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H. Redlich 25 Jahre im Dienste der Teldec

Aus der Funkschau 1976

Im Februar 1976 war Horst Redlich, Technischer Direktor der Teldec „Telefunken-Decca" Schallplatten GmbH, 25 Jahre im Hause Teldec tätig.

Der 1921 geborene Berliner ging nach dem Studium der Feinwerktechnik 1947 als Entwicklungsingenieur zur AEG. Dort arbeitete er auf dem Gebiet der magnetischen Tonaufzeichnung für Studiozwecke.

Seit 1950 leitete er bei der Ufa die Entwicklungsarbeiten für 35mm-Filme mit Magnetspur, und ein Jahr später wurde er Leitender Ingenieur bei Teldec.

Damals - im Jahre 1951 - war die technische Entwicklung der Schallplatte in Deutschland noch etwa auf dem Vorkriegsstand. Aufbauend auf Ideen von Eduard Rhein, hat Redlich dann das Füllschriftverfahren zur Praxisreife entwickelt.

So konnte die Teldec 1955 unter seiner Leitung die ersten Stereo-Langspielplatten in Europa herstellen. (Anmerkung : das hat aber mit der Füllschrift erstmal wenig zu tun)

Die Lösung des Problems, zwei Informationen mit hinreichender Übersprechdämpfung unter Beachtung der Mono-Kompatibilität in einer einzigen Schallrille unterzubringen, war die Zweikomponentenaufzeichnung.

Wenn die ersten Stereo-Platten dennoch erst 1958 auf den Markt kamen, dann nur deshalb, weil die internationale Normung unabdingbare Voraussetzung für die Stereo Platte war.

Ein weiterer Erfolg seiner Arbeiten zur Qualitätsverbesserung der Schallplatte war der "Tracing Simulator" zur Kompensation der Geometriefehler: ein Analogrechner, der bei der Aufnahme die zu speichernden Signale automatisch so verzerrt, daß sie die Abtastfehler kompensieren.

Die Untersuchung der Grenzbedingungen für die Verfielfältigung mechanisch gespeicherter Informationen führte dann zur Dichtspeichertechnik. Sie ist die Grundlage der TED-Bildplatte. Die Dichtspeichertechnik ist aber keineswegs auf diese Anwendung beschränkt. Sie bietet auch für heutige und zukünftige Tonaufzeichnungssysteme sowie andere Aufgaben derzeit noch nicht abzuschätzende Einsatzmöglichkeiten.

  • Anmerkung : Die TED Bildplatte wurde trotz aller Warnungen kompetenter Diplomingenieure aus dem eigenen Entwicklungsteam ein sehr sehr teurer Flop für Telefunken und TELDEC.


Viele Ehrungen sind dem Entwicklungsingenieur aus Passion Horst Redlich zuteil geworden: Er ist Fellow der Audio Engineering Society (AES), Träger des Bundesverdienstkreuzes und des ihm 1973 in Montreux verliehenen Diplome d'honneur für seine schöpferischen Leistungen auf dem Gebiet der Elektroakustik.

Immer aber ist Horst Redlich der bescheidene, oft zu bescheidene Mensch geblieben, der sich ganz der Technik und ihren Anwendungen verschrieben hat, einer Technik, die nach seinen eigenen Worten für den Menschen, der sich ihrer bedient, unbemerkbar bleiben sollte. -

th

  • Anmerkung : Von dem letzten lebende Zeitzeugen in Berlin - aus dieser Teldec TED Abteilung - hatte ich gehört, daß dem gar nicht so war. Es war eher ein unbelehrbarer Dickkopf, der die Grenzen der TED Bildplatte einfach nicht wahr haben wollte.

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