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Und so zeigen sich hier die Schattenseiten des SXV6000

Netzteil bereits modifiziert

Betrüblich, der Vorverstärker wird immer noch zu heiß. Er hat nämlich auch das 220V Problem, denn nur (uns unbekannte) Exportgeräte könnten den speziellen 120/240V Trafo haben. Unser Gerät hier schickt jetzt bei 230V eine um 10V ~ zu hohe Wechselspannung zum Gleichrichter.

Aber auch mit unserem Regeltrenntrafo - jetzt auf 210 Volt gestellt -, wird der alleinige Leistungsdarlington-Transistor in der Netzteilregelung glühend heiß. Das blanke ALU-Kühlblech ist viel zu klein und kann diese Wärmemenge nicht abführen. Auch sind die anderen beiden schwarzen Kühlbleche der Class-A Endstufe zu klein dimensioniert. Die werden auch glühend heiß.

Beim Bodenblech und bei der Abdeckung hat jemand gepennt.

Hitze direkt am Kondensator
geschlossene Original-Haube

Nach der Demontage sieht man sowohl auf der Platine wie auch auf der Unterseite des Abdeckbleches die gebräunten Flächen. Dort wurde es mit Sicherheit viel zu heiß.

Es ist mir unerklärlich, daß ein Entwickler/Ingenieur das nicht erkannt hatte und dort auch noch ein paar Lüftungslöcher eingeplant hatte.

Auf der Platine sind mehrere Löcher im Bereich der Endstufenkühlbleche eingebracht, doch sowohl unten im Bodenblech wie auch in der Abdeckung oben drüber sind keine Öffnungen vorgesehen.

Nach ca. 30 Minuten auf dem Labor-Tisch selbst bei 210 Volt wird der Vorverstärker richtig heiß. Das ist Mist, so gehen die Innereien (Kondensatoren) noch schneller kaputt.
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Wir müssen und werden also nacharbeiten.

Die Plastik-Abstandshalter von der Hauptplatine und dem inneren Chassis zur Bodenplatte und zur Abdeckhaube sind weggeschmolzen bzw. weggebröckelt. Zumindest zur Bodenplatte (also auf der Leiterbahnen-Unterseite der Hauptplatine) müssen zwei neue wärmefeste Gummifüßchen aus dem PC Bereich her. Sonst könnten die Beinchen der Bauteile ganz kurz bei der recht massiven Bodenplatte aufsetzen.

Ein erster Versuch

Das hier war der erste Versuch, die heißen Kühlbleche etwas zu unterstützen und die Luft zu bewegen.

Man sieht hier ganz deutlich, wie die Haupt-Platine mit den ganz wenigen Löchern sich im Laufe der Zeit dunkelbraun gefärbt hatte. Das funktioniert also mit der lüfterlosen thermischen Konvektion nicht.

Die Bauelemente brauchen Luft.

Die muss von unten "heran" geführt werden, müsste also quasi angesaugt werden können und nach oben wieder "abfließen" oder aufsteigen.

Das geht mit natürlicher Konvektion aber nur, wenn überhaupt Lüftungslöcher vorhanden sind und diese Lüftungslöcher dazu ausreichend groß und genau unter und über der Hitzequelle liegen.

Dem ist hier nicht so. So ist die erste Aktion, festzustellen, ob an den wichtigen Stellen überhaupt Löcher vorhanden sind. Unten wie oben über und unter den "neuralgischen" Stellen sind aber gar keine Löcher.

Auf dem Bild rechts sieht man, daß das Blech unter der heißesten Stelle geschlossen ist. Legt man die obere Abdeckung neben die markierte Unterseite, sieht man auch wieder, daß oben drüber an der wichtigen Stelle auch keine Schlitze sind. Das paßt so überhaupt nicht. Das muß geändert werden.
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Die geschlossene Fläche auf dem Blech "unter" der Hitzequelle markieren, also zuerst das untere Blech bearbeiten

Unterseite original
Unterseite vorgebohrt
Unterseite fertig
Oberseite ausgeschnitten
Oberseite mit Lüftung

Es ist unerklärlich, daß an den Stellen, an denen in einem Verstärker dauerhaft große Hitze erzeugt wird, unten und oben in den Verkleidungen keine Lüftungslöcher oder Schlitze vorgesehen waren.





Die Fläche unten wurde also entsprechend markiert, die Bohrlöcher angekörnt, mit einem 2mm Bohrer vorgebohrt und dann nocheinmal so groß wie möglich ausgebohrt und dann natürlich entgratet.




Für unser Labormuster ist die "Präzision" (oder "die Schönheit") mäßig, aber für diesen Zweck hier ausreichend. Das Gesamt-Luftloch sei jetzt hinreichend groß - sagt der Ingenieur. Ein Gourmet kan das auch einem geschickten Schlosser oder einer Bechverarbeitung geben und dort professionell stanzen oder schneiden lassen. Es ist nur eine Frage des Preises.

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Dann die Fläche "über" der Hitzequelle markieren, und das Blech ausschneiden . . . .

Bei dem oberen Abdeckbech, der Haube des Verstärkers, wäre schon eher auf Schönheit zu achten. Da bei uns aber zwei ganz flache Lüfter die normale Thermik unterstützen sollen, hat die Funktion eines möglichst großen "Lochs" Vorrang vor allen kosmetischen Forderungen.

Die beiden ganz flachen 12V Lüfter
sind parallel geschaltet und werden von der normalen Spannungsversorgung mit versorgt. Bei einer zugeführten Spannung von etwa 5V laufen sie gerade noch an und säuseln ganz ganz leise vor sich hin.

Ein sensibles Hifi-Ohr kann es dennoch hören. So ist es also nicht der Weisheit letzter Schluß. Doch hier haben wir ein Labormuster modifiziert, mit dem wir erst mal die Wirkung der künstlich abgesaugten Luft ausprobieren wollen. Übrigens habe ich das mit dem sehr teuren Revox B251 Vollverstärker (dort aber mit zwei großen 12cm Lüftern) genauso gemacht und es funktioniert.

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Ein erster Erfolg, es funktioniert.

Der gesamte Verstärker bleibt auch nach mehreren Stunden auf unserem Labortisch weniger als handwarm. Keine Stelle ist merklich erwärmt. Natürlich muß erwähnt werden, die normalen Füße sind auf der Unterseite und nichts hindert den Luftstrom, auch keine Endstufe. Oben drüber ist auch nichts, also kein Tuner oder Bandgerät.

Jetzt geht es zu den Hörtests.

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