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Ein Besuchs-Bericht in der Hifi-Sterophonie 1971

Im Frühjahr 1971 steckte die Quadrophonie noch in den Kinder- schuhen und außer vielversprechenden Ankündigungen kam erst mal fast nichts aus den Labors nach draußen. In Europa tat sich fast gar nichts. Denn die Quadrophonie wurde maßgeblich von Japan aus betriebs- und volkswirtschaftlichen Gründen vorangetrieben.

Und wie damals 1963 bei der Einführung von UKW Stereo wurden auch die Rundfunkanstalten wieder mal bedrängt, doch endlich mal die Karten auf den Tisch zu legen. In dem nachfolgenden Fach-Artikel kommt es nicht so direkt heraus, der Autor Otto Diciol war Mitarbeiter des SWF aus Baden Baden und mit Karl Breh sehr gut befreundet.

Frühjahr 1971- QUADROPHONIE IN DEN USA

von Otto Diciol im Frühjahr 1971

Auf Grund einer Einladung der Elac und Fisher Radio Corporation reisten vor kurzem zwei Fachkollegen und ich nach New York. Wir sollten uns dort unter anderem möglichst eingehend über den Stand der Quadrophonie informieren.

Diese Reise war auch deshalb interessant, weil die Fisher Radio Corporation bzw. deren Chef und Gründer sich seit ihrer Gründung im Jahre 1937 (Anmerkung : nach eigenen Aussagen) primär mit den Problemen einer den Durchschnitt deutlich überragenden Wiedergabe-Klangqualität befaßt.
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Etwas über die Firma "Avery Fisher" = The Fisher

Ein Promotion Foto von Mr. Avery Fisher, das auch in fast allen "The Fisher" Broschüren und Prospekten abgebildet war.

Bereits im Gründungsjahr stellte Mr. Avery Fisher in den USA die erste serienmäßig gefertigte Radio-Schallplatten-Übertragungsanlage vor (Bild 1), deren Verstärker-Endstufe nicht nur mit Tetroden (das sind dicke Verstärker-Röhren) bestückt war, sondern auch erstmalig die heute allgemein übliche Gegenkopplung (eine besondere Verstärkerschaltung) aufwies.

Die für diese Anlage vorgesehenen Lautsprecher wurden bereits damals in (Anmerkung : eine Art von ...) Baß-Reflexboxen eingebaut. In Long Island City läßt das schlichte, auf jegliche Fassadenreklame verzichtende zweigeschossige Haus in der 45. Straße nicht vermuten, daß es unter anderem die Geschäftsleitung, die gesamten, mit Meßgeräten vollgepfropften Entwicklungslaboratorien (Bild 2) sowie Fertigungswerkstätten für die Erprobungsmuster der Fisher Radio Corporation beherbergt. Dafür geht es aber auch in allen Räumen dieses Hauses gedrängt zu.
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In USA dominieren die Schallplatte und 8-Track

Die ersten mit Mr. Mergner, dem technischen Direktor dieses Unternehmens, geführten Gespräche ergaben unter anderem, daß auch in Amerika weit mehr Schallplattenlaufwerke als Magnettongeräte in Gebrauch sind. Sehr beliebt sind in den USA die Tonband-Kassettenrecorder. Obwohl deren Übertragungseigenschaften mit Sicherheit nicht der deutschen High-Fidelity-Norm gerecht werden, benutzt sie der Amerikaner gerne, weil sie relativ leicht und klein sowie bequemer als die Spulenmagnettongeräte zu handhaben sind.

Quadro Aufnahmen auf 8-Track Kassetten

Sämtliche Quadrophonie-Aufnahmen werden deshalb auch als Tonbandkassetten angeboten. Zu dem Hinweis, daß es weder die Quadrophonievorführungen während der im Frühjahr 1970 von dem US-Außenhandelsministerium in Frankfurt/ Main veranstalteten HiFi-Schau noch die internationale HiFi-Ausstellung 1970 in Düsseldorf erreicht haben, die Besucher von den klanglichen Vorteilen der Quadrophonie zu überzeugen, äußerte sich Mr. Mergner etwa wie folgt:

Obwohl die Quadrophonie bei der Verstärker- und Magnettontechnik keine grundsätzlichen Schwierigkeiten bereite, befände man sich dennoch mitten im Experimentierstadium. Dies gälte vor allem für den Weg zur Reproduktion des optimalen Klangeindruckes. Dieser sei noch nicht gefunden, ja es gäbe sogar noch recht unterschiedliche Auffassungen darüber.

