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Der DTC-2000ES und der DTC77ES und der DTC-ZA5es

DTC-57ES-Promo
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PCM-2500-Promo
DTC-77ES-Promo

Sony wollte es nicht akzeptieren, daß die über zweieinhalb Jahre Verzögerung beim Markteintritt (seit Ende 1986) nicht mehr aufzuholen waren. Denn inzwischen hatten die anderen Physiker und Ingenieure bei Philips und in den japanischen Laboratorien die beschreibbare CD entwickelt und lanciert und damit war das Hauptargument für die super tollen aber auch recht teuren DAT-Recorder "im Eimer". Das betraf übrigens alle Magnetband basierten Technologien.

Keiner hatte es kommen sehen, daß es vor allem so schnell ging und daß bei den CD-Writern die Preise noch viel schneller verfallen würden. Wie gesagt, die großen Japaner hatten seit 1980 ganz extremen Leidensdruck, weil das gesamte Hifi-Geschäft eingebrochen war.

Die PIONEER Strategen stürzten sich wieder auf Produkte aus ihren Anfängen, die KFZ-Ausstattung mit Audio-Komponenten vom Feinsten, die TEAC Strategen hatten die 3 1/2" Diskettenlaufwerke unter ihre Fittiche gebracht und PANSONIC stürzte sich auf die CD-Laufwerke. Später kamen die CD-Brenner und die DVD Laufwerke. Die DVD Brenner ließen noch etwas auf sich warten. AKAI hatte übrigens verloren, sie hatten so gut wie nichts außer den CC-Kassettenrekordern.

Um 2000 herum prophezeite ein ganz hohes Tier bei (von) IBM, daß für deren Zukunfts-Strategie sämtliche "rotating memories" bereits Geschichte wären. Wir wollten es auch nicht glauben.
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Verschlechterungen und Verbesserungen beim DAT-Laufwerk

Das DTC-1000ES Laufwerk von 1986/1987 (und seine Brüder) hatte noch einen waagrechten Schlitten, der die DAT-Kassette einzog und von oben auf das Schrägspur-Laufwerk aufsetzte.

Das wurde 1989/1990 ab dem DTC-55ES geändert. Eine Dreh- und Schiebemechanik schwenkte die in eine Führung eingeschobene DAT-Kassette auf die Kassettenaufnahme. Es wurde aber auch einer der Direct-Drive- Servomotoren eingespart und durch noch mehr Mechanik ersetzt. Das rächte sich, denn diese Laufwerke waren im Betrieb nicht mehr ganz so zuverlässig.

Die Modelle DTC-57ES und DTC-59ES (1991-1993) brachten nur marginale Verbesserungen und dafür mehr unsichtbare Einsparungen (für SONY). Ein Mehrkmal ist oft das Gewicht des Gerätes bzw. des Recorders.

Die nächste Generation auch etwa von 1991-1993 wurde DTC-77ES benannt. Das DAT-Laufwerk bekam wieder 4 Direct-Drive Motoren. Und dort gab es erstmalig eine 4-Kopf Variante mit einer echten Hinterbandkontrolle. Es schien doch zu viele Ausfälle bei professionellen Aufnahmen gegeben zu haben, die erst nachträglich bemerkt wurden und das war für das Image der sowieso schon schleppend verkauften DAT-Technik fatal.

Verbaut wurden dort auch zwei Transormatoren für analog und digital. Ob das wirklich etwas gebracht hatte außer im Prospekt ist für mich absolut zweifelhaft. Auch gab es mehrere Versionen von DTC-77ES Modellen, die dann analoge Aufnahmen mit der CD-Frequenz von 44,1 kHz erlaubten.

Alles in allem waren die ganzen DCT-77ES Recorder sehr verläßlich und sie wogen mehr als 11 Kilo.
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Mit dem Super-Edel-Schlitten DTC-2000ES wurde weiter verbessert, was überhaupt noch zu verbessern ging. Die Lademechanik blieb aber bei der Schwenktechnik. Bei der Elektronik wurde einiges verbessert, aber insgesamt merkte der normale Anwender davon fast nichts. Man brauchte extrem exzellente (meist Eigen-) Aufnahmen, um die Unterschiede bei den Wandlern und der Fehlerkorrektur überhaupt wahrzunehmen.
 
Beachtenswerte Neuerungen waren nämlich zwei sehr edle Mikrofoneingänge für semiprofessionelle Eigenaufnahmen. Das hatten die beiden Grundig DAT Recorder übrigens auch und das war ein eindeutiger Verkaufsvorteil.

Die DTC-2000ES Reihe wurde von 10/1993 bis etwa 1998 angeboten. Dann war DAT im Consumer-Markt so gut wie am Ende .

Zwischendurch und am Ende der DAT-Zeit gab es einige abgeschminkte Modelle, teils ohne digitale Ein- und Ausgänge, alles völlig uninteressant.

Das letzte Modell von SONY war solch ein billiges so weit wie möglich abgeschminktes DTC-ZA5ES - etwa von 1995-2000. Der Amerikaner , der es geöffnet hatte, sprach nur noch von einer fast leeren "Box" (is almost an empty box), die man nicht mal mehr schlechter machen könne. It would get worse later on, though - worse is always possible.
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Alle NICHT ES DAT-Modelle sollte man heutzutage sowieso ignorieren. Wenn da einer von den ebay Gauklern auch noch "High-End" als Attribut dran "klebt", ist das fast schon vorsätzlicher Betrug.
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Ein SONY DTC-2000ES für 4.000 Euro ist schon grenzwertig

Dieser ebay-Verkäufer sucht also über Monate (Herbst 2019) den einzigen "Dummen", der ja der Legende nach angeblich jeden Morgen aufs neue aufsteht und das Ding dann - noch leicht verschlafen und verträumt - ersteigert. Eigentlich ist der Verkäufer nur mutig oder aber weltfremd oder - er probiert es eben.

Selbst bei großzügigstem Betrachten
ist der DTC-2000ES - und sei er noch so neuwertig - im Jahr 2019 bereits fast 30 Jahre alt und alles hat innen drinnen gelitten.

Auch unsere vier DTC-55ES sind alle aus 1990 oder 1991
und man sieht es. Bei vielen anderen sind einige Zahnrädchen bereits zerbröselt. Bei uns sind die Schaumstoffröllchen bereits gerisssen und bei einigen ist das Fett ziemlich verharzt. Die Laufwerke haben so ihre Macken, das gilt für alle Schrägspurlaufwerke von SONY. Die hatten da ein Silikon-Fett genommen, dessen Langzeit-Konsistenz eben nicht den Erwartungen entsprochen hatte.

Unsere zwei riesigen und schweren SONY TC-765 Spulenbandgeräte sind/waren extrem verharzt und es bedurfte über 8 Stunden (für die erste Maschine), nur eine Maschine mechanisch zum Leben zu erwecken.
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