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Wie weit ist die Quadrophonie noch im Blickfeld ?

Der Hamburger Dietrich Räsch ist seit Jahrzehnten ein Verfechter der damals analogen, heute digitalen Quadrophonie- Technik. Die "plastische" Musik bringt nach seiner Meinung einen erheblichen Genuß-Gewinn bei dem Musik-Konsum - sowohl der Musik-Fans als auch der Hifi-Fans.

Nach dem stillen Abschied der analogen Quadrophonie etwa 1978 kam das Thema erst wieder mit der modernen Videotechnik ins Blickfeld und mit den ergänzenden digitalen Surround- Kodierungen von Dolby und anderen kleineren und größeren Entwicklern - jeweils zusätzlich zum propagierten Breitbild für Heimkino.

Ganz besonders verwirrend war für den Video-Konsumenten, daß sich die amerikanischen Filmstudios ihre angeblich kostbaren Patente gegenseitig um die Ohren schlugen (sie hatten aus der sehr teuren analogen Quadro Pleite von 1978 nichts gelernt) und daß sie uns Interessenten mit immer mehr inkompatiblen Surround-Varianten verwirrten und dann regelrecht verärgerten.

Die weltweiten Hersteller von Surround- Verstärkern und Receivern mußten alle nur irgendwie und irgendwo bekannten Dekodier-Techniken implementieren, die wir Hifi- und Video-Fans oder zumindest ich gar nicht mehr alle bedienen konnten. Es war viel zu komplex geworden.
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Eine Gelegenheit ..... die Hifi-Tage 2026 in Hamburg

Daher beteiligte sich Herr Räsch als "Aussteller" auf diesen Hifi-Tagen 2026, obwohl er ja gar nichts zu verkaufen hattte. Er wollte es nach fast 50 Jahren Quadro- Aktivität nochmal kompetent wissen bzw. ermitteln, wie die junge Generation heute über dieses Thema und diese Art der Musik denkt.

In diesen vergangenen 50 Jahren hat er natürlich fast alle alten Quadro Quellen, also die Medien - gesammelt und aufgehoben. Von ihm haben wir 5 analoge Qudro-Bänder mit echten 4-Spur / 4-Kanal Quadro-Aufnahmen zum Abhören bekommen. Das war hier in Wiesbaden der Anstoß, bei uns ein kleines Quadro- oder Surround- Studio herzurichten, natürlich vom Feinsten. Denn bei uns steht bzw. kommt der Hifi-Qualitätsgedanke vor dem Quadro-Genuß.
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Unser Quadro Studio - die Anfänge und die Geräte

Im Dezember 2022 bekamen wir aus Pfnztal einen großen und mit 24 Kilo recht schweren PIONEER VX 859 Surround Receiver geschenkt, er sei defekt und ökonomisch nicht mehr reparabel. Doch er war (jedenfalls für mich) reparabel und er spielt wieder - wie neu und dazu auch noch qualitativ hervorragend.

Er hat eine "Menge" Digitaleingänge und zu den normalen analogen Stereo- Eingängen auch einen 6-kanaligen analogen Surround Eingang für seine 5 110 Watt Endstufen. Damit kann man also digitales Quadro (5+1 oder 7+1 Surround) und auch analoges 4-kanaliges Quadro abhören. Und daran ist ein Toshiba Quadro-Tonbandgerät angeschlossen sowie ein CD4-Quadro-Platten Decoder.
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Als Boxen dienen zur Zeit zwei große Hifi-Säulen L80 von JBL und 2 größere Surround- Boxen von Canton sowie eine BRAUN L710 als Center. Alles in Allem ist die Klangqualität der gesamten Anlage in diesen 24 m² sehr hoch angesiedelt. Das Gebäude steht ringsherum frei und Nachts hört man die Flöhe husten, so ruhig ist es bei uns.

Die auf unseren Servern (2 NAS Stationen) abgespeicherten Medien werden über Giga-Bit Glasaser aus dem entfernten EDV-Raum abgeholt und sind ebenfalls vom Feinsten. Der PC ist einer unserer Esprimo E900 mit einer i5 CPU und einer Terratec-PCIe Soundkarte. Sowohl 64Bit Audio- wie auch 64bit Video- Schnittsoftware ist dort von mehreren Anbietern in Betrieb.

Diese Soundkarte kann 192kHz/24 Bit Signale digital über SPDIF sowohl per Toslink als auch über Coaxial an den Pioneer-Receiver ausgeben.
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Auch der Video-Bereich iin unserem kleinen Studio ist edel.

Doch der hat hier keine Priorität, dafür haben wir das große Studio mit der großen Bildwand und dem großen Beamer. Videos mit Surround Ton werden auf dem mittleren LCD Schirm abgespielt, der Ton bei den Videos ist uns hier wichtiger.

Bei den reinen Surround / Quadro- Aufnahmen ist sowieso kein Bild dabei, bei den Vidoes nimmt das Bild viel von der Aufmerksamkeit weg und das sollte es ja nicht.
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Und jetzt in 2025 kommt die SACD aus den Jahr 1999 ins Spiel

Mir ist immer wieder in den Lektüren aufgefallen, da gäbe es etwas, das von der Hifi-Qualität alles in den Schatten stellen würde, die "Super Audio CD". Und dann prallten die Meinungen heftig aufeinander, die der Beführworter und die der Kritiker.

Bei der Sondierung der Argumente für die SACD hatte ich zuerst die propagierten Eigenschaften der SACD gesammelt.

