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"Dual gehört zum guten Ton" - jedenfalls noch in 1975

April 2012 von Gert Redlich - "Alle" (jedenfalls fast alle) sind 1973 / 1974 auf den (analogen) Quadro-Zug aufgesprungen. Viele Chefs und Marketing-Leute wußten nicht mehr, was das am Ende für das Unternehmen und die auf sie zukommenden Entwicklungskosten bedeutete. So waren die (Werbe-) Texter also gezwungen, die bislang sehr vagen und nebulösen Quadro-Begriffe und die divesen Quadro-Konzepte allgemeinverständlich zu erklären. Dieses ist anderen Werbetextern nicht immer gelungen.
Bei Dual gab es dafür diesen speziellen "DUAL-QUADRO" Prospekt.
Denn Dual war 1975 immer noch Marktführer bei den Plattenlaufwerken. Die Werbeabteilung beschreibt hier das wirklich komplexe Thema "Quadro" einigermaßen verständlich. Den restlichen Teil des Prospektes mit den Zeichnungen von Quadro-Anlagen in den Muster-Wohnzimmern habe ich in den Quadro-Bereich ausgegliedert, die finden Sie auf dieser Seite.

Der Dual Prospekt Aug. 1975

Stereofonie - Quadrofonie - Empfehlungen - Systemauswahl:

Vertrauen Sie beim Kauf einer HiFi-Anlage auf Dual- Geräte, denn Dual HiFi-Anlagen und -Componenten sind zukunftssicher für alle Wiedergabeverfahren.

(So lautet jedenfalls der Dual-Werbespruch von 1975. - Auch Max Grundig schrieb immer wieder : Vertrauen Sie auf den Namen einer großen Marke. Und in 2001 ? Wo ist der Max und wo ist Dual gebieben ?). Es war nix mit dem Vertrauen.

Stereo oder Quadro? Diese Schrift informiert erstmalig - und aus meiner Sicht viel zu spät - über die verschiedenen Quadro- Wiedergabeverfahren und hilft Ihnen, mit zahlreichen Problemlösungen, die richtige Entscheidung zu treffen.

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Mono, Stereo, Quadro — und was man davon wissen sollte!

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  • Das Aufnahme- und Wiedergabeprinzip der einzelnen Verfahren wird erst allgemeingültig kurz erläutert und danach ausführlich beschrieben. Der 1975er Prospekt ist 20 Seiten stark. Herr Hasselbach, der Chefentwickler von Braun, hatte auf jeden Prospekt über 30 Jahre lang jeweils das Tagesdatum aufgedruckt.

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Mono

Fig. 1 Hörbild Mono

Die monaurale Aufnahmetechnik war das erste und jahrzehntelang einzige Verfahren, Sprache, Musik oder Geräusche mit einem Mikrofon aufzunehmen und über einen Kanal auf Schallplatten zu speichern. Zur Übertragung genügte ebenfalls ein Kanal.

Mono-Wiedergabe

Bei monauraler Wiedergabe ist es für den Hörer nicht möglich, eine exakte Aussage über die räumliche Anordnung, beispielsweise der verschiedenen Instrumente eines Orchesters, zu machen. Die Schallintensität ist in diesem Fall auf beiden Ohren gleich.

Stereo

Die Stereofonie stellt eine Nachbildung des natürlichen Höreindruckes des Menschen dar, genau gesagt, eine Nachbildung des Hörens mit zwei Ohren. Zu einer Stereofonie-Aufnahme werden daher mindestens zwei Mikrofone benötigt. Zur Aufzeichnung, Speicherung und Übertragung hat man ebenfalls zwei getrennte Kanäle.

Stereo-Wiedergabe

Fig. 2 Hörbild Stereo

Die Tatsache, daß der Mensch doppelte Sinnesorgane für Hören und Sehen besitzt, verleiht ihm die Fähigkeit, sich räumlich durch optische und akustische Eindrücke zu orientieren. In den Konzertsaal versetzt bedeutet dies, daß auch bei geschlossenen Augen selbst der ungeübte Zuhörer, neben der instrumenteigenen Klangcharakteristik, den Standort der einzelnen Schallquellen innerhalb des Orchesters zu bestimmen vermag.

