Sie sind hier : Startseite →  Hifi Wissen und Technik→  (2) Die Quellen / Geräte→  Der CD-, SACD-, DVD-Spieler→  Der SACD-Player /-Spieler

17 Jahre nach der CD musste es noch besser "sounden" . . .

von Gert Redlich im April 2017 - Als die CD im Herbst 1983 endlich in den Markt "gereicht" und (kleinsten Mengen) "verteilt" wurde, waren die selbsternannten Experten sich (wieder mal) einig, "weißer" gehts nicht. Das ist also das absolute Optimum.

Dann stellte sich recht bald heraus, die alte Aufnahmetechnik und vor allem die alte Aufnahme-Philosophie hinkte gewaltig diesen neuen Möglichkeiten hinterher. Die ersten von analogen und wirklich guten alten Masterbändern "gezogenen" CD-Versionen klangen ganz merkwürdig steril bzw. regelrecht unnatürlich. Und dann wurde diskutiert und ausprobiert und die von da an gemachten Digital-Aufnahmen wurden Zug um Zug besser. Es gab auch noch einige wirklich edle PCM Magnetbandaufnahmen - (aus 1981 und 1982 von unglaublich guter Qualität), die so um 1983 und 1984 als CD (von JVC) heraus kamen. Aber das ist alles alter Schnee von Gestern. Es geht heute (1999) mit modernster Technik noch besser - also weißer als weiß!.

"Vorbeigeschrammt" ... nur gelegentlich rutscht Tom Frantzen in den spätpubertären Sprachgebrauch der stereoplay Redakteure von 1980 rein. Glück gehabt.

.

SACD-PLAYER-TEST AUS STEREO 10/1999
"LONESOME SONYBOY"

Mit dem SCD-1 stellt Sony seinen ersten Spieler für die „Super Audio CD" vor. Noch ist er allein, aber bereits ein highendiger „Sunny Boy"

Und wieder beginnt ein unglücklicher Kampf

Er hat schon etwas von „12 Uhr mittags", der Alleingang von Sony und Philips. Von der Richtigkeit der eigenen Sache überzeugt, zieht man sie durch. Denn während sich der Rest der Welt bereits auf die DVD als Allround-Medium der Zukunft geeinigt zu haben scheint !!! (Anmerkung : heute in 2017 redet fast kein Mensch mehr von der Audio-DVD), steuern die beiden (Anmerkung : sehr erfolgreichen) CD-Erfinder mit ihrer nur für Audio vorgesehenen SACD gegen.
.

  • Anmerkung : Das hatten wir aber schon mehrmals. Die leidige analoge 4-Kanal Technik mit den verschiedenen Decodern für 3 verschiedene Quadro-Systeme - SONY war auch dabei - floppte, die SONY DAT-Technik wurde überrollt, die SONY Mini-Disc konnte sich nicht mehr durchsetzen, wurde auch überollt und andere kleinere Entwicklungen wie die DCC schliefen einfach ein. Die Erfolgsgeschichten der Philips CC-Kassette und der Philips/SONY Compact-Disc konnte so nicht mehr wiederholt werden. Dafür hatte SONY unglaublichen Erfolg mit der 8mm Videotechnik und der SONY Digi-Beta Entwicklung. Das wurden dann wieder echte Meilensteine.

.

Der Elektronik-Riese SONY fährt ein Schlachtschiff auf

Der Innenaufbau des äußerst massiv gebauten SCD-1 verrät große Sorgfalt und eine ambitionierte Entwicklungsabteilung, die höchsten Klanggenuß anstrebte.

Und sie machen es mit einem wahren Schlacht- schiff:
Der SCD-1 ist so schwer wie eine ausgewachsene Endstufe. Mit seiner beeindruckenden, motorischen Abdeckung und blauen Seitenteilen wirkt der Toplader wie ein Tresor.

Die Scheibe wird eingelegt und mit einem vergoldeten Gewicht fixiert. Alsdann gibt man die Art des Tonträgers - CD oder SACD - an, denn damit wird aus den beiden vorhandenen des Laufwerks der geeignete Laser ausgewählt, drückt die Play-Taste und wartet den etwa 20 Sekunden dauernden Einlesevorgang ab.