Außer der wirklich perfekten (technischen) Sound-Qualtät sowie der irren Kanaltrennung nicht nur bei Stereo wird die SACD mit der 5-Kanal Technik beworben. Bei der Audio-Qualität braucht kein Abstrich gemacht zu werden, weil ja gar kein (datenfüllender) Bildinhalt mit auf die DVD drauf muß. Es ist nur Audio drauf und das ohne rigendwelche Kompressions-Tricks. Das Konzept haben Philips und Sony in 1998 (aus verscheidenen Gründen) ausgetüftelt.
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Also : die SACD "könnte" auch Quadro - sie kann es wirklich !!!

Wenn auf dem 5. und 6. Kanal nichts drauf oder drinnen ist, kommt da auch nichts raus. Denn digital "Null" ist eben "gar nichts", und bei 128 db Rauschabstand herrscht absolute Stille - auf diesen beiden Kanälen.
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Als Beispiel haben wir die SACD von Pink Floyd. Die hochauflösende Surround-Version ist von den uralten 38cm/s 8-Spur 1" Bändern der alten Live Aufnahmen neu abgemischt worden, in einem Hightech- Surround- Studio. Bei der Audio-Qualität aus Hifi-Sicht hatte ich schon auf den SACD Seiten angemerkt, daß da nicht viel mehr rauszuholen war und ist im Vergleich zur ganz normalen CD.

Doch hier geht es um die quadrophonische Rauminformation. Die ultimatve Audio- Qualität kommt hier ganz hinten dran.
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Dazu sollte man nochmal erklären, was damals Quadro war :

Also bei der professionellen Aufnahme der neueren Quadro/Surround- Events wurden 24-Kanal Bandmaschinen oder sogar 48-Kanal- 2"-Maschinen verwendet. Die großen Studio-Mischpulte konnten teilweise sogar 96 Mikrofon-Eingänge verarbeiten. Der Tonmeister mischte dann die überhaupt für diese Aufnahme eingesetzten Mikrofone auf 16 oder 8 Spuren zusammen. Das war das ureigenste sogenannte Masterband.

Von diesem 8-Spurigen Band wurden dann 4-Kanal oder 5-Kanal Zwischenbänder abgemischt und damit wurden in den USA die 4-Kanal Magnetbänder gefüttert (dupliziert) oder aber Quadro-Platten vorbereitet und geschniten.

Bei den Quadro-Platten gab es im Prinzip nur 2 Varianten, die diskrete modulierte Quadrophonie und die 2+2-kanalige kodierte Matrix- Aufzeichnung. Beide Varianten hatten für den Hifi-Fan deutliche Nachteile, die aber anfänglich verschwiegen oder vertuscht wurden. Das mit der versprochenen Stereo-Kompatibilität war von Anfang an ein Schmarren.
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Die CD-4 Technik setzte einen Abtaster mit einer realen Bandbreite von über 40 Kilohertz voraus. Dazu wurden die beiden Frontkanäle beim Schnitt der Schallplatte bereits auf jeweils 15 kHz begrenzt. In den technischen CD-4-Manuals wird das ganz deutlich dargestellt. Für die beiden Rück-Kanäle blieb da nicht mehr viel an Bandbreite übrig.
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Wer konnte dieses Konstrukt wirklich verstehen ?


Also von edlem Hifi war da keine Spur mehr. Mit guten Anlagen hörte das sogar der Laie. Bei der reinen Stereowiedergabe hörte der Laie auch, daß da irgend etwas Anderes oder Komisches mit klang gegenüber der reinen "nur" Stereo-LP, insbesondere bei Konzertaufnahmen.
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Bei der SQ und QS Technik war die Kanaltrennung dubios

Unsere Quadro- und Meßschallplatten im Labor

Diese kodierte Quadrotechnik hatte bei der Kanaltrennung hinten links und rechts sowie vorne-hinten auf beiden Seiten deutliche Macken. Bei einer Kanaltrennung von wenigen Dezibel kam bei Orchesteraufnahmen nicht mehr viel an Ortbarkeit raus. Alleine wenn auf einer Seite "Pause" war, kam die andere Seite hörbar zur Geltung. Also der Düsenflieger von vorne rechts nach hinten links funktionierte genauso wie die Lokomotive von lnks nachrechts oder die uralten Freddi Quinn Aufnahme - Freddi links und Gitarre rechts.

Das alles war damals unbefriedigend, wenn man extrem angestrengt nach dem propagierten Quadrosound lauschen mußte. Auf den Demo-Platten, die bei uns alle im Schrank warten, waren natürlich ausgesuchte Beispele drauf.
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Jetzt war der Quadro-Kundenkreis sowieso schon sehr klein .....

..... denn im mit der Frau oder Partnerin geteilten Wohnzimmer war für solch einen Aufwand kein Platz. Es kamen damals sowieso nur ausgesprochene Hifi-Fans als Kunden ins Zielfenster. Um die allermeisten Quadroaufnahmen, die überhaupt akzeptabel waren, zu geniessen, sollte der "einzelne" Zuhörer in der geometrischen Mitte seiner 4 Boxen sitzen. Das war bereits das zweite KO- Kriterium.
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Das war die
"geniale" DUAL
Quadro-Werbung


Dann kam die Entscheidung für eines der 3 angebotenen Quadro-Syteme, die sich natürlich bekriegt hatten bis zum geht nicht mehr. Welche Geräte sollte man anschaffen ? Erst ganz zum Schluß etwa 1977/78, als das Kind bereits am Ersaufen war, durften einige der verbliebenen Hersteller in den Quadro- Zusatzgeräten alle 3 Techniken integrieren, so z.B. bei Pioneer.
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