Diese Ortung beruht im wesentlichen auf Intensitätsunterschieden. (Anmerkung  : Einen sehr gut gemachten Artikel über die Ortung der Ohren finden Sie hier.) Die Ohren empfinden unterschiedliche Schallstärken. Daneben spielen aber auch Zeitunterschiede eine Rolle. Das dem betreffenden Instrument näher zugeordnete Ohr hört den Schall früher als das andere. Außerdem sind noch Phasenunterschiede von Bedeutung.

Bei der Wiedergabe über zwei Lautsprecherboxen werden die Laufzeit- und Intensitätsunterschiede wieder hörbar. Man kann feststellen, wo sich die einzelnen Klangkörper befinden. Durch die heute übliche Aufnahmetechnik läßt sich auch die Tiefe eines Klangkörpers akustisch teilweise nachbilden. Das heißt: man kann feststellen, ob eine Klangquelle weiter entfernt oder näher dem Mikrofon ist. Daraus resultiert wohl auch die Aussage: Stereofonie = »Raumklang«. Eine solche Tiefenortung ist aber nur vom Lautsprecher aus nach rückwärts feststellbar, nicht in Richtung zum Zuhörer.

Quadro

Im Konzertsaal oder Aufnahmeraum (im Studio) wird der Schall nicht nur direkt abgestrahlt, sondern zu einem großen Teil (bis ca. 70%) erst von Wänden, Decken oder vom Fußboden reflektiert, ehe er die Ohren der Zuhörer bzw. die Aufnahme-Mikrofone erreicht.

Bei der Quadrofonie wird deshalb, im Gegensatz zur Stereofonie, der für jeden Aufnahmeraum spezifische Reflektionsschall auf zwei zusätzlichen Kanälen gespeichert und über Quadroverstärker (oder Stereo-Verstärker mit Zusatzverstärker) den vier Lautsprecherboxen zugeführt.
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Quadro-Wiedergabe

Fig. 3 Hörbild Quadro

Die reflektierten Schallanteile haben - wie bei Stereo-Wiedergabe erwähnt — gegenüber dem Direktschall längere Laufzeiten, dadurch geringere Intensität und unterschiedliche Phasenwinkel im Vergleich zum Direktschall. Auf diese Weise erhält man einen ziemlich genauen Eindruck des Raumes, in dem sich das musikalische Geschehen abspielt (besser : abgespielt hatte). Bei der Wiedergabe geben die beiden vorderen Lautsprecher überwiegend Direktschall, die beiden rückwärtigen im wesentlichen Reflektionsschall wieder.

(Anmerkung: Das ist eine sehr sehr einfache Darstellung, was die Dual Leute damals unter Quadro verstanden. Es lehnt sich an die Aussagen der Firma Bose an.)
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Die Wiedergabe der einzelnen Verfahren

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Was ist Stereofonie und was ist Hifi

Die Stereofonie ermöglicht räumliches Hören; High Fidelity bedeutet "naturgetreue Wiedergabe".

Der Unterschied: Stereo ist ein Verfahren der Aufnahme- und Wiedergabetechnik, HiFi der Maßstab für Qualität und in Deutschland mit DIN 45 500 festgelegt. Beides zusammen ergibt den räumlichen, naturgetreuen Klang.

Die Stereo-Technik zeichnet zwei Hörbilder auf, die von der Anlage getrennt wiedergegeben werden. Das linke Ohr nimmt bevorzugt die Klanginformation aus der linken Box auf, Ihr rechtes Ohr wird stärker von der rechten Lautsprecherbox beschallt. Deshalb wurden die Lautsprecherboxen gegenüber der Sitzgruppe so aufgestellt, daß ein gleichseitiges Dreieck (akustisches Dreieck) entsteht, wie es optisch durch die Schattenwirkung dargestellt ist. So erleben Sie - wie im Konzertsaal - das faszinierende Musikgeschehen in räumlicher Gliederung.

Der Raumeindruck bei Stereo

Fig. 13 Prinzip der Stereo-Übertragung (grün/Direktschall, rot/Reflektionsschall)

Die reflektierten Schallanteile haben — wie wir schon feststellten - gegenüber dem Direktschall längere Laufzeiten, dadurch geringere Intensität und unterschiedliche Phasenwinkel im Vergleich zum Direktschall. Auf Grund dieser Unterschiede kann das menschliche Gehirn den Raumeindruck bilden. Diese reflektierten Schallanteile sind auch in den Stereo-Aufnahmen moderner Schallplatten, Tonbänder und Rundfunksendungen enthalten (Fig. 13).

