistungsmäßig sehr ähnlich. Der A5000 als reine Endstufe hat laut Prospekt zwar nominell 20 Watt mehr Sinusleistung, das aber bei absolut gleichem Netzteil. Dafür hat der A5000 anstelle des Vorverstärkers (beim V5000) eine optische Leistungsanzeige für beide Kanäle und eine elektronische Leistungsbegrenzung, wer immer die benutzt hatte.

Die für die abgegebene Leistung wichtigen Teile wie Trafo, Gleichrichter, Kondensatoren, Kühlkörper und Transistoren sind baugleich. Auch der Schaltplan stimmt im Endstufen-Bereich weitgehend überein.

Beide Verstärker werden bei 2 x 100 Watt Sinus bei 1 kHz mit 0,02 % Klirrfaktor spezifiziert. Also die 100 Watt können sie beide. Ob der A5000 wirklich 20 Watt mehr kann ?? Ist das so wichtig ?? Irgendwann bekommen wir auch noch den A5000 und vergleichen mal die Stellen nach dem Komma.


Jetzt wird erst mal gemessen und überprüft und dann angeschlossen. Also mal sehen . . . . 


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