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Audio 1/1987 - Killt DAT die Compact Disc?

Keine Frage: Die Idee ist ausgereift und längst keine Zukunftsmusik mehr. DAT kann und wird in Serie gehen.

Alle Geheimniskrämerei hatte denn auch andere Hintergründe. Dem reinen Wiedergabemedium CD ist DAT klanglich ebenbürtig und wenigstens in einem Punkt sogar überlegen: Es bietet die Möglichkeit der Aufzeichnung. Schon deshalb gibt es gleich zwei Vorbehalte. Einerseits könnte DAT das junge (und immer noch wachsende) Geschäft mit den CD-Playern empfindlich stören.

Andererseits fürchten die CD-Hersteller eine Flut von (Raub-) Kopien auf den digitalen Mini-Cassetten.

Hat der DAT-Recorder nämlich einen Digitaleingang, sind Direktkopien - ohne klangmindernde Digital/Analog-Wandler -möglich. Ist außerdem ein Digitalausgang vorhanden, kann - genau wie bei PCM-Video - sogar von einem Recorder zum anderen ohne Qualitätsverluste überspielt werden.

Verlustfreies Kopieren - eine Revolution

Und darin liegt auch die eigentliche Revolution: Während Kopien mit einem analogen Cassetten-Recorder immer mit geringerer Klangqualität erkauft werden und Kopien von Cassette zu Cassette jeweils deutliche Verschlechterungen bringen, bleibt die Digitalinformation immer gleichermaßen gut erhalten. Sie stört sich nicht am Bandrauschen, und selbst Kopien von der Kopie klingen praktisch wie das Original - also die ursprüngliche CD.

Für analoge Cassettendecks der 2.000-Mark-Klasse bedeutet DAT wohl schon jetzt das Ende. Und vom CD-Player im Auto dürfte künftig noch weniger als bisher die Rede sein: Selbst Auto-DATs sind mittlerweile serienreif und bieten dann individuelle Musikprogramme für unterwegs.

Ob freilich DAT und CD überhaupt miteinander existieren können, steht dahin. Der mühsame Versuch, wenigstens die Digitalüberspielung zu verhindern, wird kaum hilfreich sein. Jeder Kopierschutz, sei er nun per Chip (AUDIO 9/ 1986) oder Programm-Code installiert, ist über kurz oder lang zu knacken.

Eine Klärung, die den Herstellern von DAT- und CD-Geräten, den CD-Produzenten und den Urhebern gleichermaßen nützt, erhoffen sich die Beteiligten von der Dezember-Tagung im kanadischen Vancouver. Da wird wohl von Abgaben auf Cassetten und Geräte, aber auch vom Angebot vorbespielter DAT-Cassetten zu reden sein. Bevor möglicherweise die „Erasable CD", ihrerseits bespiel- und löschbar, den Markt der 90er Jahre beleuchtet.

Von Uwe Andresen im Januar 1987
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