Weil aber Direktschall und Reflektionsschall aus demselben Lautsprecher kommen, ist die Wiedergabe der Akustik des Aufnahmeraumes bei Stereo praktisch nicht möglich, denn die Stereo-Wiedergabe ist den akustischen Einflüssen des jeweiligen Wiedergaberaumes unterworfen.

Erweitertes Stereo-Erlebnis durch Quadrofonie

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Quadrofonie

Nach ganz vielen Flops endlich eine plausible Aufstellung der 4 Boxen
hier ebenso - endlich

Bei der Quadrofonie wird - im Gegensatz zur Stereofonie - der für jeden Aufnahmeraum spezifische Reflektionsschall über zwei zusätzliche Kanäle erfaßt.

Für die Wiedergabe werden zwei Lautsprecher vor und zwei Boxen hinter der Sitzposition aufgestellt.

Die beiden vorderen Lautsprecher geben vorzugsweise Direktschall, die beiden rückwärtigen im wesentlichen Reflektionsschall wieder.

So wird der Eindruck vermittelt, daß der Hörer sich in den Ablauf der Ereignisse hineinversetzt fühlt. Der optimale Sitzplatz befindet sich im Schnitt der sich kreuzenden Schallabstrahlung, so wie es die Bildimpression veranschaulicht.

Damit eröffnet sich dem Hörer eine völlig neue Klangdimension: der Quadro-Raumklang.
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Der erweiterte Raumklang bei Quadro

Will man die Akustik des Aufnahmeraumes übertragen, muß man den raumspezifischen Reflektionsschall über zwei zusätzliche Kanäle separat aufzeichnen und wiedergeben.

Dabei ist außerdem noch eine erweiterte Ortungsmöglichkeit einzelner Instrumente feststellbar. Bei Stereo-Wiedergabe ist zwar auch eine Ortung in der Raumtiefe möglich, jedoch nur von den beiden Lautsprechern aus rückwärts, nicht in Richtung auf die Zuhörer.
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  • Anmerkung : Das war das Wissen der Werbetexter und Marketingleute von 1975. Bei meinem Besuch 2014 in Stuttgart und ausführlichem Hören der ungewöhnlichen Linkwitz Stereo-Boxen kam Erstaunliches heraus. Auch mit (nur) 2 Stereo-Boxen und einer exzellenten Stereoaufnahme (von einer CD aus 1982 !!)) wird das Klangbild regelrecht plastisch. Mehr lesen Sie hier auf der Linkwitz-Seite.

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Fig. 14 Prinzip der Quadroübertragung (grün/Direktschall, rot/Reflektionsschall)

Erst bei der vierkanaligen Aufzeichnung und Wiedergabe ist eine Ortung in Richtung zum Zuhörer, ja sogar hinter diesem möglich, weil sich dort zwei Lautsprecher befinden.

Damit steht den Künstlern - Komponisten und Musikern - eine neue musikalische Ausdrucksmöglichkeit zur Verfügung, die eine wesentlich intensivere Wirkung der Musik auf den Zuhörer ermöglicht. Er ist nicht mehr passiver Zuhörer vor dem musikalischen Geschehen, sondern mit einbezogen. Er ist z. B. bei einer Opernaufführung akustisch mitten in der "Volksmenge" auf der Bühne.
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Die vierkanalige Wiedergabe hat gegenüber der Stereo-Wiedergabe noch einen weiteren Vorteil: Um bei einer zweikana-ligen Wiedergabe den Eindruck des unmittelbaren Dabeiseins hervorzurufen, ist eine relativ große Lautstärke nötig - man spricht sogar von "hifi-gerechter Lautstärke".

Erst bei relativ großer Lautstärke wird genügend Schall von den Wänden reflektiert, der dann den Eindruck eines Live-Konzerts vermittelt. Bei vierkanaliger Wiedergabe dagegen ist bei jeder Lautstärke, also auch schon bei Zimmerlautstärke, genügend Reflektionsschall vorhai den, da dieser von den rückwärtigen Lautsprecherboxen abgestrahltwird (Fig.14).

Man hat bei Vierkanal-Wiedergabe daher schon bei relativ kleinen Lautstärken den Eindruck des unmittelbaren Dabeiseins, was vorteilhaft ist für nicht musikbegeisterte Mitbewohner.

