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Das hier sind Zusatzerläuterungen zum Boxentest aus stereoplay 07/1986 ab Seite 8 von Berndt Stark

Bei dem ganzen Haupt-Artikel fehlen eine Menge zu refenrenzierender Grundlagen, die den Artikel sowie diese Ergänzungen als qualitativ "flach" darstellen. Der Informationsgehalt ist miserabel - insbesondere wenn man sich in dieser Preisklasse bewegt und dazu noch im Heft direkt auf Seite 8 wiederfindet. Das entspricht in etwas einem vergurkten Fernseh-Film am Samstag direkt nach der Tagesschau.

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Akustische Besonderheiten von Dipolstrahlern
"Platz da"

Zwischen normalen Direktstrahlern und den immer populärer werdenden Dipolsystemen besteht ein wesentlicher Unterschied: Mittlere und hohe Frequenzen werden beim Dipol nicht nur nach vorne, sondern auch nach hinten gerichtet. Der rückwärtig abgegebene Schall von Dipolstrahlern hat einen enormen Einfluß auf den Klang. Er wird von der Wand hinter den Lautsprechern reflektiert und addiert sich zeitlich verzögert zum Direktschall.

  • Anmerkung : Hier gehört unbedingt die Aussage von Professor Bose referenziert, der sich viel lange Jahre um den indirekten Schall im Wohnraum gekümmert hatte und das ganze wissenschaftlich untersucht hatte. Bei BOSE sind diese Ergebnisse in das Modell 901 geflossen.
    Ebenfalls wichtig sind die Forschungen des Amerikaners Mr. Walsch, die in das Produkt OHM F geflossen waren. Auch die Forschungen des Elektrostaten-Papstes Peter Walker von QUAD erhellen dieses Wissen um den indirekten Schall ganz gewaltig.


Das Ausmaß dieser Zeitverzögerung entscheidet auch bei den hochwertigsten Dipolen darüber, ob sie Musikaufnahmen zu einer faszinierenden Räumlichkeit verhelfen, oder ob sie geradezu gräßlich klingen.

Folgen die Reflexionen schon in den ersten drei Millisekunden nach dem Direktschall, so kann das Gehör beide nicht voneinander trennen. Bei einer Schallgeschwindigkeit von 344 Metern pro Sekunde entsprechen 3 Millisekunden einem Wegstreckenunterschied von etwa 1 Meter.

  • Anmerkung : Diese Zahlen sind "sehr weit" hergeholt.


Muß der rückwärtige Schall weniger als 50cm bis zur Wand und genausoviel zurück bis zum Lautsprecher hinter sich lassen, so wird er den frontal abgegebenen Schall empfindlich stören.

Kurze Impulse werden künstlich verlängert, die Wiedergabe ist unsauber, verwaschen und lästig. Dies ändert sich jedoch, wenn man den Dipolen einen größeren Wandabstand einräumt. 70cm sind das absolute Minimum, besser sind 1 bis 1,5 Meter.

In einem guten Konzertsaal treffen die ersten schallstarken Reflexionen sogar erst 10 Millisekunden oder später nach dem Direktschall ein. Das entspricht Wegstreckenunterschieden von über 3,5 Metern. Solche Verzögerungen lassen sich mit Dipolstrahlern in üblichen Wohnräumen leider nicht mehr realisieren, erfordern sie doch einen Wandabstand von fast 2 Metern.

Dipole können daher lediglich die Illusion schaffen, sich in einem kleinen Konzertsaal zu befinden. Nur: Ist das etwa nichts?

Allerdings muß man beim Aufstellen solcher Lautsprecher noch weitere Hürden überwinden:
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  • Dipole müssen im Raum symmetrisch aufgestellt werden, sonst klingen die Boxen völlig unterschiedlich.
  • In Lautsprechernähe sollten sich weder große reflektierende Gegenstände noch Schallschlucker wie Vorhänge oder Wandteppiche befinden. (Die typische Vorgabe für die BOSE 901.)
  • Dipolstrahler sind allenfalls geringfügig zum Hörer hin anzuwinkeln, sonst kommen die Reflexionen nur von ganz links oder rechts und kaum von vorne.
  • Dipole, die auch zur Baßwiedergabe herangezogen werden, reagieren besonders kritisch auf die Plazierung. Vor allem muß der Abstand von der Membranmitte zur seitlichen Wand deutlich größer oder kleiner sein als der zur Wand hinter den Lautsprechern.

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  • Anmerklung : Das wiederum sind (waren) Hypothesen und keine nachgewiesenen Erkenntnisse. Der heute 85jährige Deutschamerikaner Linkwitz hat mit seinen Boxen bereits vor vielen Jahren das Gegenteil belegt.


Berndt Stark / stereoplay 7/1986
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