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Bleiben wir bei den Transformatoren

Es gibt wie bei jedem technischen Produkt überall Haken und Ösen und Ecken, an denen der Konstrukteur besonders aufpassen muß. Dazu kommt dann bei größeren Stückzahlen der Herstellungspreis.

Daß der Trafo eine Spezialversion eines "Übertragers" ist, hatte ich bereits erläutert. Er soll nämlich Leistung "übertragen" und oft nur für eine bestimmte Frequenz. Also alle kleinen Miniatur- "Übertragerchen" übergehen wir hiermit.

Auf unseren anderen Trafoseiten hatte ich bereits erläutert, wo der Hersteller bei seinen Trafos sparen kann, bei dem Blechpaket und beim Kupfer und den Anschlüssen - aber fast immer zu Lasten der (möglichen) besseren Qualität und der Effizienz.
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Wickelkern mit einer Kammer und dem Rest des Blechpaktes als Demo
Die Primäranschlüsse und die Sekundärwicklung

Die Crux mit den dicken Kupferdrähten

Und wenn es dann um hohe Leistungen geht, bei Schweißtrafos und großen Drehstrom-Trafos zum Beispiel, werden auch dicke Kupferdrähte benötigt. Und die haben ein Problem.

Fangen wir an: Die einfachste Version eines Netz-Trafos (für unsere Verstärker) besteht aus dem Wickelkern, dem Blechpaket und dem Kupferdraht. Bei der Primär-Wicklung ist der Draht meist noch ganz dünn.

Bei der Sekundärwicklung ist der Draht bereits viel dicker, weil die Windungszahlen, also das Verhältnis der beiden Wicklungen zueinander, den Spannungsunterschied zur Primärspannung ausmacht und am Ende aber die volle Leistung übertragen werden soll. Bei weniger Windungen muß der Daht entsprechend dicker sien.
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Abgesehen von Spezialversioen hat ein Trafo auf seinem Einkammer-Wickelkern immer 2 oder mehr Wicklungen. Rechts im Bild ein deftiger 12V Trafo mit fast 450 Watt (VA).
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Ein Schwenk zu unseren Schwingspulen in unseren Bass-Chassis

In unseren Lausprechern wird der antreibende Strom auch durch eine Kupfer-Spule (ab und zu auch eine Alu-Spule) geschickt. Bei kleinen Chassis ist die Drahtstärke nebensächlich, bei dicken Bass-Chassis kommt da ein erheblicher Querschnitt zum Einsatz. Bei den BOSE 901 mit nur 0,8 Ohm Nennwiderstand pro Spule sieht es wieder ganz anders aus.
Und jetzt fangen die Probleme an. Diese Schwingspulen sind vom Durchmesser fast alle unterhalb einer Trafospule. Das bedeutet, der Draht muß erheblich gebogen werden und dabei noch absolut gleichmäßig und dicht nebeneinander verlegt werden, was beim Trafo eine untergeordnete Rolle spielt. Auf keinen Fall darf er brechen oder reißen - wie auch beim Trafo. Muß der Draht noch dicker werden, kommen auf den Mitarbeiter erhebliche Kraftanstrengungen zu, die Wickel-Maschine im Griff zu behalten.

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Beim Trafo werden dann 2 Drähte nebeneinander gewickelt

Um die Wickel- und Biegekräfte im Griff zu behalten, wird daher ein Trick benutzt. Es werden zwei immer noch relativ dicke Kupferdrähte parallel gewickelt. Das kostet zwar Wickelplatz, ist aber im Trafo leichter zu verschmerzen als auf einer Schwingspule im Luftspalt eines Lautsprechermagneten.
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Ein Blick auf den Wickelkern

Die Wickelkerne sind aus PVC (oder Nylon) und seit ewigen Zeiten abgestuft genormt und an einem Nummercode zu identifizieren. Doch auch hier gibt es Tricks, mit einem keineren Wickelkern, das bedeutet : einem kleineren Blechpakt, annähernd die propagierte Trafo-Leistung zu erreichen. Dabei muß nur die magnetische Qualität des Trafoblechs am oberen Ende der Skala liegen.

Umgekehrt kann ich mit einem größeren Wickelkern und preiswertem Blech ebenfalls die propagierte Leistung erreichen. Nur wird der Trafo deutlich wärmer und hat enorme Magnetisierungs-Verluste.
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Unser 12V Trafo hat einen Wickelkern EJ-130b/47,7. Dieser Kern ist laut Liste für 280 bis 350 Watt Trafos spezifiziert. Unser Trafo sollte aber 450 Watt auf der Sekundärseite liefern. Nochmal nachmessen geht aber nicht, die Bleche sind bereits entsorgt.
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