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Das Editorial vom März 1983 (von Karl Breh)
Aufbruch ins digitale Zeitalter - Zum Start der Compact Disc

Das Hauptthema auf der Frontseite
das Editorial im Wortlauf

Nun ist es also so weit: In diesem Monat wird die kleine silberne Scheibe, international Compact Disc genannt, auch in Europa in den Markt eingeführt. Die ersten CD-Spieler und das Startpaket Compact Discs werden vom Fachhandel angeboten - die Spieler zu Preisen zwischen 1.800.- und 2.200.- DM, Klassikplatten mit einer Stunde Spieldauer zu 42.- und Popplatten zu etwa 33.- DM.

An diesen Aufbruch ins digitale Zeitalter knüpfen sich manche Hoffnungen, nicht nur die allzu berechtigten derer, die durch ebenso umfangreiche wie mutige Investitionen in einer Zeit weltweiter Stagnation Optimismus und Vertrauen in die Zukunft bewiesen haben (hierzu unsere Kolumne „Das mußte mal gesagt werden"), sondern auch bei dem Teil der Branche, der keine eigenen Aktien im neuen Geschäft hat. Die gesamte HiFi-Branche erhofft sich von der Compact Disc, wenn nicht gerade einen stürmischen Aufwind, so doch zumindest ein belebendes Frühlingslüftchen.

In Japan wurde CD schon im vergangenen Herbst eingeführt (hierzu ein Bericht von Claus Regge, unserem Mitarbeiter in Tokio). Inzwischen sind genauere Zahlen bekannt: In der Einführungsphase konnten in Japan 30.000 CD-Spieler und 300.000 Compact Discs verkauft werden. Davon stammten 60% aus dem Klassikbereich, ein zehnmal höherer Anteil also als bei den schwarzen Langspielplatten. Auf diesen Erfolg hin wurden denn auch prompt die ursprünglichen Verkaufserwartungen von 100.000 CD-Spielern für Europa auf optimistische 220.000 erhöht.

Und da zeichnet sich schon wieder die alte Crux dieser Branche ab. Kaum verfügt sie über eine neue Produktgruppe, macht sie durch Überproduktion die Märkte kaputt, noch bevor die Investitionen auch nur annähernd wieder eingespielt sind. So war es bei HiFi, so bei Videorecordern, und so könnte es wieder mit CD laufen.

Mit großem Aufwand - 20 CDs probehören
und dazu 7 CD-Geräte seriös testen

Im Repertoirebereich beginnt der Start mit 175 Titeln der Firmen Polydor (DG und DGA), Phonogram, Decca und Metronome, die zur Polygram-Gruppe gehören.

75 Titel sind der E-Musik zuzurechnen
, 100 der U-Musik. Bis Ende 1983 wird die Polygram-Gruppe das Angebot um 150 Platen erweitern. Aus dem Repertoire der japanischen Firmen CBS-SONY, EMI-SONY, NIPPON Columbia (DENON in Europa vertrieben über Divox in der Schweiz) und Toshiba-EMI stehen bis Ende 1983 etwa 150 Platten zur Verfügung. RCA ist mit zwanzig E-Titeln am Start beteiligt.

Die ersten zwanzig Compact Discs aus dem E-Bereich haben wir in dieser Ausgabe rezensiert. Im Popbereich werden zunächst vorwiegend digitalisierte Analogaufnahmen auf CD veröffentlicht, weil die dort vorherrschende Mehrspurtechnik der Digitalisierung (noch) im Wege steht.

Die vorliegende Ausgabe von HiFi-Stereophonie ist fast gänzlich dem Thema Compact Disc gewidmet. Wir haben immerhin sieben CD-Spieler getestet und dabei meßtechnische und hörbare Unterschiede festgestellt. Sie sind auf die Eigenschaften der Digital-Analog-Wandler und die Auslegung der Fehlerkorrektur zurückzuführen. Das CD-Zeitalter wird die Tests jedenfalls nicht überflüssig machen. Das ist nicht etwa nur eine Hoffnung der Tester, sondern eine der wenigen Gewißheiten, von denen wir ausgehen können, wenn wir über die Folgen von CD nachdenken.
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So weit das Editorial aus März 1983 vom Chefredakteur Karl Breh.

Der Start mit (nur?) 150 Titeln teilweise bis an 50 Mark ran und mit vielleicht 10 wirklich verfügbaren Playern im 2.000 Marks Bereich in Europa war schon recht gewagt. Nur, die Hersteller wie auch die Händler standen mit dem Rücken an der Wand, die Umsätze brachen ein und die Kunden warteten auf die vor 3 bis 4 Jahren von Philips und dann SONY/Philips angekündigte Revolution bei der 12cm "Schallplatte".

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