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Warum wurde der edle und teure DENON AV Surround Pre-Amplifier AVP-A1 (fast?) ein Flop ?

von Gert Redlich im Aug. 2014 - Als ich vor 8 oder mehr Jahren die DVD "Das fünfte Element" bekam, wollte ich natürlich die 5 Kanal Technik unbedingt im kleinen Freundeskreis vorführen. Also verband ich den "DVD Player" mit einem SPDIF Glasfaser Kabel an den DENON AVP-A1 und versuchte, den AVP-A1 irgendwie zum "Tönen" zu bewegen.

Das Handbuch hatte ich nicht, damals noch nicht (es war nicht dabei) und so wußte ich natürlich nicht, daß man unbedingt einen Bildschirm als Bedien-Monitor braucht, um den AVP-A1 zu "konfigurieren" - und vor allem, an welchen Video-Ausgang man diesen anschließen müsse, sonst sieht man wieder nichts.

Und - es geht auch nicht jeder Fernseh-Bildschirm, es geht nur ein richtiger großer guter TV-Monitor mit (FBAS) Video-Signal (In 2015 gab es da bei den REAL Märkten einen LCD-Fernseher mit der Aufschrift Telefunken, der die nötige Qualität mitbringt für 175.- Euro). So hatte ich zwar anfänglich einen 9" Kontrollbild-Monitor am DVD Player, aber nicht über den AVP Vorverstärker durchgeschleift.

Und die Bild-Qualität dieses kleinen Röhrenmoniors hätte sowieso nicht ausgereicht. Man hätte nicht viel erkennen können, es war eben Röhren-Technik von weit vor 1995.
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Die Bedienung ist genau das Gegenteil zu der güldenen "gelungenen" Optik - nämlich eine (gelungene) Katastrophe.

Inzwischen habe ich einen LCD Fernseher billigster Bauart von "Telefunken" (also einem China-Produkt - nur mit dem Aufkleber dieser ehemals deutschen Marke), um unsere Fernsehkameras und andere Techniken für das Fernsehmuseum zu testen. Und ich habe etwa 30 Seiten Fotokopien des Heftchens bekommen, - auf Deutsch sogar - wie der AVP-A1 konfiguriert werden sollte.

Als ich nämlich vor vielen Jahren duch stunden- langes Probieren
endlich (und wirklich ganz zufällig) den AC-3 Sound aus dem DVD Player auf die Boxen bekam, war ich stolz und vorerst glücklich. Als etwa 6 Wochen später unser Nachbarjunge das Video "Djungelbuch" (ein analoges VHS-Video) ansehen wollte, ging es bereits nicht mehr. Der Videorecorder hatte nur analog out - und ich bekam das mit den vielen Eingängen einfach nicht mehr hin - wie peinlich.

Jetzt weiß ich, warum das Teil zurückgegeben wurde.

Also ohne einen guten scharfen analogen Video-Monitor moderner Bauart ist man verratzt. Und ohne deutsches Handbuch und dann - vor allem - ohne Geduld und einfühlsames Verständnis für die Denkweise eines hochintelligenten japanischen Programmieres ist man(n) vollends zuende - mit den Nerven.

Ich bin kein Video- oder Film-Freak und habe nur wenige DVDs so im Laufe der Zeit zusammen bekommen, um bei bestimmten "familiären Anlässen" einen Teil der jungen Besucher "aus dem Verkehr" zu ziehen. Es sind vielleicht 20 Stück, dazu kommen eine ganze Masse an bespielten VHS, SVHS, Video8 und Betamax Kassetten, alle uralt und voll analog. Und dabei stolpere ich bereits über eine Vielfalt an Ton-Formaten aus dem jahr 1995.
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Die Ton-Format Vielfalt eskalierte damals

War es vielleicht 1995 noch recht einfach, die wenigen analogen und/oder digitalen Töne irgendwie zu dekodieren, so uferte dies Vielfalt recht schnell aus.

Die großen amerikanischen Labels oder Filmstudios wollten alle "IHR" Bild- und Ton-Format exklusiv und  zwar weltweit - dafür nach Regionen getrennt - vermarkten und an die Süchtigen vertreiben und natürlich auch den "zugehörigen" Kopierschutz einbauen.