Ein Gespräch mit Musiker / Produzent Enoch Light

Die Fisher Radio Corporation hatte deshalb auch ein Gespräch mit dem in den USA bekannten Musiker und Produzenten von Big Band Hits Enoch Light (Bild 3) arrangiert.

Seine Tonband- und Schallplattenaufnahmen tragen die Firmenbezeichnung „Projekt 3, Total Sound Stereo". Dieser Firmenname ist kennzeichnend für die Musikauffassung dieses Mannes: totaler Klang, totales Klangerlebnis.

Die Technik ist für ihn Hilfsmittel, nicht Selbstzweck. Enoch Light sagte gleich zu Beginn unseres Gespräches, für ihn sei die Quadrophonie deshalb die kommende Technik, weil sie die Möglichkeit biete, den Zuhörer das gesamte Klanggeschehen mit all seinen Effekten wirklich total erfühlen und erleben zu lassen.

Er arbeite gerade an einer großen Quadrophonie-Produktion mit über 60 Titeln. Alle seien speziell für quadrophone Aufnahmen arrangiert. Damit habe er geradezu ideale Bedingungen, um die noch in ihren Anfangsstadien steckende und mit Kinderkrankheiten behaftete Quadrophonie voranzutreiben.

Besuch bei RCA im Rockefeller Building

Nach der Begeisterung dieses Mannes über das neue Klangbild war ein aufnahmebereiter Boden für die Quadrophonie- vorführungen vorbereitet. Die erste erfolgte mit der Ouvertüre 1812, einer Arie aus Madame Butterfly, sowie Hits in einem Studio des RCA-Buildings.

Dort befand sich, wie in einer RCA-Zeichnung (Bild 4) dargestellt, in jeder Raumecke eine sehr hochwertige Lautsprecherbox. Der Grundriß dieses Raumes entsprach jedoch keinem Rechteck, sondern war etwa quadratisch.

Die Bandwiedergabe erfolgte über ein relativ aufwendiges Kassettengerät, das mit zwei Mclntosh-Stereoverstärkern verbunden war. Deren Kanäle waren auf eine gleichgroße Endleistung eingestellt. Wir Zuhörer konnten uns frei von der Raummitte bis zu den hinteren Lautsprechern bewegen.

Der erste Eindruck war nicht positiv

Nur für Pop-, Beat- und ähnliche auf Effekten aufgebaute Musik scheint mir die Quadrophonie mit dem bei RCA gebotenen Klangeindruck vertretbar. Der Klang-und Lautstärkeeindruck ließ sich mit grellen psychedelischen Lichteffekten vergleichen, die man ins Akustische übertragen hatte. Ein solches Klanggeschehen kann vermutlich die Begeisterung von Jugendlichen auch ohne Haschisch und LSD bis zum Exzeß steigern. In Beatschuppen stört die zu dieser Wirkung benötigte Lautstärke nicht, es entstehen dadurch allerdings bleibende Gehörschäden bei längerer Einwirkung.

Muß es wirklich so laut sein ?

Was aber geschieht, wenn derartige 4-Kanal-Aufnahmen so in dünnwandigen Neubauwohnungen wiedergegeben werden? Nach der anschließenden „Ouverture 1812-Wiedergabe" stellte mein Kollege, der früher selbst aktiver Musiker war und auch dirigiert hatte, erzürnt und enttäuscht zugleich fest, daß der vorgeführte Klangeindruck auch nicht im entferntesten demjenigen inmitten eines Orchesters oder am Dirigentenpult entspräche.

Mehr als ungeschickt war die Vorführung der Butterfly-Arie. Die Sängerin schrie uns aus allen vier Lautsprechern gleichmäßig laut ihren Text entgegen.