Fig. 15

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Quadrofonie-Verfahren

Für die quadrofone Schallplatten-Wiedergabe sind zwei technisch unterschiedliche Systeme gebräuchlich: Das 4-4-4-System oder »Diskret-Verfahren«

Beim Diskret- oder 4-4-4-Verfahren werden die von den Mikrofonen kommenden Signale auf vier elektrisch voneinander getrennten Tonträger-Spuren oder-Kanälen aufgezeichnet und übertragen. Zur Wiedergabe benötigt man außer der Vierkanal-Programmquelle einen Vierkanal-Verstärker und vier Lautsprecherboxen (Fig. 25).

Das 4-4-4-System ist technisch sehr aufwendig und kann vom Rundfunk noch nicht übernommen werden.

Fig. 25 4-4-4-System (Diskretes Verfahren, grün/Direktschall, rot/Reflektionsschall)

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Das CD 4-Verfahren

Dieses Verfahren wird als diskretes Verfahren bezeichnet, obwohl neben der diskreten Anordnung der Kanäle aus Gründen der Kompatibilität zusätzlich eine Codierung und Decodierung erfolgt. Bei diesem Verfahren werden die beiden hinteren Kanäle in den Bereich von 20—45 kHz umgesetzt, d. h. elektrisch von den Frontkanälen getrennt aufgezeichnet. Dazu werden von einer Matrix die Summen der beiden linken und rechten Kanäle gebildet (Vr + Hr und VI + Hl), die wie eine zweikanalige (Stereo) Aufzeichnung innerhalb des menschlichen Hörbereiches in der Schallrille aufgezeichnet werden.
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Fig. 26 Für die Vierkanal-Schallplatte ist eine spezielle Art des diskreten Verfahrens bekannt, das CD 4-Verfahren. Bei ihm werden die beiden zusätzlichen Kanäle auf einem im Ultraschallbereich (30 kHz) liegenden Hilfsträger übertragen.


Die CD 4-Schallplatte läßt sich daher ohne Informationsverlust jederzeit auf einer vorhandenen Stereo-Anlage abspielen und zweikanalig wiedergeben. Die beiden Differenz-Signale (Vr - Hr und VI - Hl) werden mit einem gegenüber den Frontsignalen um 19 dB abgesenkten Pegel, einem Hilfsträger von 30 kHz aufmoduliert. Anschließend in einem speziellen Mischer mit den direkt von der Matrix kommenden Summensignalen gemischt und der Schneidapparatur zugeführt. Dabei ergeben sich durch die Notwendigkeit, Frequenzen bis 45 kHz aufzuzeichnen, kritische Modulationen der Schallrille.
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Fig. 27 Nadeltypen und Wirkungsschema der multiradialen Nadel gegenüber der herkömmlichen Abtastnadel.

Bei der Wiedergabe werden die von der Schallplatte kommenden Signale zuerst in die zwei Summen- und die zwei Differenzsignale zerlegt. Die beiden Summensignale gehen direkt an die Matrix — die beiden Differenzsignale werden im Demodulator in den Hörbereich zurückgeführt und gelangen anschließend ebenfalls an die Matrix. Dort erfolgt die Aufschlüsselung in die ursprünglichen vier Signale, die dann über den nachgeschalteten Vierkanal-Verstärker an die vier Lautsprecherboxen weitergegeben werden.

Zur diskreten Wiedergabe von CD 4-Schallplatten ist ein Tonabnehmersystem mit erweitertem Übertragungsbereich (bis 45 kHz) und multiradial geschliffenem Abtastdiamanten (z. B. Shibata), sowie ein Demodulator zwischen Plattenspieler und Vierkanal-Verstärker erforderlich. Die ebenfalls benötigte kapazitätsarme Verkabelung und die spezielle Antiskating-Einstellskala für die multiradiale Abtastnadel (Fig. 27) haben alle Dual Plattenspieler serienmäßig (Ausnahme: Dual 430).

Das 4-2-4-System oder »Matrix-Verfahren«

Beim Matrix-Verfahren werden aus den von den vier Mikrofonen aufgenommenen Signalen in einem speziellen Encoder ebenfalls je 2 Summen- und 2 Differenzsignale gebildet und anschließend zu zwei Übertragungskanälen gemischt. Dabei bleiben aber alle Informationen im Hörbereich und können daher — ähnlich wie eine Stereo-Information — auf einem Zweikanal-Programmträger (z. B. Schallplatte) gespeichert, übertragen und vom Rundfunk gesendet werden. Zur vierkanali-gen Wiedergabe müssen die zwei Übertragungskanäle durch einen speziellen Decoder wieder in die ursprünglichen vier Kanäle entschlüsselt, d. h. decodiert werden (Fig. 28).

