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KlangBild war im November 1975 mit großer Euphorie gestartet

In dem ersten Paket "Klangbild" waren die Jahrgänge 75 bis 77 nicht enthalten. 1977 und 1978 sind in 2018 eingetroffen. - Offensichtlich wollten die Macher das erfolgreiche hohe technische und sprachliche Niveau der Hifi-Stereophonie nur rethorisch etwas tiefer ansiedeln. Vielen fachfremden Lesern (Nicht-Technikern) war das intellektuelle Niveau des Dipl. Physikers Karl Breh einfach zu hoch. Doch lange ging das nicht gut, denn die anderen Verlage kamen ab 1978 mit Macht in den scheinbar immer noch grenzenlosen Hifi-Markt und der aufkommende Verdrängungswettbewerb über hochglänzende Super-Hochglanz-Titelseiten war gnadenlos.

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KlangBild 1979-01

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Vorwort - Teures Hobby

Wenn's dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. Es darf aber auch Schnee sein. Kurzum, ich habe mich vor kurzem entschlossen, das Skifahren zu erlernen. Erstens, weil mir schon das Zuschauen Spaß macht, und zweitens, weil man sich hier im Süden Deutschlands als Nicht-Skifahrer fast wie ein Aussätziger vorkommt. Bewohner der nördlichen Hemisphäre können das vielleicht nicht ganz verstehen, sie mögen es mir trotzdem glauben.

Als blutiger Anfänger, der mal vor zehn Jahren kurz auf den Brettern (die damals noch keine eigene Welt bedeuteten) stand, macht man sich also an die Vorbereitungen. Der Skikurs ist angemeldet, die alten Bretter mit Sicherheitsbindung hat man auch noch, ebenfalls Skischuhe und sonst noch ein paar Klamotten.

Dies beim Spezialisten Sport-M. und Sport-Sch. nur kurz erwähnt, erntet man nur mitleidiges und höhnisches Lächeln: veraltet, keine Sicherheit, kein Mensch stellt die Bindung richtig ein usw. Doch mit Hohn kommt man einem abgebrühten Redaktionsmitglied nicht bei.

In früheren Zeiten haben sich, glaube ich, auch nicht mehr Leute die Haxen gebrochen als heute. Trotzdem, der Skilehrer würde einen ja glattweg exkommunizieren. Die braungebrannten, dynamischen (Alter: knapp 20 Jahre) Skiberater im Geschäft empfehlen, daß man Skifahren nur mit dem Besten anfangen soll, daß es dann um so mehr Spaß macht usw. Das ist natürlich wahr.

Nur, der Haken ist der: Ich weiß gar nicht, ob es mir überhaupt Spaß macht, und wenn nicht, höre ich nach dem zweiten Kurs (nicht Kurstag!) wieder auf. Das wollten die Herren aber nicht verstehen. Vielleicht haben sie sich noch nie eine Skiausrüstung (mit eigenem Geld!) gekauft- oder investieren ihr ganzes Geld da rein ?

Mein Handikap ist aber noch größer : Zum „Geiz" kommt noch dazu, daß ich von dem Metier wirklich nichts verstehe. Die Verkäufer hatten bestimmt mein Wohl im Auge, leider aber zu respektablem Preis. Gott sei Dank gibt es aber noch freundliche und fachkundige Kolleginnen und Kollegen, und mit deren Hilfe habe ich das Problem gelöst extrem - ökonomisch und dabei sicherheitstechnisch unbedenklich, ästhetisch aber bestimmt problematisch.

Und die Moral von der Geschicht? Was gut und teuer ist, muß nicht für jeden ideal sein. Anders gesagt: Wenn jemand z. B. klassische Musik partout nicht ausstehen kann, dann gefällt es ihm gleich wenig, ob Bernstein oder Karajan die Sinfonie dirigiert.

Und auf unsere Zeitschrift angewandt: Die KLANGBILD-Redaktion hat sich für das neue Jahr vorgenommen, HiFi noch verständlicher zu machen und dabei die Praxis - d. h. auch die unterschiedlichen Ansprüche - noch mehr als bisher zu berücksichtigen.