Die Vorführung hatte mit Hifi nichts zu tun

Ebenso enttäuschend wie der Klangeindruck war dessen technische Qualität. Das Rauschen war selbst bei Mezzoforte-Passagen nicht zu überhören. Der Klirrgrad bei Fortestellen lag weit über der gemäß DIN 45500 und DIN 45511 zulässigen 5%-Grenze. Von HiFi-Wiedergabequalität konnte daher nicht im entferntesten gesprochen werden.

Schuld hieran trägt jedoch nicht die Quadrophonie, sondern die nach deutschen Gesichtspunkten nicht vertretbare Bandausnutzung. Während bei Kassettengeräten hiesiger Fertigung das 3,81mm breite Band maximal vier Spuren enthält, sind in den amerikanischen Kassetten bei gleicher Bandbreite acht (8) Tonspuren untergebracht (Bild 5).

  • Anmerkung : Da irrt der Fachmann Otto Diciol leider, denn das 8-Track Band hat 6,35mm Breite, das ist die 1/4" Normbreite aller 8-Track Abspielgeräte. Die CC Kassette mit dem nur 3,8mm breiten Format (von 1963) ist - und war damals sowieso - in den USA bei weitem nicht so verbreitet.


Jede Tonspur ist, da noch ein sogenannter „Rasen" zwischen je zwei Spuren liegen muß, schmaler als 0,45 mm (!). Eine derart schmale Spur kann trotz Anwendung des Dolby-Stretchers zwangsläufig keine ausreichend rauscharme Wiedergabe ergeben. Damit der Signal-Rauschspannungsabstand nicht noch schlechter wird, muß das für eine Kassette bestimmte Band bei der Überspielung stärker als normal ausgesteuert werden. Hierdurch wiederum entsteht der unüberhörbare Klirrgrad bei Fortepassagen. Die Benutzung von Chrom-Dioxydbändern mag diese Mängel wohl mildern, beseitigt werden können sie hierdurch nicht.

Die RCA Manager sehen das ganz anders

6 Diskussion über Quadrophonie mit dem Produktionsmanager Mr. Irvin Tarr (Bildmitte) und seinem Assistenten (im Bild links) im RCA-Building New York

Der RCA-Produktions-Manager Mr. Irvin Tarr und sein Assistent (Bild 6) zeigten sich bei der Diskussion sehr überrascht darüber, daß wir über die Art der uns vorgeführten Quadrophonie nicht nur enttäuscht waren, sondern sie auch einstimmig völlig ablehnten. Offensichtlich gelten in den USA hierfür völlig andere Überlegungen als in Deutschland oder in Europa.

Mr. Tarr sagte zu unseren Vorbehalten sinngemäß: Die Jugend Amerikas will die Musik nicht mehr wie von einer Bühne, sondern unmittelbar erleben, sich mitten unter ihr befinden, sie quasi körperlich erfühlen. Dieses Ziel werde doch mit der gerade vorgeführten Methode zweifellos erreicht.

Von Demoskopieinstituten sei ermittelt worden, daß etwa 80% der jungen Menschen in Amerika bereit seien, hierfür einen merklichen Teil ihres Geldes auszugeben, überdies könnten einfache 4-Kanal-Geräte in großer Stückzahl relativ einfach und damit preisgünstig fabriziert werden. Der für diese genannte Schätzpreis betrug 150.- bis 200.- Dollar. Von High-Fidelity-Übertragungsdaten kann bei diesen Geräten allerdings nicht gesprochen werden.

Ob die TED Bildplatte eine Chance hätte ?

Die Schallplatte weist, wie bereits erwähnt, auch in den USA einen höheren Benutzerprozentsatz auf als das Magnetband.
Es war daher naheliegend, Mr. Tarr nach seiner Ansicht über die Chancen des bei der Telefunken-Bildplatte angewandten Prinzipes als Quadrophonie-Tonträger zu fragen.

In seiner Antwort vermied Mr. Tarr wohl jegliche Festlegung, meinte aber, daß die Aussichten der Telefunken-Bildplatte hierfür nicht allzu günstig seien. Aus der Sicht eines leitenden RCA-Mitarbeiters ist diese Meinung durchaus verständlich.