Fig. 28 4-2-4-System (Matrix-Verfahren, grün/Direktschall, rot/Reflektionsschall)

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Das SQ-Verfahren

Fig. 29 SQ-Codierung

Das SQ-Verfahren ist ein 4-2-4-System, also ein Matrix-Verfahren, allerdings eine spezielle Art. Dabei werden die ursprünglichen vier Signale in einem Encoder derart gemischt, daß der linke codierte Übertragungskanal die Signale Vl — 90° Hl -4- Hr und der rechte Kanal die Signale Vr + 90° Hr - Hl enthält (Fig. 29), in jedem Kanal also nur drei der vier ursprünglichen Signale vorhanden sind.

Die beiden vorderen Signale sind — wie bei herkömmlichen Stereo-Programmen — in jedem Kanal nur jeweils einmal vorhanden, das eine gute Trennung zwischen den linken und rechten Kanälen ermöglicht.
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Fig. 30 Bewegung des Abtasters in der Rille: Durch die Helix-Modulation erhält der Abtaster eine kreisförmige Bewegung und reproduziert so die Signale für die rückwärtigen Kanäle.

(Anmerkung : Hier eine sehr schwer verständlich erklärte Wirkungsweise der SQ-Codierung.) Die Signale der beiden hinteren Kanäle lenken bei der Schallplatten-Herstellung den Schneidstichel in einer zusätzlichen kreisförmigen Bewegung aus (Fig. 30).

In Verbindung mit der Drehung der Schallplatte ergibt sich dadurch eine doppelt-spiralenförmige Schallrille, auch Doppel-Helix genannt (engl, »helix« = Spirale). Diese Spirale läuft einmal im Uhrzeigersinn für den Kanal Hl und einmal gegen den Uhrzeigersinn für den Kanal Hr.

Zu diesen beiden Spiralen kommt noch die bisherige Stereo-Modulation für die beiden vorderen Kanäle Vr und VI. Bei der Wiedergabe teilt der Decoder jeden Kanal in zwei Teile. Ein Teil geht direkt an den Verstärker für die beiden Frontlautsprecher, der andere wird weiterer Phasenverschiebung, Mischung und Pegel-angleichung unterzogen und über die rückwärtigen Lautsprecher abgestrahlt.

Zur Abtastung von SQ-Schallplatten ist weder ein spezielles Tonabnehmersystem noch eine besondere Abtastnadel erforderlich — jedes einigermaßen gute Tonabnehmersystem mit ausreichend großer, vor allem vertikaler Nadelnachgiebigkeit (Compliance) ist dazu in der Lage.

(Anmerkung : Das stimmt also wirklich nicht. Die Stereo Übersprechdämpfung musste exzellent sein und die Kanalgleichheit musste höchsten Ansprüchen genügen.)
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Das 2-2-4-System oder Quasiquadrofonie-Verfahren

Eine Eigenschaft von Matrix-Decodern ist ihre Verwendbarkeit für die quasiquadro-fone Wiedergabe herkömmlicher Stereo-Aufnahmen (2-2-4-System). Stereo-Aufnahmen enthalten sogenannte »Differenzsignale«, die sich aus dem in Aufnahmeräumen vorhandenen Reflektionsschall bilden. Bei entsprechender Schaltung lassen sich die Differenzsignale herausfiltern und über zwei weitere Lautsprecher von rückwärts — etwa dem Original entsprechend - wiedergeben (Fig. 31).
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Fig. 31 2-2-4-System (Quasi-Quadrofonie-Verfahren (grün/Direktschall, rot/Reflektionsschall)

Der Reflektionsschall bzw. die daraus resultierenden Differenzsignale sind maßgebend für den räumlichen Eindruck einer Wiedergabe, weil dieser sich raumbedingt ändert und praktisch alle Informationen über die Akustik des Aufnahmeraumes enthält.

Da jedoch der Anteil an Reflektionsschall - also an Differenzsignalen — von Aufnahme zu Aufnahme unterschiedlich ist, (z. B. abhängig von der Entscheidung des Tonmeisters) ergibt sich bei einer quadro-fonen Wiedergabe ein von Aufnahme zu Aufnahme unterschiedlicher Vierkanal-Effekt. In jedem Fall aber ist die Wiedergabe wesentlich räumlicher als bei herkömmlicher Stereo-Wiedergabe.

