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Vorwort der Reaktion:

Dieser Artikel aus 1935 ist schon sehr von dem NS eigenen Sprachgebrauch geprägt, obgleich hier die später völlig übertriebene Glorifizierung noch nicht eingesetzt hatte.

Ein Bericht aus 1935 - Das "Haus des Rundfunks"

1931 Haus des Rundfunks vom Funkturm aus gesehen
1930 Haus des Rundfunks in der Masurenalle im Bau
1935 Haupteingang zum Berliner Funkhaus in der Masurenalle (Photo: Horst Lehmann, Berlin.)

Von Dr.-Ing.W. Nestel

Der Rundfunk, in langjähriger Entwicklung aus einem technischen Problem zum modernsten Kulturinstrument geworden, zählt heute beinahe 7 Millionen Empfangs- anlagen. Es ist wohl eine begründete Schätzung, wenn für jede Empfangsanlage etwa 4 Hörer gerechnet werden.

Also 28 Millionen deutscher Volksgenossen hören Rundfunk, erhalten von ihm Unter- haltung, Anregung, Belehrung, sie nehmen durch ihn in lebendigster Form teil am politischen Leben und überhaupt am Leben in all seinen vielseitigen Auswirkungen, der Arbeit, der Erholung, dem Sport, den Tagesereignissen. Noch vor zwei Jahren zählte man in Deutschland nur 4 Millionen Empfangsanlagen. Die Auswirkung national- sozialistischer Rundfunkführung wird durch diese Zahlen eindringlich und unanzweifelbar veranschaulicht.

Die Organisation des Rundfunkes 1935

Organisatorisch ist für die Programm- und Sendeseite des Rundfunks eine Zweiteilung durchgeführt: Die Rundfunksender, die das Programm aussenden, und die Rundfunk- kabel, die zur Übermittlung der Programme nach und von allen Teilen Deutschlands dienen, sind in Händen der Deutschen Reichspost und werden von ihr betrieben.

Die Durchführung der Programme (organi- satorisch, künstlerisch, technisch und wirtschaftlich) obliegt der Reichsrundfunk- gesellschaft, die ihrerseits dem Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda untersteht.

Die klare und eindeutige Trennung der Aufgaben für die beiden Organisationen ermöglicht ein reibungsloses Zusammen- arbeiten. Die Reichsrundfunkgesellschaft trägt die technische Verantwortung bis zu dem Punkt, an dem das Programm als Modulationsspannung das jeweilige Funkhaus verläßt und in das Kabel der Deutschen Reichspost eintritt. Ihre Organisation sieht die Zentrale Berlin mit ihren drei großen Abteilungen Reichs- sendeleitung, Wirtschaft und Technik vor.

Die Organisation der Sendeanstalten

Ihr unterstehen in straff zentraler Organisation die für die einzelnen Sendergruppen sorgenden örtlichen Gesellschaften:
Deutscher Kurzwellensender (Berlin), Deutschlandsender (Berlin) sowie die

Reichssender Berlin
Reichssender Köln
Reichssender Breslau
Reichssender Königsberg
Reichssender Frankfurt
Reichssender Leipzig
Reichssender Hamburg
Reichssender München
Reichssender Stuttgart

Jede dieser Gesellschaften wird von einem Intendanten geleitet. Die Gesellschaften außerhalb Berlins weisen die der Zentrale entsprechende Dreigliederung: Sendeleitung, Wirtschaft, Technik auf. Die drei Berliner Sendergruppen haben nur jeweils ihre eigene Sendeleitung. Wirtschaft und Technik sind für diese drei Gesellschaften zusammengeschlossen.

Das „Haus des Rundfunks" beherbergt die Zentrale der Reicnsrundfunkgesellschaft und die drei örtlichen Gesellschaften Deutschlandsender, Reichssender Berlin und Deutscher Kurzwellensender mit zusammen etwa 700 Angestellten.

Das neue Haus in der Masuren-Alle

"Haus des Rundfunks" ca. 1937 im Zentrum der damaligen Rundfunkwelt gelegen
ein Schnitt durch das auffällige Gebäude

Die großen äußeren Abmessungen des Hauses sind hauptsächlich durch die Sendesäle bedingt, von denen einer die Abmessungen eines großen Konzertsaals hat und sechs weitere die Abmessungen je eines kleineren Konzertsaals haben. Dazu kommen noch 20 kleinere Aufnahmeräume und die Räume für den technischen Betrieb, Verstärkerraum, Schallaufnahme usw.

