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Dies ist die erste Seite der einführenden Seiten des 1979er Test-Jahrbuches von Karl Breh

Die Einführung besteht aus mehreren Blöcken für die verscheidenen Themengebiete. Jeweils am Ende der Seite - eines Themas - gehts zum nächsten Artikel.

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High Fidelity - oder das Ziel, . . . . .

das gesamte Spektrum der in der Musik vorkommenden Schwingungen - vom tiefsten Grundton der Orgel bis zu den höchsten Oberschwingungen von Schlaginstrumenten - linear, bei möglichst geringen Verzerrungen und verschwindend klein gehaltenen Fremdgeräuschen, von der Aufnahme bis zur Wiedergabe zu übertragen, war zunächst in keiner Weise mit der Stereophonie verknüpft.

Von Mono bis Quadro

Die ersten HiFi-Bausteine waren daher für die monaurale Wiedergabe von Musik bestimmt, die entweder auf Schallplatten und Tonbändern gespeichert vorlag oder vom Rundfunk über UKW ausgestrahlt wurde. Klanggüte und Störfreiheit der Wiedergabe hängen nicht davon ab, ob die Wiedergabe monaural, stereophon oder quadrophon erfolgt, entscheidend hierfür ist allein die Qualität der an der Übertragung - von der Aufnahme über die Speicherung und Vervielfältigung bis zur Wiedergabe - beteiligten technischen Geräte und Verfahren. High Fidelity ist eine Frage der Übertragungsgüte.
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Stereophonie

dagegen wird, unabhängig von der Übertragungsgüte, durch Verdopplung des Übertragungsweges gewonnen. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies: statt eines einzigen Mikrophons für eine Mono-Aufnahme deren zwei für eine Stereo-Aufnahme. Die von den beiden Mikrophonen eingefangenen Signale werden auf zwei getrennten Spuren desselben Magnettonbandes gespeichert, sodann, später wieder trennbar, gemeinsam in die Rille der Schallplatte übertragen.

Diese Trennung ermöglicht der Stereo-Tonabnehmer, von dem aus die beiden Signale in den Stereo-Verstärker gelangen, wo jedes unabhängig vom anderen verstärkt und dann zwei getrennten Lautsprecherboxen zugeführt wird, die im Abhörraum in geeigneter Entfernung voneinander aufgestellt sind.

Durch diesen Kunstgriff gelingt es bei der Wiedergabe im Heim, die räumliche Gliederung des aufgenommenen Klangkörpers und dessen Wechselwirkung mit dem Raum, in dem er aufgenommen wird, zu reproduzieren. Die Stereophonie gestattet demnach natürliches, zweiohriges, und damit richtungsempfindliches, Hören.

Quadrophonie

leistet nichts anderes, nur mit noch merklich gesteigertem Räumlichkeitsempfinden, weil das originale Schallfeld durch Verwendung von vier Übertragungskanälen besser reproduziert werden kann. Zwar hört man auch eine Mono-Wiedergabe mit zwei Ohren, aber die Rauminformation ist durch die einkanailge Übertragung verloren gegangen.

Der Vergleich mit den Augen . . . .

Mit dem Hören verhält es sich wie mit dem Sehen: Räumliches Sehen ist nur demjenigen möglich, der über die Kraft beider Augen verfügt. Betrachtet man jedoch eine normale Photographie mit beiden Augen, vermittelt nur noch die Perspektive einen Eindruck von der räumlichen Gliederung. Soll das Bild selbst jedoch räumlich wirken, müssen zwei unter leicht verschiedenem Winkel aufgenommene Photographien überlagert werden (Stereo-Photographie).