Die verschiedenen heute bekannten Matrix-Verfahren unterscheiden sich eigentlich nur in der Art der Mischung und Verteilung der Original-Signale. Dies kann dazu führen, daß die Kanäle vermischt, abgeschwächt, falsch geortet oder im Pegel verändert werden, wenn man z. B. eine nach Verfahren A codierte Aufnahme über Geräte für Verfahren B - und umgekehrt -wiedergibt. Dies führte zur Forderung nach einer Universal- oder Multimatrix, die einen für alle Verfahren brauchbaren Kompromiß bietet.

Eine solche Universalmatrix, mit dem sich alle Programme — gleichgültig nach welchem Verfahren sie codiert wurden — nahezu in ursprünglicher Qualität wiedergeben lassen, ist die von Dual entwickelte Multimatrix, die in den Geräten Dual MV 61, CDV 60, CR 120, KA 460 und CV 240 enthalten ist.
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Fig. 32 Erweiterung einer Stereo-Anlage zu einer diskreten Quadrofonie-Anlage.
Fig. 33 Dual-Multifonie-Verfahren -Anschlußschema

HiFi-Multimatrix-Zusatzverstärker
Dual MV 61

Der Dual MV 61 bietet eine der preisgünstigsten Möglichkeiten, vorhandene Stereo-Anlagen auf Quadrofonie-Wiedergabe zu erweitern. Er enthält die Dual Multimatrix mit zwei separat regelbaren Endstufen.

Er eignet sich sowohl zur vierkanaligen Wiedergabe aller Stereo-Programme (Stereo-Schallplatten, -Tonbänder und -Rundfunksendungen), als auch zur Wiedergabe matrix-codierter Vierkanal-Schallplatten, unabhängig davon, nach welchem Verfahren diese codiert wurden.

Da auch das CD 4-Verfahren mit Summen-und Differenzsignalen arbeitet, lassen sich sogar CD 4-Schallplatten mit gutem Erfolg vierkanalig wiedergeben — natürlich nicht mit der CD 4-Kanaltrennung, wohl aber mit der eines Matrix-Verfahrens.

Fig. 32/33 zeigen den Anschluß des Dual MV 61 an eine vorhandene Stereo-Anlage. Falls der vorhandene Stereo-Verstärker asymmetrische Lautsprecher- Ausgänge (gemeinsame Masse für beide Kanäle) hat - was bis auf ganz wenige Ausnahmen bei praktisch allen Verstärkern der Fall ist - spielt das Fabrikat keine Rolle.

Von der Stereo-Anlage zur Quadro-Anlage
Hinweise für Auswahl und Erweiterung

Sie besitzen bereits eine Stereo-Anlage — von Dual oder einem anderen Hersteller? Dann haben Sie zwei Möglichkeiten, diese zu einer Quadrofonie-Anlage zu erweitern:
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1. Durch Anschluß des HiFi-Multimatrix-Zusatzverstärkers Dual MV 61 mit zwei weiteren Lautsprecherboxen (Fig. 34). Damit können Sie alle Stereo-Programme (Stereo-Schallplatten, -Tonbandaufnahmen, -Musikkassetten und -Rundfunksendungen), aber auch alle diskreten Vierkanal-Schallplatten quasiquadrofon wiedergeben (siehe Seite 19). Matrix-codierte Vierkanal-Schallplatten lassen sich annähernd originalquadrofon wiedergeben.

2. Mit dem Decoder-Verstärker Dual CDV 60 läßt sich eine hochwertige Quadrofonie-Anlage auch in Stufen anschaffen: Sie kaufen sich zuerst eine normale Stereo-Anlage und erweitern diese zum gewünschten Zeitpunkt mit dem Dual CDV 60 und zwei Lautsprecherboxen. Für vierkanalige Wiedergabe von CD-4 Schallplatten wird die Anlage um den Vierkanal-Schallplatten-Demodulator Dual CD 40 ergänzt (siehe Fig. 35).

