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Frühjahr 1980:
Die Spitzenbox im Canton Lautsprecherprogramm heißt Ergo.

Das da unten ist natürlich der "wunderschöne" wohlformulierte Promotion Text aus dem insgesamt sehr schön formulierten Prospekt von 1980. Mal sehen, ob das in 2011 immer noch stimmt. Diese Canton Aktivbox kam aus der Ideenschmiede bei BRAUN, wurden von ehemaligen Braun Leuten bei HECO weiter entwickelt, wobei diese dann wiederum Canton gegründet hatten und wieder weiter an diesem richtungsweisenden Konzept gearbeitet hatten.

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CANTONs neue Aktivitäten zur HIFI 80

Sie ist eine Dreiweg-Box mit drei eingebauten Verstärker-Endstufen - für jeden Bereich oder „Weg" eine. Zur Ansteuerung der Box genügt also ein Vorverstärker ohne Leistungsendstufe. (Was allerdings nicht heißt, daß man einen schon vorhandenen Vollverstärker bzw. Receiver ausrangieren muß. Die Ergo läßt sich wahlweise auch an die Lautsprecherbuchsen eines solchen anschließen. - Das wäre aber eine sehr unglückliche - weil bescheidene Not - Lösung.)

Cantons Ergo ist eine echte Aktivbox. Das heißt, der Tonbereich wird vor der Verstärkung leistungsfrei durch sogenannte aktive Filter aufgeteilt. In jedem Teilbereich steht sodann ein eigener Leistungsverstärker zur Verfügung, der direkt auf das zugehörige Lautsprecherchassis wirkt. Das hat entscheidende Vorteile.

Die Ergo Aktivbox hat

  • 1) einen besseren Wirkungsgrad,
  • 2) bietet bessere Möglichkeiten zur Frequenzkorrektur und
  • 3) zeigt besseres Impulsverhalten.


Der höhere Wirkungsgrad erklärt sich leicht verständlich aus dem Fehlen der leistungsmindernden (weil mit Verlustwiderstanden behafteten) passiven Frequenzweichen und Verbindungskabel, wie sie bei konventionellen Boxen auf dem Weg zwischen Verstärker und Lautsprecherchassis liegen. Die Leistung („Watt") der Endstufen in Aktivboxen kann daher effektiver wirken als die von Vollverstärkern. Für gleiche Lautstärken braucht man weniger Watt; mit gleichen Watt erzielt man größere akustische Leistung.

Verbesserte Impulstreue steht damit in engem Zusammenhang. Denn weil bei der aktiven Box die Verlustwiderstände passiver Weichen und Verbindungskabel entfallen, wird die Bedämpfung der Chassis durch die niedrig ausgelegten Innenwiderstände der Endstufen ungeschmälert wirksam. Die charakteristischen Ein-/Aus-schwingvorgänge von reproduzierten Musikinstrumenten werden nicht durch eigenes und eigenwilliges Schwingungsverhalten der Lautsprecher verfälscht.

Wesentlich flexibler und wirkungsvoller lassen sich in Aktivboxen Korrekturen des Frequenzganges bewerkstelligen. Dies kommt vor allem dem Baßbereich zugute. Durch eine entsprechend gestaltete Kennlinie des Verstärkers laßt sich der Tiefenabfall im Frequenzgang des Chassis unterhalb seiner Eigenresonanz ausgleichen.

Freilich sind damit noch nicht alle Probleme, die die Eigenresonanz mit sich bringt, aus der Welt geschafft. Denn ausgeglichen werden muß nicht nur der Abfall unterhalb, sondern auch die Überhöhung bei und in der Nähe der Resonanzfrequenz. Bei passiven Boxen muß dies allein die dämpfende Kraft des Lautsprecher-Magneten leisten. Je stärker dieser ist, desto besser die Dämpfung. Doch sind dem - des wachsenden Aufwandes wegen -Grenzen gesetzt.

