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Der ONKYO CD-Spieler DX-6570 (1988)

In den ONKYO Prospekten von 1988 bis 1990 wird der ONKYO DX-6570 CD Spieler so sehr in den Himmel gehoben, daß sich im ebay die Balken biegen und die Verkäufer ihn als die Inkarnation des High-End Players an sich - zu verhökern versuchen. In so gut wie allen Foren liest man (natürlich meist von den Besitzern) die hahnebüchnen glorreichen Hymnen auf die Onkyo High-End Klasse exakt dieses Players.

Im Februar 2017 haben wir einen solchen "Super" Player geschenkt bekommen. Unbestritten ist er für Haptik-Fans der damaligen Zeit ein tolles optisches Teil. Alleine die beiden Seitenwände aus Kunstholz machten das Gerät optisch doppelt so groß und doppelt so schwer. Doch wehe man schraubt den Deckel auf und darf dann da rein schauen.

Schon daß der schwere Stahlblech-Deckel mit den Seitenwangen wie Pech und Schwefel an dem Rest-Chassis klebt und man durchaus leichte Gewalt anwenden muß, um die Klebespannung zu überwinden, macht besonders neugierig. Und dann öffnet sich das Innenleben.
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Was sich dort "auftut" ist wirklich kein High-End !!

Die Enttäuschung ist schon heftig. Nach etwa 10 SONY Playern aus den Zeiten von 1988 bis 1999 bin ich natürlich verwöhnt. Wir wollen ja gar nicht von den großen Accuphase Playern, den Studer-Boliden und den Voll-Alu LINN Brocken im 10.000 DM Bereich reden und vergleichen. Bleiben wir einfach bei der Consumer-Referenzklasse und das sind nun mal die SONY CD-Spieler.

SONY legte schon Wert auf ein präsentes Innenleben, denn die SONY Vertriebler wußten, daß der Kunde auch mit den Augen hört und auf seine Anschaffung stolz sein wollte.

Somit vergleiche ich also die Spitzenprodukte der großen japanischen Hersteller und vergleiche deren Marketing Sprüche. Der weltweite Wettbewerb - auch der der Japaner untereinander - lief zum Jahr 1990 in eine extrem harte und gnadenlose Phase ein. Japan war durch gigantische Spekulationen nahezu bankrott. Vormals erobertes Terrain auf dem schrumpfenden Hifi- und Video-Weltmarkt mußte mit aller Kraft verteidigt und gesichert werden.

Die hier gezeigten Teer- bzw. Bitumen-Matten sollen sicher die Eigenvibrationen dämpfen und einen sonoren Gehäuseklang vorgeben. Doch auch dieses Material "dünstet" und "gast" aus und wohin ziehen die Schwaden ? Sie lagern sich unter anderem auf den optischen Teilen, den Linsen und Laserdioden ab.

In den White-Books der großen amerikanischen Computer-Hersteller ist dieses Ausgasen von Öl, Fett und Bitumen (Teer) sehr ausführlich beschrieben und somit verboten worden.
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Das sieht nicht so recht nach High-End aus, eher Lowcost

Das Innenleben ist nach Mechanik und Elektronik getrennt. Das war aber von Anfang an bei den CD-Spielern, also seit 1983/84, kein Geheimnis, das machten fast alle großen Hersteller so, auch bei den ganz billigen Playern. Und so gibt es den Laufwerk-Teil und den Audio-Elektronik Teil.

Der Bereich des Laufwerkes enthält hier die beiden Trafos und die Digital-Ausgang Platine sowie die Netzbuchse und den Netzschalter. Wie man in solch ein High-End Gerät zwei solch verschiedene Trafos einsetzen kann, ist mir schleierhaft. Rein technisch ist dagegen ja gar nichts einzuwenden, doch wenn ich schon zwei Trafos vorsehe, will ich doch analoge Speisung und digitale Speisung absolut trennen. Weiterhin bringt der Ringkerntrafo für diese Nutzung als CD-Player keinerlei Gewinn, es macht das Gerät teuer und das muß an anderer Stelle eingespart werden.

Der andere Trafo (mit dem ONKYO Aufkleber) hingegen gehört besser abgeschirmt, denn dazu ist er zu dicht am Laufwerk und dort am Vorvorverstärker der Laserdiode.
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Digital und Analog auf einer Platine

Wenn andere sogenannte Tuning Spezialisten diese beiden Funktionen sogar in zwei gänzlich separate Gehäuse verbannen, ist hier gespart worden. Das hier hat also mit High-End nichts zu tun. Das ist eine einzige durchgehende einseitige Elektronik-Platine und damit ganz normale Consumerklasse.

Wie man auf den Fotos erkennen kann, hat ein "Selbst-Tuner" schon kräftig gewerkelt und die Netzteil-Kondensatoren auf dem Analog-Teil ausgetauscht bzw. vergrößert und eigene Leitungen zu den Cinch-Ausgängen nach hinten verlegt. Das hat aber am Grundkonzept noch nichts und schon gar nichts Wesentliches verbessert.
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Der "Fachmann" war am Werkeln

Eigentlich hatte es sich ja bei allen Mitmenschen, die einen Lötkolben in den Fingern halten können, ohne sich dieselben zu verbrennen, herumgesprochen, daß die Kondensatoren von jeglicher Wärmequelle möglichst fern zu halten seien. Elkos vertragen auf Dauer keine Wärme.