Nach Abzug dieses Raumbedarfs verbleibt vom Gesamtraum des Hauses nur soviel, daß die notwendigen Verwaltungsräume gerade knapp untergebracht werden konnten. Da auch die Zahl der Aufnahmeräume für die heutigen Bedürfnisse - es werden heute etwa dreimal soviel „Programmstunden" produziert als bei Beginn des Arbeitern im Funkhaus - nicht mehr ausreicht, wird noch im Laufe dieses Jahres ein Erweiterungsbau begonnen werden müssen.

Das Haus ist in seinem Grundriß und in seiner Bauart sehr wesentlich bestimmt durch den technischen Zweck, dem es dienen soll. Dieser prägt sich in zwei Forderungen aus:

1. Die Aufnahmeräume müssen bestmögliche akustische Bedingungen aufweisen, um alle Arten von Darbietungen in richtigster akustischer Wirkung übertragen zu können. Das Mikrophon stellt dabei sehr viel schärfere Anforderungen als das Ohr.

2. Die Aufnahmeräume müssen gegen Straßenlärm, gegeneinander und gegen die sonstigen Räume weitgehend schallisoliert sein. Die Räume müssen gleichzeitig verwendbar sein, ohne sich zu stören.

Der Lichthof im Funkhaus Masurenalle

Straßengeräusche dürfen nicht eindringen, da sie selbstverständlich stark stören würden. Die Darbietungen dürfen nicht in den Verwaltungsräumen zu hören sein, um die Arbeit nicht zu stören.

So entstand der in obenstehender Abbildung dargestellte Grundriß des Hauses, der in den nach außen liegenden Teilen die Büros und einige kleinere Aufnahmeräume, in den drei innen gelegenen Teilen die 7 größeren und 20 kleineren Aufnahmeräume vorsieht. Für die Aufnahmeräume hat sich dabei die akustisch vorteilhafte Trapezform erreichen lassen. Die sich aus dem Grundriß ergebenden Höfe sorgen für die notwendige Schallisolation der Aufnahmeräume. Ein Blick vom Funkturm aus, wie er in einer unserer Abbildungen auf der ersten Seite des Hauptblattes gezeigt ist, vermittelt am deutlichsten die Vorstellung dieses Grundrisses.

Betritt man das Funkhaus durch den Haupteingang (Bild auf der ersten Seite dieser Beilage) von der Masurenallee aus, so befindet man sich im Lichthof (Bild auf dieser Seite oben). Auch von dort aus ist die Form des Grundrisses sehr anschaulich zu sehen, da dort die drei inneren Flügel mit dem Hauptgebäude zusammentreffen.

Ein Rundgang

Gang im Funkhaus. Die Paneele unter der Decke nehmen in jederzeit zugänglicher Weise die vielen notwendigen Mikrophon-, Abhör-, Telephon- u. Starkstromkabel auf. (Photo: W. Talbot, Berlin.)

Ein Rundgang durch all die vielen Aufnahmeräume würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Wir wollen uns deshalb bei unserem kurzen Besuch im Funkhaus auf drei beschränken: den größten Aufnahmeraum (Saal 1) - der bis vor kurzem der größte Rundfunkaufnahmeraum der Welt war, die Amerikaner haben jetzt einen, der je 3 Fuß länger, breiter und höher ist -, einen mittleren Aufnahmeraum (Saal 3, Bild Seite 5 oben), wie er für kleinere bis mittlere Orchester benutzt wird, und einen kleinen Aufnahmeraum, ein sogenanntes Sprecherzimmer, das für die Durchgabe der Nachrichten, für Vorträge und Schallplattenkonzerte dient.

Saal 1, der große Aufnahmeraum, ist mit seinen 44 m Länge, 25 m Breite am einen Ende, 35 m Breite am anderen Ende und 15 m Höhe für alle Besucher immer sehr eindrucksvoll. Ganz in hellgelb gehalten, macht er einen sehr festlichen Eindruck. Hier haben schon Orchester und Chöre mit bis zu 200 Mann ihre Darbietungen vor dem Rundfunkmikrophon aufgeführt. Bis zu 600 Zuhörer können hier an den Konzerten teilnehmen, geladene Gäste des Rundfunks oder Mitglieder des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkhörer. In diesem Saal werden die großen Symphoniekonzerte gegeben. Hier auch die bei den Hörern so beliebten Bunten Abende, an denen sich in bunter, pausenloser Folge das große Funkorchester, ein Chor, einige Sänger oder Sängerinnen als Solisten und manchmal dazu noch einige Filmkünstler beteiligen. Der große Saal bietet die Möglichkeit, ein denkbar vielseitiges Programm zusammenzustellen, das durch das Zusammenwirken der vielen Gruppen, von denen jede ihr eigenes Mikrophon erhält, besonderen Anreiz bekommt.