. . . oder mit der Photographie

Man kann die Analogie noch etwas weiter treiben. Bildschärfe und Farbechtheit einer Photographie entsprechen der Klanggüte bei der Musikübertragung, also dem, was man mit „High Fidelity" bezeichnet, während die Plastizität des Stereo-Bildes dem vermittelten Eindruck räumlichen Hörens entspricht. Trotz mangelnder Bildschärfe und verfälschter Farben, infolge Verwendung schlechter Optiken, kann die Plastizität des Stereo-Bildes gut sein.

Wichtig : Die Übertragungsgüte

Ebenso verhält es sich bei Stereophonie und Quadrophonie. Sie können räumlichen Eindruck vermitteln, auch wenn die Übertragungsgüte der zwei oder gar vier Kanäle mangelhaft ist. Stereophonie oder Quadrophonie allein ist daher kein Maßstab für die Güte der Übertragung.

Der monauralen HiFi-Übertragung fehlt die Rauminformation, der nicht hifi-gerechten Stereo- oder Quadro-Übertragung die Klanggüte. Nur aus der Verbindung von High Fidelity und Stereophonie - Quadrophonie bedeutet nur eine weitere Verbesserung des Räumlichkeitsempfindens - ergibt sich das erreichbare Maximum: hohe Klanggüte bei räumlicher Wiedergabe.

Der Blick zurück nach 1960 . . . .

In der Bundesrepublik ist das Stadium der monauralen High Fidelity, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, übersprungen worden. Als die deutsche Industrie begann, sich mit HiFi-Geräten zu befassen, war die Stereo-Schallplatte schon geraume Zeit auf dem Markt, und die Ausländer (meist Engländer und Amerikaner) hatten ihre Mono-Bausteine durch entsprechende Stereo-Geräte ersetzt. Daher waren die ersten deutschen HiFi-Geräte von Anfang an für Stereo-Wiedergabe eingerichtet. Und von Anfang an mußten sie gegen eine starke ausländische Konkurrenz antreten. Daran hat sich bis heute nichts geändert, und dies erklärt, weshalb der HiFi-Markt wie kaum ein anderer von internationalem Wettbewerb gekennzeichnet ist.

. . . nicht mehr den USA hinterher hinken

Inzwischen hat die inländische Industrie mit ihren hochwertigsten Erzeugnissen durchaus den Anschluß an die internationale Spitzenqualität gefunden.

Die Quadrophonie ist 1979 bereits schon Geschichte

Was die Quadrophonie betrifft, muß man leider feststellen, daß ihr, nicht nur bei uns, sondern auch in den USA und in Japan, kein dauerhafter Erfolg beschieden war.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Keinesfalls liegt es daran, daß Quadrophonie nicht eine wesentliche Verbesserung im Bemühen gebracht hätte, die meist mangelhafte Akustik des Hörraums durch die weitaus günstigere des Aufnahmeraums zu ersetzen. Das letzte Wort in Sachen Quadrophonie ist noch nicht gesprochen. Ihre derzeitige Lethargie wird nicht von Dauer sein.

Über das internationale Angebot an HiFi-Geräten

Das internationale Angebot an HiFi-Geräten ist bei großer qualitativer Streubreite umfangreicher denn je. Als Orientierungshilfe innerhalb dieses Angebots dient DIN 45 500, in der die Mindestforderungen sind, die von Geräten erfüllt werden müssen, wenn sie das Qualitätssymbol „HiFi" für sich in Anspruch nehmen wollen.

Die Hifi-Norm - sehr bescheidene Mindestforderungen

Leider sind diese Mindestforderungen im Zuge einer Revision der Norm nicht durchweg verschärft worden, wie es in der Logik des technologischen Fortschritts gelegen haben würde. Vielmehr wurden sie - z.B. bei Tonbandgeräten - sogar so weit herabgesetzt, daß auch die dank erzielter Fortschritte verbesserten Cassetten-Tonbandgeräte hifi-salonfähig gemacht werden konnten.

