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Über die Anfänge der CD und deren Entwicklung . . .

In den verschiedenen Medien geistern in 2012 jede Menge Stories durch das Internet, was sich die Redakteure und Schreiberlinge irgendwelcher Lokalzeitungen in der Vergangenheit so alles aus den Fingern "gesogen" haben. Auch die Firmeninformationen sind sehr unter- schiedlich, teilweise unrichtig und teilweise widersprechen sie sich sogar. Und damit kommt ganz unten auf dieser Seite nocheinmal die wichtig(st)e Frage:

Wann ist die CD nun wirklich geboren ???

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1979- Der erste Philips CD-Spieler, ein frühes Labormuster

Wir haben jetzt April 2012 und die CD und auch die DVD sind bereits so gut wie tot.

Als die finale 12cm Philips/Sony Musik-CD im August 1981 zur Funkausstellung der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde, waren 800MB auf einer Scheibe noch eine Sensation.

Heute im Terabyte- Bereich von Festplatten mit 2 und 3 Terabyte an Kapazität und mit 12,50 Euro für 32 Gigabyte USB-Sticks sind sowohl die CD als auch die DVD überholt.

Darum hier der "etwas genauer" recherchierte "Lebenslauf" der CD :

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Nur eine kleine Randnotitz in der Funkschau im April 1978:

April 78 - Eine Kompakt-Schallplatte mit PCM-Aufzeichnung

FUNKSCHAU - April 1978 - Heft 13

FUNKSCHAU - 27. April 1978 - Heft 13
"Nach Redaktionsschluß" 
Der Chefredakteur schrieb damals: Unser Leitartikel in diesem Heft war längst geschrieben, ausdiskutiert und schließlich abgesetzt, als eine Meldung (von Philips) aus Eindhoven seine Aktualität bewies:

Am 17. Mai 1978 (Anmerkung: vermutlich eher am 17. April 1978) kündigte Philips die Entwicklung einer Kompakt- Schallplatte an, die ein neues Tonwiedergabe- System mit einer bisher nicht vorhandenen Tonqualität darstellt. Letztere ist allem überlegen, das gegenwärtig auf dem Konsumgütermarkt an Schallplatten und Magnetbändern verfügbar ist.

Das System besteht aus einem Spieler und aus 110mm Platten
, die optisch mit Hilfe eines Dioden-Lasers wiedergegeben werden; der Laser ist dabei in einem Tonarm montiert. Die Toninformation wird mit einem 14-bit-Codiersystem digital aufgezeichnet (PCM).

Weil kein Berührkontakt für das Auslesen erforderlich ist, also kein Abtasten wie bisher beim Verfahren Platte/Nadel, kann die Toninformation durch eine Schutzschicht gesichert werden. So wird die Wiedergabe weder durch Staub, Kratzer oder Fingerabdrücke beeinflußt, und alle Verschleiß- und Rumpelerscheinungen werden dann der Vergangenheit angehören.

Die von Philips genannten Werte sind beeindruckend:

Der FUNKSCHAU Artikel - 27. April 1978

Signal/Rauschabstand und Dynamik je 85 dB (!!) bei einem absolut linearen Frequenzbereich von 20 ... 20.000 Hz. Auch ist die Kanaltrennung optimal. Die hohe Informationsdichte auf der einseitig benutzten optischen Schallplatte erlaubt eine attraktive Spielzeit von einer Stunde in Stereo - und das bei dem geringen Durchmesser von 11,0cm!

Die Information ist aufgezeichnet mit einer konstanten tangentialen Geschwindigkeit von 1,5m/s. Bei so schönen Neuentwicklungen fragt der vorsichtige Mann sofort nach dem Preis. Hierzu Philips: Das neue System wird zu einem Preis verfügbar gemacht werden, der mit dem eines hochwertigen Hi-Fi-Plattenspielers vergleichbar ist.

Zwei gravierende Nachteile dürfen nicht verschwiegen werden. Als Einführungstermin sind die frühen 80er Jahre vorgesehen - und ganz selbstverständlich ist dieses neue Verfahren mit keinem der heutigen Schallplattenarten kompatibel. Was letzteres angeht, so wird der Übergang von den heutigen Tonträgern Platte und Bandkassette zur Kompakt-Schallplatte zwangsläufig ein langer sein.

Eine sehr ausführliche Bestandsaufnahme im Dez. 1978

In der Hifi-Stereophonie im Heft 12/1978 steht ein langer ausführlicher Artikel von Dipl. phys. Karl Breh über die physikalischen Grenzen der analogen Vinyl Technologie.

