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Ein US- Trafo-Netzteil mit 24V bis 4,8A aus 1984

Dieses Trafo-Netzteil stammt aus einem der von uns in 1985 importierten Molecular Multiuser Computer. Diese Computer waren damals hypermodern und konnten bis zu 48 Terminals betreiben und das mit 48 einzelnen Z80 Prozessorkarten.

Da wurde also jede Menge Strom gebraucht. Das 24V Netzteil versorgte die Festplatte(n). Das zugehörige 5V Netzteil versorgte die einzelnen Prozessoren und den RAM-Speicher.

Die aufgedruckten Leistungsdaten waren absolut seriös und für einen Betrieb ohne zusätzliche Belüftung. Das massive gestanzte und abgekantete ALU-Blech Gehäuse war gleichzeitig auch der Kühlkörper für die Spannungsregelung.

Der Gleichrichter und der Kondensator waren ebenso überdimensioniert wie
der Trafo. Mit einem Trimmpoti konnte die Spannung exakt nachjustiert werden.
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Die Specs sind professionell und international

Damals stand nur auf wenigen US-Netzteilen drauf, daß der wichtige Trafo für 47 bis 67 Hertz ausgelegt war und nicht nur für 60 Hz. Damit brummte er nicht und auch die Verluste waren erträglich, wenn auch nicht so gering, wie man es sich gewünscht hätte.

Wie haben wir was gemessen ?

Nach unseren sehr erhellenden Messungen mit diversen anderen Trafos und Netzteilen ist die Leerlauf-Leistung schon mal ein Anhaltspunkt für die Effizienz des Trafos - jedoch nicht ohne weitere Messungen.

Das Netzteil soll 24 Volt bei bis zu 4,8 Ampere liefern. Der Fachmann sieht an den Anschlüssen zwei "Draht-Brücken", die jeweils zwei Pins verbinden.

Die starken Profinetzteile mit hohen Leistungen haben für lange Zuleitungen zu den Verbrauchern einen "Zusatz", daß direkt am Verbraucher die dort ankommende Spannung über zwei zusätzliche Leitungen abgegriffen wird und zurück auf der Regelplatine in die Regelung einfließt.

Damit wird gewährleistet, daß auch direkt am Verbraucher die geforderte Nennspannung ankommt, egal, welche Übergangswiderstände das beeinflussen. Bei dem 5V Netzteil vom gleichen Hersteller ist es eklatant aufgefallen, daß das notwenig wäre. Wie gesagt, wir sind noch in 1985 !
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Die beiden Messinstrumente am Netzteil

Die Last hier im Bild hängt bereits an verbesserten Hochstromklemmen, sehe Bericht vom 5V Netzteil

Ich messe - speziell an dem 5V Netzteil - die Spannung direkt am Kondensator vor der Regelung und direkt am Netzteil-Ausgang nach der Regelung. Die Differenz zeigt mir an, wie weit der Trafo unter Last in die Knie geht und welche Reserven bis herunter zur geregelten Nennspanung verfügbar sind. Die Differenz sagt mir auch, welche Leistung (Strom x Diff-Spannung) zur Regelung der Nennspannung über das Kühlblech abgeführt werden muß.

Auf den beiden Displays der elektronischen Last werden dazu die Spannung und der Strom in dieser Last an den dicken Lastklemmen angezeigt. Ich habe also 3 Spannungen im Blick sowie den aktuellen Stromfluß.
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Bei dem 24V Netzteil sind bei einem Strom von ca. 5 Ampere die Verluste von 1 Volt durch zu schwache Meßleitungen noch zu vernachlässigen. Für die Messungen an dem 5V Netzteil mit 18 A mußte ich neue dicke und kurze Lastkabel mit neuen Büschelsteckern und einer Hochstromklemme anfertigen.

Im Lerlauf ....

Am Ausgang kommen durch die Regelung genau 24 Volt= an








und vom Trafo und Gleichrichter werden 36,5= Volt angeliefert.



Die Leerlauf-Leistung beträgt 9,5 Watt (VA).

Belastung mit 2A Laststrom

Die Übergangswiderstände meiner zu dünnen Meß-Leitungen sowie der Krokodil-Klemen machen sich bemerkbar. Direkt am Ausgang des Netzteile liegen imemr noch 24,0 Volt an.

Belastung mit 4A Laststrom

Belastung mit 4,8A (Nenn-) Laststrom

Bei der Nennlast von 4,8A bei 24 Volt sinkt die Spannung an der elektronsichen Last auf 23,7 Volt. Das sind aber Übergangswiderstände meiner "Meß-Strippen".
Die haben zwar alle neue saubere Büschelstecker, aber jetzt spielen der Querschnitt der Leitungen und der Krokodilklemmen eine sichtbare Rolle.





Die vom Trafo her angelieferte und gleichgerichtete Spannung ist immer noch deutlich höher als die 24 Volt am Ausgang der Regelung. Diese Spannung-Reserven würden auch bei 210 Volt aus dem Netz noch ausreichen.

Jetzt erkennt auch der Laie, daß die Differenztspannung multipliziert mit der Stromstärke in Verlustleistung umgewandelt wird (ca. 4 Volt x 4,8 A sind etwa 20 Watt). Das gesamte Netzteil wird deutlich warm bis heiß.




Die gesamte Leistungsaufnahme beträgt jetzt ca. 180 Watt (VA) bei einer Abgabe von ca. 96 Watt (24V x 4,8A).

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