Meine Erfahrung bei meinem Skispleen hat mir hier anschaulich demonstriert, wie man es nicht machen sollte. Mit diesem Vorsatz wünscht Ihnen, lieber Leser, alles Gute im neuen Jahrund viel Freude

Bernhard Krieg
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KlangBild 1979-02

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Vorwort - Gewinne mit Ramsch

von Franz Schöler. Der neueste Verkaufsgag, den sich die Plattenindustrie ausgedacht hat,trägtden Namen „Picture Disc". Dabei handelt es sich nicht um die bekannte und fast schon wieder vergessene Bildplatte, sondern um normale Stereo-LPs, die - aus durchsichtigem Vinyl gefertigt - in der Mitte der Pressung eine Papiereinlage enthalten, auf der beidseitig ein Bildmotiv zu sehen ist. Der Zynismus dieser grandiosen Erfindung besteht darin, daß die Platten mit der unmißverständlichen Bemerkung: „This disc is not suitable for regular playing!" ausgeliefert werden, zu deutsch: Diese Platte sollte man normalerweise besser gar nicht erst spielen !

Denn man läuft bei ihr Gefahr, den Tonabnehmer zu zerstören. Wenn die Platte nämlich nicht aus mehr als den üblichen 120 Gramm Preßmasse gefertigt und mit höchster „Sorgfalt" ausgepreßt wurde, kann es vorkommen, daß der Diamant nicht nur Kontakt mit den Rillenflanken, sondern auch mit der papierenen Einlage hat und in kürzester Zeit verschliffen ist. Sämtliche Picture Discs, die ich bisher von Plattenfirmen als Promotion-Geschenk erhielt, waren hoffnungslos verwellt und knisterten oder krachten entsetzlich.

Was nicht weiter verwundert, wenn man versteht, unter welch erschwerten Umständen solche Platten gepreßt werden müssen.

Trotzdem verkauft sich beispielsweise die Picture-Disc-Version der Beatles-LP Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band' in New York zu Liebhaberpreisen bis zu 50 Dollar, wie das Branchenblatt Billboard zu melden wußte. Denn diese Platten, bestenfalls als Wanddekoration geeignet, werden nur in begrenzten Auflagen produziert.

Ein anderer Werbegag, der in den letzten neun Monaten den Verkauf anheizen sollte, sind Singles und Langspielplatten, die aus bunt eingefärbtem Vinyl hergestellt werden.

Normale Platten, die man im Laden kauft, sind bekanntlich schwarz, weil dem Granulat ein bestimmter Anteil an Ruß beigemengt wird -nicht irgendein Ruß, sondern ein ganz bestimmter, der zu einer erhöhten Gleitfähigkeit und zu einer feineren Molekularstruktur der Plattenrille beiträgt! Die chemischen Farbzusätze der Color-Platten weisen dagegen einen um schätzungsweise 3dB geringeren Rauschabstand auf als die üblichen schwarzen Scheiben und knistern im übrigen deutlich mehr, wie ich aus Erfahrung mitteilen darf.

Mit möglichst hoher Qualität des Tonträgers hat das farbige Vergnügen also nichts zu tun. Die verantwortlichen Techniker in den Preßwerken sind über die Picture Discs und die Farbplatten längst nicht so glücklich wie die Werbeabteilungen der Plattenfirmen. Diese Gags stellen sie nämlich vor praktisch kaum lösbare Fertigungsprobleme.

Daß man solche für den Tonabnehmer wirklich ruinösen Platten überhaupt herstellt, ist geradezu ein Hintertreppenwitz. Denn auch Platten, die ohne diese Papiereinlagen und Farbzusätze gefertigt und von der Industrie an den Handel ausgeliefert werden, kann man wegen ihrer jeder Norm spottenden Exzentrizitäten und Verwellungen zu rund 5 bis sogar 20 Prozent getrost als Ausschuß bezeichnen.

Selbst die billigste Uhr von 20 Mark wird heute mit hundert-bistausendfach größerer Präzision der Mechanik gefertigt als Schallplatten. Aber die Industrie kalkuliert beispielsweise in den Vereinigten Staaten 20 bis 30 Prozent Ausschuß sogar mit ein! Sie rechnet nämlich mit der Lethargie der Käufer, die allenfalls 3 bis 5 Prozent der defekten Platten wieder ins Geschäft zurück tragen. Das sind satte Gewinne mit Ramsch.