Die Aussagen wurden "untermauert" von den Experten in den großen Presswerken der Polygram und der DGG, die ja genau wußten, was sie auf die Folien drauf "ritzten" und dann mit hohem Druck "rein" pressten.

Am Ende steht ein Ausblick auf die neuen digitalen Schallplatten der Zukunft. Eine davon ist die 11cm CD von Philips.

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März 1979 - am 8. März trat Philips vor die Welt-Presse

. . . bzw. "vor" die damaligen Medien, indem Sie (also das Philips Marketing) die damals bekannten Chefredaktionen europaweit oder gar weltweit anschrieben und zu einer wichtigen Pressevorstellung nach Eindvoven einluden. Es würde eine weltverändernde Neuigkeit vorgestellt.

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Eine erste 1982er Muster-CD mit Aufnahmen von 1980
Analogaufnahmen von 1980

Auch der Chefredkteur der deutschen Hifi-Stereophonie - Karl Breh - war damals mit dabei sowie auch Karl Tetzner von der Funkschau. Der Bericht aus der Funkschau Nummer 8/1979 steht hier. Selbstverständlich waren auch alle nur irgendwie bekannten Platten-Labels mit eingeladen worden.

Es wurde damals (es war tatsächlich März 1979) eine wirkliche Weltneuheit vorgestellt
und so langsam "in den Markt" publiziert. Eine 11,5cm Silberscheibe (also nicht mehr 11,0cm) mit edlem Stereo-Ton drauf und einem bis dato nicht gekanntem Potential an Zukunftsvisionen war angekündigt.

Die Abtastung und Ausgabe der Informationen erfolgte optisch und voll digital. Nichts "Analoges" war mehr auf der Scheibe. Somit unterschied sie sich schon von der Philips Laserdisc, die ja bereits 10 Jahre früher entwickelt worden war. (Die auch im Fernsehbereich sehr bekannten und geschätzten Philips Halbleiter Labors waren in Breda.)

In der Hifi-Stereophonie Mai 05/79 steht die erste Notitz, in der Ausgabe Juni 06/1979 steht dann der große Bericht.

Weiterhin steht in der Ausgabe 12/1978 der Hifi-Stereophonie ein ganz ausführlicher Artikel von Karl Breh : "Die technische Qualität der Schallplatte - eine Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven".

Das Philips Promotion-Foto
Der "Aufhänger"

Hier die kleine kurze Notiz aus der Hifi-Stereophonie 05/1979

Philips-Nachrichten (redaktionell bearbeitet) :
Am 8 März 1979 präsentierte Philips auf einer groß angelegten Pressekonferenz in Eindhoven eine neuartige digitale Schallplatte, die alle Voraussetzungen erfüllt Tonträger der Zukunft zu werden und die uns bekannte 30cm Vinyl- Schallplatte abzulösen.

Die Compact-Disc hat einen Durchmesser von 11.5 cm. Sie ist einseitig bespielt und ermöglicht bei stereophoner Aufzeichnung eine Spieldauer von ca. einer Stunde.

Die Aufzeichnung erfolgt digital, die Digitalinformation wird mittels Laser von außen nach innen bei abnehmender Umdrehungszahl abgetastet. Die Umdrehungszahl wird von der gespeicherten Information selbst gesteuert.

In diesem Heft schreibt Karl Breh eine ausführliche Vorstellung dieser neuen Technik - den Link dazu finden Sie in der Kopfzeile dieses Artikels.

Nur so viel sei an dieser Stelle schon gesagt:

Die klassischer Schwächen der Schallplatte, die aus ihrer mechanischen Anfälligkeit resultieren (Knistern, Knacken und andere Oberflächenstörungen) existieren nicht mehr. Gleichlaufschwankungen, Rumpeln und Rauschen gibt es ebenfalls nicht mehr, die Übersprechdämpfung ist nahezu unendlich, Dynamik und Fremdspannungsabstände haben Werte von 85dB, Abtastverzerrungen sind ausgeschlossen.

Die praktische Demonstration der Kompaktplatte war in ihrer klanglichen Qualität denn auch absolut überzeugend. Das System ist marktreif, seiner Einführung muß jedoch eine weltweite Standardisierung vorausgehen, so daß kaum vor der ersten Hälfte der achtziger Jahre mit der Einführung des Systems zu rechnen ist.

Sicher ist, daß am 8. März in Eindhoven ein überzeugender Beweis geliefert wurde, daß die (Anmerkung: neue) "Schallplatte" weiterhin der optimale Tonträger bleiben wird, und dies um so mehr, als ihre bisherigen Schwächen radikal ausgemerzt sind.