Man mußte das Beste draus machen

Aber wie dem auch sei, wichtiger ist, daß DIN 45 500 die Meßmethoden definiert, nach denen verfahren werden muß, um die Qualitätseigenschaften von HiFi-Geräten zu ermitteln. Dank dieser Festlegung der Meßmethoden sind die Ergebnisse von Untersuchungen an verschiedenen Geräten untereinander vergleichbar, sofern die Messungen nach definierten Verfahren durchgeführt wurden.

Die DIN Norm trennt Spreu und "Stroh"

Bezogen auf DIN 45 500 reicht das heutige nationale und internationale Angebot von solchen Geräten, deren Übertragungsdaten der Norm nicht genügen und die daher nur als Stereo-Geräte bezeichnet werden, über solche, die den geforderten Daten in allen Punkten genügen, bis zu Bausteinen der Spitzenklasse, deren Qualität weit über der von der HiFi-Norm geforderten liegt. Als HiFi-Gerät nach DIN 45 500 gilt bei uns demnach alles, was dieser Norm genügt oder diese mehr oder weniger übertrifft. Sie schafft eine eindeutige Abgrenzung nach unten, für die man immerhin dankbar ist.

Das erste Testjahrbuch '70

Das erste Testbuch

ist 1970 erschienen und enthielt die Testberichte, die in der Zeitschrift HiFi-Stereophonie im Zeitraum Januar 1969 bis März 1970 veröffentlicht wurden.

Inzwischen sind es 9 Testjahrbücher (TJBs)

Seither sind - das vorliegende inbegriffen - weitere neun Testjahrbücher erschienen, die jeweils die Testberichte enthielten, die in der Zeit vom April des vorausgegangenen Jahres bis zum März des Erscheinungsjahres in der Zeitschrift publiziert worden sind. Die vorliegende Ausgabe umfaßt Testberichte über 180 Bausteine. Wer also alle 10 Testjahrbücher besitzt, verfügt damit über alle Testberichte, die in der Zeitschrift von Januar 1969 bis März 1978 veröffentlicht worden sind. Insgesamt sind dies Testberichte über fast 1400 HiFi-Bausteine.

Die „HiFi-Stereophonie"

Im Archiv - die allererste Ausgabe der Hifi-Stereo-Praxis

Zeitschrift für Musik und Musikwiedergabe, dient seit ihrem ersten Erscheinen im Januar 1962 der Aufgabe, den HiFi-Interessenten durch ebenso gründliche wie objektive Testberichte über die Qualität des internationalen Angebots zu unterrichten.

Karl Brehs eigenes Laboratorium

Seit zwölf Jahren verfügt die Zeitschrift über ein mit den besten Meßgeräten ausgerüstetes eigenes Laboratorium und über einen akustisch geeignet ausgestatteten Abhörraum.

Im Labor werden Messungen von qualifizierten Kräften durchgeführt. Der Abhörraum dient zur vergleichenden Beurteilung von Lautsprecherboxen und anderen HiFi-Bausteinen aufgrund von Musik-Hörtests.

Die Testgeräte müssen die DIN Norm übertreffen

Karl Breh im Labor 1962

Grundsätzlich befaßt sich die Zeitschrift nur mit Geräten, für die der Hersteller oder der Importeur in Anspruch nimmt, daß sie die Mindestforderungen nach DIN 45500 erfüllen oder übertreffen. Da, soweit solche existieren, nach den in dieser Norm festgelegten Meßmethoden verfahren wird, sind die Ergebnisse der Messungen untereinander und - zumindest, was Geräte deutschen Fabrikats betrifft - auch mit den technischen Angaben der Hersteller vergleichbar.

Auch im vorliegenden Testjahrbuch sind Bausteingruppen zusammengefaßt. Innerhalb dieser Gruppen sind sie aber - wie schon in den Testjahrbüchern ab 1973 - nicht alphabetisch, sondern chronologisch geordnet. Dies erschien uns zweckmäßig, weil innerhalb eines Jahres immer wieder meßtechnische Verbesserungen eingeführt werden, die dann für alle nachfolgenden Testberichte relevant sind.
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Erweiterte Einführungen

sind jeder Bausteingruppe vorangestellt. Sie geben einen Überblick über Aufgaben, Funktionsweise und Qualitätskriterien der jeweiligen Geräteart.

