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Soundcraftsman wurde bei uns bekannt durch den Equalizer

Der Soundcraftsman 20-12

Dieses neue Produkt aus USA hatte damals um 1972 die kleine Firma Audio Intl. aus Frankfurt nach Europa importiert. Die Sprüche waren überzeugend und wir hatten ja sowieso alles geglaubt, das dort versprochen wurde.

Und dann hatte ich einen 20-12. - Also ganz genau war das aber so: ich mußte nämlich auch einen haben, koste es, was es wolle. Denn nur noch damit könne man Hifi richtig ausleben. Wieder wurden damals besondere Quellen angezapft und aus den 1.750.- DM wurden - "Hokus Pokus" - weniger als 500.- DM.

Und nun lesen Sie mal die lockenden Sprüche von Audio Intl. Herrmann Hoffmann aus 1972 :
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Traurig, aber wahr . . . . .

Erst DM 1.750.- machen Ihren Wohnraum zum Musikhören geeignet.

Wenn Sie als HiFi-Fan wissen, was eine Frequenzkurve ist, müßten Sie eigentlich auch wissen, was eine Frequenzkurve aus ihrer idealen Linie bringen kann. Oder?

Nehmen wir an, Sie haben Ihre teure Anlage im Wohnraum stehen. Dann können so unabänderliche Dinge wie Wände, die Decke, Vorhänge, Teppiche, Fensterfronten, selbst die Zuhörer und ihre Bekleidung (bzw. deren unterschiedliche Absorptionskoeffizienten) schuld daran sein, daß bestimmte Schallwellen bestimmter Frequenzen mehr oder weniger absorbiert oder reflektiert und intensiviert werden. Was schlicht und einfach heißt, daß für Sie die wirklichen Feinheiten einer Aufnahme fast unkorrigierbar verloren gehen, weil die Signale verzerrt Ihr Ohr erreichen. Schade. "Wo" Ihre Anlage doch so viel Besseres leisten kann.
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Anzeige Nr 2 :

Nehmen Sie sich den SCM Audio Equalizer, der bringt die Frequenzkurve wieder ins Lot. Auf + 2 dB. Bei j edem Oktavsch ritt. Für j eden Kanal extra. Damit Sie es in der Hand haben, trotz der Grenzen Ihrer Anlage (der sog. Toleranzen) und Ihrer Räumlichkeiten die volle (die volle!) Brillanz der Originalaufnahme wiederentstehen zu lassen.

Langer Rede kurzer Sinn: DM 1.750,- und Sie können wohnen bleiben wo Sie wohnen, wenn Sie Musik hören wollen.

Testschallplatte mit Meßblättern zum Überprüfen, ob Sie einen Equalizer brauchen, separat erhältlich für DM 20,-.

Unser Produkte : AMCRON - KLIPSCH - INFINITY SYSTEMS - SAE - SHERWOOD
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Anmerkung : Und aufgepaßt . . . . .

Wenn Sie solch einen Soundcraftsman Ihr Eigen nennen, machen Se ihn nie auf. Die Überraschung, aus wie wenig man DM 1.750.- machen kann, schlägt in grenzenlosen Frust um, damals oder gar heute "bedupst" worden zu sein.

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Es dauerte nur wenige Jahre bis zur "Erleuchtung"

Zu jener Zeit hatte ich bereits den CROWN IC 150 Vorerstärker und die CROWN DC 300 A Endstufe und die TANNOY ARDEN Boxen. Das machte schon richtg Dampf. Der Thorens TD125 mit dem langen 3012 SME Arm war mein ganzer Stolz, dazu noch die ReVox A77 High Speed und es ging gut ab. Dennoch war ich nicht ganz zufrieden und "schleifte" diesen Soundcraftsman zwischen Vorverstärker und Endstufe und wartete von nun an auf das Wunder.

Von jetzt an wurde nächtelang "mit Nichtwissen" (das ist Juristendeutsch, wenn selbst der Anwalt von nichts überhaupt nichts weiß) geregelt und geschoben und eingestellt, was das Zeug hielt. Es gab nämlich Leerschablonen, auf die man die jeweilige Stellung der 20 Regler samt Kommentar millimetergenau eintragen sollte und konnte. Die waren alle im Nu verbraucht.

Nur . . . die Erleuchtung stellte sich einfach nicht ein, egal wie lange und wieviel man an all den 20 Reglern herumregelte.
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Die "Erleuchtung" war, ohne das Teil klang es am Besten.

Es hatte etwas gedauert, bis ich diesen Soundcraftsman dann mal in den Tape-Monitor des Crown IC150 Vorverstärkers eingeschleift hatte und somit vergleichen konnte, wie klingt es ohne und wie mit Equalizer. Der Unterschied war hörbar, nicht gerade besonders auffallend hörbar, doch bei konzertanter Musik von technisch guten Schallplatten war er deutlich da.

Das war damals um 1980 bereits (es gab noch keine CDs als Programmquellen) sehr ernüchternd, das Ding bringt ja "fast nichts", es verschlimmbessert nur.
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Irgendwann nach 1989 - ein frappierendes Erlebnis

Die Zeit ging weiter, der Soundcraftsman 2012 stand irgendwo im Lager oder Regal und ich strebte auf "der Leiter nach oben in den virtuellen Hifi-Himmel".

Die großen JBL 250Ti hatte ich schon und die klangen bei mir mit dem CROWN DC300A auch recht gut, jedoch im Vergleich zu der Anlage meines Freundes nur mittelmäßig. Der hatte natürlich die beiden Accuphase 1.000 Watt Monoblocks. Auch andere "Kraft"-Verstärker enttäuschten, bis ich meine Accuphase Vor- und Endstufe erhielt. Übrigens hatte ich seit 1984/85 schon die 4. Generation an CD Spielern als Programmquelle, aktuell damals den SONY CDP 557 ES.

Und jetzt schleifte ich den lange aufbewahrten Soundcraftsmann 2012 in den Tape- Monitor des Accuphase C280 ein und war schier erschrocken.

Der Unterschied war dermaßen erschreckend schlimm, daß ich mich heute frage, waren die Anlagen um 1974 damals alle so schlimm ? Das Klangbild ist beim Umschalten (nach genauestem Auspegeln und Angleichen) verwaschen und flau, es ist fast nicht zu glauben.

So ist es mir völlig unverständlich, wie jemand dafür auf ebay noch 150 Euro berappen wollte.

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Später : ein Fehler von vielen . . . .

Ähnlich wie die ehemals renomierte Kopfhörer-Firma Koss mußte auch Soundcraftsman "unbedingt" auf allen Hochzeiten mitspielen - der Markt brach damals gerade zusammen - und entwickelte dicke Endverstärker und mittelmäßige Lautsprecher und anderen periphären "Klimbim". Doch davon hatten sie vermutlich zu wenig Ahnung und so ist der Name in unseren Hifi-Kreisen inzwischen fast nicht mehr präsent.
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