Den Zuschauern, die Gelegenheit haben, einer Rundfunkübertragung aus diesem Saal beizuwohnen, wird eine Rundfunkeigenart besonders auffallen: Der Ansager spricht vor seinem Mikrophon meist so leise, daß er im Saal kaum zu verstehen ist. Ueber den Sender geht seine Stimme trotzdem mit der jeweils beabsichtigten Stärke, reguliert durch den Abstand vom Mikrophon und durch die bei allen Programmen ohnedies dauernd notwendige elektrische Lautstärkeregulierung. Ein Solist singt oft so leise, daß seine Stimme für die Zuhörer im Saal vollkommen überdeckt vom begleitenden Orchester zu sein scheint. Das Mikrophon kann trotzdem die richtige Balance zwischen beiden ergeben, wenn nur die Entfernungen vom Mikrophon richtig sind.

Die Technik im Hintergrund

Ein Regieraum mit den darin benötigten technischen Einrichtungen.

Diese Ueberlegungen sind der Grund dafür, daß zu jedem Aufnahmeraum ein sogenannter „Regieraum" (siehe Bild) gehören muß. Durch eine dicke Mauer getrennt, aber mit Sichtverbindung zum Orchester und Dirigenten durch ein sehr schalldichtes Doppelfenster; kann darin die Darbietung am Lautsprecher abgehört werden.

Dort befinden sich auch die Lautstärkeregler für die verschiedenen Mikrophone, die je nach der beabsichtigten Wirkung einzeln oder gemischt, leise oder laut zum Programm beitragen. Ein musikverständiger „Tonmeister" übt diese verantwortungsvolle Tätigkeit im Regieraum aus. Er gibt auch die Aufstellung des Orchesters vor dem Mikrophon und die Abstände der Solisten vom Mikrophon an und ist für die daraus entstehenden Klangwirkungen verantwortlich. Während der Proben kann er mit Hilfe eines im Regieraum stehenden Mikrophons und Verstärkers über einen im Aufnahmeraum befindlichen Lautsprecher seine Anordnungen an die Künstler geben.

Vergleicht man unmittelbar nacheinander den Eindruck des Hörens im Saal und den des Abhörens im Lautsprecher, so ergibt sich die schon oben erwähnte wichtige Feststellung, daß das Mikrophon, das nur von einer einzigen Stelle aufnimmt, sehr viel kritischer ist als unsere immer gleichzeitig von zwei Stellen aufnehmenden Ohren. Einmal kritischer in Bezug auf die Balance der verschiedenen auftreffenden Stimmen oder Instrumente. Diese Eigenschaft bedingt ein sehr sorgfältiges Arbeiten des Tonmeisters. Andererseits aber auch in Bezug auf die akustischen Raumeigenschaften, bei denen die Ohren unter sich gewisse Mängel kompensieren können.

Die akustischen Bedingungen, die sogenannte Hörsamkeit, aller Aufnahmeräume müssen also ganz besonders gut sein. Diese Forderung ist so wichtig, daß sie Anlaß zu umfangreichen theoretischen und messenden Untersuchungen auf dem Gebiet der Akustik gegeben hat, und man kann sagen, daß diese Wissenschaft damit erst richtig ausgebaut worden ist. Heute werden die beiden Hauptprobleme der Akustik, die Raumakustik und die Schallisolation, soweit beherrscht, daß sie ihre Anwendung nicht nur in den Funkhäusern, sondern auch beim Entwurf vongroßen Hallen, Kirchen und überhaupt bei Bauten aller Art finden.

Akustische Verhältnisse

Saal 3, der Aufnahmeraum für Orchester bis zu 60 Mann. (Photo: Meier, Berlin.)