Wenn der Plattenkäufer hierzulande nicht seine Rechte als Konsument wahrnimmt, haben wir demnächst womöglich auch „amerikanische" Verhältnisse. Denn die menschliche Arbeitskraft und damit Lohnkosten einsparende Umstellung von Hand- auf Automatik-Pressung hat auch bei uns in der letzten Zeit teilweise zu erheblich schlechterer Plattenqualität geführt. Mit der vielzitierten „Ölkrise" hat all das nicht im mindesten zu tun. Nur mit Schlamperei.

Franz Schöler im Feb. 1979
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FEBRUAR 1979 - Personen

Ab 1.Oktober hat Prof. Matti-Otala  eine einjährige Pause bei seiner Lehrtätigkeit an der Universität Oulu in Finnland eingelegt. Otala - bekannt durch seine richtungsweisenden Forschungen auf dem Verstärkersektor (TIM-Verzerrungen) - wird sich in dieser Zeit voll der Verstärkerentwicklung bei Harman-Kardon in New York widmen.

KlangBild 1979-03

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Vorwort - PCM, das Nonplusultra ?

Inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, daß mit digitaler Aufzeichnung (PCM = Pulse-Code-Modulation heißt das Schlagwort) konkurrenzlosgute Aufnahmen möglich sind - oder sein sollen.

Der Frequenzgang entspricht besten konventionellen Geräten, die Dynamik bzw. der Störspannungsabstand ist so gut, daß man den Begriff „Rauschen" vergessen kann. Gleichlaufschwankungen des Aufzeichungsgerätes sind quasi Null. Ist man also an der qualitativen „Höchstgrenze" der benötigten Übertragungs- qualität angelangt ?

Obgleich alle Parameter für das neue System sprechen und die Meßwerte keine Wünsche mehr offen lassen, sollte man nicht gleich in euphorischen Jubel ausbrechen.

Sämtliche Demonstrationen der neuen Geräte, die mir bisher widerfuhren, beeindruckten durch die Größe der Dynamik. Und trotzdem hat mich der Klang - ehrlich gesagt - nie 100%ig begeistert. Irgend etwas paßte (nicht nur) mir nicht ganz; man könnte dieses Etwas vielleicht als Klirrfaktor bezeichnen - eine kaum beschreibbare Schärfe im Klang. Bei den Schallplatten des Denon-Angebots, ebenfalls digital aufgezeichnet, trat dies jedoch nicht oder nur in weit geringerem Maße auf.

An und für sich kann das nicht sein. Der Klirrfaktor ist ja meßtechnisch jenseits von Gut und Böse. Hier könnte aber etwas anderes vorliegen:

Vielleicht ist die geringere - oder soll man sagen: die fehlende - Übersteuerungsreserve um die Vollaussteuerung herum bei der digitalen Aufzeichnung die Ursache. Hier schnellt nämlich der Klirrfaktor bei Lautstärkesprüngen innerhalb ganz weniger dB von 0 % auf 100 %. Da es sich ja immer um Live-Aufnahmen handelt, ist insbesondere eine sehr kurzfristige Übersteuerung kaum zu vermeiden.

Wenn es so wäre, würde an dieser Stelle ein Dynamikkompressor oder Limiter helfen. Das ist natürlich alles spekulativ. Trotzdem wäre an dieser Stelle darauf hinzuweisen: Ein Gerät ist nicht dann schon perfekt, wenn Meßgeräte das feststellen. Das Gehör ist halt immer noch das empfindlichste Meßgerät - nicht in einzelnen Parametern, sondern über alle.

Bernhard Krieg im März 1979 KlangBild
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Ein Sonder-Kästchen nach dem Vorwort : März 1979
Digital-Pionier

Am 17. Januar 1979 zwischen 20.05 Uhr und 21.45 Uhr übertrug der Bayerische Rundfunk auf UKW 2 die digitale Aufzeichnung eines Konzerts. Hier hatte man zum zweiten mal die Gelegenheit (am 15. Juli 1978 war Digital-Premiere bei dieser Anstalt), eine Sendung ohne Bandrauschen anhören zu können. Das Programm umfaßte die 3. Sinfonie von Johannes Brahms und das „Songfest" von Leonard Bernstein. Dirigiert beides von L. Bernstein.

Die Live-Aufzeichnung dieses Konzerts in München wurde auf Videorecorder Betamax von Sony vorgenommen, dem der PCM-Wandler PCM-1 - zur Umwandlung des analogen in ein digitales Signal - vorgeschaltet war. (Im Augustheft 1978 haben wir in KLANGBILD detailliert über die digitale Aufzeichnung berichtet.)