Entwicklungstendenzen werden aufgezeigt und, wo es für das Verständnis der Testberichte erforderlich ist, Meßmethoden und deren Problematik erläutert.

Insbesondere ist das Letztgenannte in jenen Einführungen geschehen, die Gerätegattungen betreffen, bei denen die Meßmethoden und ihre Darstellung grundlegend erweitert, verfeinert und verbessert worden sind.

Zwei waren dabei :
Dr.-Ing. Michael Thiele und Dipl. Ing. Arndt Klingelnberg

An dieser Stelle habe ich meinen Mitarbeitern Dr.-Ing. Michael Thiele und Dipl.- Ing. Arndt Klingelnberg für zahlreiche Vorschläge und Anregungen und für ihre Tätigkeit als Tester und Autoren von Testberichten zu danken.

Besondere Symbole

Für Quadrophonie geeignete Bausteine sind durch ein besonderes Symbol als solche gekennzeichnet (in diesem Testjahrbuch nur noch CD-4-tüchtige Tonabnehmer). Da Quadrophonie kein bausteinspezifischer Begriff ist, sondern ein Übertragungsverfahren, das hinsichtlich der erzielbaren Wirkung teilweise durch andere Verfahren, wie z. B. elektronisch arbeitende Raumsimulatoren, ersetzt werden kann, haben wir den Überblick über Wesen, Funktionsweise und Verfahren der Quadrophonie beibehalten. Dies mag dazu beitragen, das Verständnis eben dieser Raumsimulatoren und ihrer Funktionsweise zu erleichtern.

Preisangaben, . . . .

bei denen es sich ohnehin nur um unverbindliche, ungefähre Ladenpreise handelt, wurden vor Drucklegung des "TestJahrBuches" nicht verifiziert. Diese Angaben sind daher mit Vorsicht zu genießen, denn sie können erheblichen Schwankungen nach oben, meist jedoch nach unten, unterliegen. In jedem Fall ist ein Vergleich der Preise bei verschiedenen Fachhändlern ratsam.

Die Qual der Wahl

ist angesichts der ungeheuren Vielfalt des Angebots an HiFi-Bausteinen und -Anlagen für den Laien deswegen so groß, weil er nicht weiß, welche Auswahl ihm zum reellsten Gegenwert für sein Geld verhilft. Mit dem Testjahrbuch 79/80 geben wir dem HiFi-Interessenten wieder in geschlossener Darstellung einen Qualitätsüberblick über eine große Anzahl HiFi-Bausteine. Durch die den Testberichten der verschiedenen Bausteingruppen vorangestellten Einführungen versetzen wir ihn in die Lage, die Testberichte zur Bildung seines eigenen Urteils in dem Sinne nutzen zu können, daß er die Ergebnisse aus seiner eigenen Kaufproblematik heraus individuell zu bewerten lernt.

Das Jahrbuch soll den Blick schärfen . . . .

Darüber hinaus wird die aufmerksame Durchsicht dieses Testjahrbuches beim Leser den Blick für die entscheidenden Qualitätskriterien der verschiedenen HiFi-Bausteine schärfen und ihm dadurch helfen, sich innerhalb des breit gestreuten Angebots zurechtzufinden. Wer schon die vorausgegangenen Testjahrbücher besitzt, kann sich durch Vergleich mit dem vorliegenden einen Überblick über den Grad des Fortschritts in den verschiedenen Bereichen der HiFi-Technik verschaffen.

Karlsruhe, im Mai 1979 Karl Breh

Das war der erste Artikel im Vorspann des Test-Jahrbuches 1979.
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