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Es ist unbestritten, die Qualität der CDs war umstritten.

Bei der Beurteilung der Qualität einer CD ging es anfänglich (1983/84) um die physikalische Technik, nämlich, was möglich war und was bei der Produktion gemacht wurde.

Etwa ab 1985/86 wurde die neue - teilweise krass unterschiedlich zur Vinylplatte empfundene - akustische Qualität der Aufnahmen bemängelt, auch sehr oft zu recht.

Hier in diesem Artikel wird indirekt von vorsätzlichem Betrug der Labels geredet.
Das ist die schlimmste Variante der vorliegenden Qualitäten von CDs. Und es waren ja keine Einzelfälle, es war gang und gäbe, sogar alte bereits "gehobelte" Vinylplatten auf CD zu überspielen, von denen es durchaus einwandfreie hochqualitative Masterbänder gab.

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Hinter den CD-Kulissen

von Franz Schöler in Audio 01/1986
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Die Erfahrungen im Vorfeld

Man muß weder das Gras wachsen hören noch die Mäuse unter den Böden der Aufnahmestudios husten hören, um als CD-Fan mit halbwegs passabler HiFi-Anlage nach einiger Zeit zu der Erkenntnis zu kommen: Mit dieser Erfindung hat sich die Plattenindustrie in ein kostspieliges Dilemma manövriert.

Der Tonträger CD ist vielleicht nicht hundertprozentig perfekt, aber in den wesentlichen technischen Parametern (= Eigenschaften) praktisch immer besser als die Aufnahmen, die auf ihm digitalisiert gespeichert sind. Das wird um so auffälliger, je mehr „Oldies" aus allen Musikgattungen auf der Silberscheibe publiziert werden.

Während man in der Vergangenheit noch mancherlei technische Störungen und Defekte (Klirr- und Pegelschwankungen, Brumm oder Dropouts, ungewöhnlich hohes Rauschen und schlechte Klangbalance) der Überspieltechnik oder mangelhafter Preßqualität anlasten konnte, entlarvt nunmehr die CD erbarmungslos, was an Mängeln vielfach schon auf den zum CD-Transfer verwendeten Bandkopien (Anmerkung : das sind Sicherheits-Kopien oder Abmischungen von Mehrspur Masterbändern) vorhanden ist.

Und hier einige ganz prägnante Beispiele

Wenn man bei „Dejä Vu" von Crosby, Stills, Nash & Young (Atlantik 250 001) auf der Stephen-Stills-Komposition „4 + 20" mehrfach Knisterstörungen hört und dasselbe auch auf der „Aftermath"-CD der Rolling Stones (London 820 050-2) zu Beginn von „Going Home" bemerkt, dann bleibt immerhin der zweifelhafte Trost, daß in diesen Fällen ein Band 1:1 mit sämtlichen Mängeln des Originals überspielt wurde.

Natürlich hätte man solche Störungen vorher auch elektronisch schneiden können, nachdem Digital-Editing-Apparaturen das im Millisekundenbereich ermöglichen. Aber wer leistet sich schon so kostspieligen Luxus?

Die CD „The Simon And Garfunkel Collection"

Noch ärgerlicher: Die CD „The Simon And Garfunkel Collection" (CBS 24005), die als Sampler nicht nur einen deutlich schlechteren Rauschabstand, sondern auch Knisterstörungen bei einigen Titeln aufweist, die auf den CDs mit den Originalaufnahmen nachweislich nicht vorhanden sind.

Bei der Flut von „Greatest Hits"- und „Best Of.. ."-CDs ist sowieso oft Skepsis angebracht, denn da wird dem Käufer für teures Geld vielfach Kopie-Qualität der zweiten, dritten oder vierten Bandgeneration angedient.

Creedence Clearwater Revival

Aufnahmen wie die „Chronicle"-Anthologie von Creedence Clearwater Revival (Fantasy 821 742-2), die von Silberscheibe wesentlich besser als aus der Analogrille klingen, sind leider bemerkenswerte Ausnahmen.

Ein Problemfall für sich sind die Aufnahmen von Simon & Garfunkel, die jetzt komplett auf CD vorliegen. Bei einigen hat man vorsichtigerweise gleich den Vermerk angebracht, daß es sich um „historische Wiederveröffentlichungen" handelt. So entdeckt man dann bei „Parsley, Sage, Rosemary and Thyme" (CBS 62825) nicht nur deftige Hochtonverzerrungen und Brumm, sondern auch je nach Stück unterschiedlich hohen Rauschabstand.

„Mrs. Robinson" und „Sounds Of Silence"

Wenn die „Bookends"-CD mit dem Millionenseller „Mrs. Robinson" (CBS 63101) subjektiv gesehen mehr rauscht als die Analogscheibe derselben Aufnahme, dann nur, weil auf Digitalplatte die Höhen und damit das Analogbandrauschen korrekt reproduziert werden. Kaum begreiflich ist allerdings, warum „Sounds Of Silence" auf CD (CBS 62690) im Vergleich zur damals noch bei der DG gepreßten Langspielplatte merkliche Hochtonverluste aufweist.

Die fallen um so mehr auf, als hier weithin akustische Instrumente verwendet wurden. Möglich, daß das Band beim Umschnitt auf U-Matic-Tape - das bei Analogaufnahmen für eine CD-Veröffentlichung immer nötige „Digital Mastering" - wegen fehlender Pegeltöne nicht optimal eingemessen wurde. Gegen Qualitätsverluste dieser Art ist man bei „Oldies" der fünfziger und sechziger Jahre nie ganz gefeit.

Whitney Houston

Geradezu grotesk wird's aber, wenn man eine brandneue Produktion wie das Debüt der hübschen Whitney Houston (Arista 610 359) von einer komplett von A bis Z verbrummten Bandkopie auf CD überspielt.

Der Trick, diesen Brumm zwischen den Songs auszublenden, half da auch nichts; an den Anfängen und Enden der Stücke ist er trotzdem nicht zu überhören. Zu solcher wider besseres Wissen praktizierten Schlamperei gehört schon viel Chuzpe: Den Profi, der heute noch wagen würde, als verantwortlicher Tonmeister von Aufnahmen neuesten Datums total verbrummte Bänder abzuliefern, würde jeder Produzent umgehend feuern.

Kaum zu glauben ist darum, daß im Fall der Whitney-Houston-CD vom deutschen Hersteller das Original-Stereo-Master zur Überspielung benutzt wurde.

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