Was dann geschieht, ist fast noch beeindruckender, aber dazu später mehr.

(Preis ca. DM 10.000 Vertrieb: Sony Deutschland, Köln)
.

Inkompatibel zur DVD

Sony propagiert und präsentiert mit der nun serienreifen SACD - auf der physikalischen Basis der DVD, aber aufgrund des technologisch völlig anderen Ansatzes inkompatibel - einen veritablen Status Quo der Superlative.
.

Kompromisslos zum ultimativen Super-Sound

Sesam öffne Dich: Der sich seitwärts öffnende Massivdeckel hat etwas Majestätisches.

Von vornherein als reines Tonmedium gedacht, konnten sich die Sony-Entwickler an der SACD so richtig austoben. Für Industrie und Kundschaft ist dabei nicht nur die Abwärtskompatibilität interessant, denn zumindest zweilagige SACD-Hybrid- Discs laufen - in voller CD-Qualität - auch auf den weltweit 600 Millionen „normalen" CD-Playern. Dies ist bei DVDs bekanntlich anders. Darüber hinaus sind die technischen Daten eindrucksvoll.
.

D/A-Wandlung mit rund 2,8 Mega-Hertz

Während die CD mit einer Abtastfrequenz von 44100 Hertz und einer oberen Grenzfrequenz von rund 20 Kilohertz auskommen mußte, weil es anno 1983 als vollkommen ausreichend galt - technisch damals allerdings auch kaum besser zu machen war - setzt Sony bei der SACD auf eine D/A-Wandlung mit rund 2,8 Millionen Hertz.

1 Bit Technik = „Direct Stream Digital"

Dabei werden allerdings nicht wie bei DVD-Audio eine 24-Bit-Wortlänge (Multibit-PCM) verwendet, sondern die zumindest im Ansatz bereits aus späten CD-Playern bekannte Bit-für-Bit-Übertragung.

Ein Vorteil der Ein-Bit-Technologie ist das mögliche Fehlen jeglicher Interpolations- Filterung. Der 1-Bit-Datenstrom läuft - entsprechende Studiotechnik vorausgesetzt - praktisch durch, daher auch der Name der Technologie: „Direct Stream Digital".

Frequenzen von 0 bis 100kHz mit 120dB Dynamik

Aufgrund der enormen Abtastgeschwindigkeit wird ein Dynamikumfang von mehr als 120 Dezibel und ein übertragbares Frequenzspektrum von 0 Hertz bis 100 Kilohertz erreicht. Es wäre allerdings ein Trugschluß anzunehmen, bei der SACD sei der Datenstrom rund 15fach schneller oder präziser als der der 192-Kilohertz-DVD-Audio, denn es wird ja anstelle von 24 jeweils immer nur ein Bit übertragen. Die Abtastfrequenz liegt allerdings beim 64fachen der üblichen CD-Samplingfrequenz und die Informationsdichte beim Vierfachen der CD.

Erste Praxisversuche mit einer Hybrid-Disc

So sehen die Hybrid-Discs aus, die uns zum Test zur Verfügung standen. Zwei voneinander unabhängige Schichten (Layer) tragen die Informationen, die aus Lasersicht untere im konventionellen CD-, die andere - lichtdurchlässig - im hochauflösenden SACD-Format mit 120 dB Dynamik und einem Frequenzumfang bis 100 Kilohertz. Sie kann gegebenenfalls auch einen Mehrkanal-Mix enthalten. Um beide Formate abtasten zu können, sind zwei unterschiedliche Laser-Wellenlängen (780 und 650 nm) nötig.

Besonders interessant verliefen die Praxisversuche mit den uns vorliegenden Hybrid-Discs, also Discs mit jeweils einem CD- und einem SACD-Layer desselben Musikprogramms. Zwar bietet der Player keine Direktumschaltung - die beiden Laser müssen wie gesagt durch Einlesen jeweils auf das gewünschte Format eingestellt werden - aber immerhin ist so ein Vergleich mit Zeitverzögerung möglich.