Unser Eindruck - so wird das nichts

Die derzeitige Einstellung der RCA zur Quadrophonie muß für jeden Freund hochwertiger Musikübertragung enttäuschend sein. Meine beiden Kollegen und ich sahen daher der Quadrophonie-Vorführung bei der Fisher Radio Corporation mit einiger Skepsis entgegen.
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  • Anmerkung : Herr Diciol spricht öfter von seinen beiden Kollegen, die er aber namentlich nie bennent. Es müssten Kollen vom Rundfunk gewesen sein, denn von der Redaktion war niemand dabei.


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Jetzt die Vorführung bei "The Fisher"

Dort diente sowohl ein 8-Spur-Kassettenrecorder als auch ein übliches Magnettongerät mit Spulen zur Bandwiedergabe. Die räumliche Anordnung der vier Lautsprecher deckte sich etwa mit der in der RCA-Zeichnung (Bild 7) dargestellten. Im Gegensatz zu dem RCA-Studio war der Fisher-Vorführraum etwa rechteckig.

Zum Einhören wurde zunächst stereophon wiedergegeben. Nach dem Umschalten auf Quadrophonie schien der Raum an Tiefe, die Musik an Plastik zu gewinnen. Trotz des durch die 8-Spur-Kassette verursachten Bandrauschens entstand ein völlig anderer Klangeindruck, sehr ähnlich dem eines Konzertsaales. Nach Rückschaltung auf Zweikanal-Stereophonie war das Klangbild vergleichsweise völlig flach.

Anders ausgedrückt: Der Unterschied zwischen Stereophonie und guter Quadrophonie kann ebenso groß sein, wie beim Übergang von monauraler Wiedergabe zu gekonnter Stereophonie.

Bei RCA wie bei Fisher Radio wurde ein 3,81 mm breites Tonband mit 2x4 Spuren und den hieraus sich ergebenden technischen Schwächen als Tonträger benutzt.

  • Anmerkung : Und wieder irrt Herr Diciol, es waren 8-Track Maschinen mit 1/4" Band.

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Quadro ist also nicht so einfach, mehr etwas für Techniker

Was verursachte den so auffallend großen Unterschied zwischen beiden Vorführungen? Vermutlich die Beachtung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen dem von vorne und dem von hinten einfallenden Anteil an Schallenergie. Im Gegensatz zur RCA-Vorführung wurde diese Tatsache bei Fisher durch eine sorgfältige Einpegelung der rückwärtigen Lautsprecher berücksichtigt. Außerdem besteht ein Laufzeitunterschied zwischen dem direkten und reflektierten Schall. Nur wenn auch diese beiden Fakten berücksichtigt werden, kann ein so günstiger Höreindruck wie während der Fisher-Vorführung entstehen.

Hierbei wurde allerdings ebenfalls demonstriert, daß das optimale Lautstärkeverhältnis zwischen Front- und seitlichen bzw. rückwärtigen Lautsprechern kritisch und der Laufzeitunterschied bei der Wiedergabe durchaus nicht bedeutungslos ist. Soweit es sich nicht um reine Effektaufnahmen handelt, sollten diese Kriterien allerdings schon während der Aufzeichnung berücksichtigt werden.

Der technisch nicht vorbelastete Anlagenbenutzer ist überfordert, wenn man von ihm auch noch die optimale Grundeinstellung des Lautstärke- und Laufzeitunterschiedes erwartet.

Quadrophonie über UKW Radiowellen ?

Im Bereich der sogenannten Unterhaltungselektronk gibt es bis heute auch in den USA quadrophone Übertragungen nur über Magnettongeräte.

Lediglich in San Franzisko strahlt ein UKW-Sender ab Mitternacht ein quadrophones Versuchsprogramm aus. Im Gegensatz zu dem in Europa erforderlichen 100kHz-Frequenzraster konnte dies in Amerika wegen der andersartigen Versorgungsbedingungen auf 200kHz festgelegt werden. Die UKW-Sender befinden sich in größeren Städten und haben einen gegenseitigen Frequenzabstand von mindestens 400kHz. Die Frequenzverteilung erfolgte derart, daß in Gebieten, in denen Sender aus zwei oder mehr Städten gehört werden können, deren Frequenzabstand stets wenigstens 200kHz beträgt. Im Gegensatz zu Europa steht somit für quadrophone Sendungen das hierfür benötigte breitere Frequenzband, mindestens in der Gegenwart, noch zur Verfügung.