Auf derselben Pressekonferenz am 8. März, die der Vorführung der Kompaktplatte diente, wurden der internationalen Presse auch die ab April im Handel erhältliche Philips-Metallcassette und ein dazu konzipierter neuer Philips-Cassettenrecorder N 2552 vorgeführt. Die neue Philips-Cassette enthält Reineisen-Metallband, das gegenüber den bisherigen Bandsorten eine ganze Reihe von Vorteilen bietet, deren größter die wesentlich verbesserte Höhendynamik ist. Die Philips-Metallcassetten sind auf bisherigen Cassettenrecordern abspielbar; für korrekte Aufnahmen bedarf es jedoch einer anderen Vormagnetisierung. Der neue Philips-Cassettenrecorder ist auf das neue Band hin optimalisiert. BR

Auch das fonoforum beschreibt die Technik der neuen Compact Disc ausführlich in Ausgabe 06/1979

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Die Grundidee stammte von der Philips Laserdisc aus 1972.

Karl Breh hält sie in der Hand, eine erste Muster CD von 1982
1980 - analoge Klassik aus dem Philips Repertoire
auch hier ein erster großer Bericht über die neue Technik

Philips hatte bereits 1972 die Laserdisc vorgestellt, jedoch die eigene Markteinführung selbst über mehrere Jahre bis etwa 1982 aus verschiedenen Gründen nicht weiter verfolgt.

Die Compact Disc für die Musik wurde zusammen mit Sony (beinahe gegen den Rest der Welt) aus der Taufe gehoben. Es war nach mehreren Flops schon ein gewagter Schritt.

Der letzte große (und vor allem wirklich unerwartete) Philips Erfolg stammte aus 1963, als Philips Belgien die Compact Cassette (für ein neuartiges kleines Diktiergerät) publizierte und in den Jahren danach vom Erfolg überrannt wurden. Die (analoge) 30cm Laserdisc war nämlich bislang kein Renner und die digitale Compact Cassette DCC wurde Jahre später auch wieder ein Flop.

Bei dieser frühen Compact-Disc Präsentation waren zwischen 150 und 200 Personen der gesamten Weltpresse anwesend (Zeitzeugen sprechen von ganz deutlich mehr als hundertundfünfzig).

Auf dieser besonderen Veranstaltung wurden an die Anwesenden damals 1979 sogar richtige erste Testmuster einer speziellen Classic-CD verteilt, erinert sich ein Zeitzeuge, es könne aber auch erst 1980 gewesen sein. Nach Aussagen von Zeitzeugen war der allererste Labor- CD Player zwar schon so klein wie auf dem Bild, doch die eigentliche Elektronik stand unter dem Tisch und war noch fast so groß wie ein halbhoher 19" Schrank.
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Hintergrund: Die Vorarbeiten zur Markteinführung 1978-80

Von einem langjährig Beteiligten (ehemals Mitarbeiter der Firma Bayer Leverkusen) haben wir eine Menge Informationen erhalten, denn es gab ja jede Menge Randbedingungen bei der zukünftigen Produktion zu beachten.

Das Grundproblem des Marketings war, es mußten zum Startschuss (zuerst geplant zur Funkausstellung 1982, dann aber zur Funkausstellung 1983) sowohl die ersten (ausgereiften) Serien-CD Player als auch ein ansehnliches Angebot von fertigen käuflichen Medien zur Verfügung stehen.

Die total daneben gegangene Einführung der Telefunken Bildplatte 1970 bis zum qualvollen Tod 1974 mit den mageren nur etwas über 100 Titeln war ein weiteres mahnendes Beispiel. (Wir haben sie - die verbliebenen TED Platten - inzwischen alle im Fundus des Fernsehmuseums.)

Dann war da das Material (am Ende war es hier in Deutschland das Produkt Makrolon des Chemieriesen Bayer AG Leverkusen), aus dem die CD überhaupt hergestellt werden konnte und mußte. Das Material mußte bestimmte Anforderungen erfüllen.

Fast gleich wichtig war die Fabrikationszeit einer einzelnen Scheibe pro Preß- oder Gieß- Maschine. Der Aufwand der Pressung einer Vinyl-Schallplatte mußte auf jeden Fall erheblich reduziert werden.

Die Technologie der digitalen Datenverarbeitung stellte nämlich erheblich höhere Anforderungen an die Präzision und die gleichbleibende Produktionsqualität und die damit erforderlichen Test- und Prüfeinrichtungen.

Grundvoraussetzungen : Das neue Material "Makrolon"

Das neue Material mußte neben der Festigkeit bzw. Stabilität und vielen anderen Eigenschaften überhaupt schon mal absolut durchsichtig / transparent sein. Und da gab es weltweit nur wenige Firmen, die überhaupt in diese Richtung geforscht hatten. Und das alte bekannte PVC (Polyvinylclorid) der Langspielplatte schied von vornherein aus.

