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aus der Zeitschrift "Constanze" Nr.50 / 1965

So war das ! Die Frau war Berater, aber lange nicht der Entscheider.
. . und nach getaner Hausarbeit kam das Vergnügen.

Zu Weihnachten 1965 gab es in der "Constanze", - einer (Sex und Blut freien) Hausfrauen und Mutti-Zeitschrift der 50er Jahre, - eine Sonderausgabe zur Anschaffung einer Musik- bzw. Hifi-Stereoanlage. Das ist darum so paradox, da die Entscheidungen (jedenfalls damals) der Mann im Haus getroffen hatte oder hätte, allermeist immer. Die (Ehe-) Frau hatte, wenn überhaupt, nur "beratende" Funktion und "durfte" auch mal einen Wunsch äußern.

Weiterhin zeigen diese Artikel, was es damals an Hifi auf dem deutschen Markt an Firmen und gängigen Produkten gab und wie informiert manche Redakteure bereits waren (oder auch noch nicht).

Der einfache simple Sprachgebrauch ist natürlich auf die Ebene der braven Hausfrauen mit mittlerem bis höherem Niveau ausgerichtet. Manche merkwürdigen Details verschrecken die heutigen Hifi-Spezialisten, aber diese Artikel sind aus 1965 !!!

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Constanze Dezember 1965

Mit Musik geht alles besser.
(aus Dezember 1965)

1965 - Wir haben es heute leichter als unsere Großmütter, wenn wir Musik hören wollen. Wir brauchen nicht mehr, wie diese junge Dame, ein Riesentrumm von Grammophon anzukurbeln.

Auf diesen Seiten erfahren Sie alles (über Kofferradios, - ist nicht hier) über Hi-Fi-Stereo- Anlagen und über Schallplatten. Denn gleichgültig, ob Sie Musik unterwegs oder - in höchster Qualität - daheim hören wollen: die Auswahl ist so groß, daß jeder Wunsch erfüllt werden kann.

Und obgleich Constanze bei der Auswahl auf Qualität geachtet hat, so brauchen Sie Qualität nicht mit „teuer" gleichzusetzen. Merke: Erst hören, dann kaufen.

Die Kofferradios haben wir übergangen.

Bis zu dieser Seite im Artikel haben Sie Koffergeräte gesehen, kleine technische Wunderwerke, die freilich Musik nicht so wiedergeben, wie Sie sie im Konzertsaal erleben. Das ist auch nicht ihre Aufgabe. Es gibt aber Geräte, die Ihnen den Konzertsaal in Ihre Wohnung bringen: Hi-Fi-Stereo-Anlagen.

Mit einer solchen Anlage können Sie Musik so erleben, als säßen Sie auf dem besten Platz im Konzertsaal. Was bedeutet nun eigentlich das Won „Hi-Fi" (sprich: Haifi), und was ist Stereo phonie?

Hi-Fi ist die Abkürzung für die englischen Wörter High Fidelity und heißt übersetzt: hohe Naturtreue (und wir setzen in Klammern hinzu: bei der Wiedergabe von Musik aus dem Radio und von Schallplatten). Hi-Fi ist also nichts anderes als eine Qualitätsbezeichnung.

Stereophonie ist das räumliche Hören. Hi-Fi-Stereophonie ist also räumliches Hören (von Musik und Sprache) in höchster Qualität.

Stereo-Geräte

Es gibt stereophonische Geräte (und die Industrie stellt immer mehr Typen davon her), ohne daß sie Hi-Fi-Qualität haben. Das hört sich komplizierter an, als es ist. Ein Vergleich soll es deutlicher machen: Sie können die schärfsten Augen haben, aber wenn Sie ein Auge schließen, sehen Sie nicht räumlich. Und anders: Wenn Ihre Sehkraft geschwächt ist, sehen Sie mit beiden Augen zwar räumlich, aber nicht scharf. Auf dieses Beispiel übertragen wäre Hi-Fi-Stereo also: mit zwei scharfen Augen die Welt sehen.

Die Bausteine

Eine Hi-Fi-Stereo-Anlagebe steht gewöhnlich aus einem Tuner (sprich: Tjuhner), einem Verstärker, zwei Lautsprechern und einem Plattenspieler (oder/und einem Tonbandgerät.

In Ihrem Radiogerät sind Tuner, Verstärker und Lautsprecher vereinigt. Daß bei den Hi-Fi-Anlagen diese Teile getrennt sind, hat viele Gründe. Einer davon kommt dem Wunsch entgegen, diese technische Anlage jeder Wohnung und jeder Wohnform anpassen zu können.

Der Tuner ist das Gerät mit der Senderskala. Sie stimmen (englisch: to tune) damit Ihr Gerät auf einen Sender ab. Der Verstärker verstärkt die winzigen Stromimpulse aus der Antenne oder der Schallplatte so, daß sie schließlich kräftig genug sind, die steifen Membranen der Lautsprecher schwingen zu lassen. Die Membran- Schwingungen erzeugen nämlich die Töne, die aus dem Lautsprecher kommen.

Das hört sich nun wieder viel einfacher an, als es ist. Auf dem Weg vom Sendesaal über die Antenne zum Tuner, Verstarker und Lautsprecher geschieht nämlich so viel, daß es selbst Fachleute immer wieder staunen macht, wie überhaupt Musik aus dem Lautsprecher kommt. Dasselbe trifft selbstverständlich auch für den Weg der Musik von der Platte (oder dem Tonband) bis zum Lautsprecher zu. Eine Schallplatte ist ja konservierte Musik, ist also ein stets bereiter Sender.


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