Und damit hatte die CD ihren Meister gefunden

Dabei wurde schnell klar, daß die mittlerweile betagte CD auf hohem Leistungsstand ihren Meister gefunden hat: Im SACD-Betrieb klang der SCD-1 müheloser, luftiger und präziser, kam dem vielbeschworenen Live-Erlebnis atmosphärisch deutlich näher. Der Gewinn an Musikalität ist dramatisch.

Man möchte eigentlich gar nicht mehr zur CD-Schicht zurückkehren, die weniger Struktur und Fluß sowie nachlässigeren Umgang mit Details offenbarte. Der Vorsprung liegt dabei eher im Bereich der Feindynamik und -auflösung, weniger in den grobdynamischen Fähigkeiten.

Ein deutlich hörbarer Unterschied . . .

Digital läßt sich das SACD-Signal übrigens nicht ausgeben. (Warum nur ??)

Auch ungeübte Hörer, das sei hier ganz klar gesagt, werden den Unterschied problemlos wahrnehmen. Die Wiedergabe wird durch SACD schlicht "selbstverständlicher" und damit natürlicher, fast könnte man sagen „analoger". (ach du meine Güte ....).

Auch meßtechnisch läßt sich die gesteigerte Präzision erfassen, etwa bei der Rechteckwiedergabe eines 10-Kilohertz-Signals, aus dem ein scharf bandbreitenbegrenzter CD-Player ein Sinus-Gebilde macht, während es die SACD - Signalverarbeitung praktisch unverändert übersteht. Dies spricht Bände über das Verhalten gerade im filigranen Hochtonbereich.
.

Der SCD-1 mit "nur" CDs gefüttert / angehört

Neugierig waren wir nach dieser Offenbarung auch auf das Ergebnis des Hörtests, in dem der Sony seine Qualitäten als CD-Spieler unter Beweis zu stellen hatte - sicherlich die derzeit noch wichtigere Prüfung mit Konsequenzen für eine mögliche Kaufentscheidung. Schließlich haben wir den Schrank voller CDs, oder?

Um es kurz zu machen: Obgleich dies nicht sein eigentlicher Lebenszweck ist, läßt der SCD-1 CDs in hellstem Glanz erstrahlen. Er klingt auch mit ihnen exorbitant. Seine Leistungen reichen dabei sogar über die Preisklasse hinaus, und es blieb charakterlich vieles, was wir beim SACD-Durchgang registriert hatten, erhalten. Hochmusikalisch, mit exzellenten tonalen und räumlichen Abbildungseigenschaften gesegnet, baut der unglaublich stabile Sony ein ebensolches Klangbild auf, das viele, auch sehr hochwertige CD-Player klar in die Defensive drängt. Aber die werfen oft nichtmal ein Drittel der 26 Kilogramm des SCD-1 in die Waagschale.

Die gesteigerte CD-Wiedergabequalität mit normalen CDs

Die CD-Wiedergabequalität wird keineswegs, wie man vielleicht mutmaßen könnte, nur bei Hybrid-SACDs erreicht, deren CD-Layer eine heruntergerechnete SACD-Aufnahme enthält, sondern ist mit jeder beliebigen CD reproduzierbar. Das in seiner Charakteristik umschaltbare Digitalfilter erweitert die Möglichkeiten noch zusätzlich. Klanglich stellt die SACD derzeit zweifellos die Spitze des Machbaren dar, wobei wir den Vergleich mit der in unseren ersten Hörtests ebenfalls überwältigenden 192kHz-DVD-Audio derzeit leider (noch) schuldig bleiben müssen.

Noch ist bezüglich der SACD nichts entschieden

Die Zukunft für SACD ist indes offen, die muß der Markt entscheiden. Immerhin zeichnet sich allmählich Unterstützung für das Sony- und Philips-Lager ab. Kein Wunder, die Interessenten werden sich den SCD-1 angehört haben. Der von Sony zur IFA 1999 in Berlin angekündigte preisgünstigere SACD-Player dürfte die Chancen des Systems ebenfalls verbessern.

