Sie sind hier : Startseite →  Hifi Wissen und Technik→  NEU : Digital Audio Bereich→  Die SACD (1999) - ein grosser Flop?→  Innenleben eines SACD Players II

Etwas mehr über das Innenleben eines SACD Players

.

Ein Pioneer DV 575A im Original (silber) und einer modifizeirt (schwarz)

.

Vorwort .....

Eine rudimentäre Zusammenfassung vom Sommer 2025 von Gert Redlich. - Als SONY und Philips die SACD- Technik um 1999 entwickelten und forciert bewarben, stand - so sagt es die Buschtrommel -, der Kopierschutz an vorderster Stelle. Denn die Audio-DVD mit den 96 kHz / 24 Bit PCM Audio-Dateien gab es schon. Die anderen Verkaufs-Sprüche scheinen reines Marketing-Geschwätz gewesen zu sein.

In der EDV-Technik gibt es aber seit 1990 oder bereits schon früher die Aussage (oder das Gesetz), was man in die EDV rein "bekommt", bekommt man auch wieder heraus. Wir erleben das seit Jahren hautnah mit, daß die Verschlüsselung von Kennwörtern und VPN's immer längere und aufwendigere Schlüssel (keys) benötigt, damit der Nachbar nebenan mit seinem neuen 16-Kern Gaming-PC das nicht doch "soeben mal" (in wenigen Minuten) herausfinden kann.

Bei der Verschlüsselung der SACD-Scheiben hatte Sony deshalb bei der Vergabe von Nutzungs- und Vertriebs- Lizenzen bestimmt, daß aus einem SACD-Spieler nur ein analoges hochauflösendes Audio-Signal rauskommen "dürfe", alles andere in CD-Qualität.

Trotz dieser erheblichen Einschränkung sind in 1999 mehrere japanische Mitbewerber aus dem audiophilen Bereich der Hifi-Branche auf den SACD-Zug aufgesprungen. Der finanzielle Leidensdruck, von einer von zwei Weltmarktführern mit großem TamTam und Aufwand eingeführten neuen publikumswirksamen High-End Technologie abgehängt zu werden, war einfach zu groß.
.

Doch die Wahrheit kam schnell raus und SACD wurde ein Flop

In den bunten Hochglanz-Prospekten stand eben nur drinnen, was der SACD-Player konnte (und durfte). Aber in den Audio-Medien und in den Foren im Internet stand recht schnell drinnen, was der Player alles NICHT konnte (und NICHT durfte). Und das war genau der KO-Tropfen, weshalb die Hifi- und Qualiätsgurus diese Player ja kaufen wollten oder sollten.

Sobald die agelockten Interessenten verstanden hatten - und das ging ziemlich schnell -, wie sie "beschummelt" (es war ja nichts gelogen) werden sollten, war das Interesse abrupt erloschen. Auch das Verramschen der SACD-Technik im Low-Cost Bereich mit Player-Preisen von unter 200 Euro konnte das Produkt nicht mehr retten. Die Firmen SONY / Philips hatten die Macht des Internet sträflich verkannt. Was mit der Compakt-Kassette (1963) und der CD (1983) bravourös geklappt hatte, ging hier voll den Bach runter.
.

Und deshalb : Wo ein Wille ist, gibt es auch einen Weg

Die ersten Versuche, das SACD- "Geheimnis", also den Schlüssel zum Dekodieren und dann zum Wandeln in PCM zu knacken, gab es bereits um 2003/2004 herum. Die akribischen Gurus (in USA und Indien) fanden heraus, daß die Playstation 3 von SONY auch SACDs abspielen konnte, den das stand ja offiziell im Prospekt. Und die Playstation 3 mit einer ganz bestimmten SONY-Firmware konnte vom USB-Stick eine fremde System-Software - z.B. Linux - starten / booten. Mit dieser Software konnte man mit einem Hilfsprogramm die gesamte (eingelegte) SACD als ISO-Datei auf einen zweiten Stick oder auf die interne Festplatte (oder bei uns ist es eine SSD) schreiben. Und soweit war das auch alles noch legal.