Natürlich war Philips bei den Großen der Chemiebranche vorstellig geworden
, an was man denn so dachte. Am Ende blieben ganz wenige Konzerne übrig, in Europa war es nur noch die deutsche Bayer aus Leverkusen. Die BASF und Rhone Poulet und andere konnten oder wollten nichts anbieten. Doch Philips brauchte, wie bei jedem anderen Großprojekt auch, eine 2. Quelle, vorher würde es nicht losgehen.

Alleine die Amerikaner von GE entwickelten fast zeitgleich das gleiche Material, man nannte es insgesamt Polycarbonat, und so gab es dann zwei Hersteller von Polycarbonat, in Europa "Makrolon" von Bayer Leverkusen und in den USA "Lexan" von GE. Japan hatte anfänglich (zu der Zeit) nichts anzubieten (sagt die Buschtrommel). Später hieß es dort "Panlite". Inzwischen gibt es weitere Hersteller.
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Damit war das erste Problem der Massenherstellung der CD gelöst. - - - Aber da war noch etwas . . .

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Spritz-Prägen oder Spritz-Gießen - Warum ?

Wie werden die Scheiben fabriziert ? Philips hatte das Patent auf Spritz-Prägen mit etwa 22 sek Produktionszeit pro CD. Die Lizenznehmer sollten oder besser mußten sich damals mit ca. 10 Millionen DM an den Entwicklungskosten "beteiligen", suchten aber krampfhaft einen Ausweg, um diese 10 Millionen Erst-Investition (also die Lizenzkosten) zu sparen oder zu "vermeiden".

Denn da gab es noch das etwas langsamere Spritz-Gießen (das Patent war bereits abgelaufen), das aber "nur" alle 28 sek eine CD lieferte. Um die Dimensionen einer solchen Entscheidung mal zu erläutern, bereits bei einer Stückzahl von 1 Million CDs sind das mehrere Tage an Verlust oder (Zeit-) Gewinn. In der Endphase der CD-Entwicklung in den 90er Jahren dauerte die Herstellung (Pressung) einer CD gerade mal 3 Sekunden.

Beinahe hätte ich es vergessen !!

Platz für einen ganzen Güterzug voller Makrolon

Und noch etwas war für den Erfolg sehr sehr wichtig. Wenn die echte Massen-Produktion der ersten tausend CD-Titel (oder sogar mehr) mit jeweils 100.000er Auflage erst mal losgeht, das wären dann Millionen von CDs, dann braucht man "mal eben" nicht nur eine Tonne Polycarbonat oder gar einen LKW voll, nein, es war ein ganzer Güterzug, der dort mit fertigem Makrolon tonnenweise vor den Produktionshallen in Hannover bereitstehen musste. Und die geforderte Qualität der ersten Tonne (Metalltonnen im wahrsten Sinne des Wortes) mußte exakt gleich sein wie bei der letzten Tonne. Das war ein absolutes KO-Kriterium, denn das konnte sowieso keine kleinere Chemiefirma leisten.

Eine lange Denkpause in 1980

Nach der ersten Ankündigung im April 1978 und der pressewirksamen Vorstellung der Compact-Schallplatte im März 1979 wurde es sehr ruhig um diese neue Technologie. Man hörte und sah in den wenigen Fachmedien (unseres Wissens nach) sogar bis zum Jahresende 1980 nichts mehr über die CD. Sie war fast aus dem Blickfeld (der sonst immer so hungrigen Medien und der potentiellen Kunden) gerutscht.
Wie wir aus dem Fernsehbereich erfahren haben, gab es da bei Philips in Eindhoven einen sehr fähigen Manager - Pieter Boegels, der mit seiner Eigenschaft, mehrere Sprachen fließend zu sprechen, im Hintergrund die sehr erfolgreiche Kooperation mit Sony in die Wege geleitet hatte. Pieter Boegels hatte sich dann später bei der Koordination des "Eureka 95 - HDTV" Projektes auch sehr verdient gemacht.

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Aug. 1981 - Der nächste Anlauf kam zur Funkausstellung 1981

Philips zeigt die CD
und DUAL hat einen Prospekt

Philips und Sony (und Grundig und Herbert von Karajan) stellen die Compact Disc in der fast endgültigen 12cm Version vor. Einen Philips Prospekt von 1981 haben wir hier dargestellt. Einige japanische Firmen (außer Sony) geben Presseinfos heraus, daß sie bei der neuen Compact Schallplatte (auch) mit dabei sein werden.