Spezielle elektronischen Fehlerkorrektur-Schaltung

Die Ergo ist darum zusatzlich mit einer elektronischen Fehlerkorrektur-Schaltung ausgerüstet, wie sie in dieser Art nur bei aktiven Boxen möglich ist, bei denen Endstufe und Lautsprecherchassis als geschlossenes System zusammenwirken. Aus der Bewegung der Lautsprecher- Membran bzw. -Schwingspule wird ein Korrektursignal gebildet und dem steuernden Eingangssignal am Verstärker hinzugefügt. (Man nennt das Gegenkoppelung.)

Solange die Membranbewegung dem Eingangssignal folgt, ändert sich dadurch nichts. Bewegt sich die Membran jedoch - in der Nähe des Resonanzpunktes - stärker als es das Signal vorschreibt, bewirkt die Korrekturspannung eine Reduzierung der Eingangsspannung. Verminderte Spannung verringert die Auslenkung: die Resonanzschwingung wird gedämpft.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Korrektursignal für eine Rückkoppelungsschaltung zu bilden. Canton hat sich für eine Methode (Bildung einer „negativen Impedanz") entschieden, von der sicher ist, daß sie auch in der Serienfertigung verläßliche Ergebnisse liefert und nicht eines Laboraufwandes bedarf, um einwandfrei zu arbeiten.

Die Ergo ist nicht tot-korrigiert

Das Ausmaß der Fehlerkorrektur ist bei der Ergo so gewählt, daß Baßtöne sauber artikuliert, aber nicht mit jenem Übermaß an „Trockenheit" reproduziert werden, das die Wiedergabe artifiziell erscheinen läßt. Das Klangbild der Ergo zeigt in den Bässen - bei aller Prägnanz und vernehmlichen Stufung bis in abgrundige Tiefen - Wärme und Lebendigkeit.

Es sind aber überhaupt die geradezu körperhafte Lebendigkeit, der wahrhaft „unerhörte" Realismus der Musikwiedergabe, der den Hörer an der Ergo zuallererst beeindruckt. Das Klangbild ist bis ins Feinste durchgezeichnet und zeigt doch nirgends auch nur einen Hauch von Schärfe. Es bleibt selbst in energischen Passagen gelöst, geräumig, durchlässig. Es wahrt noch in den leisesten Partien Plastik, Proportion und Präsenz

Fazit:

Mit der Ergo hört man nicht mehr „Technik". Mit der Ergo hört man mehr als „High Fidelity". Mit der Ergo hört man nur Musik.

Daß Canton eines Tages sein renomiertes Programm passiver HiFi Boxen durch aktive Lautsprecher-Einheiten erweitern werde, haben die Kenner erwartet und die „Insider" prophezeit.

Warum ?

Canton hat, wie man weiß, in den vergangenen Jahren besondere Anstrengungen gemacht, passive dynamische Lautsprecherboxen zu vervollkommnen. Mit dem Resultat, daß die jüngste Serie von Canton Boxen (mit der Typenkennzeichnung GLE) positive Testurteile in geradezu verschwenderischer Fülle auf sich vereinen konnte.

Kein Zweifel aber, daß dieser Erfolg in mühsam kleinen Schritten erkämpft werden mußte. Denn mit prinzipiellen physikalischen Gesetzmäßigkeiten kann man nicht nach Belieben umspringen, sondern muß den Spielraum, den sie gewähren, mit viel Raffinesse und detaillierter Feinarbeit, sozusagen bis in den letzten Winkel auszunutzen versuchen.

Passive Boxen - also Lautsprecher, die von externen Leistungsverstärkern über Frequenzweichen aus passiven Gliedern angetrieben werden - haben ihre natürlichen Grenzen vor allem im Baßbereich. Diese Grenzen errechnen sich unter anderem aus dem Gehäusevolumen und, damit zusammenhängend, der Resonanzfrequenz des Tieftonchassis.