Für die Aufnahmeräume sind, kurz zusammengefaßt, folgende Prinzipien zur Anwendung gekommen, um möglichst günstige akustische Verhältnisse sicherzustellen. Die theoretisch bestimmten Maßnahmen haben sich in der Praxis ausgezeichnet bewährt. Die Seitenwände der Räume dürfen nicht parallel sein. Bei den kleineren Räumen werden sie, ohne Rücksicht auf das Aussehen, zickzackförmig, bei den größeren trapezförmig angeordnet. Dadurch werden Bevorzugungen gewisser Tonlagen vermieden.

Das sogenannte „Aufteilen" der Wände, das heißt das Vermeiden glatter Flächen durch Anordnung von Vorsprüngen, Pfeilern, Säulen, Kassetten usw. trägt sehr wesentlich zu demselben Effekt bei. Diese Mittel sind deshalb auch überall im Funkhaus sehr ausgiebig verwendet. Die Wand hinter dem Mikrophon - die breitere Seite des Trapezes - ist mit schallabsorbierendem Material bekleidet, um Reflexionen von dort zu vermeiden, da diese vom Mikrophon sehr störend empfunden werden. Die gegenüberliegende Wand wird meist ziemlich stark reflektierend ausgeführt. Die Reflexionen an dieser Wand ergeben eine sehr natürliche Raumwirkung, die zur Erhöhung der musikalischen Wirkung beiträgt. Eine Darbietung ohne Raumwirkung wirkt „tot".

Die Ausführung von Decke und Fußboden hängt nach dieser Festlegung der vier Wände von Versuchen und akustischen Messungen ab. Zeigt sich dabei, daß der Raum zuviel Nachhall hat, so muß absorbierendes Material verwendet werden, wenn zu wenig Nachhall, dann reflektierendes. Ist der Nachhall für hohe Frequenzen zu groß, so müssen Materialien verwendet werden, die gerade diese absorbieren, für die tiefen Frequenzen aber ohne Einfluß sind. Materialien für alle beabsichtigten Zwecke stehen zur Verfügung, so daß unbedingt ein zufriedenstellendes Endergebnis erreichbar ist.

Besonders anschaulich ist die Anwendung dieser Erkenntnisse beim „Saal 3", dessen Ansicht aus Abbildung 6 (siehe Bild) hervorgeht und dessen Verwendungszweck die Uebertragung von Orchestermusik von 4—60 Mann ist. Grundriß trapezförmig. Wand hinter dem Mikrophon stark absorbierendes Fasermaterial. Gegenüberliegende Wand stark reflektierender Marmor. Seitenwände unterteilt durch die Holzvertäfelung.

Besonders bemerkenswert ist bei diesen Seitenwänden, daß sie aus einer großen Zahl von Einzelplatten bestehen, die drehbar sind und auf der einen Seite aus reflektierendem Hartholz, auf der anderen aus absorbierendem Fasermaterial bestehen. Die Zahl der im Raum befindlichen Personen verändert bekanntlich durch deren Absorption die Hörsamkeit sehr wesentlich. Die Drehung einer entsprechenden Zahl Wandplatten erlaubt es, in jedem Fall wieder richtige akustische Verhältnisse herzustellen. Über der Marmorwand ist in diesem Saal eine große Orgel eingebaut.

Professionelles Arbeiten (1935)

Schalttafel für abgehende Leitungen und Lichtsignalanlage im Verstärkerraum.

Während man für musikalische Darbietungen verhältnismäßig viel Raumwirkung haben will, ergibt sich, daß dies bei Sprache weniger erwünscht ist, da hierdurch die Wortverständlichkeit beeinflußt wird. Zu wenig wird aber auch hierbei sowohl vom Hörer als auch vom Sprechenden unangenehm empfunden. Die Sprecherräume, die auch gleichzeitig zur Uebermittlung der Schallplattenkonzerte dienen, sind dementsprechend ausgeführt.

Neben den Räumen für musikalische Darbietungen und den Sprecherräumen werden noch besondere Räume für Hörspiele benötigt. Nach der bisherigen Praxis wurden diese in Räumen aufgeführt, die den Musikräumen völlig entsprechen. Der im Grundriß (Seite 3) mit II bezeichnete Flügel, in dem die Hörspielräume liegen, wird aber zur Zeit umgebaut. Die Erfahrungen lassen es wünschenswert erscheinen, eine größere Zahl von mittleren Räumen, jeder mit etwas anderen akustischen Verhältnissen, zur Verfügung zu haben, um die einzelnen Szenen eines Hörspiels unter jeweils jeder Szene am natürlichsten angepaßter Raumwirkung spielen zu können.Das Ineinandergreifen der Szenenfolge wird dann in einem eigenen Hörspiel-Regieraum durchgeführt. Nach beendetem Umbau werden im Flügel II zwölf Hörspielräume zur Verfügung stehen.