Erst als es daran ging, diese ISO Datei mit Hilfe eines weiteren speziellen Linux-Programms auszulesen und mit dem inzwischen ermittelten Generalschlüssel zu entschlüsseln (also als PCM-Datei abspielbar zu machen) und den eigentlichen Bitstream als PCM Datei abzuspeichern, wurde es "kritisch".

Alle OEM-Partner von SONY mußten ja diesen Generalschlüssel in ihre DSP-Chips einprogrammieren, damit sie die SACDs entschlüsseln und abspielen konnten. Die Anleitung und die benötigten Programme samt Boot-Stick sind seit Jahren alle im Internet abzurufen. Jedoch: Das unerlaubte Enschlüsseln von kopiergeschützen Medien (aller Art) ist (nicht nur) in der EU strafbar. Es müßte doch anders gehen ..... und es geht anders.
.

Die bessere und auch legale Lösung - etwas Hirn vorausgesetzt

Diese etwas aufwendigere aber jetzt legale Lösung kommt aus Deutschland, aus Nürnberg. Die auf den SACD-Player- Platinen zu sehenden Chips sind alle bekannt. Die Firmware der SACD-Player im zentralen Microcoprozessor kann jedoch nicht mehr ausgelesen werden (das ist gesperrt). Aber die verwendeten einzelnen A/D-Wandler sind namentlich bekannt und die Manuals sind ebenfalls verfügbar.

So gut wie alle A/D-Wandler verarbeiten (wandeln) nur PCM-Audio-Streams. Die Burr-Brown Chips erkennen die Abtastraten und die Bittiefen, halten das fest und wandlen die nachfolgenden digitalen Daten in analoge Musik.

Das bedeutet doch, am Eingang des A/D Wandlers "muß" ein bereits dekodiertes entschlüsseltes hochauflösendes Audio-Signal ankommen, sonst funktioniert das ganze System nicht (und das wäre dann Betrug). Und dieses Signal quasi "abzufangen" und digital an eine Cinch-Buchse weiterzuleiten, ist jetzt kein Copyrightverstoß mehr.

Den SACD-Player - die Hardware - hat man ja gekauft, an er Software ändern wir gar nichts, und die Silberscheiben habe wir auch gekauft. Und laut Pauschalabgeltung darf der Privatmann bis zu 7 Kopien "ziehen" und auch an "Freunde" verschenken, jedoch nicht verkaufen oder sonstwie kommerziell verwenden.
.

Die Zusatzplatine aus deutschen Landen - und dazu ein wenig Lokalpatriotismus, absichtlich fast wie in den "USA today"

Natürlich sind die digitalen Pegel der Verbindungsleitungen - das sind die extrem dünnen Leiterbahnen auf der Haupt-Platine von Chip zu Chip - schwach oder niedrig und müssen daher entkoppelt werden, damit sie nicht verfälscht werden. Auch muß die Taktrate stimmen. Also ein bißchen Aufwand ist es schon, das digitale HD-Audo-Signal abzugreifen und umzuleiten.

Bereits im Jahr 2006 hatte der Entwicklungs-Ingenieur Dr. Oehlrich die ganze Geschichte public gestellt und in allen Einzelheiten publiziert. Einen sehr interessanten Vergleich haben wir auch wieder aus Bayern mit dem "RoeTest" Röhrentester von Herrn Weigl, der die Ingredenzien zu einem hochmodernen Röhrentestgerät als Bausatz anbietet und das Wissen und alles andere ebenfalls der Allgemeinheit zur kostenfreien Verfügung stellt.
.
Im August 2025 haben wir von unserem Unterstützer einen solchen modifizierten Pioneer SACD Spieler 575 bekommen, um die Entwicklug nocheinmal zu publizieren und unsere geplanten Vergleiche durchzuführenn.
.
.

- Werbung Dezent -
Zurück zur Startseite © 2007/2025 - Deutsches Hifi-Museum - Copyright by Dipl.-Ing. Gert Redlich Filzbaden - DSGVO - Privatsphäre - Zum Telefon der Redaktion - Zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - Tag und Nacht und kostenlos natürlich.

Privatsphäre : Auf unseren Seiten werden keine Informationen an google, twitter, facebook oder andere US-Konzerne weitergegeben.