Überspringen lassen sich diese Grenzen nur mit einem anderen Prinzip. Nämlich der Aufteilung des Frequenzbereiches durch aktive Filter vor den Endstufen und der Vereinigung von Endstufen und Lautsprecherchassis zu geschlossenen Systemen. In diesem Fall spricht man von (echten) Aktivboxen.

Zur HiFi 80 zwei neue Aktivboxen

Canton stellt zur HiFi 80 zwei solcher Aktivboxen vor: die Dreiwege-Einheit „Ergo" und die Subwoofer- Satelliten- Kombination „Plus".

Besonders in der letzteren erreicht - von der Klangqualität im gesamten Tonbereich abgesehen - die Relation zwischen (mächtigem) Baß und (schmächtigen) Abmessungen einen geradezu dramatischen Wert.

Sind mit diesen beiden Aktivsystemen die passiven Canton Boxen „überholt"? Natürlich nicht! Ergo und Plus werden die Spitzenboxen im Programm sein ... sind dies aber auch, zwangsläufig, im Preis, weil der technische Aufwand um vieles größer ist als bei passiven Einheiten.

Passivboxen von so hochgezüchteter Perfektion wie die GLE-Typen werden weiterhin ungeschmälert ihren Platz behalten. Zumal sich viele HiFi-Freunde nicht mit der ungewohnten Anordnung, Zusammensetzung und Verkabelung der Bausteine befreunden mögen, die eine Musikanlage mit Aktivboxen gegenüber dem herkömmlichen Aufbau hat.

Wieviel Vollkommenheit zu welchen Kosten (und anderem Aufwand) man sich leisten will, ist immer eine persönliche Entscheidung, auch in der High Fidelity. Mit den Aktivsystemen Ergo und Plus hat Canton ein deutlich neues Höchstmaß an Wiedergabequalität verwirklicht, hat einen Sprung anstelle kleiner Schritte vorwärts gemacht. Nun hat der Hörer die Wahl.


Canton Elektronik GmbH + Co
D-6390 Usingen im Taunus

Die Technischen Daten der Ergo

„Ergo"
Sinus-/Musikleistung des Baßverstärkers 75/100 Watt
Sinus-/Musikleistung des Mitteltonverstärkers 75/100 Watt
Sinus-/Musikleistung des Hochtonverstärkers 75/100 Watt

Anmerkung: es sind 3 völlig gleiche Hybridverstärker verwendet worden.
 
Klirrfaktor für 1Watt bei 100 Hz / 1kHz / 2,5kHz < 0.02%
Intermodulation < 0.05%

Klirrfaktor bei Nennleistung (Sinusleistung):
für alle drei Verstärker < 0,05% typ. 0.003%

Fremdspannungsabstand bezogen auf 75 Watt
Baßverstärker > 80 dB typ 85 dB
Mitteltonverstarker > 90 dB typ. 95 dB
Hochtonverstarker > 90 dB typ 98 dB

akustischer Amplituden-Frequenzgang 20Hz bis 30.000Hz

Besonderheiten
Drei Hybridleistungsverstarker in Dünnfilmtechnik mit symetrischer Speisung

Thermischer Überlastungsschutz aller Endverstärker
Kurzschlußsicherung aller Endverstärker
Verzögerte Einschaltung mit Relais
DIN- und Cinch-Buchsen für Nf- Ein- und Ausgang
Baßverstarker und Baßlautsprecher als elektronisches System mit Fehler-Korrektur-Schaltung

Pegelsteller für Tieftonbereich
Aktive Filter zur Frequenzkorrektur im Baßbereich
Aktive Filter im Mittel- und Hochtonbereich
Einschaltautomatik mit Zwangseinschaltmöglichkeit

Lautsprecher-Bestückung
2 Tieftonlautsprecher 250mm
1 (spezial)Langhub-Mitteltonlautsprecher 125mm
1 Hochtonlautsprecher (Kalotte) 20mm
Übergangsfrequenzen 130 Hz/2200 Hz
Gehäuse Höhe 99 cm
Grundfläche (Sockel) 38 x 38 cm
Gewicht ca. 31 Kg

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