Die Vierkanal-HiFi-Kompakt-Anlage Dual KA 460 ermöglicht nahezu unbegrenzte Wiedergabemöglichkeiten für Schallplatten und Rundfunkempfang (Fig. 36).
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Stereo Wiedergabe von Stereo-Rundfunksendungen und -Schallplatten über ein Lautsprecherpaar.
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  • 2 x Stereo
    - Stereo-Wiedergabe in zwei Räumen
    - Stereo-Wiedergabe über vier Lautsprecherboxen in einem ungewöhnlich großen oder akustisch ungünstigen Raum.
  • 4 Channel
    - Vierkanalige Wiedergabe vom Quadro-Tonbandgerät
    - Quadrofone Wiedergabe von CD 4-Schallplatten über angeschlossenen Demodulator Dual CD 40.

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SQ - Quadrofone Wiedergabe von SQ-Schallplatten, -Tonbandaufnahmen oder -Musikkassetten, sowie entsprechenden Rundfunkprogrammen.

Multi - Vierkanalige Wiedergabe sonstiger matrix-codierter Quadrofonie- Schallplatten, -Tonbandaufnahmen oder-Kassetten
- Vierkanalige Aufbereitung aller Stereo-Programme.
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Entschließen Sie sich gleich für eine Quadrofonie-Anlage, empfehlen wir Ihnen den HiFi-Vierkanal-Verstärker Dual CV 240 mit 4 x 60 Watt Ausgangsleistung. Das ist ein diskreter HiFi-Vierkanal-Verstärker mit integrierten SQ- und Multifonie-Decodern. Er bildet die Basis einer Quadrofonie-Anlage für höchste Ansprüche (Fig. 37). Für diskrete CD 4-Schallplattenwiedergabe ist zum Dual CV 240 noch der Schallplatten-Demodulator Dual CD 40 erforderlich.

Von der Stereo- zur diskreten Quadrofonie-Anlage

Die Erweiterung einer Stereo-Anlage zu einer diskreten Quadrofonie-Anlage ist durch Anschluß des Decoder-Verstärkers Dual CDV 60 mit zwei zusätzlichen Lautsprecherboxen möglich. Für vierkanalige Wiedergabe von CD-4 Schallplatten wird zusätzlich der Dual CD 40 benötigt, der im Anschluß-Schema (Fig. 38) gestrichelt dargestellt ist.
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Fig. 38 Erweiterung einer Stereo-Anlage zu einer diskreten Quadrofonie-Anlage.

Alle Geräte sind anschließbar durch einfache Steckverbindungen. Alle Programmquellen werden am CDV 60 angeschlossen (Fig. 38), der damit die Funktion der Kommandozentrale der Quadrofonie-Anlage übernimmt. Weitere Anschlußmöglichkeiten enthält die Druckschrift »Anschlußhinweise Dual CDV 60«.

Für eine individuelle Beratung und Planung Ihrer Dual Stereo- oder Quadro-Anlage bzw. für den Ausbau Ihrer vorhandenen Stereo-Anlage zu einer Quadrofonie-Anlage fordern Sie bitte — selbstverständlich für Sie kostenlos und unverbindlich — die Dual Planungsunterlage sowie die Informationen über das Gesamtprogramm an.

Zuschriften bitte an:
Dual Gebrüder Steidinger - Abteilung VFÖ - 7742 St. Georgen/Schwarzwald
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Von diesem freundlichen Angebot sollten Sie inzwischen (wir haben 2012) keinen Gebrauch mehr machen.

Ein völlig irres Klangerlebnis
Die Bildwand im Heimkino

Erstens ist dort bei Dual in St.Georgen niemand mehr da und zweitens ist analoge Quadrophonie nach weit über 35 Jahren nur noch in "eingeweihten" Fan-Zirkeln ein ausdauerndes unendliches Gesprächsthema.

Unsere Erfahrung mit der digitalen Quadro- oder Multifonie
(4+1, 5+1 oder 7+1) hat fundamentale Unterschiede gezeigt. Versuchen Sie die DVD mit dem Sciencefiction-Film "Das fünfte Element" zu ersteigern oder auszuleihen, später nachgesungen von der fantastischen Engländerin Sarah Brightman. Dann haben Sie Quadro und mehr in einer völlig ungewohnten Qualität. Das hat mit den unzulänglichen Analog-Versuchen von 1974 nichts mehr gemein, das ist einfach nur noch phantastisch begeisterungsfähig "irre", jedenfalls in unserem großen Musik-Studio.

Zu der ganzen Quadro Aufarbeitung und den vielen Quadro-Artikeln geht es hier lang . . . .

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