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Der Dual CS 1214 war ein Qualitäts-Zwitter

Das paßte überhaupt nicht zusammen
30 Jahre nicht benutzt

Der 1214 ist ein Gratwandler zwischen zwei Klang-Welten, "NICHT-Hifi" und "DIN 45500 Hifi". Die Laufwerks- und Tonarm- Technik ist an der Grenze zu Hifi und sehr sehr preiswert konzipiert. Mit einem Kristallabtaster ist er qualitativ nicht Hifi fähig, mit einem Magnetabtaster wäre er dann aber hifi-tauglich.

Als ich die Chance hatte, eine (angeblich originale) edle, ehemals sehr teure 1957er GRUNDIG Musiktruhe Typ 9099 aus uralten Vinyl- Monozeiten auszubauen und aus dem fernen Lörrach abzuholen, war leider als Ersatz für den PE REX Deluxe bereits ein relativ moderner Dual 1214 eingebaut.

Es stand sogar noch Hifi drauf, aber der Abtaster war "nur" ein Dual 630 Stereo-Kristallsystem. Der Radiotechniker hatte es sicher gar nicht kapiert, was in der Truhe vorher drinnen war, nämlich ein ehemals teures frühes Magnetsystem PE 7000 mit entsprechend im Radiochassis eingebautem Magnetvorverstärker.

Der Tonarm dieses Dual 1214 war bereits mit 4 Kugellagern ausgestattet. Aber sonst war alles von der preiswerten Seite zu betrachten. Denn die konischen Spitzen der sogenannten Madenschrauben, die jeweils in die 5 Kugeln hineinragten, waren nicht poliert wie bei den Dual-Spitzenprodukten.
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Es gab in den Dual Prospekten nämlich 2 Dual 1214 Laufwerke

Bei der Aufarbeitung der 1973er Dual Prospekte bin ich darüber gestolpert, daß der 1214 darin zwei mal vorkam. Das hatte ich so noch nie gesehen. Je nach Abtaster-Type war er Hifi nach DIN oder auch nicht. Alles am Laufwerk war sonst baugleich.
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Glanzlicher und Downlights

Der Plattenteller ist ein Blechstanzteil und nicht besonders schwer und auch nicht präzise. Dagegen ist das Tellerlager wieder wie im 1249 von hoher Qualität. Irgendwie paßt das alles nicht zusammen, denn der 1214 ist ein Reibradantriebler und ausgewuchtet ist der Teller auch nicht. Das ist um so erstaunlicher, als im Prospekt bei jedem Laufwerk, bei dem das der Fall ist, ganz besonders akribisch drauf hingewiesen wird. Es sei eine herausragende Eigenschaft, warum also hier nicht ?
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Der Antrieb verwundert

Das Reibrad sieht zwar äusserlich vergammelt aus, ist aber noch vollelastisch und biegsam. Es steht dazu auch noch 1209 drauf.
Es ist somit das erste Gummi-Reibrad, das ich aus der Zeit von 1973 als nach wie vor brauchbar erachte.
Wenn ich es von der Achse runter bekomme, probiere ich es im 1229 aus, denn dort wird auch noch "gerieben".
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Ein Blick auf das Tellerlager

Im Prinzip ist es genauso stabil und präzise wie in dem 1249, einem späteren Spitzenprodukt von Dual zum 75. Bestehen in 1975. Der 1249 hatte jedoch einen Riemenantrieb.
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Die hole Achse ist aussen deutlich sichtbar in zwei Gleitlager aufgeteilt und die senkrechte Kraft wird unten duch ein spezielles Druck-Kugellager aufgefangen. Der gestanzte Lagerblock (die Lagerbrücke) wird seitlich von einem dritten Arm gehalten und ist somit am Chassis an insgesamt 3 Punkten eigenstabil befestigt. Es muß hier also sehr gut funktioniert haben, sonst wäre es im 1249 nicht genauso gemacht worden.
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Tonarm und Auflagekraft

Wie oben gesagt, war der Tonarm wie fast alle Dual Laufwerke kugelgelagert, doch auch da gab es Unterschiede von leichtgängig bis extrem leichtgängig.

Die Auflagekraft wird von der gleichen Spiralfeder erzeugt wie bei den teuren Modellen.
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Hier vorbildlich, ein richtiges Standbein

Bei so vielen Plattenspielern und Tonbandgeräten vermisse ich die primitivste Art des "eigenen Stehens" auf dem Werkstatt-Tisch. Nicht jeder Servicebetrieb und auch unsere Museumswerkstatt hat ein Spezial-Einspanngerät für Plattenspieler von Dual. Hier ist es vorbildlich gelöst und so einfach und so primitiv und so hilfreich, ein ganz simpler stabiler Metallbügel.
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Der Tonarm hatte einen leichten Knick - das wars dann.

Kaum sichtbar aber im Licht der Sonne sofort sichtbar, der Tonarm war schon nicht mehr in Ordnung. Das ergab die Möglichkeit, das Kardangelenk auseinander zu nehmen und da mal mit der Kamera rein zu schaun. - Und ihn nicht mehr zusammebauen zu müssen.
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