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Der Slimline Grundig Spitzen-Vorverstärker SXV 6000

Grundig SXV 6000 in Bronce
die LIN und DEFEAT Tasten
der Moving Coil Eingang
unser SXV 6000 mit Lüfter
der Pegel-Stufenschalter

Der SXV 6000 ist vermutlich aus dem Konzept des XV 5000 Vorverstärkers entwickelt worden, jedoch in einigen Eigenschaften deutlich verbessert. Während der XV 5000 (= nur Vorverstärker) ein abgeschminkter V 5000 (Vollverstärker) war, ist der neue flache SXV 6000 von der Hardware her ein neues eigenes Produkt. Er ist auch innen völlig anders.

Die beim Vorläufer XV 5000 bemängelten NICHT-abschaltbaren 4-fach Klangregler sind hier korrigiert worden. Es gibt jetzt zwei wertvolle Überbrückungstasten, einmal "LIN" und dann "DEFEAT".

Die LIN Taste schaltet die Loudness - Korrektur ab. Die DEFEAT Taste überbrückt (endlich) die Vierfach Klangregler. Beide Tasten gedrückt (es soll da angeblich eine Abhängigkeit geben) bedeutet wirklich flat, ohne wenn und aber - jedenfalls laut Schaltplan.

Endlich wurden auch die Bedürfnisse nach den seit Jahren international verbreiteten Cinch Anschlüssen berücksichtigt, noch nicht überall, aber dennoch.

Die gesamte Konzeption ist dem Slimline Vollverstärker SV2000 ähnlich. Vermutlich stammt der SXV6000 aus dem gleichen Entwicklerlabor wie der SV2000. Grundig hatte 3 Entwicklungsabteilungen für Audio.

Für einen damaligen etwaigen Verkaufs-Preis von 698.- DM
(das wären heute 350.- Euro !!) war das ein wirklich absolut tolles Gerät und konnte mit den damaligen Japanern selbst in deutlich höherer Preislage aber locker mithalten.
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Ein Überblick über die Technik des SXV 6000

Zum Vergrössern einfach draufklicken

Die Ingenieure durften sich mal richtig "austoben", und das war neu bei Grundig. Denn die MC Vor-Vor-Verstärker (für "Moving Coil" Tonabnehmersysteme) waren zu der Zeit notwendig, um ganz oben in der Spitzenklasse mithalten zu können.

Ich habe die Ein- und Ausgänge mit roten Texten markiert. Ebenso habe ich die beiden Lautstärkeregler und die Defeat Taste mit roten Kreisen markiert. Die Versorgungsspannung, die bei 230 Volt jetzt am Spannungs- Stabilisator / Reglulator etwas zu viel Wärme produziert, ist auch eingekreist. Alles in Allem, eine super tolle Konzeption.
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Juli 2012 - wir haben jetzt auch einen SXV 6000 bekommen

30 Jahre Staub
unsere Seriennummer 16627
hier wird es sehr heiß

Am letzten Juli Tag in 2012 habe ich ihn abgeholt, den SXV 6000. Innen reichlich verstaubt und erheblich verschmutzt, hatte er sicher über Jahre seinen Dienst getan, übrigens zusammen mit zwei XSM 3000 aktiven Boxen, die mit dabei waren. Die Vermutung, daß er doch nicht mehr funktionierte, da er ca. 10 Jahre (vermutlich länger) unbenutzt im oder auf einem Schrank gestanden hätte, hat sich leider bestätigt.
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Der SXV 6000 muß gründlich gereinigt und überarbeitet werden.

Es ist bei den Reparteuren allgemein bekannt, daß bei alten Grundig Verstärkern nach dem dritten Lötversuch an einem Transistor oder Widerstand oder Kondensator sich die Leiterbahnen von den Pertinax Platinen ablösen. Bei den neueren 1982er Modelle ist das nicht mehr ganz so kompliziert.

Doch eine kontinuierliche Überhitzung,
eigentlich nennt man das auch "braten", führt irgendwann zu Leiterbahn-Rissen oder -Ablösungen. Wobei Risse das Schlimmste sind, denn die sieht man nicht, die kann man erst messen, wenn dort kein Durchgang mehr ist und das mit den sogenannten Haar-Rissen ist temperaturabhängig.

Beim Revox Vollverstärker B251 war es sogar eklatant, es war ein richtiger (thermischer) Konstruktionsfehler in der Treiberstufe der Endstufe. Bei dem SXV 6000 ist die Aufheizung der beiden (sehr primitiven = einfachen) "Endstufen"- Kühlkörper / Bleche regelrecht extrem. Der SXV 6000 hat wie auch der XV 5000 Vorverstärker eine richtige edle Class A Stereo-Endstufe als hochpegligen Line-Ausgang.

Hier rechts im Bild sehen Sie , wie das nach 30 Jahren und häufigem Betrieb aussieht.
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Ein wichtiger Nachsatz:
Der SXV 6000 ist sicher super - für den Preis - zu seiner Zeit.

Doch wir dürfen da keine Äpfel mit Birnen vergleichen, der Unterschied zwischen einem Accuphase C280L für nahezu 12.000.- DM und dem SXV 6000 für damals nur ca. 800.- Mark ist schon noch erheblich.

Der Accuphase Vorverstärker ist komplett gleichspannungsgekoppelt von Stufe zu Stufe, der Grundig SXV koppelt Stufe für Stufe mit Kondensatoren. Und da geht doch immer in wenig an Qualität verloren. Das wird im Bereich Wissen / Kondensatoren (für Laien) erläutert.

Doch lassen Sie mich erst mal messen und dann hören, wie er sich heute wieder schlägt.

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