Die technische Durchführung der Sendungen erfordert verhältnismäßig komplizierte und umfangreiche Einrichtungen. Es müssen alle Möglichkeiten, die sich bei einer so hochentwickelten Rundfunktechnik, wie wir sie in Deutschland haben, ausdenken lassen, jederzeit schnell und mit unbedingter Betriebssicherheit ausnutzbar sein. Wenn wir dann noch berücksichtigen, daß im Funkhaus gleichzeitig drei bis vier Programme (Deutschlandsender, Reichssender Berlin und ein bis zwei Kurzwellensender) und etwa sechs bis zehn Proben, die technisch nahezu denselben Aufwand wie eine Sendung erfordern, abgewickelt werden, so läßt sich ermessen, daß eine verhältnismäßig umfangreiche Technik notwendig ist, um diesen Betrieb durchzuführen.

Dazu kommt noch, daß sehr viele Sendungen besonders kompliziert sind: Verschiedene Aufnahmeräume müssen zusammenwirken, in eine laufende Sendung sollen Ausschnitte aus Schallplatten eingeblendet werden, manche Programme müssen auf Schallplatten aufgenommen und von diesen ganz oder verkürzt wieder abgespielt werden, Uebertragungen, von außerhalb greifen in das im Funkhaus sich abwickelnde Programm ein; besonders wichtige Programme müssen mit erhöhter, doppelter oder gar dreifacher Betriebssicherheit durchgeführt werden und vieles andere, das unsere Leser vielleicht aus eigenem Rundfunkhören kennen.

Hier endet unser Rundgang (aus dem Jahr 1935)

1956 Funkhaus Masurenallee nach Abzug der Russen
1957 nach der einjährigen Renovierung fast neu erstanden
2007 direkter Ausblick auf den Funkturm

Bei unserem Rundgang durchs Funkhaus müssen wir die technische Zentrale besonders erwähnen: den Verstärkerraum (Bild weiter oben). Die von den Mikrophonen abgegebenen Spannungen sind außerordentlich klein, in der Größenordnung von einigen Millivolt. Um über lange Leitungen den Sendern oder anderen Städten Zugeleitet werden zu können, müssen sie erheblich verstärkt werden. Die Apparate hierzu, die Verstärker, befinden sich im Verstärkerraum. Die durch das verwendete Mikrophon bestimmte Uebertragungsqualität darf in den Verstärkern nicht beeinträchtigt werden. Diese müssen deshalb denkbar hochwertig sein.

Im Verstärkerraum werden aber auch alle Umschaltungen ausgeführt. Für jedes Programm ist eine Schaltzelle vorgesehen, in welcher alle die vielen im Verlauf eines Programms notwendig werdenden Schaltungen vorgenommen werden. Für die Zusammenarbeit zwischen Verstärkerraum und den Aufnahmeräumen ist eine große Lichtsignalanlage vorgesehen.
Das Programm, das nach seiner im Mikrophon vorgenommenen Umformung von Schallwellen in elektrische Impulse ,,Modulationsspannung" heißt, wird vom Verstärkerraum aus auf die verschiedenen abgehenden Leitungen verteilt. Die mitgehenden Sender müssen im richtigen Augenblick zu- oder abgeschaltet werden.

Umgekehrt mündet im Verstärkerraum eine große Zahl ankommender Leitungen, auf denen die Programme anderer Sender ankommen oder auf denen die Modulationsspannung von Außenübertragungen zum Funkhaus geleitet werden, um dort in das Programm eingefügt werden zu können. In den Pausen des Programms muß auf jeden Sender das jeweils ihm zugeordnete Pausenzeichen geschaltet werden.

Anschließend an den Verstärkerraum liegen sechs kleinere Räume, von denen jeder eine vollständige Apparatur zur Schallplattenaufnahme und -wiedergäbe enthält. Ein Meßzimmer dient zur messenden Ueberwachung aller Betriebsgeräte und aller Rundfunkleitungen. Es wäre noch sehr vieles zu zeigen und zu erläutern; doch glauben wir, das Interessanteste unseren Besuchern ausgesucht zu haben.

(Photos, soweit nicht anderweitig vermerkt, aus dem Archiv der RRG -Reichsrundfunkgesellschaft, Berlin.)

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