Fisher hat einen allerersten Quadro Receiver entwickelt

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Der Fisher 701 solte damals $699.95 kosten

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Um für den Quadrophonie-Rundfunk einen hochwertigen Receiver zur Verfügung zu haben, fertigt die Fisher Radio Corporation unter der Typenbezeichnung „The Fisher 701" einen sehr aufwendigen Empfänger-Verstärker. In ihm finden Feldeffekttransiatoren, integrierte Schaltungen, diskrete Schaltkreise usw. reichlich Verwendung. Die Endstufen seines 4-Kanal-Verstärkers sind mit neuen modernen Darlington-Transistoren bestückt. Bei ihnen befindet sich ein Treiber- und ein Leistungstransistor im gleichen Gehäuse (Bild 8).
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Die Endprüfung dieses Gerätes erfolgt mittels Computer und erfaßt 1.100 Testpunkte. Der Stereo-Decoder des Fisher 701 kann ohne weiteres auf jedes zur Zeit in den USA erwogene Quadrophonie-Sendesystem umgestellt bzw. erweitert werden. Schall-Verzögerungsleitungen ermöglichen bei stereophoner Modulation Pseudo-Quadrophonie über den 701-Verstärker.
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Die Effekthascherei konnte auch nicht überzeugen

Diese ist, wie Vorführungen bei Fisher zeigten, nur bei einem sich z. B. etwa im Kreise bewegenden Schallereignis, d. h. bei Effektaufnahmen sowie kritischen Klangbildern von echter Quadrophonie, zu unterscheiden. Die im Datenblatt des 701 genannten Werte übertreffen deutlich die Forderungen der DIN 45 500. Dieses Gerät wird ebensc wie alle übrigen Fisher Receiver, Verstärker, Lautsprecher und Kassettenrecorder im Werk Milroy/Pennsylvania gefertigt (Bild 9).

Mr. Mergner teilte außerdem mit, daß sämtliche nach Europa exportierten Fisher-Empfänger-Verstärker die richtige UKW-Höhenentzerrung von 50us erhalten werden.

Zusammenfassung im Frühjahr 1971

Blick in eines der Fisher-Entwicklungslaboratorien in Long Island City
Die Fertigungsstätte der Fisher-Erzeugnisse in Milroy/ Pennsylvania

Für quadrophone Übertragungen im Bereich der Unterhaltungselektronik wird bis heute auch in den USA nur das Magnetband verwendet. Quadrophone Rundfunk-Versuchssendungen erfolgen zur Zeit lediglich über einen UKW-Sender in San Franzisko. Diese werden ab Mitternacht ausgestrahlt. Ob sie kompatibel sind, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Die Fisher Radio Corporation stellt bereits einen Empfänger-Verstärker her, der zum Empfang von 4-Kanal-Sendungen aller in Amerika in Erwägung befindlicher Systeme geeignet sein soll.

Bei quadrophonen Bandaufnahmen befindet man sich noch mitten im Experimentierstadium. Ähnlich wie zu Beginn der Schallplatten-Stereophonie mit ihren groben Ping-Pong Effekten usw. begegnet man auch heute bei Quadrophonieaufnahmen und deren Wiedergabe außer neuen - wieder den früheren Fehlern.

Die in Amerika für Stereo- und Quadrophonie verwendeten 8-Spur- Kassettenrecorder können, selbst bei Benutzung von Chrom-Dioxydbändern, nicht den von der DIN 45500 geforderten Mindest-Störspannungsabstand und Klirrgrad erreichen. Dennoch sollte man die Quadrophonie wegen ihrer zur Zeit noch vorhandenen Kinderkrankheiten nicht vorschnell als billige Effekthascherei und / oder Mittel zur Umsatzsteigerung abtun.

Dies gilt besonders deshalb, weil bei guter Quadrophonie gegenüber der Stereophonie eine ebenso große Vertiefung des Klangeindruckes möglich ist wie bei der Stereophonie im Vergleich zu monauraler Wiedergabe.

Wir werden deshalb die Entwicklung der Quadrophonie ebenso aufmerksam wie nüchtern beobachten und zu gegebener Zeit wieder darüber berichten.

Otto Diciol
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