Zu der Aufnahme wäre zu sagen, daß ein Bandrauschen wirklich nicht zu hören war. Das ist auch kein Wunder; denn Sender- und Empfängerrauschen sind schließlich auch vorhanden, und sehr viel über 60dB Rauschabstand sind hier wohl kaum anzutreffen.

Trotzdem: Normalerweise hört man das Bandrauschen, auch wenn der Rundfunk für seine Bandmaschinen ca. 64dB Geräuschspannungsabstand angibt.

Auch verringert sich beim Umkopieren der Bänder (Original-Sendekopie) der Rauschabstand, bei digitaler Aufzeichnung ist diese Verringerung vernachlässigbar klein.

Das im Vorwort dieses Heftes angekreidete unangenehme Klangverhalten digitaler Aufzeichnungen konnte nicht beobachtet werden. Vielleicht lag es an der sehr vorsichtigen Aussteuerung ?

Als maximale Aussteuerungsspitzen konnten von mir - allerdings einigermaßen unverbindlich - ca. +2dB über Vollaussteuerung ermittelt werden. Hier spricht allerdings auch die Senderegie ein Wort mit.

Was mich gestört hat: Hin und wieder war ein Rumsen zu hören. Entweder fiel hier ab und zu jemandem etwas aufs Podium, oder wirkt hier vielleicht schon der bis 0Hz reichende Frequenzumfang, der schon den kleinsten Luftstrom in einen Plop umwandelt ?

Oder ist es die notwendige Drop-Out-Kompensation (Drop-Outs verursachen, unkompensiert, schußartige Knacke) ... ?

Der Bayerische Rundfunk wollte die Sendung nur als Versuch gewertet wissen. Der Versuch war gelungen. Die Angst davor, daß der Videorecorder - es war das einzige Gerät im Hause - ausfallen könnte, war unbegründet. Im Servicefall hätte man übrigens einfach auf das mitlaufende konventionelle Tonband umgeschaltet. Kg.

Mit dieser Gerätekombination hat der Bayerische Rundfunk seine ersten Digitalaufzeichnungen vorgenommen: Videorecorder Betamax (in NTSC-Version) und der Ana-log/Digital-Wandler PCM1 von Sony.

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Vorwort - Die ewige Gleichmacherei

von Hans-Joachim Haas - Der Autor ist Toningenieur (VDT) und Leiter des Fachbereichs Ton beim Südwestfunk in Mainz.

Wenn ein Klavier schlecht klingt, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist das Klavier schlecht, oder der Raum, in dem es steht, ist ungeeignet, um darin Musik zu machen. Kein Musiker käme auf die Idee, das Instrument mit Watte auszustopfen, nur weil ihm der Diskant zu laut erscheint. Wenn er sicher ist, ein gutes Instrument gekauft zu haben (was natürlich eine Preisfrage ist), wird er an seinem Musikzimmer etwas ändern, um glücklich zu werden.

Wenn eine Lautsprecherbox schlecht klingt, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist die Box schlecht oder der Raum, in dem sie steht. Ich habe noch keinen guten Lautsprecher gehört, der in einem normalen Wohnraum schlecht geklungen hätte. Aber ich habe viele gute Lautsprecher gehört, die durch andere Aufstellung oder durch geringfügige Veränderungen am Raum noch verbessert werden könnten. - Ich habe aber noch keinen Lautsprecher gehört, der durch Zwischenschalten eines Equalizers wirklich besser geworden wäre.

Etwas anderes sind Regler, mit denen Höhen- und Mittenlautsprecher in Mehrwegboxen im Pegel veränderbar sind. Zweifellos kann man den Frequenzverlauf eines schlechten Lautsprechers mit Gewalt (und einem Equalizer) gerade bekommen. Jedoch sollte man sich überlegen, ob man das Geld für den Equalizer nicht besser in hochwertigeren Lautsprechern anlegen sollte. Wenn Ihnen Ihre Stereoanlage zu laut ist, können Sie auf zwei Arten die Lautstärke reduzieren : Entweder Sie stecken sich Watte in die Ohren, oder Sie drehen den Lautstärkeregler zurück. Der Effekt an Ihrem Ohr ist der gleiche: Reduzierung der Lautstärke.