Da der SCD-1 sich aber auch via CD in Spitzenpositionen vorspielen konnte, ist er schon für den, der ohnehin 10.000 Mark (und mehr) für einen exzellenten CD-Spieler ausgeben würde, eine satte Empfehlung wert und bietet außerdem die SACD-Option für den gesteigerten Musikgenuß. Somit ist er dazu angetan, bereits heute ohne Reue eine positive Kaufentscheidung zu treffen.

Er spielt eben einfach genial gut, ob mit CD oder SACD, die klar das Potential zum High-End- Musikmedium der Zukunft hat.

Tom Frantzen im Herbst/Winter 1999

Keine Seriennummer über "1.000" bekannt

Entweder ist dieses Laufwerk fast nur in Japan und den USA verkauft worden oder es sind wirklich - im Vergleich zu sonstigen Stückzahlen - nur homöopatische "Dosen" gewesen.

.

Die wichtigste Frage : "DIE SOFTWARE"

Eine völlig neue Tonträgergeneration wirft naturgemäß die Frage nach der Software auf. Zum Systemstart kommt ein SACD-Portfolio mit 15 Titeln, darunter etwa Miles Davis' „Kind of Blue" (Legacy), Dvoraks Sinfonie Nr. 9 mit Bernstein (Sony) und der Pop-Bestseller „#1's" von Mariah Carey (Columbia). Das Angebot soll kontinuierlich ausgebaut werden. Die ersten Scheiben erscheinen nur mit SACD-Layer. Gerüchten, man habe sich aus Kostengründen von der CD-kompatiblen Hybrid-Disc verabschiedet, tritt Sony aber entschieden entgegen. Platten mit neuer Musik sollen den CD-Layer bekommen. Einige audiophile Labels wie

  1. A-Records,
  2. Audioquest,
  3. Delos,
  4. Denon,
  5. DMP,
  6. Hyperion,
  7. Linn,
  8. Lyrinx,
  9. MFSL,
  10. Polyhymnia,
  11. Stille-Music,
  12. Telarc und
  13. Water Lily Acoustics


haben übrigens eine Absichtserklärung in Sachen SACD abgegeben und ihr teilweise bereits Taten folgen lassen. (Stand Sept. 1999)
.

  • Anmerkung : Was in dem ganzen SACD Markting Rummel untergeht bzw. unterging oder vergessen wurde, ist, ob oder warum Philips nicht (oder nicht mehr) mit im Boot ist. Denn der Medienbereich von Philips mit der DGG und Polygram ist und war ja ein absolut wichtiges und hochkarätiges Schwergewicht bei dieser SACD-"Software".

.

LABORREPORT Modell Sony SCD-1

Modell   Sony-SCD-1 Minimum / Maximum
Klangqualität      
Frequenzgang (siehe auch Diagramm)      
Pegelabweichung ohne Emphasis max. dB   -0,2 1/0,2
Pegelabweichung mit Emphasis max. dB   -0,2 1/0,2
Rechteckverhalten   sehr gut  
Impulsverhalten   sehr gut  
Klirrfaktor (400 Hz) bei -60 dB % 0,23 5/0,2
Aliasing-Verzerrungen (10 kHz)      
bei -30 dB (im hörbaren Bereich) % 0,012 1 / 0,01
Wandlerlinearität bis-90 dB max. dB 0,1 5 / 0,5
Rauschabstand „Digital Null" dBA 108 90 / 110
Quantisierungs- rauschabstand 400 Hz/0dB dB 97 75 / 95
Ausgangsspannung bei 0dB V 2,22  
Kanalabweichung dB 0,04 0,2 / 0
Ausgangswiderstand (1 kHz) kOhm 0,033 3 / 0,2
- Werbung Dezent -
Zurück zur Startseite © 2007/2019 - Deutsches Hifi-Museum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - DSGVO - Privatsphäre - Zum Telefon der Redaktion - Zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.

Privatsphäre : Auf unseren Seiten werden keine Informationen an google, twitter, facebook oder andere US-Konzerne weitergegeben.