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Aufstieg und Niedergang eines Hifi Magazines

von Gert Redlich im Juli 2015 - Noch ein neues Magazin mit alten Köpfen. Sie kamen - mit den besten Voraussetzungen, Ideen und Gedanken - fast alle von steroplay und auch von AUDIO. Insbesondere der "neue" Chefredakteur Dr. G. O. Dick war bei steroplay im Zorn über seine Absetzung bzw. seinen Austausch weggegangen.

An der HIFI-VISION sieht man ganz deutlich, wie schwer es ist, irgendwelchen kurzlebigen Trends hinterher zu laufen und den jeweils aktuellen Zeitgeist zu treffen. Speziell in den letzen Jahren (etwa ab 1993) wurde mehrfach das Ruder mitten im Sturm herum geworfen, doch die Felsen warteten auf allen Seiten, egal, welche Richtung man auch versuchte. Und dann war im August 1996 Schluß. Von Karl Breh weiß ich, daß sich solch ein Ende mindestens 12 Monate vorher ankündigt und die Mitarbeiter jeden Monat ums Überleben (ihres Magazines) kämpften. Ein gänzlich untrügliches Maß sind die zu zählenden (immer weniger werdenden) ganzseitigen Anzeigen der Hersteller. (Aber das kommt noch.)

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HIFI VISION 1989-01

HIFI VISION 1989-02/03

HIFI VISION 1989-04

HIFI VISION 1989-05

Hier wird die kleinere CANTON CA20 beschrieben und beurteilt.
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Das Editorial aus Heft 5 (Mai) 1989

von Harald Kuppek
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Der Standpunkt - Schnee von gestern

Die neue Ein-Bit-Technik bei CD-Spielern ist zur Zeit in aller Munde. HIFI VISION meldet zu diesem Thema jetzt eine echte Sensation:

Nachdem HIFI VISION-Tester Stefan Schickedanz im vorigen Monat den angeblichen 18-Bit-Spieler Technics SL-P333 als Ein-Bitler entlarvte, erinnerte er sich an seinen ersten HIFI VISION-Test, wo (ui ui ui, ein dicker Ausrutscher - es muß entweder "als" oder "in dem" heißen) er im Sommer 1988 beim Test der 500-Mark-CD-Spieler die eher passive Rolle des Co-Autors einnahm.

Damals stieß er auf das eigenartige Phänomen, daß der preiswerte Technics SL-P200 (Test in Heft 9/1988) über eine in dieser Preisklasse verblüffend gute Wandlerlinearität (HIFI VISION prüft sie momentan als einzige deutsche Testzeitschrift) gepaart mit absoluter Kanalgleichheit verfügt.

  • Anmerkung : Das ist natürlich populistischer Unsinn, die anderen Hifi-Test-Labors testen das natürlich auch. Dieses Herausstellen der eigenen Vollkommenheit ist ein bescheidenes Erbstük aus der stereoplay Zeit, als "die alle" noch bei stereoplay in der Redaktion waren. Dieses frühpubertäre Denken, ätsch, ich bin aber besser als DU, kam in jeder stereoplay Ausgabe mindestens 2mal vor.

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Dieses Phänomen ging Schickedanz nicht aus dem geplagten Testerkopf. Flugs besorgte er sich bei Saturn Hansa in Hannover ein Auslaufmodell des SL-P200 und ließ es von Laborchef Gerhard Schneider untersuchen.

Das Ergebnis: Bereits der SL-P200 war ein reinrassiger Ein-Bitler. Technics führte also bereits vor einem Jahr die Ein-Bit-Technik still und heimlich ein. Stell' Dir vor, alle hören Ein-Bit und keiner merkt's.

Schon geistern wieder wilde Spekulationen durch die HiFi-Welt, ob Ein-Bit- oder 20-Bit-Spieler besser klingen. Die Ein-Bitler der ersten Generation wurden gehörmäßig voriges Jahr nicht enttarnt, also kann der Unterschied so groß ja dann wohl nicht sein.

Ich hoffe, daß jetzt nicht die Bitzahl kaufentscheidend ist, wie weiland die Wattzahl bei Verstärkern oder -noch schlimmer - bei Boxen. Wichtig sind bei CD-Spielern alleine der Klang, die Ausstattung, die Fehlerkorrektur und die Verarbeitung. Und genau diese Kriterien, und nur diese, entscheiden über die HIFI VISION-Testeinstufung.

Ihr
Harald Kuppek

HIFI VISION 1989-06

HIFI VISION 1989-07

HIFI VISION 1989-08

HIFI VISION 1989-09

HIFI VISION 1989-10

HIFI VISION 1989-11

HIFI VISION 1989-12

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