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Auch Philips war - wie Grundig - ein Meister aller Klassen ...

denn Philips baute fast alles (das man nicht essen konnte). Und bei Philips wurde in mindestens drei großen Laboratorien viel geforscht. In dem Hamburger Labor, das unter anderem auch für das Valvo Werk zuständig war, arbeiteten über 800 Mitarbeiter.

Und Philips baute natürlich Meßgeräte und auch Oszilloscope

In den großen Fertigungshallen der Phiips Fabriken brauchte man diese Meßgeräte in erstaunlich großen  Stückzahlen (ebenfalls wie bei Grundig und all den anderen Werken) und der weltweite Philips Kundendienst mußte ja auch Meßgeräte haben. Grundig tat sich damals mit der Meßgerätefirma Hartman & Braun in Frankfurt zusammen und ließ dort entwickeln und eine Grundig Tochter (GRUNDIG ELECTRONIC) produzierte diese qualitativ hochwertigen Meßgeräte und natürlich auch Grundig Oszilloskope.

Außer Grundig bauten auch Nordmende und andere deutsche Rundfunkhersteller ganze Meßgerätereihen und natürlich auch in den eigenen Werken. Auch Philips machte das alles im eigenen Haus. Leider machten sie auch die gleichen Fehler wie andere.

Durch die Bank weg kamen sie an die Qualitäten der Vollprofis wie zum Beispiel von Tektronix und Hewlet & Packard aus USA und Rohde & Schwarz, Neumüller und Wandel & Golterman aus Deutschland nicht ran - wollten und sollten sie ja auch nie.

Es war bei diesen Stückzahlen einfach eine Frage des Preises. Es waren eben nur (hochwertige) Service- oder Produktions-Oszilloskope.
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Als der Niedergang der Produktion in Deutschland anfing

In meinem Sichtkreis aus der EDV Welt bekam ich mit, daß die Festplattenproduktion der IBM in Mainz gegenüber den Asiaten schon lange nicht mehr wettbewerbsfähig war und das Werk verkauft werden sollte, an Hitachi vermute ich.

Einem Bekannten wurden damals aus den Labors und der Produktion hochwertige Tektronix- und HP- Oszilloskope palettenweise - gebraucht und teilweise recht ausgelutscht - zum Verkauf anstehend angeboten. Wobei "Verkauf" eigentlich ein Hohn war, pro Palette mit 10 oder 12 Stück waren es entweder 20 DM oder 20 Euro - bei Selbstabholung natürlich. Eine solche Palette landete bei mir. Es waren alles Scopes mit 50 MHz und höher, teilweise 1 kanalig, sonst 2 Strahl-Geräte.

Jahre später wurde in Weiterstadt die Fernseh GmbH, inzwischen umbenannt in BTS und dann Thomson und dann Grass-Valley in kleine spezialisierte Einheiten zerschlagen. Das das Ende für viele Abteilungen. Dort gab es in den Labors und den Werkstätten hunderte von edelsten 100MHz Scopes, die am Ende (beim Konkurs-Ausverkauf) keiner mehr haben bzw. kaufen wollte.

Da die BTS eine 100% Tochter von Philips geworden war, bevor alles an Thomson verkauft wurde, wurden nach 1989 nur noch Meßgeräte aus dem eigenen Haus angeschafft.

So befanden sich in einem letzten verschlossenen Schrank unsere 2 Textronix und die 2 Philips PM 3070 Oszilloscops.

Die Philips PM 3070 habe ich an Ostern 2020 in Betrieb genommen, mit teilweise ernüchterndem bzw. bescheidenem Erfolg.
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Der Philips PM 3070 (aus 1989/1990) ist noch ein Schluck intelligenter als der TEK 2445 (aus 1986/1987)

Der Tektronix 2445

Diese Philips Oszilloskope waren offensichtlich für den mobilen Einsatz eingeplant und da spielte das Gewicht schon eine Rolle. Philips hatte im Gegensatz zu Tektronix keine massiven Druckguß Metallrahmen, in die die Alu-Seitenteile eingeschraubt wurden.

Philips hat ein Plastik-Spritzteil- Chassis wie die billigen CD Spieler. Auch den Lüfter hatten sie eingespart. Der ist zwar mechanisch im Kunststoff-Rahmen vorbereitet, doch ist er nicht da, in beiden Oszis nicht.

Beide Geräte werden mehr als nur handwarm und das ist nicht gut für die Lebensdauer der Elektronik.

Von der Intelligenz ist sind sie wieder ein Stück weiter als die beiden Tektronix 2445 aus 1986/88. Man konnte mit Tiptasten auf einer Folientastatur eine Menge teurer Drehschalter oder Inkremental-Dreh-Geber einsparen, nicht aber die Drehregler, die Potentiometer. Nur wirkt das ganze Outfit jetzt irgendwie billig.

Über die recht gute Meßgenauigkeit brauche ich mir keine Sorgen zu machen, das macht heutzutage ein PC in ungeahnter Qualität. Diese Oszis dienen nur der sofortigen schnellen Sicht-Kontrolle, ob die Stereo-Kanäle für alle Pegel und alle Frequenzen annähernd gleichmäßg arbeiten.

Die Feinkontrollen werden alle am PC durchgeführt und dort auch protokolliert. Das konnten diese "preiswerten" Oszis damals noch nicht.

Es gibt noch mehr zu beschreiben - Lesen Sie selbst .........
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