Aber die Watte tut darüber hinaus noch ein übriges; sie verfälschtden Klang. Jeder Equalizer verändert das Einschwingverhalten und das Phasenverhalten der ganzen Kette. Ohne Zweifel bekommen Sie den Frequenzgang gerade, aber was geschieht mit den anderen Kriterien? Inzwischen gibt es Audio-Analyzer, Echtzeit- Analysatoren, und wie diese für meßtechnische Zwecke zweifellos unentbehrlichen Instrumente heißen. Aber damit kann nur ein Kriterium der elektroakustischen Übertragung beurteilt und verändert werden, und dieses allein genügt nicht. Sonst wäre es ja auch zu einfach.

Durch Zwischenschalten eines Equalizers würden Sie viel Geld für Lautsprecher sparen können. Die Quäke aus dem Kofferradio könnte so in einen HiFi-Lautsprecher verwandelt werden. Daß dem nicht so ist, bedarf wohl keiner Erläuterung mehr.

Wenn Sie mit Ihren Regallautsprechern nicht zufrieden sind, versuchen Sie diese einmal mit Hilfe eines Equalizers „aufzumotzen". Wenn Sie mit dem Klang dann immer noch nicht zufrieden sind, nehmen Sie die Lautsprecher aus dem Regal und stellen sie mal frei im Raum auf - am besten auf einen Fuß. Dann können Sie die Fummelei mit dem „Gleichmacher" vergessen und brauchen Ihren Abhörraum auch nicht auf die Lautsprecher einmessen zu lassen oder umgekehrt. Wenn dann noch Wünsche offenbleiben, sollte man notfalls mit Teppichen und Vorhängen experimentieren.

Das Ergebnis ist mit Sicherheit besser als alle „Gleichmacherei". Dann können Sie auch geringschätzige Äußerungen von Hi-Fi-Fetischisten nicht mehr erschüttern, die Ihnen sagen, daß Equalizing zur Zeit „in" ist.

Hans-Joachim Haas
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Vorwort - Dez. 1979 - Höchste Zeit

Nicht selten haben wir in KLANGBILD das Thema Tonabnehmer diskutiert, wobei immer wieder durchklang, daß dynamische Tonabnehmer besser sein sollen als die üblichen magnetischen.
Als Begründung wurden verschiedene Thesen vertreten, die von den unterschiedlichen Massen bis zu den differierenden Dämpfungsmateralien reichten. Ein Thema kam dabei aber regelmäßig zu kurz: die Anpassung.

Der dynamische Tonabnehmer hat einen sehr geringen Innenwiderstand, d. h., die Anschlußkapazitäten sind unkritisch. Das bedeutet wiederum, der Frequenzgang ist auch bei längeren Kabeln und unterschiedlicher Verstär-ker(be)schaltung nicht verbogen.

Ganz anders beim magnetischen Tonabnehmer. Schon lange hat man sich auf den (ohmschen) Abschlußwiderstand von 47kOhm geeinigt. Nicht geeinigt hat man sich auf die Abschlußkapazität. Diese wird gebildet durch die Kondensatorwirkung der Zuleitung vom Tonabnehmer zum Verstärker und durch den Verstärker selbst.

Bei Tests von Magnettonabnehmern können die Tester selbstverständlich die Kapazität dem Tonabnehmer anpassen, aber richtig ist das nicht; denn im Heimbetrieb ist das ja normalerweise auch nicht möglich.

Deshalb ist es höchsteZeit, daß man sich auf einen Wert einigt, mit dem der Tonabnehmer für optimalen Betrieb „abgeschlossen" werden muß. 470 Picofarad wäre da sicher ein akzeptabler Wert. Hiervon könnte dann der Verstärker mit vielleicht 170 pF teilhaben und die Zuleitung mit den restlichen 300 pF ergänzen.

Nach einer solchen Einigung könnte der Magnettonabnehmer zu neuen Ehren gelangen. Denn es gibt keinen vernünftigen Grund, weswegen er schlechter als der dynamische sein soll. Berücksichtigt man die Fortschritte in der Magnettechnologie („stärker und trotzdem leichter"), spricht nämlich alles für den Magnettonabnehmer.

Bernhard Krieg
DEZEMBER 1979 KlangBild

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