Wie man hier sieht, sind alle 4 Austausch-Elkos extrem dicht an den beiden Kühlkörpern "angelehnt". Was das wohl bewirken soll ? Man sieht aber auch, daß die ehemaligen originalen Elkos vorher ebenfalls ganz dicht an den Kühlkörpern "gewohnt" hatten. Und das war vermutlich der Grund für den zu frühen Ausfall.
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ONKYO hatte keine eigenen Chips wie SONY

Die modernen Chips für die CD-Spieler und das Know How drumherum mußte nicht nur ONKYO dazu kaufen, das mußten nämlich die allermeisten Hersteller auch. Viele übermalten oder überklebten das SONY Logo. Hier bei ONKYO hatte man das nicht nötig. Es gab ja fast nur noch (hochwertige) SONY und etwas teuere BurrBrown Wandler und die Redakteure in den Hochglanz-Magazinen wußten das. Der normale Käufer machte doch "seinen Schatz" sowieso nie auf.
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Etwas über die Klangeigenschaften des DX-6570

Wir befinden uns im Jahr 1988, als die Konkurrenten in Japan mit Gewalt und Leidensdruck hinzugelernt hatten. Der Leidensdruck war bereits recht hoch und es ging mit dem Export mengenmäßig und damit auch finanziell immer noch abwärts.

Nach der finalen Ankündigung der CD im Aug. 1983 in Berlin hatten weltweit alle Audio-Hersteller Druck ohne Ende. Sie konnten sich richtige Flöpse nur in den Jahren 1984 und 1985 leisten, dann wären sie vom Markt verdrängt worden bzw. verschwunden. Den Vorsprung zu SONY galt es schnell aufzuholen und so kamen auch nur die SONY Chips in Frage, denn die liefen und waren gut dokumentiert.

Nach der optischen Enttäuschung habe ich den Referenz-Kopfhörer Beyer 931 vorn an der Klinkenbuchse angeschlossen und einige meiner CDs abgespielt.

Also der Sound ist nach wie vor voll in Ordnung. Man hört - wie auch bei den SONY Playern - die mir bekannten Schwächen auf einigen CDs genauso deutlich heraus. Auch die Klangfülle und der Klangeindruck sind auf sehr hohem Niveau. Der Unterschied zum SONY CDP-557-ES ist (nach diesem kurzen Test) marginal. Am Kopfhörerausgang kommen auch hier gewaltige Lautstärken an.

Und mit etwas (also ganz ganz wenig) feinstem Öl auf den Schubstangen läuft die CD-Lade auch wieder klaglos raus und rein. Selbstgebrannte CDs habe ich noch nicht probiert, wollte ich doch erst mal einen ersten qualitativen Klangeindruck ermitteln.

Die finale Beurteilung, ob das jetzt wirkliches High-End sei, bzw. wie weit es von dort weg ist, steht noch aus, weil mein SONY XA50 ES oben im Studo steht und mir zu schwer zum Schleppen ist.

Stand Februar 2017
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Am 15. Februar 2017 schreibt ein Onkyo-Fan und Sammler :

INFORMATIONEN_-_KOMMENTARE:
 
Mit Interesse habe ich Ihren "Testbericht" (so man das so nennen kann) zum Onkyo DX-6570 gelesen. Zum einen wird mir schon übel, wenn ich die Fotos sehe. Und das Sie keinerlei Ahnung von den Geräten haben, eröffnet sich mir anhand des Textes!

Das der Ihnen geschenkte (warum wohl!!) Player absolut nichts mehr mit dem originalen Zustand zu tun hat, hätte selbst einem Anfänger auffallen müssen. Zumal Bilder des Players zu hauf in einschlägigen Suchmaschienen vorhanden sind...

Das ist jetzt nicht unbedingt eine Werbung für die Arbeit von Ihnen! Das Sie oder der Tester wohl ein Sony Fan ist, merkt man fast gar nicht (Ironie aus)... Sie merken schon, hoffe ich, ich bein ein Onkyo Fan und Sammler derselben. Ich habe auch Sony (DAT und MD-Player), da sie da wahrhaftig konkurenzlos waren.
Aber wenn ich die Berichte über Onkyo bei Ihnen so lese, dann muss ich ich Ihnen jegliche Kompetenz absprechen, leider! Um was es sich im Einzelnen handelt, möchte ich hier nicht weiter ausführen. Würde einfach zu lange dauern.

Sie sollten einfach mal, bevor Sie irgendwelche Halb- und Unwahrheiten auf Ihre Seite schreiben, über das was sie da vor sich haben Informationen einholen. Und nicht über Geräte  Schreiben, wo Sie keinerlei Ahnung von haben. Sorry, aber es geht überhaupt nicht, ein völlig verbasteltes Gerät zu testen und da noch irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen.

Zum "guten" Schluss ist die Art und Weise der Reißerischen Schreibweise für mich der abschließende Beweis, dass der Schreiber entweder fest an einer Marke hängt oder einfach keine Ahnung hat. Ich weiß nicht, was dabei schlimmer ist...

Trotzdem wünsche ich noch viel Erfolg, ich werde jedoch bestimmt nicht mehr vorbeischauen.

Marcel S. - im Februar 2017
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