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Der Vollverstärker Accuphase E 210

Es ist ein "ganz kleiner" Vollverstärker von Mitte der 90er Jahre, genau also von April 1995 bis Sept. 1998 mit gefühlten 30 Kilo (echten 18 Kilo) und (für Accuphase Maßstäbe "nur") 2 x 80 Watt Sinus und sonst ist da nichts dran - oder doch, er hat eine ganz sachte Loudness Korrektur-Taste. Laut einer Anzeige in STEREO vom Juni 1997 war er erst zu diesem Zeitpunkt brandneu.

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solide wie ein Panzer
und nix zum "Spielen"

Und er war auch (und ist immer noch) unheimlich teuer mit fast 4000.- DM, wenn man einen heutigen Blödmarkt Preis von 180.- Euro für 2 x 100 Watt als Vergleich nimmt.

Und Klangregler hat er auch keine. Wenn man den E-210 dann aufschraubt, hat man die Mechanik eines russischen T34 vor sich, alles ist absolut massiv. Auch der 400 Watt Trafo scheint für die "lächerlichen" 2 x 80 Watt Sinus total überdimensioniert, ebenso wie die zwei riesigen 22.000 uF Elkos vermutlich aus einer Bundesbahn Elektro-Lok.

Aber das alles zusammen klingt super, egal, mit welchem Lautsprecher und egal, wie laut, und dazu auch noch ohne Klangregler, es klingt einfach irre. Angeblich gab es in 1996 dann noch einen Marantz PM16, der es laut Test "irgendwie" noch besser machen sollte, doch das wissen nur die wenigen anwesenden "Tester". Vermutlich war da etwas "Glauben" im Spiel. Wir haben einen E-210 (vom Klangstudio Pohl) und wir haben auch rein gesehen und wir haben viele viele Lautsprecher ausprobiert.

Der Weg von den Endstufen zu den Lautsprechern

Die Kernfrage aller hochwertigen Verstärker ist doch : Wie kommt der Strom zu den Boxen ? Accuphase wußte von Anfang an, es geht nur über ganz dicke Kupferdrähte.

Wie oben bereits gesagt, er ist puristisch einfach und überall übermassiv. Die Lautsprecherklemmen vertragen "6 quadrat" Leitungen. Auch die Kabel von den Klemmen innen zu den Transistoren sind "massiv". Auf eine Umschaltmöglichkeit für ein zweites Lautsprecherpaar wird bewußt verzichtet. Und somit gibt es keine weiteren Kontakte bzw. Bremsen für den Stromfluß.

Nicht ganz so schön sind die offen liegenden Kontakte der 230 Volt Netzsteckdose (im 2. Bild - dort links unten die weißen Drähte und die Kontaktstifte) für den Tuner oder CD-Spieler. Das war damals schon nicht mehr zeitgemäß. Es ist dennoch kein Vergleich mit dem Pioneer Receiver aus 1987.

Wenige aber sinnvolle Ein- und Ausgänge

Direkt hinten an der Rückwand liegt innen eine Relais-Platine mit 7 Relais drauf, die von einem inkrementellen "Geber" von der Frontplatte her gesteuert werden. Damit werden eben keine großen Bündel von Eingangsleitungen nach vorne zur Frontplatte (und zurück) gelenkt und damit auch keine unerwünschten Fremdsignale oder Störungen eingespeist.

Der Aufwand ist natürlich teuer, aber auch langlebig und solide. Daß bei den Eingängen auch auf sonstigen Firlefanz moderner AV-Verstärker und Receiver verzichtet wurde, versteht sich von selbst. Alleine eine kleine spartanische Fernbedienung hatte man dem E-210 noch gegönnt.
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Die Bedienelemente

Die beiden großen Knöpfe auf der Fronplatte sind der Eingangswahlschalter und der Lautstärkeregler. Beide sind einfach nur edel, vom Gefühl des Anfassens wie auch von der Technik dahinter. Der Lautstärkeregler ist motorisch fernbedienbar und der Eingangswahlschalter ist ein sogenannter Inkrementalsteller, der ewig in beide Richtungen gedreht werden kann und bei jeder Stufe mit solidem Klack einrastet.

Da macht schon alleine das Drehen Spaß. Der Lautstärke- regler ist sehr feinfühlig mit nahezu absolutem Gleichlauf beider Kanäle, eben professionell. Ein kleines Relais schaltet den Ausgang während einer Eingangsumschaltung ganz kurz stumm.

Den Balanceregler braucht man nur ganz selten und den Tapeselector fast nie mehr.

Unser E-210 hat keinen (aber dennoch nachrüstbaren) MM-Phono- Eingangsverstärker wie der E210A. Als wir den E-210 bekommen hatten, war die CD schon hoffähig.

Die Endstufen des E-210

Die Endstufen tanken Kraft aus einem großen 400 VA Trafo und zwei wirklich dicken Kondensatoren. Die Kühlkörper sind zwar innenliegend, jedoch weiträumig frei positioniert. Die diskrete Transistortechnik ist wie immer vom Feinsten.

Der Verstärker habe einen extrem hohen (open loop) Verstärkungsfaktor, heißt es, der mit einer gezielten Strom-Rückkopplung abgebremst wird.

Wie dem auch sei, also was die Markting Leute uns alles so erzählen, die Endstufe ist sehr stabil und hat Kraft ohne Ende und der Verstärker klingt absolut super und das ohne Klangregler.
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Mehr gibts eigentlich nicht zu sagen.

Die technischen Daten sind ähnlich wie bei Rolls Royce jenseits von gut und böse. Dieser Verstärker wird als Refrenzverstärker alle unsere passiven Boxen unserer historischen Tests beliefern.

Und - es gab schon eine kleine Fernbedienung.
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