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Max Grundig und die Träume der Deutschen (Rückblick in 2018)

Um den kometenhaften und lange Zeit extrem beneideten (und auch von den etablierten Großfirmen bekämpften) Aufstieg des kleinen Max Grundig aus dem fernen Fürth von der 3-Mann Reparatur-Klitsche zum Weltkonzern zu vestehen, liest man am besten seine Memoaren. Die hatte ein langjähriger Freund zu seinem 75 Geburtstag in enem großen Buch geschrieben und natürlich - "ein Freund schreibt über einen Freund".

In den letzen 10 Jahren seit 2003, als ich in diese Museen-Ecke reingerutscht war - übrigens wie die Jungfrau zum Kind - habe ich viele alt gewordene Zeitzeugen befragt und auch zu ihren Erfahrungen und Gedanken über die deutsche Rundfunk-Industrie befragt. Zum Beispiel : Wann hatten Sie bzw. Ihre Eltern zum ersten Mal ein UKW-Radio oder sogar einen eigenen Fernseher ?

Und vieles kam mir inzwischen recht bekannt vor. Also das Buch mit dem Titel "7 Tage im Leben des Max Grundig" kommt der Wahrheit doch recht nahe, auch wenn es erstmal nicht so scheint.

Die Erlebnisse während der letzen 3 Jahre im 2. Weltkrieg und auch noch einige Monate danach, ob an der Front oder in unseren Städten (oder später in den Soldaten-Lagern in ganz Europa verstreut), das hatte die allermeisten Menschen sehr stark mitgenommen. Auch die seelisch starken hatten beeindruckende Erlebnisse, die irgendwie verdrängt oder ausradiert werden sollten.

Und so versteckte ein Großteil der Bevölkerung seine schlimmen Gedanken in den bunten Träumen und die weckte nicht nur das Kino mit den vielen bunten Heimat- und Ferien-Filmen (den Gurken und Schmökern), das weckte auch Max Grundig mit seiner Werbung. Er hatte den Nürnberger Niedergang hautnah erlebt und konnte sich sehr gut vorstellen, was die verbliebenen Bewohner jetzt gerne hätten.

Übrigens lief das ganz konform zu der gigantischen Peter Stuyvesant Zigaretten-Werbung im Kino und in den Anzeigen in den Magazinen mit dem "Duft der Großen Weiten Welt". In deren Werbefilmen kamen fast nur riesige Windjammer unter vollen Segeln oder nächtliche leuchtende amerikanische Großstadt-Siluetten vor.
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Jetzt ein Blick auf die GRUNDIG Werbung

Sie sehen auf den Bildern die großen Wohnzimmer mit den großen Radios und den großen Musikschränken, die sich der Arbeiter bei Grundig und auch sonstwo im kriegszerstörten Deutschland überhaupt nicht vorstellen oder gar leisten konnte.

Dennoch waren diese Bilder animerend, sie waren des erstebenswerte Ziel der ganzen Schufterei. Und Max Grundig verband das - also diese Träume oder Assoziationen - mit dem Kauf eines seiner Radios. Und es funktionierte blendend.

Auch die Kleider der Damen mit den tollen Figuren, super schlank waren sie ja fast alle - um 1951 immer noch - sprachen Bände.

Auf den aufreizenden Titelbildern der Hausfrauen-Magazine wie REVUE und QUICK, sogar auch auf der HörZu, waren ja auch nur diese Träume von Samt und Seide dargestellt.
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Hier noch ein paar Beispiele aus den Anfängen der 1950er Jahre

ein Traumdekollte vor dem Fernseher
eine Traumfigur
und wieder ein tiefes Dekollte
und so wurden die
Wunschträume der Männer
inspiriert - von Grundig

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Um 1954 wurden die Zeichnungen bunt

die Mutti stand damals noch am Herd
die traute Familie
der erste eigene Wagen - ein VW
Kinder wurden größer
Mama emanzipierte sich
sogar urlaub war erlaubt
- Werbung Dezent -
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