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hifi & records Ausgabe 1 in 2013

Ein Blick auf hifi & records Ausgabe 2 in 2013

Keiner wird abstreiten, daß die beiden auf der Titelseite abgebildeten Endstufen nahezu unerschwingliche Traumgeräte sind, von denen die PIA - das ist der aktuelle Accuphase Vertrieb bei uns - vielleicht 20 Stück oder Pärchen in Deutschland absetzen kann.

Es ist ein solches Beispiel, bei dem die mehreren Tausend Leser in virtuellen Träumen schwelgen, sich die technischen Daten nächtelang duch den Kopf gehen lassen und es dann doch am völlig berech- tigten Einspruch des (weiblichen) Finanzministers scheitert.

Und sie wissen ja, daß insbesondere Class A Endstufen bereits nach dem Einschalten mehr Leistung benötigen, als sie Ausgangsleistung prduzieren können. Der Hersteller und die eingeschworenen Gurus reden auch davon, solch eine Endstufe müsse sowieso vorher mehrere Stunden warm "laufen". Ihre Stadtwerke bzw. Ihr Energieversorger freuen sich auf jeden Fall, denn es wird am Ende teurer als die Karte fürs Konzert oder die Oper.

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Der Chefredakteur Wilfried Kress schreibt in seinem Editorial :

Gunst und Chance

Welch einen hohen Stellenwert »High End HiFi Geräte« im Bewusstsein des Konsumenten nach wie vor einnehmen, hat eine aktuelle repräsentative Befragung des Sinus Instituts mit über zweitausend Beteiligten ergeben. Da rangiert High End auf Platz neun, hinter Computern / Smartphones, Urlaub, Bekleidung, Möbel und Autos. Aber noch vor Armbanduhren, Schmuck, Wein, Schreibgeräten und Handtaschen.

Gefragt wurde nach der Bedeutung der Produkte für das persönliche Leben des Einzelnen. Die höchste Zustimmung von 67 Prozent gab's erwartungsgemäß für Computer & Co, für 44 Prozent waren Autos, für 40 Prozent High-End-Geräte »wichtig«.

  • Anmerkung : Wer wurde wo gefragt ? Frage ich in einem Einkaufszentrum oder in einer Einkaufsstraße oder irgendwo in einer beliebigen Innenstadt 2000 Passanten, wußten davon 1997 mit dem Begriff High-End gar nichts anzufangen, in 2013 wissen es vieleicht 50 von 2000. Stelle ich mich tagelang vor irgend ein Hifi-Studio (selbst Samstags), bekomme ich auch in einer Woche keine 2000 Besucher zusammen. Stelle ich mich in einen der bekannten Elektromärkte - "ich bin doch nicht blöd" - gibts auf solche speziellen Fragen meist blöde Antworten. Darum ist die Schlußfolgerung eine reine Selbstbeweihräucherung.


Der hochwertigen Musikwiedergabe in den eigenen vier Wänden bringen die Menschen also nach wie vor eine hohe Wertschätzung entgegen, wer hätte gedacht, dass der Abstand zum deutschen Statussymbol Nummer eins, dem Auto, so gering sein würde? Wird das Thema konsequent angepackt, stehen die Chancen demnach gut. Aber dazu gehört heutzutage mehr denn je, dass die gesamte »Kette« vom Hersteller bis zum Käufer stimmt und professionell agiert.

Kundeninteresse ist kein Potential, das ganz automatisch Käufe nach sich zieht. Vorher kommt es am »Kontaktpunkt zum Schwur«, wie die FAZ kürzlich treffend befand. Denn dort werden »die gedanklichen Fingerabdrücke im Kopf des Kunden hinterlassen«, dort müssen »Marken ihre Versprechen halten, ansonsten enttäuschen sie ihre Kunden«. Die wichtigsten Kontaktpunkte für High End sind jene, an welchen der Kunde Klangqualität unmittelbar erleben kann: im Studio des Fachhändlers und bei Messevorführungen. Nur dort kann die Branche hautnah vermitteln, was es mit High End auf sich hat.

  • Anmerkung : Das sind all die hehren Ideen, Gedanken und Wünsche, die in der Realität vom gnadenlosen Wettbewerb und der "Geiz ist geil" Mentalität ad Absurdum geführt werden. Man sieht das am Erfolg von Amazon und ebay, daß es so nur noch bei einer ganz kleinen Randgruppe oder einer langfristig mit viel Mühe und großem Aufwand gepflegten Klientel funtioniert (Klangstudio Pohl in Mainz ist solch ein Beispiel.)


Hier kommt es für uns zum Schwur: Warum soll ein geneigter Interessent viel Geld ausgeben, wenn ihn das Gebotene nicht mitreißt? Ihn nicht begeistert oder wenigstens erfreut? High End lebt nicht weniger von Faszination und Emotion als ein Sportwagenhersteller oder eine Uhren-Manufaktur. Von beiden Branchen können wir lernen, dass die High-End-Botschaft an jedem Kontaktpunkt »gelebt« werden muss, jede einzelne enttäuschende Vorführung ist hierfür das reinste Gift. Wie ein Kratzer im Lack.

Hoffen wir, dass in diesem Sinne die Chancen der High End 2013 besser genutzt werden als in den letzten Jahren. Denn auch im Münchner MOC geht es einmal mehr darum, Kunden mit klanglichen Erlebnissen zu begeistern - und so das »High-End-Versprechen« zu halten.

Wilfried Kress im Jahr 2013

hifi & records Ausgabe 3 in 2013 - fehlt

hifi & records Ausgabe 4 in 201

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