15. April 1982 - Sony Vorstellung

Pressekonferenz von SONY zusammen mit der DG und mit Karajan
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Mitte Juni 1982

Medienwirksame Inzenierung der Übergabe der Digitalaufnahme "Alpensymphonie" (der ersten in großer Serie industriell gefertigten CD der Deutschen Grammophon) an Herbert v. Karajan.
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Aug. 1982 - Die eigentliche CD- Massen- produktion beginnt bei PDO.

Aus der Philips Historie entnehmen wir: Die weltweit erste CD wurde in Langenhagen bei Hannover am 17. August 1982 produziert.
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  • Das ist natürlich so nicht korrekt. Die neuen 12cm CDs wurden bereits in mäßig großen Stückzahlen sowohl bei Bayer als auch in Holland bei Philips auf älteren Spritzgießanlagen gefertigt. Nur lagen die Stückzahlen in überschaubaren Größenordungen von maximal mehreren tausend.


Dort wurden sowohl die Produktionstechniken ausprobiert wie auch Musterserien für die potentiellen Geräte-Hersteller und selbstverständlich für die Medien/Presse angefertigt.

Produziert in richtigen Massen (ab 1 Million aufwärts) wurde dann bei der PDO, der "Philips Du-Pont Optical" in Hannover, einer Beteiligungsfirma von Philips. Alle anderen (alten) Plattenhersteller hatten ja noch gar keine Maschinen dafür. Und auch dort bei PDO mußte erstmal mit den Verfahrenstechnikern und Produktionsingenieuren die echte Massenfertigung geübt und perfektioniert werden.

Am Anfang soll der Ausschuß recht groß gewesen sein, weil massenweise Makrolon Material wieder recycelt wurde, also wieder eingeschmolzen und gereinigt wurde.

In Holland hatte man nämlich "nur"
an einer "uralten" Spritzgießanlage (etwa 10 Jahre alt) für 30cm Laserdiscs "geübt", auf der man die Musterserien (auf für die 30cm Bildplatte) ausprobierte.

So richtig los ging es erst ab Mitte 1983 zur Funkausstellung.

Erster Philips Spieler "CD 100"

Vor und nach der Funkausstellung 1983, als überhaupt nennenswerte Stückzahlen von Abspiel-Geräten im Fachhandel verfügbar waren, begann der Run auf diese Technik.

Auch die ersten "richtigen" Prospekte von der neuen CD Technologie bekam man ab August 1983. Allen potentiellen Hifi-Fans wurde der Mund schon gewaltig wässig gemacht und dann waren diese raren Geräte noch richigt teuer.
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Irgendwie ist das - also diese Meldung - so nicht korrekt . . .
August 2007 - "Philips feiert den 25. Geburtstag der CD"

- Die weltweit erste CD wurde in Langenhagen bei Hannover am 17. August 1982 produziert.
- Die CD förderte den Wandel von der analogen zur digitalen Musikindustrie und ebnete den Weg für neue digitale Datenträger wie CD-Rom oder DVD.
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  • Anmerkung der Redaktion : Der erste Satz ist natürlich nicht korrekt, denn in den Philips Laboratorien in Eindhoven stand eine ältere Laserdisc Pressmaschine, mit der durchaus kleinere Mengen um 1000 Stück produziert wurden. Man mußte doch das ganze Press-Verfahren sorgfältigst durchprüfen, ehe man die große Glocke läutete.
  • Außerdem hatte mir Karl Breh bei unserem Besuch sein Chopin CD-Muster von 1980 persönlich zum Anfassen gezeigt und dieses dann auf einem High-End CD-Player vorgespielt. Diese CD war kein Einzelstück, das war bereits Serie.

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Und so stellt sich die historische Kernfrage: Wie alt ist die CD wirklich ? Welches Datum wird für die obligatorischen Jubiläen sinnvoll sein oder "gepuscht" werden ?

Diese Frage ist genauso schwierig wie der große Presserummel mit den "80 Jahre Langspielplatte". Auch hier hatte es eigentlich nicht gestimmt. Diese Langspielplatte war nicht die uns bekante 33er Vinyl-LP, es war eine ganz spezielle langsam laufende Schellack Platte für den damaligen Kino-Nadel-Ton.

Diese Platte wurde auch nie "draußen" angeboten oder gar verkauft. Dennoch war es der "dpa" eine weltweite Pressemeldung wert, von der wir auch (mit etwas mehr Publizität) profitiert hatten.

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Also - wann ist die CD wirklich geboren worden ?

Wir haben ja immerhin 4 Jahre zur Auswahl.
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