Es hatte natürlich alles nicht funktioniert. Die Kunden waren überwiegend nicht so dämlich, Alles und Jedes zu akzeptieren und zu kaufen. Die Vielfalt war dann zwar da, wurde aber sehr oft nicht mehr akzeptiert. Viel zu viele DVDs entpuppten sich als Ladenhüter, die nicht einmal das Fachpersonal in den Läden vorführen konnte.
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Leiden mußten die Käufer / Kunden

Auf die Idee, daß da draußen nicht nur Diplomingenieure mit einem gewissen krankhaften Ehrgeiz an den Geräten fummeln, kamen die Anbieter scheinbar nicht. Der Arzt oder Rechtsanwalt, der die 10.000 Mark (+Boxen +Tuner +DVD Player + Fernseher) überhaupt für solch einen Spleen übrig hatte, der hatte keinen "Draht" für nächtelanges Studieren eines einzigen Gerätes. Denn da war ja noch der CD-Player und der DVD-Player und das Kassetten-Bandgerät und der Videorecorder. Alleine an einem etwas besseren Videorecorder konnte man sich bereits die Zähne ausbeißen. Denn "die" haben es auch nicht kapiert, das von der urureigenen Usability (-Erfahrung von 1963).
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Der AVP-A1 "kann" DOLBY Digital und AC-3

Als ich mir meine DVDs angesehen habe, hatte ich aber DOLBY Prologic, DOLBY Stereo, DOLBY Digital 5+1, DTS und sonstwas vorgefunden. Dazu wolllte ich von dem DVD Player auch mal ganz normale Stereo CDs abspielen und den Konzertsaal Sound genießen. Er kann nämlich - ähnlich wie der Yamaha Zusatzverstärker DSP 1000 aus 1994 - diverse (8) digitale Klangmanipulationen wie "Konzertsall, Jazzkeller oder Kirche" es sind mehr als diese. Doch bis man das im Griff hat, ist man (ohne Handbuch) bereits durchgedreht.
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Das Bedienungshandbuch des AVP-A1

Dem ganz normalen Kunden fällt sofort auf, es sollen 10cm Platz rings herum frei bleiben. Also in einen Schrank, eine Konsole oder Vitrine darf der AVP nicht rein ??  Soso. Dann kommt ein ganzseitiges Bild mit den Anschlüssen für Video-Geräte (3 Videorecorder vom Stand 1995) für 2 Qualitäten - Video mit Cinch und S-Video mit deren eigener Buchse. Dan kommt noch eine Video-Seite und noch eine - für die S-Video "Klemmen" - doch was sind S-Video Klemmen ? Der DVP, der Digital- Video-Platten Player wid per Cinch oder Glasfaser angeschlossen.
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Der Ton könnte durchaus aus 11 Boxen kommen

Also wenn, dann richtig, hat der japanische Entwickler sicher gedacht. Denn alle reichen Deutschen haben nämlich zwei Wohnzimmer, ein großes mit über 80 bis 120 Quadratmetern und ein kleineres mit vielleicht 24 bis 32 qm. Und für das große Zimmer braucht man einen Sub-Woofer (Tiefbass-Lautsprecher), am besten aktiv.

Auf den Schaubildern werden darum auch gleich die beiden POA Endstufen eingeplant und gezeigt. Was macht aber derjenige, der eigene Endverstärker betreibt ? Wenn man das alles bis zu der Seite mit den Endstufenbildern gelesen hat, geht's an's Eingemachte.
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Die sogennante System-Einrichtung

Liest man die ersten Zeilen von Kapitel 6, kommt man zu der Auffassung, daß die Geräte nach dem Auspacken erst mal gar nicht funktionieren. Ich hatte ja einen bereits gebrauchten AVP hier. Hier steht es also, ohne einen hochwertigen Monitor mit hoher Auflösung geht nichts. Diese hohe Qualität ist heutzuage zum Glück normal.
Und noch ein Tip speziell für Amerikaner : "Schalten Sie das Gerät zum Betrieb ein." Wenn Sie jetzt lächeln, erinnern Sie sich, daß AUDI in den USA verurteilt wurde, in jedem Auto gut sichtbar ein Schild anzubrigen, daß man vor dem Aussteigen den Motor abstellen muß. Also vor Inbetriebnahme einschalten bitte. Da vermutet doch "jemand", wir Deutschen seien doch blöd - oder ?
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Ohne die Fernbedienung geht natürlich auch nichts.

Und die "müssen" sie ebenfalls erlenen und sich gleichzeitig mit den kleinen Tästchen unter der Abdeckklappe vertraut machen. Vorweg gesagt, für 1995 waren die Konfigurationsmöglichken gigantisch gut, fast schon eine Diplomarbeit.

Wenn schon beim Revox B251 Vollverstärker sehr angenehm aufgefallen war, daß man jeden Eingang separat einpegeln konnte, hier geht das auch so ähnlich. Man kann jedem "Input" (also der Taste) auf der Frontseite - die Cinch oder SPDIF hinten auf der Anschlüsse zuordnen, das war toll - heute ist es Standard.

Für einen Computer Mann wie mich ist das toll, ich habe da keine Verständnis- Schwierigkeiten. Der Normalo aber, der ist erst mal volkommen verwirrt, was da alles geht und wie man das machen soll. Auch das Auspegeln der Anlage bzw. der Sitzposition mit 4 Lautsprechern und Bassbox ist nicht simpel, auch wenn es scheinbar so aussieht.
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Das Bedienkonzept ist über 20 Jahre alt und viel zu komplex.

Und dafür ist das Handbuch zu primitiv bzw. überhaupt nicht ausführlich genug. Wir sind ja noch nicht mal bei den diversen digitalen Ton-Formaten angelangt.

Jetzt kommt erst mal der Rest der Fernbedienung dran, also wie man damit den gesamten Vorverstärker und die diversen Videorecorder und den Fernseher und den Bildplattenspieler auch noch bedienen kann. Das Teil ist nämlich intelligent und kann lernen und Gelerntes speichern.
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In Kapitel 9 gehts zu DOLBY und THX

In 1995 kannte man laut dieser Anleitung nur
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  1. "DOLBY Surround Pro Logic" und
  2. "DOLBY Surround AC-3" und natürlich
  3. "HOME THX Cinema Surround"

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Und jetzt kann man stundenlang die einzelnen Lautsprecher einstellen und konfigurieren, wobei mir die Abhängigkeiten nicht klar geworden sind. Das müßte man intensiv studieren und protokollieren, so lange, bis der ganze Spaß endgültig im Eimer ist.

Die kleinen fummeligen Tasten unter der (inzwischen entfernten) Abdeckung helfen dabei bestimmt nicht, vor allem im Halbdunkel und bei der Vorfreude, hin und wieder doch mal ein Highlight erlauscht zu haben.

Auch das Ausprobieren der 8 Sound-Modi (DSP Surround Simulation) stellt Ihr Gehör auf eine harte Probe der Ausdauer.

Da gibt es nämlich nochmal 5 weitere Parameter, sodaß Sie auch wieder stundenlang spielen können, bis Sie gar nicht mehr wissen, was in welcher Kombination besonders angenehm oder gar gut geklungen hatte.

Das war übrigens der Grund, warum bei mir der Yamaha DSP 1000 keine Zukunft hatte, er hatte noch weit mehr Spielereien.
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Die vorletzte Seite ist für "eine" Fehlersuche ..... leider ungeeignet ....


denn die Musik-DVD "First Highlights of the Proms" von und mit Justus Franz aus dem Jahr 2000 fing bei höheren Lautstärken an zu kratzen und zu verzerren. Und da stand nichts an irgendwelchen Hilfen oder Tips bezüglich der Einstellungen oder der Sound-Modi drauf. Irgend ein Modus von den Vielen (oder eine Kombination) war dann endlich "der Richtige Modus" und das Violinkonzert des ungarischen Geigers - das Stück Nr. 4 - war (endlich) klanglich wirklich beeindruckend gut.

Es macht dem Benutzer somit schon einge Mühe
, sich beim Entspannen auch noch akribisch aufzuschreiben, welche Kombination von CD oder DVD mit welcher Modus-Einstellung gut oder brauchbar war. Für mich gibt es damit ein mangelhaft bis ungenügend als Bewertung.
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Und am Ende die technischen Daten :

Also das Teil geht anlalog und digital und der Frequenzbereich geht von 10 Hz bis 100 kHz, der S/N ist 105 dB und der Klirr bei digital sei 0,005%. Dann kommt noch etwas über die Video- Ein- und Ausgänge und deren Pegel und daß das Gerät 60 Watt verbraucht und 13,5 Kilo wiegt.

Änderungen sind natürlich vorbehalten. Meines Wissen nach wurden aber keine mehr gemacht - schade. Die Hardware war zu sehr auf 4 Hauptkanäle, einen Mittenkanal bzw. einen aktiven Basswürfel zugeschnitten. Damit kam es für die fanatischen Video-Freaks nicht mehr in Frage und war somit vertriebsmäßig "tot".
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Resume für den Bereich Hifi :

Die uns interessierende Hifi-Klangqualität ist überragend, vielleicht sogar dem ehemaligen Preis entsprechend. Auch die Verstärker sind hervorragend, nur etwas zu  teuer (gewesen). Wenn man endlich herausgefunden hat, welche Programmquelle mit welcher Einstellung funktioniert, ist man über den Wolken. Aber bis man das herausgefunden hat, dümpelt man im Tal der Tränen herum.
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Was ist von Wert und was nicht ?

Bei den gängigen ebay Auktionen kann man den AVP-A1 bereits für ganz wenig Geld ersteigern. Ob man aber mit der sehr "komplexen" Bedienung leben kann, ist eine andere Seite der Medallie.

Drei Angebote von AVP-A1 im September 2014 wurden von niemandem angenommen, also selbst 298.- Euro war den Video-Freaks zu viel. Die beiden POA Endstufen sind sehr gefragt und kosten - wenn es sie dann noch gibt - fast bis zu 1000 Euro je Stück.
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